Archiv der Kategorie: Wikifolio allgemein

Wikifolio

Wikifolio

Wikifolio ist eine der führenden Social Trading Plattformen in Europa. Auf der Hompage können interessierte Anleger Musterdepots von Tradern folgen. Finden sich mindestens zehn Follower, die sich unverbindlich dazu bereit erklären, eine gewisse Summe in das Musterdepot zu investieren, kann die Emission folgen. Über den Emittenten Lang & Schwarz entstehen so investierbare Zertfikate auf der Basis der Musterdepots. Diese können bei nahezu allen Banken gekauft werden. Aktuell existieren fast 6500 Wikifolio-Zertifikate. Die Tendenz ist steigend. Einige Musterdepots finden sich regelmäßig in den Top Ten der beliebtesten Zertifikate überhaupt wieder.

Wikifolio im Detail

Wikifolio ist eines der Hauptthemen, die ich mit meinem Blog verfolge. Man könnte mich als Verfechter der innovativen Idee des Social Trading betrachten. Zwar gibt es berechtigte Kritik an der Umsetzung, doch überwiegen meiner Ansicht nach die Vorteile. Eine kritische Betrachtung habe ich auf diesem Blog bereits veröffentlicht. Ebenfalls habe ich bereits darüber berichtet, wieso ich auch selbst Zertifikate kaufe. Eine weitere bedeutende Fragestellung mit der ich mich auseinandergesetzt habe, ist die Frage, ob das Soziale in der Bezeichnung des Social Trading, seine Daseinsberechtigung hat. Ich führe selbst ein Wikifolio-Zertifikat, in das mittlerweile über 40 000 Euro investiert worden ist. Es heißt Levermann Light Version. Es wurden also schon viele Themenbereiche vorgestellt. In diesem Artikel möchte ich auf den aktuellen Stand der Social Trading Plattform eingehen.

Der vielleicht größte Kritikpunkt

Die Vorteile der Wikifolio-Plattform sind u.a. die Transparenz, das gemeinsame Know How, der Lerneffekt, niedrige Tradinggebühren innerhalb eines Depots, die Möglichkeit schon ab 100 Euro zu investieren und die mögliche Diversifikation schon ab geringen Geldbeträgen. Jedoch handelt es sich immer noch um Zertifikate. Diese unterliegen dem so genannten Emittentenrisiko. Das bedeutet, wenn der Emittent, in diesem Falle Lang & und Schwarz insolvent sein sollte, können Anleger ihr investiertes Geld verlieren. Im Gegensatz hierzu sind Aktien und ETF gesichert. Anleger können den Wert ihrer Aktien nicht verlieren. Bei Zertifikaten geht das sehr wohl. Dem Management von Wikifolio ist das sehr bewusst, weswegen sie im Frühjahr 2017 ein Besicherungskonzept vorgestellt haben.

Das Besicherungskonzept

Zur Besicherung der Zertifikate verpfändet die Lang & Schwarz AG Wertpapiere, die an verschiedenen Banken geführt werden. Dies geschieht nur zum Zwecke der möglichen Absicherung, falls das Emissionshaus die Rückerstattung beim Verkauf eines Zertifikats nicht leisten kann. Hierfür wurde eine dritte Instanz installiert, nämlich ein Treuhänder, welcher im Auftrag der Anleger den Grad der Absicherung regelmäßig überprüfen soll. Auf der Homepage von Lang & und Schwarz kann man die Berichte des Treuhänders hier einsehen. In seiner aktuellen Überprüfung vom Juni 2017 berichtet der Treuhänder von einem Absicherungsgrad von 87,61%. Wikifolio-Zertifikate bleiben Zertifikate. Sie sind ab jetzt nur wesentlich besser abgesichert.

Neue Investoren

Das Konzept des Social Trading findet auch in der Finanzwelt viele Befürworter. Unter anderem wird wikifolio von der Börse Stuttgart, comdirect, handelsblatt u.a. unterstützt. Im Zuge einer neuen Finanzierungsrunde mit Hilfe von bestehenden Geschäftspartnern beteiligte sich auch ein neuer Partner namens NewAlpha Asset Management. Das Unternehmen wird auch Shareholder mit einer Gewichtung von neun Prozent.

