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Was tun bei Weltwirtschaftskrise?

Was tun bei Weltwirtschaftkrise?

Im Februar des Jahres 2000 stand der Dax bei rund 7 600 Punkten. Kurz darauf platze die so genannte Dotcom-Blase woraufhin der Dax eine lange Talfahrt begann, deren Boden ca. bei 2 500 Punkten gefunden war. Etwas mehr als 7 Jahre später im Mai 2007 konnte der Dax zum ersten Mal innerhalb dieser Zeitperiode den alten Höchststand egalisieren. Wir alle wissen jedoch, dass dies nur von kurzer Dauer gewesen ist. Im Jahr 2008 kam es zur Weltwirtschaftskrise und erneut rutschte der Dax ab, diesmal bis auf rund 4 000 Punkte. Erst zu Beginn des Jahres 2013 konnte der Dax den im Jahr 2000 erreichten Höchststand erneut erreichen.

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13 Jahre rote Zahlen

Angenommen Sie hätten im Februar des Jahres 2000 einmalig in den Dax investiert, so wären Sie bis auf einen kurzen Höhenflug im Jahr 2007 für die nächsten 13 Jahre im negativen Renditebereich gewesen. Die Inflation ist dabei nicht mit einberechnet. Schließlich soll man bei Börsengeschäften seine Nerven schonen. Doch wer kann 13 Jahre lang beruhigt schlafen wenn das angelegte Geld stets rote Zahlen anzeigt? Das können nur Anleger, die solche Worst-Case-Szenarien bedenken und sie in ihren Investitionsplan einkalkulieren. Im folgenden lesen Sie einige Möglichkeiten, sich gegen dies stürmische Zeiten zu wappnen. Ihnen sollte jedoch bewusst sein, dass Börse ohne Schwankungen und negative Rendite nicht existiert.

Diversifikation

Diversifikation kann man auf zwei verschiedene Art und Weisen verstehen. Zum Einen die Diversifikation innerhalb einer Anlage oder Assetklasse (z.B. Aktien) und zum Anderen die Diversifikation über mehrere Anlage- bzw. Assetklassen hinweg (z.B. Aktien, Immobilien, Rohstoffe, Edelmetalle etc.) Letztere Diversifikation ist dabei der erst genannten immer vorzuziehen. Während Indizes rund um den Globus neben dem Dax zwischen den Jahren 2000 und 2013 ähnliche Verluste einfuhren, konnten andere Assetklassen zulegen. Somit stehen verschiedene Anlageklassen miteinander in einer Korrelation. Man kann zwar keine Grundregel aufstellen wie „Fallen Aktienkurse, steigt der Goldpreis“, doch lassen sich grundsätzlich solche Phänomene beobachten. Wenn Sie ihr Geld in mehrere Anlageklassen anlegen, dann haben Sie wesentlich mehr Stabilität gegenüber den Anlegern, die z.B. nur in Aktien investiert sind und in einer Weltwirtschaftskrise 50-70% ihres Anlagewertes verlieren. Sorgen Sie für ein gut diversifiziertes Portfolio.

Die Nerven behalten

Beginnt eine Weltwirtschaftskris haben Sie zwei Möglichkeiten, die menschlichen Instinkten sehr nahe kommen. Es ist vergleichbar mit der Situation einem gefährlichen Raubtier gegenüber zu stehen, das offensichtlich furchteinflößend ist. Sie können  Weglaufen (Verkaufen) oder sich tot stellen (Nichts tun). Die zweite ist dabei die bessere Wahl. Zwar braucht ein richtiger Kurseinbruch an der Börse Zeit, denn die Kurse fallen nicht an einem Tag um 50% oder mehr, doch sind Anleger zu dieser Zeit nervös. Viele Privatanleger machen den Fehler abzuwarten und irgendwann zu verkaufen wenn die Kurse schon sehr weit im Keller sind. Seien Sie sich der Tatsache bewusst, dass die Kurse früher oder später immer steigen werden. Die Börse hat zwei Weltkriege, eine Atombombe, den Zerfall des Kommunismus, schwere Depressionen und mehrere mittelschwere Katastrophen durchlebt. Die Kurse sind am Ende immer gestiegen. Sitzen Sie die Krisen aus mit einem gut diversifizierten Portfolio.

