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Börse – ein perverses Geldsystem?

Börse – ein perverses Geldsystem?

Eigentlich ist die Börse doch ein perverses Geldsystem. Die Reichen werden immer reicher und die die Armen immer ärmer. Je mehr Geld man zur Verfügung hat, desto mehr kann man sein Geld für sich arbeiten lassen. Vor allem die Menschen, die haben, können sich über ein jährliches passives Einkommen freuen. Entweder in Form von reiner Rendite oder sie leben von Dividendenausschüttungen. Also liegt es auf der Hand, dass die Börse ein perverses System ist. Das ist jedoch nur teilweise richtig, denn eine pauschale Antwort wird dieser vielschichtigen Frage nicht gerecht. Es gibt logische und rationale Argumente für und gegen diese Behauptung.

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Warum ist die Börse ein perverses Geldsystem?

Grundsätzlich benötigt man Geld, um sich zum Beispiel Miete, Auto oder Lebensmittel leisten zu können. Nachdem ich diese Zahlungen geleistet habe, kann ich das restliche Geld investieren. Denn ich benötige dieses Geld nicht für meine laufenden Kosten und auch nicht für meinen nächsten Urlaub oder einen schönen Flachbildfernseher. Ich habe einfach genügend Geld übrig, um es für mich arbeiten zu lassen. Vielleicht bleibt sogar so viel Geld übrig, dass ich mir einen guten Manager leisten kann, der meine Investitionen verwaltet. Meine so erhaltenen Erträge werden nur zu 25% versteuert. Es handelt sich um die so genannte Kapitalertragssteuer. Es kommen noch Solidaritätssteuer und eventuell Kirchensteuer hinzu. Maximal werden meine Gewinne mit knapp 28% versteuert. Ich darf also etwa Dreiviertel meines leistungslosen Einkommens behalten und so Jahr für Jahr mein Geld vermehren.

Nur die Reichen bekommen leistungsloses Einkommen

Es stimmt tatsächlich, dass insbesondere Menschen mit hohem Einkommen mehr investieren und somit mehr Geld generieren können. Das ist schon im Grundprinzip unserer kapitalistischen Wirtschaftsordnung verankert. Menschen mit viel Geld geben Menschen mit wenig Geld Kredite und verlangen darauf Zinsen. Auf eine Investition folgt eine Rendite. Auf einen Kredit folgen Zinszahlungen. Dummerweise befinden sich viele Menschen nicht in der Rolle des Verleihenden wieder, sondern in der Rolle des Leihenden. Jedoch liegt genau hier ein Trugschluss vor. Obwohl es stimmt, dass die Reichen immer eine höhere Investitionschance haben als die Armen, hat jeder von uns Zugang zu allen Möglichkeiten des Finanzsystems. Heutzutage kann man schon mit geringen finanziellen Belastungen Investitionen tätigen. Außerdem sind alle dafür erforderlichen Informationen öffentlich und kostenlos verfügbar. Jeder Bürger kann sich so Stück für Stück mehr Kapital anhäufen, um dieses Geld für sich arbeiten zu lassen. Alle Bürgerinnen und Bürger mit einem langfristigen Ansatz ebenso leistungsloses Einkommen beziehen.

Lasst euch nicht für dumm verkaufen!

Der Glaube „Nur die Reichen haben die Chance auf leistungsloses Einkommen“ ist ein Irrglaube. Denn die oft als perverses Geldsystem gescholtene Börse ist offen für alle Bürgerinnen und Bürger.

Sie hat auch eine soziale Seite! Jeder kann partizipieren.

Man braucht auch kein Profi, gelernter Analyst oder hoch intelligent sein. Alles was man benötigt sind ein paar Basics, gesunden Menschenverstand und viel Geduld. Wenn ihr euch ein Auto, eine Versicherung oder ein neues Handy zulegen wollt, dann folgt auf eine Recherche ein Kauf. Das gleiche Prinzip gilt für Investitionen. Informiert euch über Blogs wie diesen, Finanzseiten, Youtube oder Volkshochschulkursen über dieses Thema. Hört nicht auf die Stammtischparolen vieler Eltern oder Besserwisser. Kauft keine Aktien auf Anraten des besten Freundes oder des Nachbarn. Sondern lernt von Menschen, die das schon eine Weile recht erfolgreich praktizieren. Es ist ist wie beim Hausbau. Es erfordert Lernen, Verständnis und Planung über einen Zeitraum von mindestens mehreren Monaten. Danach werdet ihr euer Leben lang davon profitieren und braucht auch wenig Zeit zu investieren. Im Anschluss wäre es ratsam sich zum Beispiel über ETF-Sparpläne oder Wikifolio-Zertifikate Eigenkapital aufzubauen. Ab 25 Euro im Monat ist dies bereits möglich. Hat man eine gewisse Summe angespart, kann man sich mit dem Kauf von Aktien oder einer Immobile beschäftigen. Man wird dadurch nicht von heute auf morgen reich. Es ist ein langfristiger Weg. Er öffnet jedoch Schritt für Schritt die Tür zur finanziellen Freiheit.

Perverses Börsensystem vs. Soziales Börsensystem – ein Fazit

Wenn ihr normaler Angestellter, Arbeiter oder Beamter seid, dann könnt ihr nicht mit den Investitionsmöglichkeiten der reichen Menschen mithalten. Aus dieser Perspektive ist die Börse ein perverses Geldsystem. Jedoch haben nicht nur die reichen Menschen Zugang dazu. Alle können daran teilnehmen und so ihren Weg in die finanzielle Freiheit ebnen.

Ein Tipp:

Geht mit offenem Geist an das Thema Börse heran. Es gibt wenige Themen, die so mit Vorurteilen behaftet sind, wie das Thema Börse. Dieses negative Image hat sich in unsere Köpfe eingebrannt. Dabei ist es egal, ob wir uns jemals bewusst mit diesem Thema beschäftigt haben. Stellt euch einfach vor, ihr beschäftigt euch mit einem völlig neuen Gebiet von dem ihr eben zum allerersten Mal in eurem Leben gehört habt. Bildet euch eure eigene Meinung!