Die Nachfrage

Die Nachfrage nach Wikifolio-Zertifikaten scheint ungebrochen. Ende des Jahres 2015 gab es etwa 4 000 investierbare Zertifikate. Im Geschäftsbericht von Lang & Schwarz des Jahres 2016 ist bereits von 6 300 Zertifikaten die Rede. Das investierte Kapital lag Ende des Jahres 2016 bei 250 Millionen Euro. Tendenz klar steigend.

Von Wikifolio profitieren als Anleger

Generell gibt es zwei Wege von der Plattform zu profitieren. Entweder als Anleger oder als Trader. Wenn du daran interessiert sein solltest von den Ideen anderer Wikifolio-Trader zu profitieren, kannst du kostenlos die Suchfunktion der Plattform verwenden. Durch den Filter kannst du für dich passende Trader und Zertifikate finden. Dabei kommt es nicht nur auf die aller beste Performance an. Trader bekommen für ihre Arbeit Auszeichnungen. So kannst du zum Beispiel sicher stellen, dass der Trader auch regelmäßig aktiv ist und sein Depot auch breit streut. Das ist ein sehr nützliches Tool, um langfristig angelegte Investmentstrategien zu finden.

Von Wikifolio profitieren als Trader

Die andere Möglichkeit von Wikifolio zu profitieren ist als Trader. Du wirst im Falle einer Investition mit einer Performancegebühr vergütet. Diese Variante ist jedoch wesentlich schwieriger als einfach Anleger zu werden und zu profitieren. Denn die Vergütung ist recht gering und das Depot muss regelmäßig gepflegt werden. Richtig Geld verdienen, kannst du als Trader jedoch erst wenn dein Depot zu den meist verkauften Zertifikaten überhaupt gehört.

Fazit

Die Wikifolio-Plattform ist weiter auf Wachstumskurs. Immer mehr Anleger und Trader wollen von den Vorteilen des Fintech-Unternehmens profiteren. Das Emittentenrisiko wurde nicht aus er Welt geschafft, aber wesentlich verringert und die Finanzierung hinter dem Projekt steht ebenfalls. Ich bin sehr gespannt was die nächste Zeit bringt und wünsche allen Wikianhängern gute Rendite!

Das Soziale an Social Trading

Social Trading

Social Trading ist noch eine recht neue Anlageform. Immer mal wieder hört man in den Medien Berichte über die Funktionsweise von Social Trading. In den meisten Fällen werden Vor- und Nachteile abgewogen, um am am Ende ein Fazit für oder gegen Social Trading festhalten zu können. Ich habe selbst schon eine kritische Betrachtung der Social Trading Plattform Wkifolio verfasst. Doch was genau am Social Trading ist eigentlich sozial?

Informationen von allen für alle

Begibt man sich auf die Suche nach einer Definition des Begriffes „Wiki“ stößt man sinngemäß auf eine Beschreibung wie diese:

Zitat: „Sammlung von Informationen und Beiträgen im Internet zu einem bestimmten Thema, die von den Nutzern selbst bearbeitet werden können.

Ähnlich wie bei der Online-Enzyklopädie Wikipedia ist dieser Grundgedanke auch die Basis für Social Trading Plattformen wie Wikifolio. Auch dort werden Informationen von angemeldeten Usern für angemeldete User bereit gestellt. Im besten Fall profitieren beide Seiten hiervon.

Unberechtigte Kritik?

Es kommt immer mal wieder vor, dass Wikifolio Zertifikaten zugrunde liegende Handlungsideen starker Kritik ausgesetzt sind. Häufig sind Kritiker erbost über offensichtliche Kopien anderer Aktionäre. Ein erfolgreicher Investor veröffentlicht zum Beispiel seine Trades im Internet. Ein aufmerksamer Leser kopiert die Idee und gestaltet daraus ein Wikifolio-Zertifikat. Das bekannteste Beispiel auf der Wikifolio Plattform ist die Kopie des erfolgreichen aber nicht investierbaren Wikifolios von Einstein. Im weitesten Sinne sind alle Levermann Wikifolios ebenfalls nichts anderes als eine Kopie einer Handlungsidee einer erfolgreichen Fonds-Managerin. Ist diese Kritik nun unberechtigt? Ich denke nicht, doch die Kritik sollte eher an das System gerichtet werden, als an die User derselben. Ich teile deren Meinung jedoch nicht!

