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Das Humankapital – Die wichtigste Investition Ihres Lebens

Was ist Humankapital?

Das Humankapital wird häufig auf eine gesamte Bevölkerung bezogen und repräsentiert das wirtschaftlich nutzbare Potential, das sich aus Bildung, Fähigkeiten, Kenntnissen und Verhaltensweisen der Bürger zusammensetzt. Auf eine Person bezogen bedeutet das Humankapital im Prinzip das gleiche. Welche erworbenen Fähigkeiten einer Person lassen welchen wirtschaftlichen Nutzen erwarten? Einfacher ausgedrückt: Wie viel Geld lässt sich aus Ihren individuellen Fähigkeiten und erworbenen Qualifikationen generieren?

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Bildung fördert finanzielle Freiheit

Je mehr Sie über sich selbst und die Welt erfahren, desto besser werden sie sich selbst und die Welt verstehen. Bildung fördert die Fähigkeit Informationen verarbeiten zu können und sie für sich selbst wirtschaftlich nutzbar zu machen. Aus vielerlei Hinsicht kann dieses Argument unterstützt werden. Wissen Sie selbst um Ihre Fähigkeiten, dann sind sie in der Lage sich realistisch einschätzen zu können. Dadurch lassen sich für Ihr persönliches und finanzielles Leben entsprechende Verhaltensweisen ableiten, die förderlich sind.

Beratungsresistenz ist eine große Gefahr

Kaum eine Eigenschaft ist für den Menschen im Allgemeinen und Investoren gefährlicher als Beratungsresistenz. Zum Einen halten sich nicht wenige Investoren für unglaublich gut, ausgestattet mit privilegierten Hochleistungsgehirnen. Zum Anderen stehen vielen Anlegern meist das eigene Ego und der eigenen falsche Stolz im Weg. Sie können einfach nicht zugeben auch mal nicht richtig zu liegen oder eben nicht zu den Talentiertesten zu gehören. Das kann man sich so lange einreden, bis man beginnt, selbst daran zu glauben. Meist ist dies auch der Fall.

Merke: Beratungsresistenz bedeutet schlechte Rendite!

Wie Sie in Ihr Humankapital investieren

Es hängt von Ihrem Altern und Ihrer Lebenssituation ab, wie viel Sie in ihr Humankapital investieren können und wollen. Gehen wir zunächst Mal von einer jungen Person in den 20ern aus. In diesem Lebensabschnitt ist die Ausbildung bzw. das Studium das wichtigste Gut. Sollten Sie nicht gerade zur Gattung der Genies gehören und kurz davor sein z.B. einen Quantencomputer in Massenfertigung herstellen zu können, dann sollte Ihr Motto lauten: Bessere Bildung führt zu überdurchschnittlich hohen und sicheren Einkünften.

Achtung: Nicht jeder Weg führt zur finanziellen Freiheit

„Bildung = Geld“ ist eine oft propagierte und schön einfache Antwort, die aber unvollständig und daher falsch ist. Eher müsste es lauten: „Gezielte Blldung = Geld„, denn nicht jeder Bildungsweg ist wirtschaftlich gleich gut nutzbar. Fragen Sie den Dauerstudenten, den es vielleicht auch in Ihrem Freundeskreis gibt, der 13 Semester Philosophie und Ägyptologie studiert hat und kurz vor seinem Examen steht. Für das Humankapital ist diese Studienwahl schädlich. Sicherlich sollte man seinen Interessen nachgehen, jedoch ist es außerordentlich wichtig zu wissen, dass nicht jede Form der Bildung zur finanziellen Freiheit führen wird. Ein dreijähriges duales Studium bei einem größeren Unternehmen würde da weitaus mehr Sinn machen. Erstens verdienen Sie schon während ihrer Ausbildung Geld. Zweitens treten Sie früher in den Arbeitsmarkt ein und drittens haben Sie schon einen Fuß in der Tür eines größeren Unternehmens

