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Wie spart man mindestens 10 000 Euro an?

Wie beginnt Vermögensaufbau?

Angestellter X gönnt sich zu jeder Mittagspause eine warme gekaufte Mahlzeit (Mensa, Döner, Currywurst + Getränk). Im Schnitt gibt er hierfür täglich 6 Euro aus. Das ist es ihm wert. Arbeitgeber Y steht jeden Morgen 15 Minuten früher auf und bereitet sich seinen Mittagssnack zu Hause vor. Im Durchschnitt gibt er hierfür 3 Euro pro Tag aus. Ein normaler Arbeitnehmer mit 5-Tage-Woche hat in vielen Branchen etwa 30 Urlaubstage. Bleiben also 46 Arbeitswochen an denen Arbeitgeber Y täglich 3 Euro weniger ausgibt als Arbeitgeber X. jedes Jahr käme so eine angesparte Summe von 690 Euro zusammen. Hätten beide Arbeitnehmer nun noch 30 Arbeitsjahre vor sich, dann wäre die gesparte Summe 20 700 Euro. Die durchschnittliche Rendite der größeren Aktienindizes lag in den letzten 30 Jahren bei etwa 6-9%. Hätte Arbeitgeber Y nun diese gesparten drei Euro jährlich investiert, dann hätten sich die täglich angesparten 3 Euro bei einer durchschnittlichen Verzinsung von 6% bis auf 51 686 Euro summiert, Abgeltungssteuer eingerechnet.

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Machen Aktien Sinn?

In einem anderen Beitrag habe ich geschrieben, dass ein Aktieninvestment erst ab einer Summe von mindestens 10 000 Euro sinnvoll ist. Ähnlich verhält es sich mit Immobilienkäufen, da man eine gewisse Anzahlung bei der Bank zu leisten hat. Viele Menschen haben diese Summe jedoch nicht einfach mal so auf der hohen Kante. Doch es gibt Alternativen sein verfügbares Geld zu vermehren bis man sich eine aktive Streuung leisten kann.

Der Vermögensaufbau startet

Für das Ansparen einer fünfstelligen Summe mit geringen finanziellen Mitteln gibt es keine Zauberformel, kein Patentrezept und keine Geschenke. Es erfordert exaktes Wissen über die eigene finanzielle Situation und knallharte Konsequenz. denn es funktioniert nur mit einem sehr bewussten Umgang des eigenen Einkommens. Darüber hinaus erfordert es möglicherweise einen Zeitraum über einige wenige Jahre. Dazu sind die Lösungsansätze höchst individuell und stark abhängig vom Einkommen, den laufenden Kosten und des eigenen Lebensstils.

Je nach Lebenssituation gibt es eine recht hohe Anzahl an Kniffen, Tipps und Tricks. Jeden möglichen Gedanken kann ich hier nicht niederschreiben. Außerdem sind viele dieser Ideen Binsenweisheiten, die eigentlich jeder kennt und ich will hier niemanden für dumm verkaufen. Aber die wenigstens setzen diese Dinge wirklich in die Tat um. Im Folgenden eine Auswahl an wichtigen Verhaltensweisen, die man beim Sparen bedenken sollte:

Keine Konsumschulden

Möchte man sich ein neues Auto kaufen oder neue Möbel weil die alten 10 Jahre oder mehr auf dem Buckel haben. Dann sollte man das nur in dem Maße tun, wie es der Geldbeutel erlaubt. Alles andere schadet dem Vermögensaufbau. Mache keine Konsumschulden und bezahle keine Zinsen für ein Konsumgut auch nicht in der Niedrigzinsphase.

Gebraucht kaufen, ausleihen und teilen

Es macht keinen Sinn sich einen Neuwagen zu kaufen. Wer das tut und sich freut wenn er den Neuwagen in seine Garage abstellt ist ein Idiot, denn er hat gerade 30% des Wertes des Autos auf dem Weg vom Autowerk zur Garage verbrannt. Diese Regel gilt für alle Dinge, die es gebraucht in gutem Zustand zu kaufen gibt: Videospiele niemals neu, Babyklamotten vom Babybasar, Fahrräder gebraucht aus speziellen Läden etc.

Dieses Motto lässt sich auch auf andere Aktivitäten und Notwendigkeiten übertragen: Gartengeräte werden ausgeliehen, Kinobesuche nur am Kinotag, das Bundesliga Sky Abo wird mit dem Nachbar geteilt etc.