Warum Kopien von Handlungsideen gut für uns sind

Um dieser Aussage nachzugehen, verweise ich auf eine Antwort, die Einstein in unserem Interview zu seinen Nachahmern gegeben hat.

„Die Idee von 2Stein finde ich gut. Er ist in die Lücke gesprungen und hat die mögliche Nachfrage im Markt bedient. Ich werde auch von anderen kopiert, Aktienhandel besteht aus copy und paste. Das beobachtet man sehr häufig bei den großen Börsenzeitschriften, gehört aber zum Geschäft. 2Stein würde ich gerne mal persönlich kennenlernen, vielleicht ergibt sich hier ja was auf der nächsten Invest Messe in Stuttgart oder bei einer Podiumsdiskussion bei Wikifolio.“

Helft euch gegenseitig

Durch Social Trading haben wir die Möglchkeit uns gegenseitig mit den besten Ideen zu unterstützen, voneinander zu lernen und am Ende davon zu profitieren. Im Prinzip funktioniert Social Trading nach dem gleichen Muster wie die Online Enzyklopädie Wikipedia. Auch dort werden Informationen von Nutzern für Nutzer bereit gestellt. In den seltensten Fällen wird die Plattform Wikipedia aufgrund dieses sozialen Charakters kritisiert. Wikifolio jedoch schon. Da wird manchmal mit zweierlei Maß gemessen. Zwar geht es bei der einen Plattform um Informationen und auf der anderen unter Umständen um Geld, jedoch wird keiner gezwungen ein Angebot anzuehmen,

Nur ein Angebot

Wikifolio Depot-Manager liefern im Grunde genommen lediglich ein Angebot. Jeder potentielle Käufer kann sich aufgrund der Transparenz selbst ein Bild davon machen, ob er eine Investition für lohnenswert hält oder eben nicht. So viel Eigeninitiative und Mündigkeit sollte man deutschen Anlegern zumuten. Kommt ein Interessent zu dem Schluss aufgrund überwiegender Nachteile nicht investieren zu wollen, so ist das seine persönliche Abwägung. Diese sollte genauso akzeptiert werden wie die Entscheidung in Social Trading zu investieren oder sogar Social Trading Depots zu veröffentlichen und anzubieten.

Der Lerneffekt

Den Lerneffekt sehe ich aus zwei Perspektiven. Zunächst sind immer noch weniger als 15% aller deutschen an der Börse aktiv. Trotz Niedrigzinsen und riesigem Sparvolumen wird Börse meist eher verteufelt. Leider wird sie zu selten als echte Alternative zur seriösen Geldanlage angesehen. Social Trading kann den Zugang und den Umgang mit Börse vereinfachen und verständlicher machen. Man kann Social Trading Anbieter wie Wikifolio als Übungsplattformen ansehen. Es ist möglich Musterdepots nach verschiedenen Handlungsstrategien zu eröffnen und anderen Usern dabei transparent über die Schulter zu schauen. Hat man genügen Erfahrung gesammelt und fühlt sich sicher, können die ersten Investitionen folgen.

Wie steht ihr zum Thema Social Trading? Gehört ihr zu der Fraktion, die Social Trading als Übungsplattform und moderne, transparente Anlagealternative gut finden? Oder betrachtet ihr das eher argwöhnisch und fühlt euch eher als Kritiker?
Hier macht Geld-Anlegen Spaß! (Bild, 728x90)

Wieso ich in Wikifolios investiere

Wieso ich in Wikifolios investiere

Manchmal werde ich von Bekannten gefragt, wieso ich in Wikifolios investiere. Schließlich seien sie eine vermeintlich unsichere Geldanlage. Man wisse nicht, was der jeweilige Trader mit den zur Verfügung gestellten Mitteln anstellen wird. Dann gibt es da noch das Emittentenrisikio. Überhaupt vermittelt es nicht den gleichen vertrauensvollen Eindruck, den erfahrene ausgebildete Finanzexperten vermitteln. Wieso also in Wikifolios investieren? Im letzten Beitrag habe ich Ihnen die häufigsten Kritikpunkte an Wikifolio-Zertifikaten näher gebracht. In diesem Artikel möchte ich erklären, warum ich dennoch mein Geld in Wikifolio-Zertifikate investiere.