40 Jahre, verheiratet, Kinder, Vollzeitjob

Menschen, die mitten im Leben stehen haben es nicht mehr ganz so einfach Ihr Humankapital zu erhöhen. Vielleicht gehören Sie zu den glücklichen, die bereits teilweise oder ganz finanziell frei sind. Eventuell haben Sie bereits ein so hohes Humankapital, dass sie einen sehr guten Verdienst haben. Herzlichen Glückwunsch! Dann haben Sie vieles richtig gemacht. Außer sie gehören zu den 90% der deutschen Bundesbürger, die Ihre Ausgaben stets an ihre Einnahmen anpassen und daher immer den gleichen Cashflow haben, unabhängig davon, wie viel sie arbeiten oder verdienen.

Finanzielle (Un)bildung

Aus Zeitgründen erfordert es im obig beschriebenen Fall etwas Disziplin das eigenen Humankapital zu erhöhen. Anfangen sollte man mit einer Einschätzung der finanziellen Lage und dem Beginn der eigenen finanziellen Bildung. Denn die meisten Menschen sind finanziell ungebildet. Leider kommen viele unwichtige Informationen zu uns, die wir überhaupt nicht benötigen. Ich wette auch Sie haben in Ihrer Schul-oder Studienzeit Unmengen an Wissen angehäuft, für welches Sie niemals wieder Verwendung gefunden haben. Finanzielle Bildung jedoch benötigt jeder. Dennoch kommt sie nicht in didaktisch aufbereiteten Informationshäppchen zu uns, die wir innerhalb einiger Jahre entpacken dürfen. Auch Medien, Bankberater und Versicherungsfachleute führen uns auf die falsche Fährte.

Wie also das Humankapital erhöhen?

„Die Wurst kommt nicht zum Hund“ und „der Berg kommt auch nicht zum Propheten“. Nehmen Sie ihre finanzielle Bildung selbst in die Hand. Nachdem Sie ihre finanzielle Situation eingeschätzt haben, bilden Sie sich zunächst finanziell fort. Kaufen Sie sich zum Beispiel drei Bücher, die sie in den nächsten Wochen oder Monaten durchlesen wollen. Aus Zeitgründen sollte mindestens ein Buch zur passiven Investmentanlage dabei sein. Glauben Sie mir an dieser Stelle, wenn ich behaupte, passive Investmentstrategien schlagen in der Regel 90% aller aktiven Trader inklusive den professionellen Tradern!

Ziehen Sie die richtigen Schlüsse

Gehören Sie nicht zu den beratungsresistenten Menschen, dann können Sie ihre Situation nun realistisch einschätzen. Sie wissen um Ihre finanzielle Lage und haben sich finanziell weiter gebildet. Setzen Sie sich nun Ziele. Überlegen Sie sich, wie viel Geld sie monatlich investieren wollen, um ihre finanzielle Freiheit zu erreichen. Nutzen Sie zudem Ihre Sparpotentiale. Leben Sie weiterhin gut und so, dass sie nicht auf jeden Euro schauen müssen, aber vermeiden Sie unnötige Ausgaben. Kündigen Sie unnütze Finanzprodukte, die Ihnen ihr Bankberater aufgeschwatzt hat oder legen Sie sie still, falls der Rückkaufwert sich nicht rentiert.

Erhöhen Sie ihren Wert

Investieren Sie weiter in ihre eigene berufliche Bildung. Vielleicht gibt es Fortbildungsmöglichkeiten in Ihrem Beruf, welche Sie interessieren, wofür Sie jedoch bisher nicht die richtige Motivation entwickelt haben. Mit passiven Investments bliebe Ihnen sogar die nötige Zeit sich weiterzubilden. Erhöhen Sie Ihr Humankapital innerhalb Ihrer Firma und machen Sie sich dort unverzichtbar. Ihre Mitarbeiter und Vorgesetzten werden diese von Ihnen getätigte Investition früher oder später bemerken und so könnte sie sich in Form einer Gehaltserhöhung auszahlen. Alternativ haben Sie vielleicht ein Hobby, welches Sie nebenberuflich gewinnbringend ausüben können.

