Altersarmut und Niedrigrente? Nein danke!

Altersarmut und Niedrigrente

In den Medien kommt man aktuell nicht um das Thema Altersarmut herum. Bis zum Jahre 2030 soll jede zweite Rentnerin und jeder zweite Rentner an der Armutsgrenze leben und staatliche Hilfe zur Finanzierung des Lebensabends benötigen.

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Die Rentenproblematik

Die Rentenproblematik ist absolut real und super gefährlich, doch müssen wir die Zahl von“50%“ etwas relativieren. Abgesehen davon, dass dieses Thema von unserer Regierung immer wieder zum Einfangen von Wählerstimmen bemüht wird, muss man bedenken, dass hiermit nur die gesetzliche Rentenversicherung gemeint ist. Nicht mit eingerechnet wurden mögliche private und betriebliche Rentenvorsorge. Außerdem ist man bei der Berechnung von den jetzigen Einkommen ausgegangen. Die für die Rente relevanten Einkommen liegen im Jahr 2030 wahrscheinlich höher. Außerdem wurden auch Ehepaare als Einzelpersonen betrachtet.

Trotz der Relativierung bleiben die Rentensituation und die Altersarmut hoch problematisch, denn wer will schon 40-45 Jahre arbeiten und im Alter von Sozialhilfe leben. Das fühlt sich nicht nur wahnsinnig ungerecht an, es verhindert auch die besonders im Alter wichtige Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben.

Das Finanzsystem für sich nutzen

Also was kann man tun, um nicht in die Altersarmut zu rutschen? Im Prinzip sollte man unser Finanzsystem genauso ausnutzen wie es unsere wohlhabenden Mitbürger tun. Zwar kann man das mit geringen finanziellen Möglichkeiten nicht im gleichen Umfang und auch nicht mit der gleichen Produktpalette, jedoch gibt es mittlerweile mannigfaltige Angebote sein Geld zu investieren.

Eine konkrete Möglichkeit zur Vorsorge vor Altersarmut wäre zum Beispiel ein ETF-Sparplan. Bei meiner Bank kann ich ab einem Betrag von 25 Euro monatlich in einen ETF-Sparplan investieren. Dabei hat man ein hohes Maß an Flexibilität, denn man kann die Sparrate monatlich erhöhen, herab – oder sogar aussetzen. Ein ETF (Exchange Traded Fund) ist im Prinzip ein Fonds, jedoch keiner der gemanagt werden muss. Hinter einem klassischen Fonds steckt ein Finanzexperte, welcher jedoch nicht unbedingt gut sein muss. Außerdem verlangt er durch das aktive Verwalten des Fonds Gebühren.

Der ETF-Sparplan

Ein ETF-Sparplan ist gekoppelt an einen Markt. Zum Beispiel an alle Dax- oder DowJones-Werte. Dieser Fonds funktioniert ohne Manager und Personalkosten, denn er steigt und fällt in etwa wie der Markt. Möchte man in einen ETF-Sparplan investieren, sollte man langfristig denken, da Investitionen über 15 Jahre und darüber hinaus noch niemals ein Verlustgeschäft eingebracht haben. Dieser Charakter passt auf jeden Fall zur Altersvorsorge, denn sie soll frühzeitig beginnen und langfristig sein. Gegen Ende der Laufzeit und kurz vor der Rente kann über eine Umschichtung in sichere Geldanlagen nachgedacht werden, da man kurzfristig eben auch mit Kursschwankungen rechnen muss.