Kostenpunkt Wohnen

Ein großer Kostenpunkt auf dem Weg zum Vermögensaufbau ist das Wohnen. Wenn man Single ist sollte man sich keine teure geräumige Wohnung in der Innenstadt leisten, sondern darüber nachdenken, sich zu verkleinern oder aufs Land in eine Kleinstadt zu ziehen. Dort sind die Mieten wesentlich geringer und die Infrastruktur dennoch gegeben. Für Familien bietet sich das auch an, gerade wenn man ein Haus finanzieren möchte. Die niedrigen Zinsen verlocken zwar und ältere Semester schauen immer neidisch auf 1,x% Zinsen, jedoch sind die Anschaffungskosten aufgrund von Auflagen z.B. für energieeffizientes Bauen und die Grundstückspreise astronomisch hoch. Als Geldanlage ist eine Immobilie in der Nähe eines Stadtzentrums geeignet, als Eigenheim eher nicht.

Kostenpunkt Transport

Transportkosten sind nach dem Wohnen die höchsten Kosten im Leben eines Deutschen. Wenn möglich, dann sollte man näher an den Arbeitsort ziehen und das Fahrrad oder die Bahn als Alternative nutzen. Ein Auto sollte man niemals neu kaufen, aber auf Qualität achten, denn es soll ja lange halten. Auch wichtig ist, dass Instandhaltungskosten mit einkalkuliert sind. Es macht auch durchaus Sinn sein Auto auf Autogas umzurüsten. Das ist steuerlich subventioniert (zwar nur bis 2018, im Anschluss gibt es noch keine Regelung, man vermutet jedoch keine Preissteigerung). Aktuell kostet der Liter Autogas zwischen 55 und 60 Cent und es macht einfach Freude für 25 Euro vollzutanken. Die Anschaffungskosten sind nach 40 000 bis 50 000 gefahrenen km amortisiert. Dann beginnt das Sparen.

Versicherungen und Energieversorger überprüfen

Wenn man noch Versicherungen mit Beratungsstelle vor Ort nutzt, dann sollte man zu einem Onlineanbieter wechseln. Dasselbe gilt für das Bankinstitut. Beides ist in der Regel günstiger, weil es die Personalkosten spart. Den Strom- und Gasanbietervergleich sollte man jährlich angehen. Dies ist nicht mal ein großer Aufwand, jedoch gilt folgendes zu bedenken: Viele Stromanbieter sind günstiger aufgrund von Sonderangeboten und Prämien in den ersten 12 Monaten. Man muss sich also die Mühe machen, jedes Jahr neu zu kündigen und abzuschließen. Das ist jedoch bares Geld wert.

Erste Investitionen: Wikifolios oder Indizes

Wikifolios bieten den Vorteil sich eine Streuung theoretisch schon mit geringen finanziellen Mitteln leisten zu können. Wir reden von einer Größenordnung von wenigen hundert Euro. Wichtig ist vor allem auf die Handelsidee und die Pflege des wikifolios zu achten. Die Handelsidee sollte eben diese Streuung abdecken und das Depot sollte vom Verwalter regelmäßig gepflegt sein. Das erkennt man an den Kommentaren und den Trades. Manche Händler verknüpfen ihre wikifolios auch mit einem Blog. (siehe Artikel: Wikifolios – Investierbare Musterdepots für jeden Geldbeutel).

Wenn man wie Arbeitgeber Y sein Geld in den Markt investieren möchte, so bietet sich auch ein Kauf eines Index an. Man ist somit z.B. direkt an den Erfolg oder Misserfolg aller Unternehmen dieses Indizes gekoppelt z.B. aller 30 Dax-Unternehmen.

Was kosten Aktien?

Was Aktien kosten?

Beim Kauf von Aktien erhofft man sich Gewinne und vernachlässigt manchmal die anfallenden Gebühren. Die gilt es jedoch unbedingt zu beachten, da nur so eine korrekte und realistische Prognose über Erfolgsaussichten möglich ist. Zu unterscheiden wären:

  • Depotgebühren
  • Ordergebühren
  • Kapitalertragssteuer

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Unterschiede der Broker

Die Depot- und Ordergebühren unterscheiden sich von Broker zu Broker. Auch gilt es Sonderaktionen oder Vieltradingangebote zu beachten. Hier helfen definitiv Vergleichsportale weiter. Für Anfänger lohnt es sich jedenfalls einen übersichtlichen Broker zu suchen, denn manche spezialisierte Broker wirken wie Profitools und sind für Laien zunächst schwer zu verstehen. Daher sollte man nicht nur das aller günstigste Angebot nehmen, sondern auch darauf achten, dass der Broker zu mir passt.

Am Beispiel comdirect

Da es so viele unterschiedliche Broker gibt, stelle ich die Gebühren anhand meines eigenen Brokers da, der comdirect Bank. So viel vorweg, sie ist nicht die günstigste Bank, aber sehr gut und übersichtlich gestaltet. Daher eine Empfehlung für alle Anfänger.