Humankapital als Teil der Asset Allocation

Das Humankapital hat unzweifelhaft einen großen Einfluss auf ihre finanzielle Möglichkeiten. In der Literatur wird das Humankapital teilweise als wichtigster Bestandteil der Asset Allocation angesehen. Genau so sollten Sie das Humankapital auch behandeln. Neben Ihren Investitionen in Aktien, ETFs, Immobilien, Rohstoffe und Edelmetalle, sollten Sie die Investitionen in Ihr Humankapital als wichtigen Bestandteil Ihres Depots ansehen.

Kaufe niedrig, verkaufe nie

Kaufe niedrig, verkaufe nie!

Kaufe niedrig, verkaufe nie! So lautet eines der Grundprinzipien des Value Investing. Denn einer der häufigsten Fehler vieler Privatanleger ist das häufige Traden. Ständige Käufe und Verkäufe verursachen nicht nur hohe Gebühren, sondern verringern auch die Rendite. Es gilt also Aktien von unterbewerteten Unternehmen zu kaufen und diese sehr lange zu halten oder nie zu verkaufen.

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Günstiges Einkaufen

Viele Vertreter von Buy &Hold-Strategien sind der Meinung, dass der Zeitpunkt des Einstiegs beim Kauf eines Value-Wertes keine große Bedeutung hat. Jedoch widerspricht dies unserer natürlichen Herangehensweise beim Erwerb eines Produkts. Schließlich wollen wir nicht zu viel Geld ausgeben und günstig einkaufen. Dennoch kann die Umsetzung dieses Prinzips sinnvoll sein. Denn wir setzen den aktuellen Preis einer Aktie in Relation mit dem Wert, den das Unternehmen unserer Ansicht nach in der Zukunft haben wird. Insofern kann es Sinn machen, auch in Bullenmärkten in Value Werte zu investieren. Denn der Anlagehorizont beim Value Investing ist langfristig und bisher wurde am Markt noch jeder Höchststand früher oder später überboten.

Sind Aktien-Preise also unwichtig?

Nein. Obwohl es Sinn machen kann auch bei hohen Kursen Value Werte zu kaufen, investiert man am geschicktesten bei Marktrücksetzern oder deutlichen Unterbewertungen. Ich würde folgendes raten:

Cashquote und Nachkauf

Sie können sich ihr Depot nach dem Prinzip des Value Investing zu jeder Marktlage aufbauen. Achten Sie auf eine gesunde Diversifikation. Aus meiner Sicht macht eine Depotgröße von 10-15 Aktien Sinn. Haben Sie weniger als 10 Positionen, haben Ihre Einzelwerte eine zu hohe Gewichtung. Kaufen Sie mehr als 15 Einzelaktien, verliert man als Privatanleger leicht den Überblick. Halten Sie eine Cashquote von mindestens 15-20% zurück. Nutzen Sie ausgezahlte Dividenden zum Aufstocken ihrer Cashquote. Nun haben Sie genügend Mittel, um bei Rücksetzern von Einzelwerten oder des Gesamtmarktes viel günstiger einzukaufen. Möglichkeiten wird es genügend geben. Es ist dabei wichtig nicht überstürzt, sondern geduldig zu handeln. Die erste Hälfte des Jahres 2016 eignete sich zum Beispiel hervorragend zum Kauf von unterbewerteten Unternehmen.

Anmerkung:

Meine Vorschläge sind keine Anleitung oder Garantie zur finanziellen Freiheit. Bilden Sie sich ihre eigene Meinung. Lesen Sie über Themen wie Value Investing, Investieren mit Kopf, Wikifolio, Anfängerfehler etc. und übernehmen Sie die Anlagestrategien, die Sie persönlich als sinnvoll erachten und zu Ihnen passen. Nutzen Sie auch verschiedene Quellen, um das eigene Verständnis zu schärfen.