Cashquote und Nachkaufen

Einer der häufigsten Anfängerfehler an der Börse ist es die gesamten zur Verfügung stehenden Mittel zu investieren. Meist geschieht das in Folge steigender Kurse. Man möchte einfach kein Geld an der Seitenlinie parken, denn dort kann es sich nicht vermehren. Jedoch werden die Kurse schwanken und auch hin und wieder längere Zeit fallen. Daher sollten Sie sich eine Cashquote von 10-30% als Reserve z.B. auf einem Tagesgeldkonto bereit halten. So können Sie sich in aller Ruhe die fallenden Kurse anschauen und auf Schnäppchenjagd gehen. Denn eines ist klar: Keine Zeit an der Börse ist für Investitionen besser geeignet als Weltwirtschaftskrisen. Packen Sie die großen Ikeatüten aus und gehen Sie im Schlussverkauf shoppen. Sitzen Sie die Krisen aus mit einem gut diversifizierten Portfolio und gehen Sie während der Weltwirtschaftskrise auf Schnäppchenjagd.

Wertpapiersparpläne

Richten Sie sich mit einem gewissen Betrag so genannte Wertpapiersparpläne ein. Diese sind genauso liquide wie Sparbücher und haben zu dem Gebührenvorteile. Möglich ist dies über ETFs, deren Kauf mehrere Vorteile hat. Einer davon ist, dass Sie zu verschiedenen Kursen einkaufen. Wenn Sie einen monatlichen Wertpapiersparplan eingerichtet haben, dann kaufen Sie während der Weltwirtschaftskrise günstig ein. Alleine mit diesem Szenario hätte es zwischen den Jahren 2000 und 2013 nicht so lange gedauert, um wieder in den schwarzen Zahlen zu sein. Sitzen Sie die Krisen aus mit einem gut diversifizierten Portfolio, gehen Sie während der Weltwirtschaftskrise auf Schnäppchenjagd und lehnen Sie sich zurück aufgrund ihrer Wertpapiersparpläne.

Hören Sie weg

Kaufen Sie Panik, Verkaufen Sie Renditejagd. Wenn alle Welt Aktien kauft, sollten Sie Stück für Stück ihrer Cashquote erhöhen. Es passiert alle Jahre wieder, dass gerade gegen Ende einer Rallye viele Privatanleger aus allen Börsenecken des Landes gekrochen kommen und felsenfest die Börse als ultimativen Renditeregen proklamieren. Nicht selten sind es die gleichen Leute, die während einer Weltwirtschaftskrise lautstark auf die böse Börse schimpfen. Sollten wir uns mitten in einer Weltwirtschaftskrise befinden, geben Sie nicht dem völlig natürlichen Herdentrieb nach, sondern seien Sie standhaft und hören Sie weg. Somit haben wir am Ende dieses Artikels unserer Börsenformel für Gewitterstürme an der Börse:

Sitzen Sie die Krisen aus mit einem gut diversifizierten Portfolio, gehen Sie während der Weltwirtschaftskrise auf Schnäppchenjagd, lehnen Sie sich zurück aufgrund ihrer Wertpapiersparpläne und hören Sie weg!

Asset Allocation – Wie Vermögensaufteilung funktioniert

Asset Allocation – Wie Vermögensaufteilung funktioniert

Die Asset Allocation ist eine der wichtigsten Entscheidungen, die Sie während Ihrer Investmentkarriere treffen werden. Häufig vernachlässigen Privatanleger ihre eigene Asset Allocation. Das liegt einerseits daran, dass sich viele Anleger zu wenig über Finanzprodukte informieren und andererseits an einer falschen Beratung von so genannten Finanzexperten.