 

Ein Rechenbeispiel

Angestelle X beginnt ihre berufliche Karriere im Alter von 20 Jahren. Sie verdient den Mindestlohn von 8,50 Euro. Nach aktuellen Berechnungen muss man über 45 Jahre 11,50 Euro bei voller Stelle in die gesetzliche Rentenkasse eingezahlt haben, um zum Eintritt des Rentenalters nicht vom Existenzminimum zu leben. Wenn Angestellte X diese 45 Jahre in einen ETF-Sparplan z.B. in den Weltaktienindex investieren würde, dann könnte sie bei einem monatlichen Sparbetrag von 25 Euro in diesen 45 Jahren nach Abzug von Steuern und Gebühren eine Summe von fast 100 000 Euro ansparen. Die Grundlage hierfür ist die durchschnittliche Rendite des Weltaktienindex der letzten 15 Jahre. Denn dies sollte der Mindestzeitraum einer langfristig angelegten Altersvorsorge sein. 25 Euro im Monat kann fast jeder fürs Alter beiseite legen und durch die hohe Flexibilität, kann man den Plan im Notfall einige Monate aussetzen.

Wie spart man mindestens 10 000 Euro an?

Wie beginnt Vermögensaufbau?

Angestellter X gönnt sich zu jeder Mittagspause eine warme gekaufte Mahlzeit (Mensa, Döner, Currywurst + Getränk). Im Schnitt gibt er hierfür täglich 6 Euro aus. Das ist es ihm wert. Arbeitgeber Y steht jeden Morgen 15 Minuten früher auf und bereitet sich seinen Mittagssnack zu Hause vor. Im Durchschnitt gibt er hierfür 3 Euro pro Tag aus. Ein normaler Arbeitnehmer mit 5-Tage-Woche hat in vielen Branchen etwa 30 Urlaubstage. Bleiben also 46 Arbeitswochen an denen Arbeitgeber Y täglich 3 Euro weniger ausgibt als Arbeitgeber X. jedes Jahr käme so eine angesparte Summe von 690 Euro zusammen. Hätten beide Arbeitnehmer nun noch 30 Arbeitsjahre vor sich, dann wäre die gesparte Summe 20 700 Euro. Die durchschnittliche Rendite der größeren Aktienindizes lag in den letzten 30 Jahren bei etwa 6-9%. Hätte Arbeitgeber Y nun diese gesparten drei Euro jährlich investiert, dann hätten sich die täglich angesparten 3 Euro bei einer durchschnittlichen Verzinsung von 6% bis auf 51 686 Euro summiert, Abgeltungssteuer eingerechnet.

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Machen Aktien Sinn?

In einem anderen Beitrag habe ich geschrieben, dass ein Aktieninvestment erst ab einer Summe von mindestens 10 000 Euro sinnvoll ist. Ähnlich verhält es sich mit Immobilienkäufen, da man eine gewisse Anzahlung bei der Bank zu leisten hat. Viele Menschen haben diese Summe jedoch nicht einfach mal so auf der hohen Kante. Doch es gibt Alternativen sein verfügbares Geld zu vermehren bis man sich eine aktive Streuung leisten kann.

Der Vermögensaufbau startet

Für das Ansparen einer fünfstelligen Summe mit geringen finanziellen Mitteln gibt es keine Zauberformel, kein Patentrezept und keine Geschenke. Es erfordert exaktes Wissen über die eigene finanzielle Situation und knallharte Konsequenz. denn es funktioniert nur mit einem sehr bewussten Umgang des eigenen Einkommens. Darüber hinaus erfordert es möglicherweise einen Zeitraum über einige wenige Jahre. Dazu sind die Lösungsansätze höchst individuell und stark abhängig vom Einkommen, den laufenden Kosten und des eigenen Lebensstils.

Je nach Lebenssituation gibt es eine recht hohe Anzahl an Kniffen, Tipps und Tricks. Jeden möglichen Gedanken kann ich hier nicht niederschreiben. Außerdem sind viele dieser Ideen Binsenweisheiten, die eigentlich jeder kennt und ich will hier niemanden für dumm verkaufen. Aber die wenigstens setzen diese Dinge wirklich in die Tat um. Im Folgenden eine Auswahl an wichtigen Verhaltensweisen, die man beim Sparen bedenken sollte:

Keine Konsumschulden

Möchte man sich ein neues Auto kaufen oder neue Möbel weil die alten 10 Jahre oder mehr auf dem Buckel haben. Dann sollte man das nur in dem Maße tun, wie es der Geldbeutel erlaubt. Alles andere schadet dem Vermögensaufbau. Mache keine Konsumschulden und bezahle keine Zinsen für ein Konsumgut auch nicht in der Niedrigzinsphase.