Paul möchte finanziell frei sein

Finanzielle Freiheit ganz konkret

Der Weg zur finanziellen Freiheit unterliegt zwar immer den gleichen Gesetzmäßigkeiten des Marktes, aber die konkrete Ausführung ist sehr individuell. Im folgenden habe ich mal ein fiktives Beispiel genommen, wie ein Weg zur finanziellen Freiheit aussehen könnte. Bitte versteht das nicht als Anleitung zur finanziellen Freiheit, sondern als einen möglichen Weg, den ich mir mit meiner bescheidenden subjektiven Meinung vorstellen könnte.

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Paul möchte finanziell frei sein

Paul ist eine fiktive Person und hat folgende Voraussetzungen:

  • Alter: 27
  • keine Kinder, ledig, lebt mir seiner Freundin zusammen
  • monatliches Nettoeinkommen: 2 200 Euro
  • monatliche Ausgaben: 1 800 Euro
  • Ersparnisse: 8 000 Euro
  • mögliche monatliche Sparsumme 400 Euro

Schritt 1: Ausgaben überprüfen

Die monatlichen Ausgaben von 1 800 Euro im Monat sollten überprüft werden. Was davon ist tatsächlich notwendig und welche Ausgaben sind weniger sinnvoll? Die zwei größten Kostenpunkte der Deutschen sind das Wohnen und der Transport. Ist das finanzierte Auto tatsächlich nötig, um glücklich zu sein? Lohnt sich ein Umzug?  Hat Paul einen wenig gewinnbringenden Riester-Vertrag, den er stilllegen könnte oder ist er generell überversichert? Auch Kleinigkeiten können einen großen Effekt haben. Vielleicht ist es sinnvoller sich den täglichen Kaffee bei Starbucks für 3 Euro in der Mittagspause zu sparen und davon lieber Starbucks-Aktien zu kaufen. Es gibt viele Wege Sparpotentiale zu nutzen. Versteht das nicht falsch, man sollte sich weiterhin etwas gönnen dürfen. Man macht es nur mit Bedacht.

Schritt 2: Ziele setzen und Handeln

Zunächst sollten zwei Nettomonatsgehälter auf ein Tagesgeldkonto zur Absicherung überwiesen werden. Von der Sparsumme können dann noch 3 600 Euro für Investitionen verwendet werden. Sie könnten als Startkapital für einen ETF-Sparplan dienen, den Paul mit weiteren 200 Euro pro Monat füttern könnte. Diese 200 Euro sollte man auf 3-4 verschiedene konservative ETFs verteilt werden, um eine gute Diversifikation zu erhalten. Da Paul mit Kopf investieren möchte, sucht er bei einer Direktbank nach ETFs mit Aktionspreisen. Somit fressen die Gebühren die Rendite nicht auf. Die restlichen 200 Euro werden monatlich in erfolgreiche Wikifolios investiert. Pauls Ziel ist es so innerhalb von 2-3 Jahren eine Summe von 20 000 Euro anzusparen.

Diversifikation muss man sich leisten können

Ab diesem Zeitpunkt möchte sich Paul ein diversifiziertes Aktien-Portfolio einrichten. Er kauft 10-15 Aktien nach dem Prinzip des Value Investing. Die monatlichen Sparraten in die ETFs und Wikifolios lässt er weiter laufen. Sollte Paul nach einigen Jahren über einen sechstelligen Betrag verfügen, werden Teile seines Vermögens in dividendenstarke Unternehmen investiert. Somit schafft sich Paul weiteres passives Einkommen. Die Erträge aus den Dividenden werden reinvestiert. Erhöht sich die Sparsumme zum Beispiel durch Gehaltserhöhungen, werden diese ebenfalls reinvestiert.

