Archiv der Kategorie: Value Investing

Kaufe niedrig, verkaufe nie

Kaufe niedrig, verkaufe nie!

Kaufe niedrig, verkaufe nie! So lautet eines der Grundprinzipien des Value Investing. Denn einer der häufigsten Fehler vieler Privatanleger ist das häufige Traden. Ständige Käufe und Verkäufe verursachen nicht nur hohe Gebühren, sondern verringern auch die Rendite. Es gilt also Aktien von unterbewerteten Unternehmen zu kaufen und diese sehr lange zu halten oder nie zu verkaufen.

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Günstiges Einkaufen

Viele Vertreter von Buy &Hold-Strategien sind der Meinung, dass der Zeitpunkt des Einstiegs beim Kauf eines Value-Wertes keine große Bedeutung hat. Jedoch widerspricht dies unserer natürlichen Herangehensweise beim Erwerb eines Produkts. Schließlich wollen wir nicht zu viel Geld ausgeben und günstig einkaufen. Dennoch kann die Umsetzung dieses Prinzips sinnvoll sein. Denn wir setzen den aktuellen Preis einer Aktie in Relation mit dem Wert, den das Unternehmen unserer Ansicht nach in der Zukunft haben wird. Insofern kann es Sinn machen, auch in Bullenmärkten in Value Werte zu investieren. Denn der Anlagehorizont beim Value Investing ist langfristig und bisher wurde am Markt noch jeder Höchststand früher oder später überboten.

Sind Aktien-Preise also unwichtig?

Nein. Obwohl es Sinn machen kann auch bei hohen Kursen Value Werte zu kaufen, investiert man am geschicktesten bei Marktrücksetzern oder deutlichen Unterbewertungen. Ich würde folgendes raten:

Cashquote und Nachkauf

Sie können sich ihr Depot nach dem Prinzip des Value Investing zu jeder Marktlage aufbauen. Achten Sie auf eine gesunde Diversifikation. Aus meiner Sicht macht eine Depotgröße von 10-15 Aktien Sinn. Haben Sie weniger als 10 Positionen, haben Ihre Einzelwerte eine zu hohe Gewichtung. Kaufen Sie mehr als 15 Einzelaktien, verliert man als Privatanleger leicht den Überblick. Halten Sie eine Cashquote von mindestens 15-20% zurück. Nutzen Sie ausgezahlte Dividenden zum Aufstocken ihrer Cashquote. Nun haben Sie genügend Mittel, um bei Rücksetzern von Einzelwerten oder des Gesamtmarktes viel günstiger einzukaufen. Möglichkeiten wird es genügend geben. Es ist dabei wichtig nicht überstürzt, sondern geduldig zu handeln. Die erste Hälfte des Jahres 2016 eignete sich zum Beispiel hervorragend zum Kauf von unterbewerteten Unternehmen.

Anmerkung:

Meine Vorschläge sind keine Anleitung oder Garantie zur finanziellen Freiheit. Bilden Sie sich ihre eigene Meinung. Lesen Sie über Themen wie Value Investing, Investieren mit Kopf, Wikifolio, Anfängerfehler etc. und übernehmen Sie die Anlagestrategien, die Sie persönlich als sinnvoll erachten und zu Ihnen passen. Nutzen Sie auch verschiedene Quellen, um das eigene Verständnis zu schärfen.

Value Investing – Das Geld fließt von den Ungeduldigen zu den Geduldigen

Das Geld fließt von den Ungeduldigen zu den Geduligen

Erfolgreiches Value Investing ist langweilig und erfordert viel Zeit. Für viele Anleger sind Langeweile und Zeit zwei Ausschlusskriterien. Darum scheitern auch viele Investoren. Es ist unerlässlich beim Value Investing die ein mal erstandenen Unternehmensanteile über einen sehr langen Zeitraum zu halten. Die meisten Value Investoren verkaufen einen großen Teil ihrer Papiere nie.  Es lässt sich auch nicht von heute auf morgen ein großes Vermögen aufbauen. Es kann einige Jahrzehnte dauern bis man sich eine hohe Summe zusammen gespart hat. Das Schöne ist dann jedoch, dass dieses Geld Jahr für Jahr mehr passives Einkommen generieren wird und man irgendwann davon leben kann. Für mich klingt das jedenfalls wesentlich sinnvoller als klassische Rentenversicherungen oder Riester-Rente.