Gebraucht kaufen, ausleihen und teilen

Es macht keinen Sinn sich einen Neuwagen zu kaufen. Wer das tut und sich freut wenn er den Neuwagen in seine Garage abstellt ist ein Idiot, denn er hat gerade 30% des Wertes des Autos auf dem Weg vom Autowerk zur Garage verbrannt. Diese Regel gilt für alle Dinge, die es gebraucht in gutem Zustand zu kaufen gibt: Videospiele niemals neu, Babyklamotten vom Babybasar, Fahrräder gebraucht aus speziellen Läden etc.

Dieses Motto lässt sich auch auf andere Aktivitäten und Notwendigkeiten übertragen: Gartengeräte werden ausgeliehen, Kinobesuche nur am Kinotag, das Bundesliga Sky Abo wird mit dem Nachbar geteilt etc.

Kostenpunkt Wohnen

Ein großer Kostenpunkt auf dem Weg zum Vermögensaufbau ist das Wohnen. Wenn man Single ist sollte man sich keine teure geräumige Wohnung in der Innenstadt leisten, sondern darüber nachdenken, sich zu verkleinern oder aufs Land in eine Kleinstadt zu ziehen. Dort sind die Mieten wesentlich geringer und die Infrastruktur dennoch gegeben. Für Familien bietet sich das auch an, gerade wenn man ein Haus finanzieren möchte. Die niedrigen Zinsen verlocken zwar und ältere Semester schauen immer neidisch auf 1,x% Zinsen, jedoch sind die Anschaffungskosten aufgrund von Auflagen z.B. für energieeffizientes Bauen und die Grundstückspreise astronomisch hoch. Als Geldanlage ist eine Immobilie in der Nähe eines Stadtzentrums geeignet, als Eigenheim eher nicht.

Kostenpunkt Transport

Transportkosten sind nach dem Wohnen die höchsten Kosten im Leben eines Deutschen. Wenn möglich, dann sollte man näher an den Arbeitsort ziehen und das Fahrrad oder die Bahn als Alternative nutzen. Ein Auto sollte man niemals neu kaufen, aber auf Qualität achten, denn es soll ja lange halten. Auch wichtig ist, dass Instandhaltungskosten mit einkalkuliert sind. Es macht auch durchaus Sinn sein Auto auf Autogas umzurüsten. Das ist steuerlich subventioniert (zwar nur bis 2018, im Anschluss gibt es noch keine Regelung, man vermutet jedoch keine Preissteigerung). Aktuell kostet der Liter Autogas zwischen 55 und 60 Cent und es macht einfach Freude für 25 Euro vollzutanken. Die Anschaffungskosten sind nach 40 000 bis 50 000 gefahrenen km amortisiert. Dann beginnt das Sparen.

Versicherungen und Energieversorger überprüfen

Wenn man noch Versicherungen mit Beratungsstelle vor Ort nutzt, dann sollte man zu einem Onlineanbieter wechseln. Dasselbe gilt für das Bankinstitut. Beides ist in der Regel günstiger, weil es die Personalkosten spart. Den Strom- und Gasanbietervergleich sollte man jährlich angehen. Dies ist nicht mal ein großer Aufwand, jedoch gilt folgendes zu bedenken: Viele Stromanbieter sind günstiger aufgrund von Sonderangeboten und Prämien in den ersten 12 Monaten. Man muss sich also die Mühe machen, jedes Jahr neu zu kündigen und abzuschließen. Das ist jedoch bares Geld wert.