Die eigentliche Grundgebühr liegt bei 4,90 Euro pro Kauf oder Verkauf + o,25% des Orderwertes als Orderprovision. Jedoch kostet die Order mindestens 9,90 Euro, auch wenn die rechnerische Gebühr noch darunter liegen würde. Dies gilt ebenso für den Verkauf. Es gibt auch einen Maximalwert von 59,90 Euro, aber den erreicht man zunächst nicht, außer man hat ein üppiges Sümmchen geerbt, denn die Ordergebühr richtet sich nach dem Wert der Order. Je höher der Orderwert, desto höher die Gebühr.

Gebühren nicht unterschätzen

Diese Gebühren sind keinesfalls zu unterschätzen, denn den größten Fehler, den Anleger immer wieder begehen sind zu viele Trades in der Hoffnung verlorenes Geld durch den Kauf anderer Aktien wieder hereinzuholen. So kann es leicht passieren, dass die Gebühren die Gewinne auffressen.

Auf Diversifikation achten

Eine weiterer wichtiger Punkt ist die Diversifikation. Man sollte sein Geld keinesfalls in nur wenige oder gar eine Aktie stecken. Viele deutsche Anleger, die um die Jahrtausendwende nur die Telekomaktie gekauft haben, verloren riesige Anteile ihres Vermögens und erachten Aktienhandel seither als Teufelszeug, was sie auch bei jeder Gelegenheit kundtun. Dabei sind sie auf ihre eigene Naivität und Unwissenheit hereingefallen. Eine Streuung des Depots auf 10-20 Aktien verkraftet Rückschläge einzelner Aktien. Erfolg ist die Summe richtiger Entscheidungen. Für die Klärung der Frage „Was kosten Aktien“ gehen wir bei der comdirect Bank mal von einem Depot mit 10 Aktienkäufen aus. Angenommen ich hätte 10 000 Euro zur Verfügung. Teile ich dieses Geld auf 10 Aktien auf, kaufe ich logischerweise bei jeder Aktie Stücke im Wert von 1000 Euro. Bei einer Mindestgebühr von 9,90 bei Kauf und Verkauf fallen so knapp 200 Euro Gebühr an. Das bedeutet ich müsste mit dem Depot zunächst 2% Gewinn machen, um überhaupt auf Null zu kommen. Aktienhandel macht also erst ab einer gewissen Investitionssumme Sinn, weil ich mir dann die Diversifikation leisten kann.

Alternativen

Als Alternative kann ich übrigens wärmsten das Wikifolio empfehlen. Denn dort kann ich Zertifikate theoretisch ab 100 Euro erwerben. Die Gebühren sind günstiger und die Trades sind sogar kostenlos. Ein riesiger Vorteil! Auch ETF-Sparpläne bieten sich sehr gut an!

Depotgebühren

Die Depotgebühren unterscheiden sich ebenfalls von Broker zu Broker. Nutzt man die Onlinebank neben dem Depot als Gehaltseingangskonto, dann fallen die Depotgebühren oft gar nicht an. Ansonsten kosten sie einige wenige Euro im Monat oder im Quartal. Auch hier gilt es spezielle Angebote zu beachten und auf das eigene Anlegeverhalten abzustimmen. Viele Broker bieten bei Vieltradern Gebührenentlastungen an.

Steuern nicht vergessen

Sollte man tatsächlich mit seinem Depot Gewinn erwirtschaften, was auch meistens der Fall ist, fällt die Kapitalertragssteuer an. Bei Singles sind die ersten 801 Euro Gewinn steuerfrei, bei Verheirateten 1602 Euro, vorausgesetzt man hat bei der Bank einen Freistellungsauftrag gestellt. Diese Freistellungsaufträge lassen sich auch auf mehrere Banken oder Institute aufteilen. Erwarte ich z.B. Gewinn von einem Tagesgeldkonto (HAHA dank der EZB) und einem Depot, dann kann ich den Freistellungsauftrag beliebig aufteilen.

Alles was über den Freibetrag hinaus geht wird mit 25% besteuert. Seit 2009 wird eine Kirchensteuer (Skandal!) eingerechnet, so dass die endgültige Steuerlast bei 26,375% liegt.

Langfristig planen

Im ersten Moment ist man vielleicht etwas überrascht wegen der anfallenden Gebühren, doch wer über einen langen Zeitraum z.B. für die Altersvorsorge seriös Aktienhandel betreibt wird sehen, dass seine Gewinne die Gebühren wahrscheinlich weit übersteigen.