Ab welchem Alter investieren?

Investieren in jedem Alter möglich

Grundsätzlich kann man in jedem Alter investieren. Die Art der Investition ist jedoch abhängig vom Alter, der finanziellen Situation und den persönlichen Vorlieben. Ein 65-jähriger Neu-Rentner mit einem gut gefüllten Sparbuch wird eine völlig andere Anlagestrategie wählen als ein Student im ersten Semester.

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Je jünger man ist, desto langfristiger sind die Investitionsziele. Das liegt auf der Hand. Denn man hat die Zeit auf seiner Seite, um langfristig Vermögen aufzubauen. Ein Rentner, der sich über die Jahrzehnte auf seinem Sparbuch eine ordentliche Summe angespart oder eine Lebensversicherung ausgezahlt bekommen hat, sollte sich vielleicht eher nach einer dividendenorientierten Anlageform umschauen. Er/Sie hätte die Möglichkeit sein Geld diversifiziert in etablierte Large Caps (Unternehmen mit sehr hoher Marktkapitalisierung, die dadurch weniger volatil sind) zu investieren und die jährliche Dividende als zusätzliches Einkommen zu nutzen.

Investieren in jungen Jahren

Interessant finde ich jedoch vor allem die Möglichkeit des Investierens in frühen Jahren. Der Start in eine Investmentkarriere über einen ETF-Sparplan kann Sinn machen. Insbesondere wenn Sie noch recht jung sind und bisher wenig Kapital angespart haben. Einen ETF-Sparplan bekommen Sie bei den meisten Banken bereits ab einer Summe von 25 Euro monatlich oder quartalsweise. Das hat den riesigen Vorteil, dass man sich schon ab 25 Euro im Monat Diversifikation leisten könnt. Denn Sie haben die Möglichkeit zum Beispiel in einen DAX-ETF zu investieren und sind so an allen 30 DAX-Unternehmen beteiligt. Würde man sich diese Diversifikation mit dem Kauf von Aktien leisten wollen, dann würden die Ordergebühren einen Großteil Ihrer Investition bereits auffressen.

Über die letzten 30 Jahre hinweg hat der Dax im Durchschnitt eine Rendite von etwa 6% jährlich erwirtschaftet. Angenommen Sie legen im Alter von 20 Jahren 25 Euro monatlich beiseite. Dann hätten Sie nach 30 Jahren im Jahr 2046 eine Summe von knapp 25 000 Euro zusammen gespart bei nur 9 000 Euro Einsatz. Der Rest ist passives Einkommen. Das muss zwar noch zu etwa 25-27% versteuert werden, aber schließlich haben Sie dafür nichts weiter getan, als einen ETF-Sparplan zu erwerben. Bei 100 Euro monatlich, kämen nach 30 Jahren knapp 100 000 Euro heraus.

Natürlich gibt es neben ETF-Sparplänen weitere Investitionsmöglichkeiten. Der Kauf von Aktien, Zertifikaten (Achtung Emittentenrisiko), Tagesgeld oder Immobilien etc. Hierauf werde ich von Zeit zu Zeit in anderen Artikeln eingehen.

Investieren in P2P Kredite

Investieren in P2P Kredite

Eine interessante Geldanlage kann das Investieren in P2P Kredite sein. Peer to peer bedeutet ganz einfach übersetzt von Mensch zu Mensch. Es handelt sich also um Kredite von Privatperson zu Privatperson. Wenn du also etwas Geld verdienen oder leihen möchtest ist die P2P Anlage eventuell eine denkbare Option.

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Wieso sollte man fremden Menschen Geld leihen?

Der ein oder andere wird sich beim Thema P2P Kredite die Frage stellen, ob dies nicht eine zu gefährliche Geldanlage ist. Schließlich leihe ich mein Geld dann einem Fremden. Tatsächlich können P2P Investitionen riskant sein. Doch nur ein nicht kalkuliertes Risiko ist eine echte Gefahr. Um erfolgreich Kredite an Privatpersonen zu leihen ist eine breite Streuung, eine Diversifikation notwendig und möglich. Das funktioniert ähnlich wie bei der Aktienanlage. Man investiert breit gestreut, um so 1-2 Ausfälle mit den Gewinnen der anderen Aktien oder in diesem Fall Kredite kompensieren zu können.

Wie funktioniert das?