Erste Investitionen: Wikifolios oder Indizes

Wikifolios bieten den Vorteil sich eine Streuung theoretisch schon mit geringen finanziellen Mitteln leisten zu können. Wir reden von einer Größenordnung von wenigen hundert Euro. Wichtig ist vor allem auf die Handelsidee und die Pflege des wikifolios zu achten. Die Handelsidee sollte eben diese Streuung abdecken und das Depot sollte vom Verwalter regelmäßig gepflegt sein. Das erkennt man an den Kommentaren und den Trades. Manche Händler verknüpfen ihre wikifolios auch mit einem Blog. (siehe Artikel: Wikifolios – Investierbare Musterdepots für jeden Geldbeutel).

Wenn man wie Arbeitgeber Y sein Geld in den Markt investieren möchte, so bietet sich auch ein Kauf eines Index an. Man ist somit z.B. direkt an den Erfolg oder Misserfolg aller Unternehmen dieses Indizes gekoppelt z.B. aller 30 Dax-Unternehmen.

Ab welchem Betrag macht Investieren Sinn?

Ab welchem Betrag macht Investieren Sinn?

Kapital investieren in Aktien oder Immobilien macht meines Erachtens erst ab einem Betrag von mindestens 10 000 Euro Sinn. Habt ihr diesen Betrag nicht zur Verfügung, solltet ihr versuchen euer Konsum- und Sparverhalten so auszurichten, dass ihr irgendwann mindestens diese Summe besitzt.

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Kauf von Aktien?

Beim Kauf von Aktien habt ihr das Problem der Gebühren. Aktieninvestments machen nur mit einer gewissen Streuung Sinn. Wenn man nicht genügend Kapital zur Verfügung hat, dann kann man sich diese notwendige Streuung nicht leisten und die Gebühren werden die investierte Summe stark belasten. Je höher mein Ausgangskapital ist, desto weniger stören die Gebühren.

Es gibt aber auch Ausnahmen. Man kann zum Beispiel einen ETF-Sparplan einrichten oder ein Wikifolio-Zertifikat kaufen.

Investition in immobilien?

Möchte man in eine Immobilie investieren reichen 10 000 Euro kaum aus, denn die Bank verlangt meist ein gewisses Eigenkapital von 10 oder 20%, je nach Immobilie. Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass in der heutigen Zeit in Deutschlands Innenstädten für 100 000 Euro keine Wohnung zu haben ist wenn ich davon nur 10% Eigenkapital zur Verfügung habe.

Falls ihr nicht über diesen Mindestbetrag verfügen solltet, dann setzt euch ein Ziel bis wann ihr dieses Geld ansparen könnt. Kümmert euch nur um das Ansparen und investiert das Geld erst wenn eine Streuung beim Aktienhandel oder die Anzahlung für eine Immobilie im Bereich des Möglichen sind.

Natürlich gibt es auch die Möglichkeit der 100% Finanzierung, wovon ich jedoch abraten würde. Letztendlich erhöht es für einen selbst die Risikobereitschaft und oft auch den Zins. Also lieber schauen wo Einsparreserven vorhanden sind, diese ausnutzen und sich in Geduld üben.

Warum sollte ich mein Geld an der Börse anlegen?

Warum sollte ich mein Geld an der Börse anlegen?

Wir leben in einer kapitalistischen Welt und um den Kapitalismus am Leben zu erhalten, benötigen wir stetiges Wirtschaftswachstum. Zumindest behaupten das die meisten Wirtschaftsexperten. Durch dieses Wachstum erhöht sich das BIP (Bruttoinlandsprodukt). Dadurch wiederum steht mehr Geld zur Verfügung. Dieses Geld wird verteilt. Zum Einen nimmt der Staat Geld z.B. über Steuern ein. Je höher das BIP, desto mehr Produkte und Dienstleistungen werden angeboten. Desto mehr Arbeitsplätze entstehen, desto höher sind auch die Steuereinnahmen. Der Staat verteilt dieses Geld auf verschiedene Töpfe. Somit erhält er z.B. unser Verkehrssystem, tätigt Investitionen in die Bildung (HAHA) oder erschafft die Rente mit 63.