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Was ist Asset Allocation?

Im Prinzip versteht man unter einer Asset Allocation eine Aufteilung des eigenen Vermögens auf verschiedene Assets, um eine höchst möglche Diversifikation zu erhalten. Meist wählen Privatanleger eine (Immobilien) oder maximal zwei (Aktien) Assetklassen. Je mehr Anlageklassen jedoch genutzt werden, desto stabiler ist meist das Portfolio aufgestellt.

Welche Assetklassen gibt es?

Die übergeordneten Assetklassen lassen sich recht leicht klassifizieren. Unterklassen sind etwas schwieriger einzuordnen, sind jedoch bis zu einem gewissen Grad auch vernachlässigbar. Folgende Anlageklassen können grob unterschieden werden:

  • Cash (Sparguthaben, Tagesgeld…)
  • Aktien (Groth Aktien, Nebenwerte, Value Aktien…)
  • Immobilien (Wohn- oder Gewerbeimmobilien…)
  • Anleihen (Staatanleihen, Pfandbriefe…)
  • Rohstoffe (Edelmetalle, Öl, Erdgas…)
  • Optionen (Call, Put…)
  • Sammlerobjekte, Antiquitäten
  • Humankapital

Wahl der Assetklassen

Welche Assetklassen Sie für Investitionen nutzen wollen hängt von ihren Vorlieben und ihrer Risikotoleranz ab. Während Optionen das höchste Risiko aufweisen sind Cashanlagen hingegen risikoarm. Da Rendite von Risiko kommt, liegt auf der Hand, dass Assetklassen mit hohem Risiko höhere Renditen versprechen (No Risk, No Fun!). Jedoch unterliegen sie auch stärkeren Schwankungen.

80/20 Regel

Ich selbst würde mich als eher risikofreudig bezeichnen. Daher investiere ich etwa 80% meiner Mittel in risikoreiche Assetklassen, insbesondere in Aktien. Dem gegenüber stehen etwa 20% Investitionen in risikoarme Anlageklasse z.B. Tagesgeld. Sie bieten zwar weniger Rendite, jedoch hat es Vorteile sich an die Regel zu halten. Erstens hat man bei Marktrücksetzern Cash für Nachkäufe zur Verfügung. Zweitens sorgen sie für Stabilität. Vergessen Sie nicht: Wenn Sie 100% ihres Geldes z.B. in den Dax investieren und innerhalb eines Jahres 23% verlieren, dann mǘssen Sie im darauf folgenden Jahr schon 30% Gewinn erwirtschaften, um wieder auf Null zu kommen. Haben Sie ein schlechtes Timing erwischt und der Markt steckt z.B. die ersten drei Jahre ihrer Investmentkarriere in den roten Zahlen verstärkt sich dieser Effekt und schmälert ihre langfristige Rendite. Daher sollten Sie unbedingt Teile ihrer zur Verfügung stehenden Mitteln in risikoarme Anlageklassen investieren

Woher das Geld nehmen?

Die wenigsten Menschen haben genügend Geld auf der hohen Kante, um all diese Assetklassen zu bedienen. Das ist auch nicht unbedingt notwendig. Man sollte nur nicht all sein Geld in das eigene Heim oder in Aktien stecken. Das Risiko ist durch die mangelnde Diversifikation zu hoch. Sie können jedoch auch mit kleinem Geldbeutel eine Streuung über mehrere Assetklassen über so genannte ETFs (Exchange Trust Funds) erreichen.

Asset Allocation durch ETFs

ETFs bilden Indizes ab. Solche Indizes gibt es für alle möglichen Assets. Die bekanntesten bilden Aktienindizes wie den DAX oder den Dow Jones ab. Da ETFs auch Immobilien- oder Rohstoffindizes abbilden, können Sie so ihr eigenes Portfolio über mehrere Anlageklassen individuell zusammenstellen. Wenn Sie mehr über ETFs erfahren wollen können Sie die dazugehörigen Berichte auf meinem Blog lesen.

