Publity – Investieren oder Finger weg?

Publity – ein interessanter Nebenwert

Publity ist zur Zeit eine der heiß diskutieren Nebenwerte auf dem deutschen Aktienmarkt. Das Small-Cap-Unternehmen überzeugt auf der einen Seite durch unverschämt gute fundementale Daten und eine sehr hohe Dividentenrendite. Auf der der anderen Seite jedoch, gibt es immer wieder Unklarheiten und Zweifel bezüglich der Unternehmensführung.

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Die Psychologie des Aktienmarkts

Das im Bereich Gewerbeimmobilien tätige Unternehmen hat seit einer Kapitalerhöhung vor einigen Monaten einen recht hohen zweistelligen Wertverlust der Aktie hinnehmen müssen. Dort liegt auch der Hund begraben. Das zweifelhafte Timing der KE nach der Hauptversammlung und der Abverkauf der Aktie sorgten für einiges Stirnrunzeln bei Privatinvestoren.

Wer sich von euch schon länger mit Aktien beschäftigt, der weiß, dass die Stimmung auf dem Aktienmarkt wesentlich mehr Einfluss auf den Kurs einer Aktie haben kann als die Geschäftszahlen und der eigentliche Wert des Unternehmens. Es ist durchaus denkbar, dass Privatinvestoren einen zu frühen Höhenflug von Publity erwartet haben und kalte Füße bekamen als der Kurs sich nicht wie gewünscht entwickelt hat. Der Kursverfall ist also nicht allein auf den Rückzug eines britischen Investors zurückzuführen.

Die hohe Dividende

Zu Beginn der Woche veröffentlichte Publity neben neuen Zahlen eine Erhöhung der Dividende auf 2,80 Euro pro Aktie. Dies lies den Aktienkurs an nur einem Tag um mehr als 15% ansteigen. Neben dieser sehr hohen Dividende von 50-90% der Unternehmenseinnahmen konnten auch die Zahlen die Erwartungen übersteigen. Dies ist jedoch keine Garantie für einen dauerhaften Anstieg der Aktie. Einige Aktionäre könnten diesen Anstieg als Chance des Ausstiegs aus dieser Aktie nutzen. Denn eine mögliche Meinung zur Publity-Aktie könnte sein, dass auch fundamental sehr überzeugende Unternehmen manchmal nicht zum finanziellen Erfolg führen.

Kaufen oder nicht?

Wie dem auch sei, kann kaum ein Aktionär an den guten Zahlen des Unternehmens zweifeln und es wäre genauso gut möglich, dass der ein oder andere Valueinvestor sich Publity so langsam ins Depot legen will. Auch haben einige renommierte Börsenzeitschriften den Wert in ihr Musterdepot aufgenommen. Dies gepaart mit den hohen Dividendenzahlungen rechtfertigt meiner Meinung nach einen Kauf der Aktie.

Wichtig ist wie immer auf eine Diversifizierung zu achten. Man sollte auf keinen Fall sein mühsam gespartes Geld in Publity investieren, sondern kann sich mit gutem Gewissen ein paar Unternehmensanteile in ein diversifiziertes Depot legen. Der Anlagehorizont sollte etwas länger sein. Die Aktie zu traden mag verführerisch sein, jedoch sollten grundsätzlich fundamental gute Aktien mit hohen Dividendenrenditen eher langfristig gehalten werden.

Jetzt noch in Nintendo investieren?

Jetzt in Nintendo investieren?

Man sieht sie an jeder Straßenecke. An der S-Bahn, am Supermarkt, am Sportplatz und eigentlich hat man das Gefühl überall. Geht man eine Stunde durch bevölkerungsreiches Gebiet spazieren und lauscht aufmerksam, wird man irgendwo das Wörtchen Pokemon hören.

Lohnt sich denn jetzt noch ein Einstieg in die Nintendo Aktie?

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Meiner Meinung nach nein. Denn durch den rasanten Anstieg in den letzten Wochen ist der Börsenwert des Unternehmens nahezu verdoppelt worden. Die Frage ist nun, ob eine simple, aber zugegebenermaßen geniale App diesen Anstieg rechtfertigen kann? Schließlich müsste für eine Rechtfertigung des rasanten Marktwertanstiegs die App diesen Anstieg refinanzieren. Sprich Nintendo müsste an dieser App ordentlich viel Kohle verdienen. Dies gilt es aber zu bezweifeln, vor allem wenn man bedenkt, dass Nintendo nicht das einzige Unternehmen ist, welches an Pokemon Go beteiligt ist. Es gibt einige andere Unternehmen, die an potentiellen Gewinnen beteiligt sind. Möchte man in Nintendo investieren, sollte man das im Hinterkopf haben.