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Dividenden und Gewinnbeteiligungen

Zum Anderen nehmen auch die Unternehmen mehr Geld durch Wachstum ein. Mit diesem Kapital werden Löhne oder Betriebsrenten bezahlt, neue Investitionen getätigt oder Dividenden an Aktionäre ausgeschüttet. Je mehr Aktien ich also besitze, desto höher ist auch meine Gewinnbeteiligung an einem Unternehmen. Dies entspricht dem Ursprungsgedanken einer Börse als Platz an dem sich zwei verschiedene Arten von Menschen begegnen. Die Menschen, die eine Idee haben, jedoch nicht das Geld diese umzusetzen und die Menschen, welche Geld haben, jedoch nicht die Idee, um mehr Geld zu generieren. Im Gegenzug für die Aktienkäufe werden Dividenden als Gewinnbeteiligung an den Unternehmen ausgeschüttet.

Umverteilung

Generell läuft der Geldfluss oder die „Umverteilung“ innerhalb des kapitalistischen Systems nur in eine Richtung. Von unten nach oben! Wenn ich genügend Geld übrig habe, welches ich nicht benötige, kann ich z.B. eine Immobilie kaufen. Ich verleihe diese Immobilie an Menschen, die sich das nicht leisten können und nehme durch die Mieteinnahmen mehr Geld ein, womit ich auch das mir geliehene Geld zurück bezahle. Mit den Mieteinnahmen leihe ich mir neues Geld von der Bank, die übrigens ebenfalls Geld geliehen hat z.B. von der EZB und kaufe mir eine neue Immobilie, welche ich ebenfalls vermiete und mein Vermögen noch weiter steigere. Vermögen ist immer in Verbindung zu setzen mit Einkommen, denn Vermögen generiert ganz simpel mehr Einkommen. Das ist das eigentlich perverse an unserem System. Kann ich mir jedoch den Kauf einer Immobilie nicht leisten, muss ich sie mieten und bezahle so im Grunde genommen den Kredit derjenigen, denen die Immobilien tatsächlich am Ende gehören. Damit ich dieses geliehene Haus bzw. Geld verwenden darf, muss ich Zinsen bezahlen. Zinsen sind quasi der Preis des Geldes, den es zu begleichen gilt.

Geldanlage

So ähnlich verhält es sich mit der Geldanlage. Habe ich Geld übrig, welches ich nicht brauche, kann ich daraus mehr Geld generieren. Brauche ich mehr Geld als ich zur Verfügung habe, muss ich es mir leihen und den Preis (Zins) dafür an Leute bezahlen, die schon genug Geld haben. Je höher mein Vermögen also ist, desto höher sind meine Gewinnbeteiligungen.

Ohne Geld investieren?

Mal ganz davon abgesehen, dass viele Menschen leider gar kein Geld übrig haben, um sich Aktien leisten zu können. So legen es viele, die es können, häufig auf Tagesgeldkonten oder Sparbüchern an oder horten es sogar als Bargeld. Wenn wir jedoch den Wert unseres Geldes erhalten wollen, dann sind wir gezwungen den Wert unseres übrigen Geldes auch zu erhöhen. Denn wie oben bereits erwähnt wächst die Weltwirtschaft immer und immer weiter. Das heißt eben auch, dass 100 Euro, die ich beiseite gelegt habe in zehn Jahren zwar immer noch 100 Euro sind, jedoch nicht mehr die selbe Kaufkraft besitzen wie zuvor. Denn mit der Wirtschaft wachsen die Produkt- und Konsumpreise.