 

ETFs – Die Allzweckwaffe der Privatinvestoren

Was sind ETFs?

Exchange Trust Funds oder kurz ETFs, sind Investmentfonds, die es in aktiver und passiver Form gibt. Letztere bilden meist einen Index nach, deren Ziel es ist, die Performance des Marktes zu imitieren. Über diese passive Investmentmöglichkeit möchte ich hier berichten.

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Performance der ETF-Strategie

Wie bereits erwähnt, bilden ETFs in aller Regel die Performance eines Indizes nach. Größere, bekannte Indizes sind z.B. der Dax, der Dow Jones oder der Nikkei. Aber auch kleinere Indizes können abgebildet werden. Die zu erwartende Performance liegt bei den meisten größeren Indizes in etwa zwischen 6-9% pro Jahr. Da das ein Durchschnittswert ist, kann es im Umkehrschluss auch Jahre mit negativer Performance geben. Daher sollte man nur Geld investieren, das man auf lange Sicht nicht benötigt. Ist dies der Fall, kann man mit einer langfristigen Rendite von 6-9% pro Jahr rechnen.

Warum lohnen sich ETFs?

ETFs haben einige entscheidende Vorteile. Ein großer Vorteil sind die Gebühren. Aktiv gemanagte Fonds beinhalten Personalkosten. Bevor überhaupt Rendite erwirtschaftet werden kann, werden Gebühren fällig. Bei einer langfristigen Anlagestrategie können die fälligen Gebühren die Rendite extrem schmälern. Die passive Investmentform der ETFs ist wesentlich günstiger. Auch hier sollte man Angebote vergleichen und abwägen, jedoch lassen sich bei größeren Direktbanken sogar ETFs ohne Transaktionsgebühr finden. Die Gesamtgebühren können dann bei weniger als einem halben Prozent liegen. Der zweite und wichtigste Vorteil der ETFs sind ihre Performance. Schätzungen geben Hinweise darauf, dass 80% der aktiv gemanagten Fonds den Markt auf Dauer nicht schlagen können. Somit erreichen ETFs auf Dauer eine höhere Rendite und sind zudem günstiger als aktiv gemanagte Fonds. Weitere Vorteile der ETFs sind die Diversifikation, die Flexibilität und der Arbeitsaufwand.

ETFs sind für jeden Geldbeutel geeignet

Bei den meisten Direktbanken können Sie bereits ab einer Summe von 25 Euro monatlich ETFs in Form von Wertpapiersparplänen besparen. Hierfür suchen sie sich einen ETF aus, der zum Beispiel den Dax oder den Dow Jones abbildet und besparen ihn monatlich mit der genannten Summe. Wertpapiersparpläne sind dabei so liquide wie ein Sparbuch oder ein Girokonto. Sie können die Zahlungen jederzeit aussetzen, erhöhen oder sich dafür entscheiden nur alle zwei Monate einzuzahlen. Neben den Wertpapiersparplänen gibt es noch die Möglichkeiten der Einmalzahlung. Haben Sie zum Beispiel eine gewisse Summe gespart oder geerbt und wollen Sie sie in einen ETF investieren, können Sie das mit einer Einmalzahlung tun. Auch diese Summe kann jederzeit verändert werden.

Wie funktioniert das mit den ETFs?

Die günstigste Form des ETF-Handels werden sie bei Direktbanken finden, weil dort die Personalkosten wegfallen. Entscheiden Sie sich zum Beispiel für eine monatliche Sparsumme von 200 Euro, können sie diese Summe auf mehrere ETFs verteilen, um ihre Diversifikation zu verbessern. Sie könnten zum Beispiel je ein Drittel der Summe in die Indizes Dax, S&P 500 und den MSCI World investieren. Durch diese Option wären Sie in drei verschiedene ETFs investiert und würden von deren Marktperformance profitieren.