An dieser Stelle muss jedoch gesagt sein: Wenn man früh genug den Hype erkennt und reagieren möchte, kann man mit einem Aktiensprung wie bei Nintendo viel Geld verdienen. Einigen Aktionären ist dies auch gelungen. Die Psychologie der Anleger spielt hierbei eine entscheidende Rolle, weil jeder an diesem Hype beteiligt sein möchte und alleine dadurch eine Aktie getrieben werden kann. Dies hat eben mit dem menschlichen Herdentrieb zu tun. Also wenn ihr das Gefühl habt euch in einer bestimmten Materie sehr gut auszukennen und so einen Hype frühzeitig zu bemerken, dann lohnt sich eine schnelle Reaktion. Doch Vorsicht ist geboten. Nicht jeder Hype führt direkt zu einem rasanten Anstieg der Aktie. Daher macht es nur Sinn wenn man sich sehr sehr sicher ist.

Bei diesem rasanten Anstieg ist nun erst mal mit Gewinnmitnahmen zu rechnen, denn man darf nicht vergessen: Ein derart signifikanter Anstieg eines etablierten Börsenunternehmens ist höchst selten.

 

Altersarmut und Niedrigrente? Nein danke!

Altersarmut und Niedrigrente

In den Medien kommt man aktuell nicht um das Thema Altersarmut herum. Bis zum Jahre 2030 soll jede zweite Rentnerin und jeder zweite Rentner an der Armutsgrenze leben und staatliche Hilfe zur Finanzierung des Lebensabends benötigen.

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Die Rentenproblematik

Die Rentenproblematik ist absolut real und super gefährlich, doch müssen wir die Zahl von“50%“ etwas relativieren. Abgesehen davon, dass dieses Thema von unserer Regierung immer wieder zum Einfangen von Wählerstimmen bemüht wird, muss man bedenken, dass hiermit nur die gesetzliche Rentenversicherung gemeint ist. Nicht mit eingerechnet wurden mögliche private und betriebliche Rentenvorsorge. Außerdem ist man bei der Berechnung von den jetzigen Einkommen ausgegangen. Die für die Rente relevanten Einkommen liegen im Jahr 2030 wahrscheinlich höher. Außerdem wurden auch Ehepaare als Einzelpersonen betrachtet.

Trotz der Relativierung bleiben die Rentensituation und die Altersarmut hoch problematisch, denn wer will schon 40-45 Jahre arbeiten und im Alter von Sozialhilfe leben. Das fühlt sich nicht nur wahnsinnig ungerecht an, es verhindert auch die besonders im Alter wichtige Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben.

Das Finanzsystem für sich nutzen

Also was kann man tun, um nicht in die Altersarmut zu rutschen? Im Prinzip sollte man unser Finanzsystem genauso ausnutzen wie es unsere wohlhabenden Mitbürger tun. Zwar kann man das mit geringen finanziellen Möglichkeiten nicht im gleichen Umfang und auch nicht mit der gleichen Produktpalette, jedoch gibt es mittlerweile mannigfaltige Angebote sein Geld zu investieren.

Eine konkrete Möglichkeit zur Vorsorge vor Altersarmut wäre zum Beispiel ein ETF-Sparplan. Bei meiner Bank kann ich ab einem Betrag von 25 Euro monatlich in einen ETF-Sparplan investieren. Dabei hat man ein hohes Maß an Flexibilität, denn man kann die Sparrate monatlich erhöhen, herab – oder sogar aussetzen. Ein ETF (Exchange Traded Fund) ist im Prinzip ein Fonds, jedoch keiner der gemanagt werden muss. Hinter einem klassischen Fonds steckt ein Finanzexperte, welcher jedoch nicht unbedingt gut sein muss. Außerdem verlangt er durch das aktive Verwalten des Fonds Gebühren.

Der ETF-Sparplan

Ein ETF-Sparplan ist gekoppelt an einen Markt. Zum Beispiel an alle Dax- oder DowJones-Werte. Dieser Fonds funktioniert ohne Manager und Personalkosten, denn er steigt und fällt in etwa wie der Markt. Möchte man in einen ETF-Sparplan investieren, sollte man langfristig denken, da Investitionen über 15 Jahre und darüber hinaus noch niemals ein Verlustgeschäft eingebracht haben. Dieser Charakter passt auf jeden Fall zur Altersvorsorge, denn sie soll frühzeitig beginnen und langfristig sein. Gegen Ende der Laufzeit und kurz vor der Rente kann über eine Umschichtung in sichere Geldanlagen nachgedacht werden, da man kurzfristig eben auch mit Kursschwankungen rechnen muss.