Entspannung durch finanzielle Freiheit

Entspannung durch finanzielle Freiheit

Auf der Suche nach Gleichgesinnten, die den Weg zur Entspannung durch finanzielle Freiheit suchen, stieß ich neulich auf den Blog von „Privatier“. Dabei bin ich auf die von ihm ausgerufene Blogparade aufmerksam geworden. Es handelt sich um eine Parade zum Thema „Freiheit oder Langeweile?“. Bei Interesse, könnt ihr hier alle anderen Beiträge hierzu lesen. Es lohnt sich auf alle Fälle!  Der Untertitel meines eigenen Blogs lautet: Entspannung durch finanzielle Freiheit. Dieses Konzept zieht sich wie ein roter Faden durch meinen gesamten Blog. Die Finanzielle Freiheit ist eine Art Protagonist oder Meta-Überschrift jedes einzelnen Beitrags. Jedoch gibt es noch keinen separaten Artikel auf meinem Blog, der sich ausschließlich mit dieser Thematik beschäftigt. Da kommt die Blogparade gerade recht!

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Das verstehe ich unter finanzieller Freiheit

Finanzielle Freiheit entsteht für mich in verschiedenen Stadien. Am Ende dieser Stufen steht die absolute finanzielle Freiheit. Im Optimalfall kann ich dann von meinem passiven Einkommen alle notwendigen Kostenpunkte meines Lebens decken. Arbeit wäre kein Muss, sondern eine freiwillige Aktivität. Denn die finanzielle Freiheit bietet Unabhängigkeit vom eigentlichen Beruf, sowie Geldnöten und -sorgen. Darüber hinaus denke ich, sorgt die finanzielle Freiheit für mehr Sicherheit. Damit meine ich nicht nur Sicherheit im Sinne der Existenzsicherung, sondern eine Verstärkung der Selbstsicherheit. Wenn man nicht mehr arbeiten muss, geht man mit einer ganz anderen Einstellung und Erwartungshaltung zum Arbeitsplatz. Vielleicht möchte man seinem eigentlichen Beruf auch nur noch zu 50% nachgehen und morgens lieber ein wenig später ins Büro. Finanzielle Freiheit fördert daher die Selbstsicherheit und die Authentizität der eigenen Persönlichkeit.

Die Schritte zur finanziellen Freiheit

Unabhängigkeit vom Einkommen aus regelmäßiger Arbeit entsteht nicht über Nacht. Es ist ein langer, teils auch langweiliger Weg, der Schritt für Schritt zur finanziellen Freiheit führen kann. Wenn man zum Beispiel durch cleveres Investieren 500 Euro passives Einkommen pro Monat erreicht hat, kann man seine reguläre Arbeit reduzieren. Womöglich möchte man nur noch zu 75% arbeiten. Somit hätte man im Umkehrschluss 25% finanzielle Freiheit erreicht.

Ein Marathon mit Etappen

Diese Etappenziele sind von immenser Bedeutung. Wie bereits erwähnt ist der Weg dahin meist lang und erfordert viel Geduld. Man kann dies mit einem Marathonlauf vergleichen. Ein Läufer denkt innerhalb der ersten 30 Minuten seines Laufes selten an die Gesamtstrecke von knapp 42 Kilometern. Die Gedanken an das finale Ziel können demotivierend sein. Daher setzen sich Läufer Etappenziele und freuen sich zum Beispiel beim Erreichen der 10 km-Marke über das Geleistete. Ganz ähnlich sehe ich das bei der finanziellen Freiheit. Es ist wichtig sich Etappenziele zu setzen. Wenn man zum Beispiel „nur“ 200 Euro pro Monat zurücklegen kann, dann sollte man nicht über ein passives Einkommen zur Sicherung des Lebensabends nachdenken.  Man setzt sich zum Beispiel das Ziel, dass man innerhalb der ersten 5 Jahre eine Gesamtsumme von 20 000 Euro durch Investitionen ansammelt. Meiner Meinung nach ist es immer am besten sich recht hohe Ziele zu setzen.  Zwar werden diese dann häufig verfehlt, aber es erhöht die Motivation und am Ende auch den Ertrag.

Warum finanzielle Freiheit?