Meine eigene Erfahrung

Ich nutze die passive Anlageform der ETFs seit längerer Zeit und schätze deren Vorteile. Sie sind ein Grundpfeiler meiner gesamten Asset Alloction und sorgen für Stabilität in meinem Depot. Ich bin der Meinung man sollte nicht so naiv sein, von sich selbst zu behaupten auf lange Sicht einer der besten Händler an der Börse zu sein. Zwar konnte ich bisher mit aktiven Investments den Markt meist schlagen. Das könnte jedoch genauso gut Zufall sein. Daher halte ich weiter an meiner ETF-Strategie fest.

 

 

Kaufe niedrig, verkaufe nie

Kaufe niedrig, verkaufe nie!

Kaufe niedrig, verkaufe nie! So lautet eines der Grundprinzipien des Value Investing. Denn einer der häufigsten Fehler vieler Privatanleger ist das häufige Traden. Ständige Käufe und Verkäufe verursachen nicht nur hohe Gebühren, sondern verringern auch die Rendite. Es gilt also Aktien von unterbewerteten Unternehmen zu kaufen und diese sehr lange zu halten oder nie zu verkaufen.

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Günstiges Einkaufen

Viele Vertreter von Buy &Hold-Strategien sind der Meinung, dass der Zeitpunkt des Einstiegs beim Kauf eines Value-Wertes keine große Bedeutung hat. Jedoch widerspricht dies unserer natürlichen Herangehensweise beim Erwerb eines Produkts. Schließlich wollen wir nicht zu viel Geld ausgeben und günstig einkaufen. Dennoch kann die Umsetzung dieses Prinzips sinnvoll sein. Denn wir setzen den aktuellen Preis einer Aktie in Relation mit dem Wert, den das Unternehmen unserer Ansicht nach in der Zukunft haben wird. Insofern kann es Sinn machen, auch in Bullenmärkten in Value Werte zu investieren. Denn der Anlagehorizont beim Value Investing ist langfristig und bisher wurde am Markt noch jeder Höchststand früher oder später überboten.

Sind Aktien-Preise also unwichtig?

Nein. Obwohl es Sinn machen kann auch bei hohen Kursen Value Werte zu kaufen, investiert man am geschicktesten bei Marktrücksetzern oder deutlichen Unterbewertungen. Ich würde folgendes raten:

Cashquote und Nachkauf

Sie können sich ihr Depot nach dem Prinzip des Value Investing zu jeder Marktlage aufbauen. Achten Sie auf eine gesunde Diversifikation. Aus meiner Sicht macht eine Depotgröße von 10-15 Aktien Sinn. Haben Sie weniger als 10 Positionen, haben Ihre Einzelwerte eine zu hohe Gewichtung. Kaufen Sie mehr als 15 Einzelaktien, verliert man als Privatanleger leicht den Überblick. Halten Sie eine Cashquote von mindestens 15-20% zurück. Nutzen Sie ausgezahlte Dividenden zum Aufstocken ihrer Cashquote. Nun haben Sie genügend Mittel, um bei Rücksetzern von Einzelwerten oder des Gesamtmarktes viel günstiger einzukaufen. Möglichkeiten wird es genügend geben. Es ist dabei wichtig nicht überstürzt, sondern geduldig zu handeln. Die erste Hälfte des Jahres 2016 eignete sich zum Beispiel hervorragend zum Kauf von unterbewerteten Unternehmen.

Anmerkung:

Meine Vorschläge sind keine Anleitung oder Garantie zur finanziellen Freiheit. Bilden Sie sich ihre eigene Meinung. Lesen Sie über Themen wie Value Investing, Investieren mit Kopf, Wikifolio, Anfängerfehler etc. und übernehmen Sie die Anlagestrategien, die Sie persönlich als sinnvoll erachten und zu Ihnen passen. Nutzen Sie auch verschiedene Quellen, um das eigene Verständnis zu schärfen.