Angenommen du hättest 2 500 Euro zur Verfügung, die du in P2P Kredite investieren möchtest. Dieses Geld kann aufgeteilt werden in 100 Miniinvestitionen zu je 25 Euro. Denn nicht du alleine finanzierst einen ganzen Kredit alleine, sondern nur Teile des Kredits. Werden nun 5 Kredite nicht mehr bedient ist das nicht weiter schlimm wenn die Rendite der anderen 95 Miniinvestitionen stimmt. Diese 5 ausgefallenen Kredite kann man auch mit einem Abschlag auf dem sogenannten Zweitmarkt oder Sekundärmarkt zum Verkauf anbieten. Möglicherweise findet sich ein Käufer für die ausgefallenen Kredite. Es handelt sich also um einen Kreditmarkt im Kreditmarkt. Dort kann man auch selbst als Käufer tätig werden. Das würde ich jedoch nur fortgeschrittenen Usern empfehlen.

Welche Funktionen haben die wichtigsten Anbieter?

Einige Anbieter bieten eine Ausfallsicherung an, d.h. du bekommst das investierte Geld in nicht bediente Kredite zurück. Meist jedoch erst nach Ablauf der vereinbarten Kreditlaufzeit. Viele Anbieter geben dir die Möglichkeit ein Investorprofil zu gestalten. In einem separaten Formular kannst du angeben in welche Kredite du bereit bist zu investieren, z.b. nur Kunden mit einer hohen Bonität oder nur bei einer Laufzeit von höchstens 36 Monaten. Auch lässt sich eine Automatisierung einstellen, so dass erwirtschaftete oder zurückbezahlte Gewinne sofort reinvestiert werden können. Weitere Einstellungsmöglichkeiten sind z.B. die gewünschte Rendite (Achtung: je höher, desto riskanter) oder die maximale Höhe einer Kreditbeteiligung. Sobald du dein Investorprofil und deine Bereitschaft zum Investieren in P2P Kredite bestätigst, werden automatisch Investitionen getätigt. So hast du fast keine Arbeit beim Aufbau eines passiven Einkommens. Der Nachteil ist, dass du nicht weist wem du Geld leihst und für was diese Person dieses Geld verwenden möchte. Es gibt auch Anbieter, die dieses Feature anbieten. Dann wäre wiederum der Nachteil, dass du wesentlich mehr Arbeit hast, weil du dir jeden potentiellen Kunden erst anschauen musst.

Was sind die bekanntesten Anbieter für P2P Kredite?

Es gibt mittlerweile rund 70 europäische Anbieter auf dem P2P Markt. Der bekannteste deutsche Vertreter ist auxmoney. Weitere interessante Anbieter sind z.B. bondora und mintos. Falls ihr euch für diese Investionsform interessieren solltet, dann wäre es wichtig sich die Anbieter einfach mal anzuschauen. Schaut euch Vor- und Nachteile der verschiedenen Plattformen an und entscheidet dann aufgrund eurer Vorlieben. Auch Investitionen bei mehreren Anbietern sind natürlich möglich. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Investitionen in P2P Kredite zwar etwas mit Risiko behaftet sind, man jedoch bei geschickter Diversifikation durchaus zweistellige Renditechancen hat.

Publity – Investieren oder Finger weg?

Publity – ein interessanter Nebenwert

Publity ist zur Zeit eine der heiß diskutieren Nebenwerte auf dem deutschen Aktienmarkt. Das Small-Cap-Unternehmen überzeugt auf der einen Seite durch unverschämt gute fundementale Daten und eine sehr hohe Dividentenrendite. Auf der der anderen Seite jedoch, gibt es immer wieder Unklarheiten und Zweifel bezüglich der Unternehmensführung.

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Die Psychologie des Aktienmarkts

Das im Bereich Gewerbeimmobilien tätige Unternehmen hat seit einer Kapitalerhöhung vor einigen Monaten einen recht hohen zweistelligen Wertverlust der Aktie hinnehmen müssen. Dort liegt auch der Hund begraben. Das zweifelhafte Timing der KE nach der Hauptversammlung und der Abverkauf der Aktie sorgten für einiges Stirnrunzeln bei Privatinvestoren.

Wer sich von euch schon länger mit Aktien beschäftigt, der weiß, dass die Stimmung auf dem Aktienmarkt wesentlich mehr Einfluss auf den Kurs einer Aktie haben kann als die Geschäftszahlen und der eigentliche Wert des Unternehmens. Es ist durchaus denkbar, dass Privatinvestoren einen zu frühen Höhenflug von Publity erwartet haben und kalte Füße bekamen als der Kurs sich nicht wie gewünscht entwickelt hat. Der Kursverfall ist also nicht allein auf den Rückzug eines britischen Investors zurückzuführen.