Bild032

Social Trading ist innovativ

Social Trading gibt es noch nicht lange. Was es jedoch schon länger gibt, sind zuverlässige und erfolgreiche Privatanleger. Von diesen teils sehr guten Investoren können unerfahrene Anleger stark profitieren. Denn die Informationen auf der Wikifolio-Plattform sind öffentlich zugänglich. Transparenz der Trader ist eines der Grundprinzipien auf der die Plattform beruht. Vielleicht stellen Sie sich die Frage, warum viele Trader Daten zu ihren Investitionen veröffentlichen Nun, das ist wahrscheinlich von User zu User unterschiedlich. Ähnlich wie bei Facebook könnte es ein Geltungsbedürfnis oder das eigene Ego sein. Möglicherweise möchten einige Trader auch ein wenig dazu verdienen oder tatsächlich einfach nur Menschen, die nicht die gleichen Fähigkeiten haben, helfen.

Die Gebühren

Einige Kritiker sind der Meinung die Gebühren für Wikifolios sind zu hoch. Ich denke eine korrekte Aussage wäre eher, dass die Gebühren für die Zertiifikate zu hoch sein können, aber nicht müssen. Ähnlich wie beim Strom- oder Gasanbieter muss man das Gebührensystem verstehen lernen und sich dann die günstigsten Angebote aussuchen. Die Performancegebühren liegen zum Beispiel zwischen 5 und 30%. Der Kauf eines erfolgreichen Wikifolio-Zertifikats lohnt sich bei einer Gewinngebühr von 30% selbstredend eher weniger. Achtet man auf die entsprechenden Gebühren und versteht man das High-Watermark-Prinzip, lassen sich mit Wikifolio-Zertifikaten überdurchschnittliche Renditen erzielen

Die Transparenz

Auf der Wikifolio-Plattform kann ich als interessierter Investor alle notwendigen Daten eines Traders einsehen. Die Erfolge jedes einzelnen Zertifikats werden nach der Emission dokumentiert und sind daher für den Anleger einsehbar. Im Umkehrschluss bedeutet das für uns, dass wir auf den Seiten der Trader immer einsehen können, welche Gewinne in welchen Zeiträumen erwirtschaftet worden sind. Die erste Hälfte des Jahres 2016 war für die Einschätzung richtig guter Trader hervorragend geeignet. Die Märkte sind seit Monaten sehr volatil. In dieser Zeit trennt sich auch bei den erfolgreichen Wikifolios der letzten Jahre die Spreu vom Weizen. Bei genauer Beobachtung lässt sich feststellen, welche Wikifolio-Zertifikate am wenigsten anfällig für starke Schwankungen sind.

Die Outperformance

80-90% aller Anleger schaffen es nicht den Markt auf Dauer zu schlagen. Dies gilt auch für die Trader, die auf der Wikifolio-Plattform aktiv sind. Aufgrund der Transparenz haben potentielle Anleger jedoch die Möglichkeit den anderen 10-20% zu folgen. Die haben dann in den meisten Fällen auch eine sehr gute Performance. Einige wenige Zertifikate erreichen sogar eine High Performance.

Asset Allocation

Als Anleger sollte man nicht so naiv sein alle verfügbaren Mittel in ein Asset zu investieren. Auch Wikifolio-Zertifikate sind ein Baustein der individuellen Asset Allocation. Sie gehören zu den eher risikoreichen Investitionsmöglichkeiten, die jedoch der Performance im eigenen Depot einen erfreulichen Schub verleihen können. Auch aufgrund des Emittentenrisikos sollte man Wikifolio-Zertifikate als innovative und sinnvolle Ergänzung im Depot ansehen und nicht als alleiniger Baustein auf dem Weg zur finanziellen Freiheit. Die Gewichtung ist dabei u.a. abhängig von der eigenen Risikotoleranz.