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Die Kosten der Ungeduld

Einer der häufigsten Fehler deutscher Privatanleger ist das viele Traden. Nehmen wir als Beispiel die comdirect-Bank. Jeder Trade kostet aktuell mindestens 9,99 Euro. Hinzu kommen Gebühren je nach Höhe der Order. So kann ein Kauf schon mal 13 oder 14 Euro kosten. Vieltrader wollen meist auch früher wieder verkaufen. Dann fallen die Ordergebühren noch einmal an. Möchte man sich nun eine Diversifikation von zum Beispiel 15 Einzelaktien kaufen, dann fallen die Ordergebühren insgesamt bei 15 Käufen und irgendwann auch bei 15 Verkäufen an. Auf ein Depotvolumen von 20 000 Euro kommen bei obigem Beispiel mindestens 300 Euro gebühren zu Stande. Schlussfolgernd sind bereits mindestens 1,5% der Performance futsch.

Weitere Kosten der Ungeduld

Häufig tauschen Privatanleger mehrmals im Jahr Einzelaktien in ihrem Depot aus. Meistens haben sie sich über den kurzen Anlagehorizont eine wesentlich bessere Performance erhofft. Mit jedem Aktientausch fallen jedoch immer wieder die gleichen Gebühren an. Um dies zu vermeiden, kann man sich eine ganz einfache Grundregel des Value Investings merken:

Halte deine Kosten niedrig!

Im Prinzip basiert Value Investing auf vielen recht einfachen Regeln. Die einzige Schwierigkeit dabei ist, sie konsequent einzuhalten.

Sei Konsequent

Hast du dich ein mal für den Kauf einer Aktie im Sinne des Value Investing entschieden, solltest du einen Verkauf nur in Ausnahmefällen vornehmen. Hierzu zählen zum Beispiel offensichtliche Managementfehler, die dem Unternehmen eindeutig Schaden anrichten könnten. Manipulationen oder sonstige illegale Tendenzen rechtfertigen ebenfalls einen Kauf. Ansonsten solltest du grundsätzlich eine Aktie kaufen und halten (Buy & Hold). Es kann durchaus vorkommen, dass eine oder zwei deiner Werte über einen Zeitraum von 12 bis 36 Monate eine Seitwärtsbewegung aufzeigen oder sogar Verluste zu verzeichnen haben. Dein Anlagehorizont sind als Value Investor jedoch Jahrzehnte.

Die Dividende am Beispiel BASF

Die BASF ist ein Unternehmen, das aktuell etwas Kritik einstecken muss. Die jüngst veröffentlichten Zahlen waren eher bescheiden und die Anleger sind sich unsicher, ob eine Investition sinnvoll ist. Auch ist man im Moment etwas mehr als 30% vom Allzeithoch entfernt. Jedoch ist die BASF ein stetiger und verlässlicher Dividendenzahler. Die Dividendenrendite liegt derzeit bei etwa 4,5%. Tendenz steigend. Vor 10 Jahren lag der Kurs im Vergleich zu heute etwa 3,5 mal niedriger als heute. Bei einem Anlagehorizont von Jahrzehnten kann davon ausgegangen werden, dass das Allzeithoch früher oder später übertroffen wird. Hinzu kommen jährliche Zahlungen von 4-5%, auf die man sich recht sicher verlassen kann. Innerhalb von 20, 30 oder 40 Jahren lässt sich über diese Strategie eine riesige Summe ansparen. Reinvestiert man die Dividendenzahlungen, erhöhen sich die jährlichen Einkünfte zudem immer weiter.

Entspannung durch finanzielle Freiheit

Entspannung durch finanzielle Freiheit erreicht man nicht alleine durch das Anhäufen von viel Geld. Wichtig ist vor allem, dass man auch ruhig schlafen kann. Ich erinnere da gerne an so manchen ehemaligen Fußballprofi, der sein gesamtes Vermögen bei dubiosen Immobiliengeschäften verloren hat. Value Investing hat im Allgemeinen eine niedrige Volatilität. Das liegt auf der Hand, da man fast ausschließlich Anteile von Unternehmen mit sehr hoher Marktkapitalisierung kauft. Diese unterliegen einfach weniger Schwankungen als Unternehmen mit niedrigen Marktkapitalisierungen. Davon abgesehen interessieren Value Investoren aufgrund des langen Anlagehorizonts den tagtäglichen Kursverlauf recht wenig. Während Heavy Trader täglich angespannt auf die Bildschirme starren, um ihre Kursverläufe zu beobachten, können sich Value Investoren entspannen und ruhig schlafen.

Im nächsten Teil geht es weiter mit:

Kaufe günstig, verkaufe nie!