Die Nullzinspolitik

In den 60er, 70er oder 80er Jahren gab es die Zeit der hohen Zinsen auf verschiedene Sparmöglichkeiten. Heute in Zeiten der Niedrigzinspolitik oder gar Nullzins- oder Strafzinspolitik, sind Investitionen in Aktien nahezu konkurrenzlos. Ich jedenfalls, möchte mein Geld nicht für 0,1% jährlich auf dem Tagesgeldkonto liegen lassen.

Auf Diversifikation achten

Die viel sinnvollere Variante lautet sich an den Gewinnen der Unternehmen zu beteiligen und zwar über Aktienkäufe. Ein diversifiziertes Depot mit Unternehmen mit hoher Marktkapitalisierung und regelmäßigen Dividendenausschüttungen wird höchstwahrscheinlich bei einem langfristigen Anlagehorizont den Wert steigern.

Langfristig Anlegen

Wenn man langfristig in einen der gr0ßen Indizes investiert hat, dann hat man über einen Zeitraum von 15 Jahren noch nie, egal zu welcher Zeit, Verlust machen können. Man sollte also keine Angst vor Kursschwankungen haben, denn die Börse hat so ziemlich alles überlebt und sich erholt was Menschen und Staaten das Leben gekostet hat. Die großen Indizes haben zwei Weltkriege, Ölkrisen, den kalten Krieg, den Niedergang des Kommunismus und die deutsche Angst vor Aktienkäufen überlebt und seinen Wert dabei gesteigert!

Möchte man also aus dem Umverteilungsmechanismus des Kapitalismus ausbrechen und selbst zu denjenigen gehören, die davon profitieren, dann muss man weg von Zinszahlungen und zu hohem Konsum und selbst Zinsen kassieren, Dividenden einfahren oder Mieteinnahmen generieren.

Finanzielle Freiheit

Es liegt auf der Hand, dass ein Großteil der Deutschen sich diesen Luxus nicht leisten kann Geld zu verwenden, um mehr Geld zu generieren. Wie man jedoch auch klein anfangen und daraus auf lange Sicht ein Vermögen aufbauen kann, das wird bald Thema eines neuen Artikels sein.

Was kosten Aktien?

Was Aktien kosten?

Beim Kauf von Aktien erhofft man sich Gewinne und vernachlässigt manchmal die anfallenden Gebühren. Die gilt es jedoch unbedingt zu beachten, da nur so eine korrekte und realistische Prognose über Erfolgsaussichten möglich ist. Zu unterscheiden wären:

  • Depotgebühren
  • Ordergebühren
  • Kapitalertragssteuer

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Unterschiede der Broker

Die Depot- und Ordergebühren unterscheiden sich von Broker zu Broker. Auch gilt es Sonderaktionen oder Vieltradingangebote zu beachten. Hier helfen definitiv Vergleichsportale weiter. Für Anfänger lohnt es sich jedenfalls einen übersichtlichen Broker zu suchen, denn manche spezialisierte Broker wirken wie Profitools und sind für Laien zunächst schwer zu verstehen. Daher sollte man nicht nur das aller günstigste Angebot nehmen, sondern auch darauf achten, dass der Broker zu mir passt.

Am Beispiel comdirect

Da es so viele unterschiedliche Broker gibt, stelle ich die Gebühren anhand meines eigenen Brokers da, der comdirect Bank. So viel vorweg, sie ist nicht die günstigste Bank, aber sehr gut und übersichtlich gestaltet. Daher eine Empfehlung für alle Anfänger.

Die eigentliche Grundgebühr liegt bei 4,90 Euro pro Kauf oder Verkauf + o,25% des Orderwertes als Orderprovision. Jedoch kostet die Order mindestens 9,90 Euro, auch wenn die rechnerische Gebühr noch darunter liegen würde. Dies gilt ebenso für den Verkauf. Es gibt auch einen Maximalwert von 59,90 Euro, aber den erreicht man zunächst nicht, außer man hat ein üppiges Sümmchen geerbt, denn die Ordergebühr richtet sich nach dem Wert der Order. Je höher der Orderwert, desto höher die Gebühr.