 

Ein Rechenbeispiel

Angestelle X beginnt ihre berufliche Karriere im Alter von 20 Jahren. Sie verdient den Mindestlohn von 8,50 Euro. Nach aktuellen Berechnungen muss man über 45 Jahre 11,50 Euro bei voller Stelle in die gesetzliche Rentenkasse eingezahlt haben, um zum Eintritt des Rentenalters nicht vom Existenzminimum zu leben. Wenn Angestellte X diese 45 Jahre in einen ETF-Sparplan z.B. in den Weltaktienindex investieren würde, dann könnte sie bei einem monatlichen Sparbetrag von 25 Euro in diesen 45 Jahren nach Abzug von Steuern und Gebühren eine Summe von fast 100 000 Euro ansparen. Die Grundlage hierfür ist die durchschnittliche Rendite des Weltaktienindex der letzten 15 Jahre. Denn dies sollte der Mindestzeitraum einer langfristig angelegten Altersvorsorge sein. 25 Euro im Monat kann fast jeder fürs Alter beiseite legen und durch die hohe Flexibilität, kann man den Plan im Notfall einige Monate aussetzen.

Wie spart man mindestens 10 000 Euro an?

Wie beginnt Vermögensaufbau?

Angestellter X gönnt sich zu jeder Mittagspause eine warme gekaufte Mahlzeit (Mensa, Döner, Currywurst + Getränk). Im Schnitt gibt er hierfür täglich 6 Euro aus. Das ist es ihm wert. Arbeitgeber Y steht jeden Morgen 15 Minuten früher auf und bereitet sich seinen Mittagssnack zu Hause vor. Im Durchschnitt gibt er hierfür 3 Euro pro Tag aus. Ein normaler Arbeitnehmer mit 5-Tage-Woche hat in vielen Branchen etwa 30 Urlaubstage. Bleiben also 46 Arbeitswochen an denen Arbeitgeber Y täglich 3 Euro weniger ausgibt als Arbeitgeber X. jedes Jahr käme so eine angesparte Summe von 690 Euro zusammen. Hätten beide Arbeitnehmer nun noch 30 Arbeitsjahre vor sich, dann wäre die gesparte Summe 20 700 Euro. Die durchschnittliche Rendite der größeren Aktienindizes lag in den letzten 30 Jahren bei etwa 6-9%. Hätte Arbeitgeber Y nun diese gesparten drei Euro jährlich investiert, dann hätten sich die täglich angesparten 3 Euro bei einer durchschnittlichen Verzinsung von 6% bis auf 51 686 Euro summiert, Abgeltungssteuer eingerechnet.

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Machen Aktien Sinn?

In einem anderen Beitrag habe ich geschrieben, dass ein Aktieninvestment erst ab einer Summe von mindestens 10 000 Euro sinnvoll ist. Ähnlich verhält es sich mit Immobilienkäufen, da man eine gewisse Anzahlung bei der Bank zu leisten hat. Viele Menschen haben diese Summe jedoch nicht einfach mal so auf der hohen Kante. Doch es gibt Alternativen sein verfügbares Geld zu vermehren bis man sich eine aktive Streuung leisten kann.

Der Vermögensaufbau startet

Für das Ansparen einer fünfstelligen Summe mit geringen finanziellen Mitteln gibt es keine Zauberformel, kein Patentrezept und keine Geschenke. Es erfordert exaktes Wissen über die eigene finanzielle Situation und knallharte Konsequenz. denn es funktioniert nur mit einem sehr bewussten Umgang des eigenen Einkommens. Darüber hinaus erfordert es möglicherweise einen Zeitraum über einige wenige Jahre. Dazu sind die Lösungsansätze höchst individuell und stark abhängig vom Einkommen, den laufenden Kosten und des eigenen Lebensstils.

Je nach Lebenssituation gibt es eine recht hohe Anzahl an Kniffen, Tipps und Tricks. Jeden möglichen Gedanken kann ich hier nicht niederschreiben. Außerdem sind viele dieser Ideen Binsenweisheiten, die eigentlich jeder kennt und ich will hier niemanden für dumm verkaufen. Aber die wenigstens setzen diese Dinge wirklich in die Tat um. Im Folgenden eine Auswahl an wichtigen Verhaltensweisen, die man beim Sparen bedenken sollte:

Keine Konsumschulden

Möchte man sich ein neues Auto kaufen oder neue Möbel weil die alten 10 Jahre oder mehr auf dem Buckel haben. Dann sollte man das nur in dem Maße tun, wie es der Geldbeutel erlaubt. Alles andere schadet dem Vermögensaufbau. Mache keine Konsumschulden und bezahle keine Zinsen für ein Konsumgut auch nicht in der Niedrigzinsphase.