Paul möchte finanziell frei sein

Finanzielle Freiheit ganz konkret

Der Weg zur finanziellen Freiheit unterliegt zwar immer den gleichen Gesetzmäßigkeiten des Marktes, aber die konkrete Ausführung ist sehr individuell. Im folgenden habe ich mal ein fiktives Beispiel genommen, wie ein Weg zur finanziellen Freiheit aussehen könnte. Bitte versteht das nicht als Anleitung zur finanziellen Freiheit, sondern als einen möglichen Weg, den ich mir mit meiner bescheidenden subjektiven Meinung vorstellen könnte.

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Paul möchte finanziell frei sein

Paul ist eine fiktive Person und hat folgende Voraussetzungen:

  • Alter: 27
  • keine Kinder, ledig, lebt mir seiner Freundin zusammen
  • monatliches Nettoeinkommen: 2 200 Euro
  • monatliche Ausgaben: 1 800 Euro
  • Ersparnisse: 8 000 Euro
  • mögliche monatliche Sparsumme 400 Euro

Schritt 1: Ausgaben überprüfen

Die monatlichen Ausgaben von 1 800 Euro im Monat sollten überprüft werden. Was davon ist tatsächlich notwendig und welche Ausgaben sind weniger sinnvoll? Die zwei größten Kostenpunkte der Deutschen sind das Wohnen und der Transport. Ist das finanzierte Auto tatsächlich nötig, um glücklich zu sein? Lohnt sich ein Umzug?  Hat Paul einen wenig gewinnbringenden Riester-Vertrag, den er stilllegen könnte oder ist er generell überversichert? Auch Kleinigkeiten können einen großen Effekt haben. Vielleicht ist es sinnvoller sich den täglichen Kaffee bei Starbucks für 3 Euro in der Mittagspause zu sparen und davon lieber Starbucks-Aktien zu kaufen. Es gibt viele Wege Sparpotentiale zu nutzen. Versteht das nicht falsch, man sollte sich weiterhin etwas gönnen dürfen. Man macht es nur mit Bedacht.

Schritt 2: Ziele setzen und Handeln

Zunächst sollten zwei Nettomonatsgehälter auf ein Tagesgeldkonto zur Absicherung überwiesen werden. Von der Sparsumme können dann noch 3 600 Euro für Investitionen verwendet werden. Sie könnten als Startkapital für einen ETF-Sparplan dienen, den Paul mit weiteren 200 Euro pro Monat füttern könnte. Diese 200 Euro sollte man auf 3-4 verschiedene konservative ETFs verteilt werden, um eine gute Diversifikation zu erhalten. Da Paul mit Kopf investieren möchte, sucht er bei einer Direktbank nach ETFs mit Aktionspreisen. Somit fressen die Gebühren die Rendite nicht auf. Die restlichen 200 Euro werden monatlich in erfolgreiche Wikifolios investiert. Pauls Ziel ist es so innerhalb von 2-3 Jahren eine Summe von 20 000 Euro anzusparen.

Diversifikation muss man sich leisten können

Ab diesem Zeitpunkt möchte sich Paul ein diversifiziertes Aktien-Portfolio einrichten. Er kauft 10-15 Aktien nach dem Prinzip des Value Investing. Die monatlichen Sparraten in die ETFs und Wikifolios lässt er weiter laufen. Sollte Paul nach einigen Jahren über einen sechstelligen Betrag verfügen, werden Teile seines Vermögens in dividendenstarke Unternehmen investiert. Somit schafft sich Paul weiteres passives Einkommen. Die Erträge aus den Dividenden werden reinvestiert. Erhöht sich die Sparsumme zum Beispiel durch Gehaltserhöhungen, werden diese ebenfalls reinvestiert.