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Value Investing – Kaufe den maximalen Pessimismus

Value Investing – Kaufe maximalen Pessimisums

Bereits im ersten Teil der Themenreihe „Value Investing“ habe ich darauf hingewiesen, dass Value Investoren nach stark unterbewerteten Aktien-Werten Ausschau halten. Übersteigt der eigentliche Wert des Unternehmens den aktuellen Aktienpreis deutlich, ist eine Aktie ein potentieller Value Wert. Der allgemeine Markt kann den Preis eines fundamental gut aufgestellten Unternehmens beträchtlich drücken. Befinden wir uns zum Beispiel in einem Bärenmarkt, fallen sehr häufig fast alle Börsenkurse über einen gewissen Zeitraum. Im Umkehrschluss übersteigt der eigentliche Wert eines Unternehmens so den aktuellen Preis immer weiter.

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Der Herdentrieb

Es gibt Zeiten in denen selbst die bestens aufgestellten Unternehmen an der Börse nur rote Zahlen sehen. Dies hängt im Allgemeinen mit dem Herdentrieb zusammen. Fallen die Kurse, bekommen Anleger kalte Füße. Jeder Aktionär kennt dieses unschöne Gefühl. Über Wochen schaut man ins eigene Depot und sieht nur fallende Kurse. Das drückt gewaltig auf die Stimmung. Schließlich sieht man sein Vermögen regelrecht schmelzen. Oft kommt der Punkt an dem einem entweder die Verluste oder das unschöne Gefühl zu viel werden. Die Folge sind Aktienverkäufe. Immer mehr Aktionäre springen dann auf diesen Zug auf. Lieber das noch verbliebene Geld in Sicherheit bringen als noch mehr zu verlieren denken sich viele. Vielleicht hat der Nachbar schon seine Papiere verkauft und betrachtet dich nur mit ungläubigen Blicken, weil du deine Aktien noch hältst. Dies erzeugt wiederum Druck. So kommt man leicht ins Grübeln und der Weg zum eigenen Verkauf ist nicht mehr weit. Es handelt sich um ein absolut normales menschliches Verhalten. Wenn Gefahr droht wird der Fluchtinstinkt geweckt oder man stellt sich Tod. Letzteres wäre wahrscheinlich sogar die bessere Entscheidung

Die Shoppingtour

Bei stark fallenden Kursen solltest du dich als Anleger des Value Investing freuen. Der eigentliche Wert eines Unternehmens fällt ja nicht mit seinem Preis mit. Es fehlt eben nur das Vertrauen der Anleger.  Dieses wird aber immer wieder zurück kommen. So viel hat uns die Börsengeschichte jedenfalls gelehrt. Es bieten sich für uns Anleger nun ungeahnte Möglichkeiten. Man sollte die großen blauen IKEA-Shoppingtüten heraus holen und eine ausgedehnte Einkaufstour im Sommerschlussverkauf planen nach dem Motto:

Kaufe den maximalen Pessimismus

Zwei Dinge solltest du beachten. Im gegenteiligen Fall der ewig steigenden Kursen solltest du nicht blind alles kaufen was dir ins Auge springt. Statistiken zeigen, dass die Börsenbeteiligung kurz vor einem größeren Crash immer am höchsten ist. Von Zeit zu Zeit führt der Markt eben eine Säuberung durch und zwar nicht nur von überzogenen Preisen, sondern auch von vielen Marktteilnehmern. Viele Aktionäre werden nach einem Crash ihres Depots nie wieder das Parkett betreten. Hier gilt es entweder das ganze auszusitzen oder nachzukaufen. Nur wer verkauft und der Börse den Rücken zukehrt verliert. Zweitens solltest du dir immer eine Cashquote beiseite legen. Wenn du keine liquiden Mittel hast, dann kannst du auch nicht auf Shoppingtour gehen. Also niemals das ganze Vermögen in Aktien stecken.

Der große Crash

In den Jahren 2000, 2008 und mit Abstrichen 2011 kam es zu so einer Marktsäuberung. Für Aktionäre gibt es eigentlich kaum eine geilere Zeit. Man wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den tiefsten Punkt zum Einstieg nicht erreichen. Dennoch sollte hier unbedingt gekauft werden. Im Jahr 2003 stand der Dax bei etwa 2 700 Punkten. 10 Jahre später stand er bei etwa 9 000 Punkten. Das ist eine Verdreifachung des Wertes innerhalb von nur 10 Jahren.

Margin of Safety

Im Prinzip habe ich es vorhin schon erwähnt, jedoch nicht mit diesem Begriff in Verbindung gebracht. Als Value Investor achtet man insbesondere auf die Margin of Safety. Es gibt natürlich auch andere wichtige Kennzahlen, die beachtet werden. Diese stelle ich von Zeit zu Zeit in der Themenreihe vor. Was ist nun die Margin of Safety? Sie ist die Differenz zwischen dem intrinsischen Wert eines Unternehmens und seines aktuellen Preises am Markt. Je höher die Differenz, desto höher ist die Margin of Safety und desto eher greift man beim Value Investing zu. Manchmal wird unter Margin of Safety auch verstanden, dass Unternehmen einen sehr hohen Ausfallverlust kompensieren können sollten bis sie ihren Break Even Point erreicht haben.

Im nächsten und dritten Teil der Themenreihe geht es weiter mit folgendem Thema:

Das Geld fließt von den Ungeduligen zu den Geduldigen