 

 

Value Investing – Kaufe den maximalen Pessimismus

Value Investing – Kaufe maximalen Pessimisums

Bereits im ersten Teil der Themenreihe „Value Investing“ habe ich darauf hingewiesen, dass Value Investoren nach stark unterbewerteten Aktien-Werten Ausschau halten. Übersteigt der eigentliche Wert des Unternehmens den aktuellen Aktienpreis deutlich, ist eine Aktie ein potentieller Value Wert. Der allgemeine Markt kann den Preis eines fundamental gut aufgestellten Unternehmens beträchtlich drücken. Befinden wir uns zum Beispiel in einem Bärenmarkt, fallen sehr häufig fast alle Börsenkurse über einen gewissen Zeitraum. Im Umkehrschluss übersteigt der eigentliche Wert eines Unternehmens so den aktuellen Preis immer weiter.

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Der Herdentrieb

Es gibt Zeiten in denen selbst die bestens aufgestellten Unternehmen an der Börse nur rote Zahlen sehen. Dies hängt im Allgemeinen mit dem Herdentrieb zusammen. Fallen die Kurse, bekommen Anleger kalte Füße. Jeder Aktionär kennt dieses unschöne Gefühl. Über Wochen schaut man ins eigene Depot und sieht nur fallende Kurse. Das drückt gewaltig auf die Stimmung. Schließlich sieht man sein Vermögen regelrecht schmelzen. Oft kommt der Punkt an dem einem entweder die Verluste oder das unschöne Gefühl zu viel werden. Die Folge sind Aktienverkäufe. Immer mehr Aktionäre springen dann auf diesen Zug auf. Lieber das noch verbliebene Geld in Sicherheit bringen als noch mehr zu verlieren denken sich viele. Vielleicht hat der Nachbar schon seine Papiere verkauft und betrachtet dich nur mit ungläubigen Blicken, weil du deine Aktien noch hältst. Dies erzeugt wiederum Druck. So kommt man leicht ins Grübeln und der Weg zum eigenen Verkauf ist nicht mehr weit. Es handelt sich um ein absolut normales menschliches Verhalten. Wenn Gefahr droht wird der Fluchtinstinkt geweckt oder man stellt sich Tod. Letzteres wäre wahrscheinlich sogar die bessere Entscheidung

Die Shoppingtour

Bei stark fallenden Kursen solltest du dich als Anleger des Value Investing freuen. Der eigentliche Wert eines Unternehmens fällt ja nicht mit seinem Preis mit. Es fehlt eben nur das Vertrauen der Anleger.  Dieses wird aber immer wieder zurück kommen. So viel hat uns die Börsengeschichte jedenfalls gelehrt. Es bieten sich für uns Anleger nun ungeahnte Möglichkeiten. Man sollte die großen blauen IKEA-Shoppingtüten heraus holen und eine ausgedehnte Einkaufstour im Sommerschlussverkauf planen nach dem Motto:

Kaufe den maximalen Pessimismus

Zwei Dinge solltest du beachten. Im gegenteiligen Fall der ewig steigenden Kursen solltest du nicht blind alles kaufen was dir ins Auge springt. Statistiken zeigen, dass die Börsenbeteiligung kurz vor einem größeren Crash immer am höchsten ist. Von Zeit zu Zeit führt der Markt eben eine Säuberung durch und zwar nicht nur von überzogenen Preisen, sondern auch von vielen Marktteilnehmern. Viele Aktionäre werden nach einem Crash ihres Depots nie wieder das Parkett betreten. Hier gilt es entweder das ganze auszusitzen oder nachzukaufen. Nur wer verkauft und der Börse den Rücken zukehrt verliert. Zweitens solltest du dir immer eine Cashquote beiseite legen. Wenn du keine liquiden Mittel hast, dann kannst du auch nicht auf Shoppingtour gehen. Also niemals das ganze Vermögen in Aktien stecken.

Der große Crash

In den Jahren 2000, 2008 und mit Abstrichen 2011 kam es zu so einer Marktsäuberung. Für Aktionäre gibt es eigentlich kaum eine geilere Zeit. Man wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den tiefsten Punkt zum Einstieg nicht erreichen. Dennoch sollte hier unbedingt gekauft werden. Im Jahr 2003 stand der Dax bei etwa 2 700 Punkten. 10 Jahre später stand er bei etwa 9 000 Punkten. Das ist eine Verdreifachung des Wertes innerhalb von nur 10 Jahren.