Lernen sollte Spaß machen

Es ist eine lange bekannte Tatsache, dass Menschen am meisten lernen, wenn sie bei einer Sache Spaß empfinden. Wikifolio-Zertifikate sind sehr motivierend. Man kann auch als Anleger Musterdepots erstellen und so Erfahrungen beim Handel mit Aktien, ETFs oder Rohstoffen sammeln und sehen wie sich deren Performance auf das gesamte Depot auswirken. Ebenso kann man erfolgreichen Investoren folgen und so von ihnen lernen. Finanzielle Bildung ist der Schlüssel zur finanziellen Freiheit!

Hobbyanleger vs. Finanzexperte

Wenn Menschen ein Problem haben, dann wollen sie es meist einem Experten anvertrauen. Mir persönlich geht es ähnlich. Bin ich krank, dann gehe ich zum Arzt, am liebsten zum Chefarzt. Ist mein Auto kaputt, gehe ich in die Werkstatt und zwar am  liebsten zu einem Meister. Jedoch sind uns manche Eigenschaften für bestimmte Berufe in die Wiege gelegt. Wir alle kennen den einen Lehrer von dem wir wussten, dass er aufgrund seiner sozialen Schwächen niemals diesen Beruf hätten ergreifen sollen. Solche Lehrer besitzen dann die notwendigen Skills einfach nicht. In der weiten Welt gibt es jedoch viele, die dem menschlichen Teil des Lehrerberufes gerecht werden würden, jedoch eine andere Profession gewählt haben.

Talent plus Motivation = Performance

Stattet man diese Personen mit dem benötigten Wissen aus, dann wären sie den meisten Lehrerkollegen überlegen. Ebenso verhält es sich mit Investoren oder auch Unternehmern. Nicht jeder ist dafür geeignet. Es gibt jedoch viele Menschen, die dafür geeignet wären, sich jedoch anders haben ausbilden lassen. Aufgrund intrinsischer Motivation haben sie sich neben dem natürlichen Talent die nötigen fachlichen Skills angeeignet. Einige davon sind auf der Wikifolio-Platform aktiv. Ich persönlich folge lieber diesen als Finanzexperten mit Diplom, denen das nötige Talent fehlt. Das liegt auch daran, dass ich bei Finanzexperten eben nicht die Möglichkeit habe, ihre vergangenen Erfolge einzusehen.

Wie schätzen Sie das Risiko beim Handel mit Wikifolio-Zertifikaten ein? Lassen Sie es mich wissen!

 

 

Das System Wikifolio – Eine kritische Betrachtung

Das System Wikifolio – Eine kritische Betrachtung

Wikifolio-Zertifikate spalten die Privatanleger in zwei Lager. Nicht wenige halten Social-Trading für eine innovative Idee mit Zukunft, während viele Kritiker auf die Gefahren im System hinweisen. Ich persönlich gehöre zu den Wikifolio-Befürwortern, doch In diesem eher kritischen Beitrag möchte ich auf die Nachteile am System Wikifolio eingehen. Das halte ich für sehr wichtig, denn nur nach sorgfältiger Abwägung der Vor- und Nachteile, können Sie eine fundierte Entscheidung treffen, die ihren finanziellen Bedürfnissen gerecht wird.

DSC_0419

Sind die Gebühren für Wikifolio-Zertifikate zu hoch?

Ein häufiger Kritikpunkt an Wikifolio-Zertifikaten sind die Gebühren. Der Trader selbst legt beim Erstellen seines Wikifolios eine Performancegebühr fest. Diese liegt zwischen 5 und 30%. Bei einer hohen Performancegebühr werden dann eventuell große Teile der Gewinne an den Trader überführt. Der Anleger erhält die Differenz als Gewinn. Die Performancegebühr fällt jedoch nur dann an, wenn das Wikifolio-Zertifikat einen neuen Höchststand erreicht hat. Es handelt sich hier um das so genannte High Watermark-Prinzip. Außer der Performancegebühr muss eine Zertifikatsgebühr von 0,95% gezahlt werden. Man kann diese Gebühr am besten mit einer Fonds- oder ETF-Gebühr vergleichen. Gerade beim Kauf von ETFs über Direktbanken sind billigere Varianten für den Kunden möglich.