Gebühren nicht unterschätzen

Diese Gebühren sind keinesfalls zu unterschätzen, denn den größten Fehler, den Anleger immer wieder begehen sind zu viele Trades in der Hoffnung verlorenes Geld durch den Kauf anderer Aktien wieder hereinzuholen. So kann es leicht passieren, dass die Gebühren die Gewinne auffressen.

Auf Diversifikation achten

Eine weiterer wichtiger Punkt ist die Diversifikation. Man sollte sein Geld keinesfalls in nur wenige oder gar eine Aktie stecken. Viele deutsche Anleger, die um die Jahrtausendwende nur die Telekomaktie gekauft haben, verloren riesige Anteile ihres Vermögens und erachten Aktienhandel seither als Teufelszeug, was sie auch bei jeder Gelegenheit kundtun. Dabei sind sie auf ihre eigene Naivität und Unwissenheit hereingefallen. Eine Streuung des Depots auf 10-20 Aktien verkraftet Rückschläge einzelner Aktien. Erfolg ist die Summe richtiger Entscheidungen. Für die Klärung der Frage „Was kosten Aktien“ gehen wir bei der comdirect Bank mal von einem Depot mit 10 Aktienkäufen aus. Angenommen ich hätte 10 000 Euro zur Verfügung. Teile ich dieses Geld auf 10 Aktien auf, kaufe ich logischerweise bei jeder Aktie Stücke im Wert von 1000 Euro. Bei einer Mindestgebühr von 9,90 bei Kauf und Verkauf fallen so knapp 200 Euro Gebühr an. Das bedeutet ich müsste mit dem Depot zunächst 2% Gewinn machen, um überhaupt auf Null zu kommen. Aktienhandel macht also erst ab einer gewissen Investitionssumme Sinn, weil ich mir dann die Diversifikation leisten kann.

Alternativen

Als Alternative kann ich übrigens wärmsten das Wikifolio empfehlen. Denn dort kann ich Zertifikate theoretisch ab 100 Euro erwerben. Die Gebühren sind günstiger und die Trades sind sogar kostenlos. Ein riesiger Vorteil! Auch ETF-Sparpläne bieten sich sehr gut an!

Depotgebühren

Die Depotgebühren unterscheiden sich ebenfalls von Broker zu Broker. Nutzt man die Onlinebank neben dem Depot als Gehaltseingangskonto, dann fallen die Depotgebühren oft gar nicht an. Ansonsten kosten sie einige wenige Euro im Monat oder im Quartal. Auch hier gilt es spezielle Angebote zu beachten und auf das eigene Anlegeverhalten abzustimmen. Viele Broker bieten bei Vieltradern Gebührenentlastungen an.

Steuern nicht vergessen

Sollte man tatsächlich mit seinem Depot Gewinn erwirtschaften, was auch meistens der Fall ist, fällt die Kapitalertragssteuer an. Bei Singles sind die ersten 801 Euro Gewinn steuerfrei, bei Verheirateten 1602 Euro, vorausgesetzt man hat bei der Bank einen Freistellungsauftrag gestellt. Diese Freistellungsaufträge lassen sich auch auf mehrere Banken oder Institute aufteilen. Erwarte ich z.B. Gewinn von einem Tagesgeldkonto (HAHA dank der EZB) und einem Depot, dann kann ich den Freistellungsauftrag beliebig aufteilen.

Alles was über den Freibetrag hinaus geht wird mit 25% besteuert. Seit 2009 wird eine Kirchensteuer (Skandal!) eingerechnet, so dass die endgültige Steuerlast bei 26,375% liegt.

Langfristig planen

Im ersten Moment ist man vielleicht etwas überrascht wegen der anfallenden Gebühren, doch wer über einen langen Zeitraum z.B. für die Altersvorsorge seriös Aktienhandel betreibt wird sehen, dass seine Gewinne die Gebühren wahrscheinlich weit übersteigen.