Gebraucht kaufen, ausleihen und teilen

Es macht keinen Sinn sich einen Neuwagen zu kaufen. Wer das tut und sich freut wenn er den Neuwagen in seine Garage abstellt ist ein Idiot, denn er hat gerade 30% des Wertes des Autos auf dem Weg vom Autowerk zur Garage verbrannt. Diese Regel gilt für alle Dinge, die es gebraucht in gutem Zustand zu kaufen gibt: Videospiele niemals neu, Babyklamotten vom Babybasar, Fahrräder gebraucht aus speziellen Läden etc.

Dieses Motto lässt sich auch auf andere Aktivitäten und Notwendigkeiten übertragen: Gartengeräte werden ausgeliehen, Kinobesuche nur am Kinotag, das Bundesliga Sky Abo wird mit dem Nachbar geteilt etc.

Kostenpunkt Wohnen

Ein großer Kostenpunkt auf dem Weg zum Vermögensaufbau ist das Wohnen. Wenn man Single ist sollte man sich keine teure geräumige Wohnung in der Innenstadt leisten, sondern darüber nachdenken, sich zu verkleinern oder aufs Land in eine Kleinstadt zu ziehen. Dort sind die Mieten wesentlich geringer und die Infrastruktur dennoch gegeben. Für Familien bietet sich das auch an, gerade wenn man ein Haus finanzieren möchte. Die niedrigen Zinsen verlocken zwar und ältere Semester schauen immer neidisch auf 1,x% Zinsen, jedoch sind die Anschaffungskosten aufgrund von Auflagen z.B. für energieeffizientes Bauen und die Grundstückspreise astronomisch hoch. Als Geldanlage ist eine Immobilie in der Nähe eines Stadtzentrums geeignet, als Eigenheim eher nicht.

Kostenpunkt Transport

Transportkosten sind nach dem Wohnen die höchsten Kosten im Leben eines Deutschen. Wenn möglich, dann sollte man näher an den Arbeitsort ziehen und das Fahrrad oder die Bahn als Alternative nutzen. Ein Auto sollte man niemals neu kaufen, aber auf Qualität achten, denn es soll ja lange halten. Auch wichtig ist, dass Instandhaltungskosten mit einkalkuliert sind. Es macht auch durchaus Sinn sein Auto auf Autogas umzurüsten. Das ist steuerlich subventioniert (zwar nur bis 2018, im Anschluss gibt es noch keine Regelung, man vermutet jedoch keine Preissteigerung). Aktuell kostet der Liter Autogas zwischen 55 und 60 Cent und es macht einfach Freude für 25 Euro vollzutanken. Die Anschaffungskosten sind nach 40 000 bis 50 000 gefahrenen km amortisiert. Dann beginnt das Sparen.

Versicherungen und Energieversorger überprüfen

Wenn man noch Versicherungen mit Beratungsstelle vor Ort nutzt, dann sollte man zu einem Onlineanbieter wechseln. Dasselbe gilt für das Bankinstitut. Beides ist in der Regel günstiger, weil es die Personalkosten spart. Den Strom- und Gasanbietervergleich sollte man jährlich angehen. Dies ist nicht mal ein großer Aufwand, jedoch gilt folgendes zu bedenken: Viele Stromanbieter sind günstiger aufgrund von Sonderangeboten und Prämien in den ersten 12 Monaten. Man muss sich also die Mühe machen, jedes Jahr neu zu kündigen und abzuschließen. Das ist jedoch bares Geld wert.

Erste Investitionen: Wikifolios oder Indizes

Wikifolios bieten den Vorteil sich eine Streuung theoretisch schon mit geringen finanziellen Mitteln leisten zu können. Wir reden von einer Größenordnung von wenigen hundert Euro. Wichtig ist vor allem auf die Handelsidee und die Pflege des wikifolios zu achten. Die Handelsidee sollte eben diese Streuung abdecken und das Depot sollte vom Verwalter regelmäßig gepflegt sein. Das erkennt man an den Kommentaren und den Trades. Manche Händler verknüpfen ihre wikifolios auch mit einem Blog. (siehe Artikel: Wikifolios – Investierbare Musterdepots für jeden Geldbeutel).

Wenn man wie Arbeitgeber Y sein Geld in den Markt investieren möchte, so bietet sich auch ein Kauf eines Index an. Man ist somit z.B. direkt an den Erfolg oder Misserfolg aller Unternehmen dieses Indizes gekoppelt z.B. aller 30 Dax-Unternehmen.