Die hohe Dividende

Zu Beginn der Woche veröffentlichte Publity neben neuen Zahlen eine Erhöhung der Dividende auf 2,80 Euro pro Aktie. Dies lies den Aktienkurs an nur einem Tag um mehr als 15% ansteigen. Neben dieser sehr hohen Dividende von 50-90% der Unternehmenseinnahmen konnten auch die Zahlen die Erwartungen übersteigen. Dies ist jedoch keine Garantie für einen dauerhaften Anstieg der Aktie. Einige Aktionäre könnten diesen Anstieg als Chance des Ausstiegs aus dieser Aktie nutzen. Denn eine mögliche Meinung zur Publity-Aktie könnte sein, dass auch fundamental sehr überzeugende Unternehmen manchmal nicht zum finanziellen Erfolg führen.

Kaufen oder nicht?

Wie dem auch sei, kann kaum ein Aktionär an den guten Zahlen des Unternehmens zweifeln und es wäre genauso gut möglich, dass der ein oder andere Valueinvestor sich Publity so langsam ins Depot legen will. Auch haben einige renommierte Börsenzeitschriften den Wert in ihr Musterdepot aufgenommen. Dies gepaart mit den hohen Dividendenzahlungen rechtfertigt meiner Meinung nach einen Kauf der Aktie.

Wichtig ist wie immer auf eine Diversifizierung zu achten. Man sollte auf keinen Fall sein mühsam gespartes Geld in Publity investieren, sondern kann sich mit gutem Gewissen ein paar Unternehmensanteile in ein diversifiziertes Depot legen. Der Anlagehorizont sollte etwas länger sein. Die Aktie zu traden mag verführerisch sein, jedoch sollten grundsätzlich fundamental gute Aktien mit hohen Dividendenrenditen eher langfristig gehalten werden.

Jetzt noch in Nintendo investieren?

Jetzt in Nintendo investieren?

Man sieht sie an jeder Straßenecke. An der S-Bahn, am Supermarkt, am Sportplatz und eigentlich hat man das Gefühl überall. Geht man eine Stunde durch bevölkerungsreiches Gebiet spazieren und lauscht aufmerksam, wird man irgendwo das Wörtchen Pokemon hören.

Lohnt sich denn jetzt noch ein Einstieg in die Nintendo Aktie?

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Meiner Meinung nach nein. Denn durch den rasanten Anstieg in den letzten Wochen ist der Börsenwert des Unternehmens nahezu verdoppelt worden. Die Frage ist nun, ob eine simple, aber zugegebenermaßen geniale App diesen Anstieg rechtfertigen kann? Schließlich müsste für eine Rechtfertigung des rasanten Marktwertanstiegs die App diesen Anstieg refinanzieren. Sprich Nintendo müsste an dieser App ordentlich viel Kohle verdienen. Dies gilt es aber zu bezweifeln, vor allem wenn man bedenkt, dass Nintendo nicht das einzige Unternehmen ist, welches an Pokemon Go beteiligt ist. Es gibt einige andere Unternehmen, die an potentiellen Gewinnen beteiligt sind. Möchte man in Nintendo investieren, sollte man das im Hinterkopf haben.

An dieser Stelle muss jedoch gesagt sein: Wenn man früh genug den Hype erkennt und reagieren möchte, kann man mit einem Aktiensprung wie bei Nintendo viel Geld verdienen. Einigen Aktionären ist dies auch gelungen. Die Psychologie der Anleger spielt hierbei eine entscheidende Rolle, weil jeder an diesem Hype beteiligt sein möchte und alleine dadurch eine Aktie getrieben werden kann. Dies hat eben mit dem menschlichen Herdentrieb zu tun. Also wenn ihr das Gefühl habt euch in einer bestimmten Materie sehr gut auszukennen und so einen Hype frühzeitig zu bemerken, dann lohnt sich eine schnelle Reaktion. Doch Vorsicht ist geboten. Nicht jeder Hype führt direkt zu einem rasanten Anstieg der Aktie. Daher macht es nur Sinn wenn man sich sehr sehr sicher ist.

Bei diesem rasanten Anstieg ist nun erst mal mit Gewinnmitnahmen zu rechnen, denn man darf nicht vergessen: Ein derart signifikanter Anstieg eines etablierten Börsenunternehmens ist höchst selten.