Wir alle kennen das sogenannte Hamsterrad. Man steht früh morgens auf, geht zur Arbeit und erledigt seinen Job. Zu Hause angekommen kümmert man sich um den Haushalt und spielt mit den Kindern. Man bereitet Essen vor, bringt die Kinder zu Bett, checkt noch ein paar E-Mails und am Ende das Tages hat man vielleicht noch die Kraft für eine Runde passives Berieseln lassen vor dem TV. Das was viele Menschen (nicht alle) häufig deprimiert, ist das Wissen, dass der nächste Tag und die meisten der darauf folgenden Tage in etwa den gleichen Ablauf haben werden. Als Mensch, der sich weiter entwickeln möchte, ist die aufkommende Stagnation eine Gefahr, welche man oft nicht wahrnimmt.  Nicht selten werden die Persönlichkeiten vieler Leute mit der Zeit kühler und am Lebensabend oft verbittert. Natürlich kann man sich ein Hobby suchen, Sport treiben, ein Instrument lernen, reisen etc. Doch die qualitative Eigenzeit ist meist zu niedrig, um diesen Aktivitäten mit Energie, Zeit und Muse nachzugehen.

Was bedeutet finanzielle Freiheit für mich?

Ich persönlich möchte meine Eigenzeit durch finanzielle Freiheit erhöhen. Wahrscheinlich würde ich selbst bei Erreichen einer absoluten finanziellen Freiheit meine eigentliche Arbeit nicht vollständig aufgeben. Ich würde mich jedoch mit Sicherheit mehr mit Aktivitäten beschäftigen, die mir viel Freude bereiten. Dazu gehört auch das Pflegen eines Blogs zum Thema „Finanzielle Freiheit“. Im Endeffekt erhoffe ich mir dadurch auch mehr Entspannung.

Wir brauchen mehr Dosen Eigenzeit

Ich erinnere mich an meine Studienzeit zurück, insbesondere an die Semesterferien. Damals hatte ich immer wieder mal Phasen, meist nach der Prüfungssaison, in denen ich nicht wusste, was ich mit meiner vielen Zeit anfangen sollte. Wenn es möglich gewesen wäre, hätte ich meine Eigenzeit in Dosen verpackt und bei Ebay zur Versteigerung angeboten. Eigentlich wäre das eine super Geschäftsidee gewesen. Worauf ich hinaus möchte ist folgendes: Ein Mensch benötigt ein gewisses Maß an qualitativer Eigenzeit. Dieses Maß ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich, doch jeder Mensch braucht es. Die beiden von mir beschriebenen Extreme der Semesterferien und des Hamsterrades können beide ungesund sein. Sie können Menschen auf lange Sicht sogar krank machen. Daher ist es auch nicht sicher, ob die finanzielle Freiheit, sprich das Endziel, die Erfüllung aller Ziele ist und sich somit die absolute Glückseligkeit einstellt.

Finanzielle Freiheit hinterfragt – Kommt Langeweile auf?

Mein Weg zur finanziellen Freiheit hat ein paradoxes Ziel. Das Ziel ist nämlich gar nicht mal so sehr die finanzielle Freiheit an sich, sondern der Weg dahin. Ich freue mich natürlich über jedes neue Stadium der finanziellen Freiheit. Durch die Vorzüge der finanziellen Freiheit habe ich mir ja erst diesen Weg zum Ziel gemacht. Man sollte sich jedoch der Tatsache bewusst sein, dass die Erwartungshaltung des absoluten Glücks beim Erreichen eines Lebenstraumes unerwartete psychologische Folgen haben kann. Nachdem Reinhold Messner einen seiner größten Erfolge erreicht hatte, erfuhr er Leere. Als Boris Becker die Nummer 1 der Tenniswelt wurde, fühlte er sich traurig. Als Michael Schumacher seinen 50. Grand Prix Erfolg feierte, überkamen ihn ähnliche Gefühle. Finanzielle Freiheit ist keine Garantie Glück und Zufriedenheit zu erfahren. Wenn man dieses Stadium erreicht hat, ist es wichtig, sich neue Ziele zu setzen und einen neuen Weg zu finden. Geld macht nicht glücklich!