Tipp: Kaufen Sie nur Wikifolio-Zertifikate mit geringer Performancegebühr!

Mein Geld in den Händen von Privatanlegern

Sehr häufig erwähnen Kritiker die Tatsache, dass man sein investiertes Geld in die Hände anderer Privatanleger gibt, die man weder kennt, noch irgendwann gesehen hat. Man weiß so tatsächlich nicht wer mit dem eigenen Geld investiert. Daher gibt es auch keine Garantie zu wissen, was der jeweiliger Trader mit den zur Verfügung gestellten Mitteln tun wird.

Tipp: Kaufen Sie nur Zertifikate von Tradern, die mit ihren Anlegern kommunizieren und eine erfolgreiche Historie aufweisen können.

Wenn der Trader die Lust verliert

Trader können auf der Wikifolio-Platform die Schließung ihres eigenen Depots beantragen. Wird die Schließung durchgeführt, kann dieses Zertifikat nur noch verkauft und nicht mehr gekauft werden. Sollten Sie zu diesem Zeitpunkt mit dem Zertifikat in der Verlustzone sein, dann haben Sie keine Chance auf Erholung mehr.

Tipp: Achten Sie darauf, wie intensiv ein Trader mit seinen Anlegern kommuniziert und wie hoch die investierten Summen sind. Trader verdienen mit häufig gekauften Zertifikaten Geld und würden bei der Beantragung einer Schließung Verluste hinnehmen müssen.

Wo ist die Handelsaufsicht?

Emittent der Wikifolio-Zertifikate ist Lang & Schwarz. Sie stellen die Kurse auf der Wikifolio-Platform. Handelt ein Trader nun Wertpapiere, die er kauft oder verkauft, unterliegen diese keiner Handelsaufsicht. Die Kurstellung wird daher weniger geprüft als dies normalerweise der Fall ist.

Tipp: Vergleichen Sie ab und an Kurse von Lang & Schwarz mit anderen Handelsplätzen und vergessen Sie nicht: Lang & und Schwarz würde sich ins eigene Fleisch schneiden wenn sie an dieser Stelle nicht seriös handeln würden.

Das Emittentenrisiko

Meiner Meinung nach ist das Emittentenrisiko das höchste Risiko. Ein Zertifikat ist nichts anderes als ein Optionsschein, sprich eine Wette auf steigende oder fallende Kurse. Ist der Emittent insolvent, dann ist auch ihr Wikifolio-Zertifikat wertlos. Sie haben nämlich keine Anteile an einem Unternehmen erworben, sondern lediglich einen Optionsschein.

Tipp: Mit Wikifolios lassen sich ungewöhnlich hohe Renditen erzielen. Setzen Sie sich ein maximales Limit, wie viel Geld sie von ihrer gesamten Invesitionssumme bereit sind zu investieren und kaufen Sie nur damit aussichtsreiche Zertifikate. Setzen Sie jedoch niemals alles auf ein Pferd!

Fallen Ihnen weitere Nachteile von Wikifolio-Zertifikaten ein? Dann schreiben Sie sie in die Kommentare.

 

Wikifolio – Investierbare Musterdepots für jeden Geldbeutel

Was ist Wikifolio?

Die Plattform Wikifolio ist eine Art soziales Netzwerk für Privatinvestoren. Der Name „wiki“ legt offen, dass Inhalte von den Nutzern selbst gestaltet werden.

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA

Die Idee dahinter ist simpel. Ein registrierter Nutzer eröffnet ein Musterdepot, welches öffentlich einsehbar ist. Dieses Depot kann mehrere Phasen durchlaufen. Zunächst ist es ein Testdepot. Eine Veröffentlichung kann jederzeit problemlos beantragt und durchgeführt werden. Ab diesem Zeitpunkt sind alle relevanten Informationen für potentielle Investoren einsehbar.

Aktien des Depots, Trades, Anlageuniversum, Strategie und Kommentare des Depotbesitzers. Transparenz spielt also eine sehr große Rolle!

