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Altersarmut und Niedrigrente? Nein danke!

Altersarmut und Niedrigrente

In den Medien kommt man aktuell nicht um das Thema Altersarmut herum. Bis zum Jahre 2030 soll jede zweite Rentnerin und jeder zweite Rentner an der Armutsgrenze leben und staatliche Hilfe zur Finanzierung des Lebensabends benötigen.

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Die Rentenproblematik

Die Rentenproblematik ist absolut real und super gefährlich, doch müssen wir die Zahl von“50%“ etwas relativieren. Abgesehen davon, dass dieses Thema von unserer Regierung immer wieder zum Einfangen von Wählerstimmen bemüht wird, muss man bedenken, dass hiermit nur die gesetzliche Rentenversicherung gemeint ist. Nicht mit eingerechnet wurden mögliche private und betriebliche Rentenvorsorge. Außerdem ist man bei der Berechnung von den jetzigen Einkommen ausgegangen. Die für die Rente relevanten Einkommen liegen im Jahr 2030 wahrscheinlich höher. Außerdem wurden auch Ehepaare als Einzelpersonen betrachtet.

Trotz der Relativierung bleiben die Rentensituation und die Altersarmut hoch problematisch, denn wer will schon 40-45 Jahre arbeiten und im Alter von Sozialhilfe leben. Das fühlt sich nicht nur wahnsinnig ungerecht an, es verhindert auch die besonders im Alter wichtige Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben.

Das Finanzsystem für sich nutzen

Also was kann man tun, um nicht in die Altersarmut zu rutschen? Im Prinzip sollte man unser Finanzsystem genauso ausnutzen wie es unsere wohlhabenden Mitbürger tun. Zwar kann man das mit geringen finanziellen Möglichkeiten nicht im gleichen Umfang und auch nicht mit der gleichen Produktpalette, jedoch gibt es mittlerweile mannigfaltige Angebote sein Geld zu investieren.

Eine konkrete Möglichkeit zur Vorsorge vor Altersarmut wäre zum Beispiel ein ETF-Sparplan. Bei meiner Bank kann ich ab einem Betrag von 25 Euro monatlich in einen ETF-Sparplan investieren. Dabei hat man ein hohes Maß an Flexibilität, denn man kann die Sparrate monatlich erhöhen, herab – oder sogar aussetzen. Ein ETF (Exchange Traded Fund) ist im Prinzip ein Fonds, jedoch keiner der gemanagt werden muss. Hinter einem klassischen Fonds steckt ein Finanzexperte, welcher jedoch nicht unbedingt gut sein muss. Außerdem verlangt er durch das aktive Verwalten des Fonds Gebühren.

Der ETF-Sparplan

Ein ETF-Sparplan ist gekoppelt an einen Markt. Zum Beispiel an alle Dax- oder DowJones-Werte. Dieser Fonds funktioniert ohne Manager und Personalkosten, denn er steigt und fällt in etwa wie der Markt. Möchte man in einen ETF-Sparplan investieren, sollte man langfristig denken, da Investitionen über 15 Jahre und darüber hinaus noch niemals ein Verlustgeschäft eingebracht haben. Dieser Charakter passt auf jeden Fall zur Altersvorsorge, denn sie soll frühzeitig beginnen und langfristig sein. Gegen Ende der Laufzeit und kurz vor der Rente kann über eine Umschichtung in sichere Geldanlagen nachgedacht werden, da man kurzfristig eben auch mit Kursschwankungen rechnen muss.

 

Ein Rechenbeispiel

Angestelle X beginnt ihre berufliche Karriere im Alter von 20 Jahren. Sie verdient den Mindestlohn von 8,50 Euro. Nach aktuellen Berechnungen muss man über 45 Jahre 11,50 Euro bei voller Stelle in die gesetzliche Rentenkasse eingezahlt haben, um zum Eintritt des Rentenalters nicht vom Existenzminimum zu leben. Wenn Angestellte X diese 45 Jahre in einen ETF-Sparplan z.B. in den Weltaktienindex investieren würde, dann könnte sie bei einem monatlichen Sparbetrag von 25 Euro in diesen 45 Jahren nach Abzug von Steuern und Gebühren eine Summe von fast 100 000 Euro ansparen. Die Grundlage hierfür ist die durchschnittliche Rendite des Weltaktienindex der letzten 15 Jahre. Denn dies sollte der Mindestzeitraum einer langfristig angelegten Altersvorsorge sein. 25 Euro im Monat kann fast jeder fürs Alter beiseite legen und durch die hohe Flexibilität, kann man den Plan im Notfall einige Monate aussetzen.