Wie erreicht man finanzielle Freiheit?

Im Grunde genommen erreicht man finanziellen Freiheit durch den momentanen Verzicht auf Konsum, um von einer jetzt getätigten Investition später zu profitieren. Verzichte ich auf Geld und investiere es zum Beispiel in Aktien, ETFs oder Wikifolios, dann erhoffe ich mir früher oder später vom Zinseszins passives Einkommen zu generieren. Verzichtet man auf Eigenzeit und verbringt sie mit Arbeit, investiert man in das Humankapital und erhofft sich dadurch später einen finanziellen Erfolg. In aller Regel werden beide Herangehensweisen parallel durchgeführt.

Was kostet finanzielle Freiheit?

Die Kosten der finanzielle Freiheit sind ganz individuell. Sie sind abhängig von deinem Einkommen, deinen laufenden Kosten und deinem Lebensstil. Finanzielle Freiheit erreicht man jedoch nur dann, wenn man weniger ausgibt als man hat und die Differenz investiert. Daher sollte man Wohn- und Transportkosten niedrig halten. Auch Konsumschulden sollte man dringend vermeiden, denn wir wollen ja vom Zinseszins profitieren und uns nicht von ihm versklaven lassen. Zu diesen Themen habe ich schon den ein oder anderen Artikel verfasst, die ihr euch hier anschauen könnt.

Fazit

Finanzielle Freiheit ist ein vielschichtiger, abstrakter Begriff und deckt viele Teilbereiche der Finanzwelt ab. In meinem Beitrag zur Blogparade habe ich die aus meiner Sicht wichtigsten Aspekte angesprochen. Je nach Definition der finanziellen Freiheit und der Motivation, warum man sie erreichen will, kristallisieren sich ganz individuelle Wege dahin heraus. Wichtig ist sich bewusst zu werden, was finanzielle Freiheit für einen bedeutet, warum man sie haben möchte und was man bereit ist dafür zu investieren.

Solltet ihr Kritik, Anregungen oder Fragen haben, lasst es mich über die Kommentarfunktion wissen. Sehr interessiert wäre ich auch daran, wie ihr eure finanzielle Freiheit erreichen wollt oder bereits erreicht habt.

Info:

Hier geht es zur Blogparade

 

 

 

 

3 Schritte zur finanziellen Freiheit

3 Schritte zur finanziellen Freiheit

Der Weg zur finanziellen Freiheit ist ein langfristiger und manchmal langweiliger Weg, der viel Geduld erfordert. Nicht selten liest man im Internet über Möglichkeiten, wie man schnell und ohne Anstrengung zu Reichtum gelangen kann. Sie können jedoch davon ausgehen, dass diese Vorschläge der Wahrheit zu fast 100% nicht entsprechen.

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Was ist finanzielle Freiheit?

Finanzielle Freiheit kann auf verschiedene Art und Weise interpretiert werden. Meist geht man davon aus, dass finanzielle Freiheit Unabhängigkeit vom eigentlichen Beruf bedeutet, den sie ausüben. Man muss also nicht mehr arbeiten, sondern kann arbeiten wenn man das möchte. Das passive Einkommen reicht in diesem Fall aus, um alle Kosten zu decken und weitere Investitionen zu tätigen. Ich differenziere gerne in weiteren Schritten. Die absolute finanzielle Freiheit erreicht man nicht über Nacht. Man kann sie schrittweise erreichen. Wenn ihr passives Einkommen zum Beispiel eine Höhe von 20% ihres Gehaltes entsprechen, dann haben sie im Umkehrschluss 20% finanzielle Freiheit erlangt. Das bedeutet, sie können ohne irgendwelche Verluste ihr Arbeitspensum auf 80% reduzieren. Somit haben sie sich einen Teil finanzielle Freiheit geschaffen. In diesem Artikel geht es im Groben um die 3 wichtigsten Schritte zur finanziellen Freiheit wenn man bei „Null“ anfängt.