Nach der Publikation kann die Möglichkeit der Investition beantragt werden. Hierfür muss sich der Besitzer des Depots durch seinen Personalausweis identifizieren und ein telefonisches Prüfungsgespräch bestehen. Im Anschluss daran wird über die Bank Lang & Schwarz ein Zertifikat erstellt. Dieses Zertifikat spiegelt das wikifolio-Depot wider und ist nun bei gängigen Brokern für Interessenten zu erwerben.

Was kostet ein wikifolio-Zertifikat?

Es gibt Zertifikatsgebühren, Performancegbühren und Ordergebühren. Das hört sich auf den ersten Blick viel an? Das mag sein, doch ein zweiter Blick verdeutlicht, dass wikifolios fast unschlagbar günstig sind. Nehmen wir an ein Anleger möchte 1000 Euro in ein wikifolio-Zertifikat investieren. Wie viele Stücke des Zertifikats er kaufen kann, hängt vom High-Water-Mark Prinzip ab. Jedes neu erstellte wikifolio-Musterdepot startet mit einem High Watermark von 100. Erzielt der Besitzer 10% Gewinn, steht die High Watermark (zu deutsch: Hochwassermarke) nun bei etwa 110. Sie steht nicht exakt bei 110 weil die Performancegebühr noch eingepreist wird, aber dazu gleich mehr. Gehen wir an dieser Stelle davon aus, dass ein Anleger ein wikifolio-Zertifikat mit einem High Water Mark von 110 kaufen möchte. Mit seinen vorhandenen 1000 Euro kann er sich 9 Stück leisten. Auf den Wert dieser 9 Zertifikatsstücke zahlt der Anleger 0,95% jährliche Zertifikatsgebühr. Also etwa 9,50 Euro.

Die Perfomancegebühr

Die Performancegebühr liegt zwischen 5% und 30%. Sie wird zwischen den Besitzern und der wikifolio-Platform vereinbart. Eine Performancegbühr fällt nur dann an, wenn ein wikifolio einen neuen Höchststand erreicht. Diese wird täglich abgerechnet. Nehmen wir an das oben gekaufte wikifolio-Zertifikat mit einer High Water Mark von 110 hat aktuell einen relativen Wert von 105. Die Performancegebühr für den Investierten fällt nur dann an, wenn das Zertifikat die relative Marke von 110 überschritten hat und somit eine neue Höchstmarke erreicht wurde. Sollte das Zertifikat z.B. den Wert von 112 erreichen, so werden auf diese 2% über der alten Höchstmarke von 110 10% Performancegebühr berechnet. Sprich bei 2 Euro Gewinn pro Stück, macht dies 0,20 Euro Gebühr pro Stück. Diese Performancegebühr wird nun direkt auf den Wert des Zertifikats umgelegt. Dieses hat nun nicht den Wert von 112, sondern von 111,80.

Performancegebühren fallen also nur bei Gewinnen an. Keine Gewinne, keine Gebühr! Die Ordergebühr (diese liegt üblicherweise bei 5-10 Euro je nach Broker pro Kauf und Verkauf) ist einmalig immer zu entrichten, doch alle Käufe und Verkäufe, die der Besitzer des Depots innerhalb seines wikifolios vornimmt, sind kostenlos! Dies ist ein enormer Vorteil wenn man bedenkt, dass z.B. bei der comdirect Bank die Order einer einzelnen Aktie mind. 9,90 Euro pro Kauf und Verkauf plus eine Gebühr auf den Bestellwert erforderlich sind. So hat der wikifolio-Verwalter jederzeit die Möglichkeit sein Depot flexibel umzuschichten ohne zusätzlich Gebühren.

Vorteile:

  • hohe Transparenz
  • geringe und transparente Gebühren
  • Schon 100 Euro können investiert werden
  • hohe Streuung möglich durch Zertifikatscharakter
  • Man profitiert von den Ideen vieler Anlegern

Nachteile:

  • Anleger sind häufig Privatleute
  • Man muss von Zeit zu Zeit prüfen, ob das wikifolio-Depot regelmäßig gepflegt wird
  • Man hat ein Emittentenrisiko