Margin of Safety

Im Prinzip habe ich es vorhin schon erwähnt, jedoch nicht mit diesem Begriff in Verbindung gebracht. Als Value Investor achtet man insbesondere auf die Margin of Safety. Es gibt natürlich auch andere wichtige Kennzahlen, die beachtet werden. Diese stelle ich von Zeit zu Zeit in der Themenreihe vor. Was ist nun die Margin of Safety? Sie ist die Differenz zwischen dem intrinsischen Wert eines Unternehmens und seines aktuellen Preises am Markt. Je höher die Differenz, desto höher ist die Margin of Safety und desto eher greift man beim Value Investing zu. Manchmal wird unter Margin of Safety auch verstanden, dass Unternehmen einen sehr hohen Ausfallverlust kompensieren können sollten bis sie ihren Break Even Point erreicht haben.

Im nächsten und dritten Teil der Themenreihe geht es weiter mit folgendem Thema:

Das Geld fließt von den Ungeduligen zu den Geduldigen

Was ist Value Investing?

Was ist Value Investing?

Value Investing ist eine beliebte und sinnvolle Anlagestrategie bei Investoren. Sie gehört zu den langfristigen Anlagestrategien. Berühmte Vertreter des Value Investing sind Benjamin Graham und Warren Buffet. Beim Kauf einer Aktie achten Value Investoren vor allem auf den Preis des Unternehmens in Relation zu seinem tatsächlichen Wert. Im Grunde genommen versuchen Anleger Unternehmen zu finden, die eigentlich wesentlich teurer sind als ihr aktueller Preis. So gesehen sind Value Investoren nichts weiter als Schnäppchenjäger.

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Warum Value Investing?

Value Investoren kaufen fast ausschließlich nach dem Motto Buy and Hold. Das bedeutet, dass sie einen einmal getätigten Kauf sehr selten wieder verkaufen. Sie haben zumindest einen sehr langen Anlagehorizont. Das hat mehrere Gründe. Zunächst gehen Value Investoren davon aus, dass sich der Preis des Unternehmens dem eigentlichen Wert früher oder später anpassen wird. Darüber hinaus kommt es über die Jahre und Jahrzehnte bei vielen fundamental gut aufgestellte Unternehmen zu einer weiteren Wertsteigerung. Value Investoren vertrauen darauf, dass andere Anleger den Wert des Unternehmens mit der Zeit ebenfalls erkennen und Anteile kaufen.

Kostenvorteile

Value Investing hat Kostenvorteile. Zum Einen sparen diese Anlagestrategie Tradinggebühren. Jeder ausgeführte Trade bei einem Broker verursacht Gebühren. Diese schwanken in etwa zwischen 6 und 10 Euro Mindestgebühr. Es liegt auf der Hand. Wenn ich meine Aktien länger halte, zahle ich weniger Gebühren. Zum Anderen müssen Aktiengewinne, die über den Freibetrag von 801 bzw. 1602 Euro hinaus gehen, jährlich versteuert werden.

Zeitvorteile

Die meisten von uns sind berufstätig und viele von uns haben weitere Verpflichtungen wie Familie oder Freunde. Auf diese Errungenschaften wollen wir auch nicht verzichten. Aktives Trading nimmt jedoch viel Zeit in Anspruch. Hierfür muss man Aktien sichten, bewerten, Kursverläufe beobachten, den Markt verfolgen und eventuell auch die Charttechnik verstehen. Den meisten Menschen fehlen schlicht und ergreifend die Zeit und die Muse sich in diese Thematik einzuarbeiten. Selbst wenn wir es tun würden, hätten wir am Markt gegenüber den Profis und den extra dafür entwickelten Algorithmen klare Wettbewerbsnachteile. Beim Value Investing benötige ich weder vertieftes Börsenwissen, noch viel Zeit oder eine überdurchschnittliche Intelligenz.

Was braucht man, um Value Investor zu werden?

An Fähigkeiten, Eigenschaften und Tools braucht man lediglich ein Verständnis für Value Investing (Basics), ein klar definiertes System und sehr viel Geduld.

In dieser Themenreihe werde ich dir die wichtigsten Grundlagen des Value Investing etwas näher bringen. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass diese von mir vorgestellten Basics der einzige Zugang zum Value Investing sind. Betrachte sie eher als Start oder als Ergänzung zu bereits erworbenem Wissen und gestalte dir dein eigenes Anlagesystem.

Los geht es im nächsten Teil der Themenreihe mit:

Kaufe den maximalen Pessimismus