1. Eigenkapital ansparen

Investieren an der Börse oder Investieren in Immobilien lohnt sich erst ab einem gewissen Betrag. Ansonsten fressen die Gebühren an der Börse das eingesetzte Kapital auf oder man bekommt keinen Kredit von einer Bank für den Kauf einer Investmentimmobilie. Daher ist der erste Schritt das regelmäßige  Sparen von nicht benötigten finanziellen Mitteln. Sparpotentiale gibt es viele. Um sich einen genauen Überblick über die laufenden Kosten zu machen, lohnt sich das Führen eines Haushaltsbuches. So entdeckt man einerseits vermeidbare Ausgaben und entwickelt andererseits ein Gefühl für potentielle Sparsummen. Die größten Kostenpunkte der Deutschen sind das Wohnen und der Transport. Häufig übernimmt man sich bei der Miete einer Wohnung, weil man sich mehr leistet als man sich leisten kann. Viele finanzieren zudem zu teure Autos, weil man sich mit weniger nicht zufrieden geben möchte. Eine weitere Grundregel wäre keine Konsumschulden zu machen. Wer finanzielle Freiheit erreichen möchte, muss verstehen, dass er vom Zinseszins profitieren und nicht darunter leider möchte. Wer mehr zu diesem Thema erfahren will, klickt bitte hier.

2. Vom Zinseszins profitieren

Die mächtigste Waffe des Investors ist der Zinseszins. Unsere kapitalistische Gesellschaft ist darauf aufgebaut. Menschen mit viel Geld geben Menschen mit wenig Geld Kredite und verlangen Zinsen. Der Dax hat in den letzten 30 Jahren durchschnittlich 6% Rendite pro Jahr erreicht. Wer heute 100 Euro pro Monat investiert, hätte bei der der gleichen Rendite nach 10 Jahren etwa 16 300 Euro angespart. Davon wären 4 300 Euro Einnahmen durch Zinsen, die bei Verkauf noch mit der Abgeltungssteuer (etwa 27%) verrechnet werden müssten. Spart man den gleichen Betrag 10 weitere Jahre an, käme man bereits auf eine Summe von etwa 44 000 Euro. Davon wären fast die Hälfte der Einnahmen Zinsen. Man kann also leicht erkennen: Je mehr Kapital man zur Verfügung hat, desto mehr profitiert man von den Zinseszinsen. Über verschiedene Investitionsmöglichkeiten auf dem Weg zur finanziellen Freiheit habe ich hier bereits einen Artikel verfasst. Einnahmen aus Dividenden sollten dabei reinvestiert werden.

3. Das passive Einkommen managen

Hat man sich Vermögen aufgebaut gilt es dies zu managen. Meist hat man in diesem Stadium das 40. oder 50. Lebensjahr schon hinter sich und die Rente rückt immer näher. Daher sollte man das Risiko der Investitionen reduzieren, um von kurzfristigen Markterschütterungen nicht getroffen zu werden. Hat man einen langfristigen Anlagehorizont von einigen Jahrzehnten, fallen starke Marktschwankungen weniger ins Gewicht. Wollen sie aber passives Einkommen generieren, um zum Beispiel die finanziellen Lücken wie die der Rente zum letzten Gehalt zu schließen, dann macht es Sinn, schrittweise seine Investitionen umzustrukturieren. Eine Möglichkeit wäre eine Dividendenstrategie zu wählen. Sie können sich ein Aktienportfolio mit sicheren Dividendenzahlern einrichten. Unabhängig von Schwankungen des Kurses werden diese gezahlt und sie generieren so ein passives Einkommen. Anstatt die Dividendenzahlungen zu reinvestieren, leben sie nun davon. Sie können auch Aktien von Unternehmen mit sehr hoher Marktkapitalisierung kaufen. Diese sind weit weniger volatil und weisen dadurch in schlechten Marktphasen weniger Verluste auf. Ich hoffe ich konnte ihnen auf dem Weg zur finanziellen Freiheit etwas weiterhelfen. Wenn sie weitere Ideen und Vorschläge haben, lassen sie es mich wissen.