Archiv der Kategorie: Finanzielle Freiheit

Leistungsgesellschaft und Selbstverantwortung

Leistungsgesellschaft und Selbstverantwortung

Es ist eine der ersten Fragen eines typischen Small Talks. Was machst du eigentlich beruflich?  Wir Deutschen sind Weltmeister darin uns über Lohnarbeit zu definieren. Als würde die Art und Weise wie wir unser Leben finanzieren unser Leben beschreiben können. Wir definieren uns nicht nur über die Funktion in unserer Gesellschaft, sondern tragen unsere Erfolge gerne nach außen. Wir kaufen uns ein tolles Auto oder ein modernes Haus. Das Materielle soll ein glückliches und erfolgreiches Leben repräsentieren. Manche von uns hängen sich Urkunden, Doktortitel, Auszeichnungen oder sonstige Zertfikate an die Wand.  Wir verbringen 40 oder mehr Stunden in der Woche mit Lohnarbeit. Doch Leistung ist nicht gleich Lohnarbeit!

Was ist denn hier los?

2017 ist Wahljahr. Alle vier Jahre diskutieren Spitzenkandidaten auf Marktplätzen, in Bierzelten und Talkshows über die wichtigsten politischen Themen. Einwanderung, Soziale Gerechtigkeit, Innere Sicherheit, Außenpolitik und die Rente. Ein beliebtes Argument: Wer 40 Jahre gearbeitet hat, sollte den Lebensabend nicht mit einer Mindestversorgung erleben müssen. In diesem Fall gehen wir jedoch davon aus, dass Leistung alleine an der Zeit bzw. an der verrichteten Arbeit bemessen wird. Es sollte jedoch eine Variable berücksichtigt werden. Von großer Bedeutung ist der Ertrag der Leistung, die innerhalb einer bestimmten Zeit erbracht wurde.

Wie ist das gemeint?

Stell dir ein mittelalterliches Dorf vor. Ein Bauer ist für die Wasserversorgung der Gärten zwecks Selbstversorgung zuständig. 40 Jahre lang läuft er jeden Tag 12 Stunden zum Brunnen und zurück, um die notwendige Wassermenge in seine Eimer zu schöpfen. Sein Nachfolger schaut sich den Ertrag der Leistung in dieser Zeitspanne an. Er setzt sich an einen Tisch und skizziert ein Grabensystem. In den nächsten Wochen hebt er Gräben aus und leitet die Kanäle zu allen Gärten im Dorf weiter. Das Wasser fließt nun automatisch zu den übrigen Bauern. Ein Mal am Tag überprüft der Bauer sein System. Die restliche gewonnene Zeit nutzt er, um anderen Tätigkeiten nachzugehen. Er hat den selben Ertrag erbracht wie sein Vorgänger und zwar in einem Bruchteil der Zeit.

Eine Chance!

Im ersten Moment hört sich diese Herangehensweise gegenüber den hart arbeitenden Menschen in der Republik vielleicht vorwurfsvoll an. Es geht jedoch nicht um Vorwürfe, sondern um Selbstverantwortung. Wenn wir selbst verantwortlich sind für unsere aktuelle finanzielle Situation, dann haben wir es auch in der eigenen Hand, diese zu ändern. Insbesondere erfolgreiche Menschen suchen die Schuld nicht im Außen, sondern schreiben sich Versagen auf die eigene Fahne. Das ist keine Schande, sondern sehr hilfreich.

Mit Selbstverantwortung zu mehr Ertrag

Der eine oder andere ist nach dem letzten Abschnitt vielleicht empört und denkt womöglich über seine schwierigen Umstände nach wie zum Beispiel:“mein Chef verweigert mir eine Beförderung“, „meine Frau und meine Kinder fordern mich zu sehr“, „ich bin krank, es geht eben nicht mehr“ etc.. Wenn deine Lebensumstände dich zu viel Energie kosten, das ist es eben genauso wie es ist. Niemand ist hierfür verantwortlich außer dir selbst. Der einzige, der diese Situation ändern kann bist du selbst. Mit Schicksalen hadern macht keinen Sinn und hilft niemandem weiter, schon gar nicht dir. Es steht außer Frage, dass du es im Falle einer Krankheit oder durch einen Schicksalsschlag wesentlich schwerer hast. Doch du wirst dir selbst nicht helfen können wenn du dich mit anderen Menschen vergleichst, die es leichter haben oder dem Schicksal die Schuld gibst.

Die junge Generation

Insbesondere für die junge Generation ist das unheimlich wichtig. Je früher man lernt, für die eigenen Finanzen selbst verantwortlich zu sein und niemanden außer sich selbst hierfür zur Rechenschaft zu ziehen, desto besser. Hierdurch bleibt man handlungsfähig und offen für Veränderungen und Neues. Beginne früh zu investieren, in dich selbst, in deine Umgebung, in deine Bildung und dein Vermögen.

Die Eigenverantwortung übernehmen

Es ist unheimlich leicht anderen Menschen für die eigenen Umstände verantwortlich zu machen. Nirgends wird dies deutlicher als in gescheiterten Beziehungen. Der verlassene Mann beschimpft seine Ex-Frau, die mit dem Tauchlehrer durchgebrannt ist und beschuldigt sie für sein Unglück und seinen finanziellen Ruin verantwortlich zu sein. Er fühlt sich wie ein Zahlvater, der als Unterhaltssklave in der Lohnarbeit fest steckt. Die verlassene Frau beschimpft ihren Ex-Mann, weil dieser eine Affäre mit einer Krankenpflegerin begann. Sie fühlt sich als Opfer, denn sie hat für die Kinder die Karriere hin geschmissen und findet keinen Anschluss im Beruf. Beide verstehen nicht, dass die jetzige Lebenssituation durch eine Summe eigener Entscheidungen hervorgerufen wurde und sie selbst für die jetzige Lebenslage die Verantwortung tragen.

Zurück zur Lohnarbeit

Meistens entscheiden wir in jungen Jahren über unsere berufliche Zukunft. Uns ist nur in einem gewissen Maße bewusst, welche Konsequenzen die Berufswahl für unser weiteres Leben hat. In der Mitte des Lebens bemerken wir dann vielleicht, dass die Bezahlung der gewählten Profession kaum reicht, um Miete, Transport oder Freizeit zu finanzieren. Wir glauben von unserer Lohnarbeit abhängig zu sein, bzw. geben den Umständen die Schuld. Doch unser finanzielles Glück hängt nicht nur von der Lohnarbeit ab. Wir können unser Leistung auch in anderen Bereichen erbringen und uns ein Stück von der Lohnarbeit lösen.

Schritt für Schritt mehr finanzielle Freiheit

Ähnlich wie der Bauer das Bewässerungssystem des Vorgängers bewertete und änderte, kannst du auch dein ganz persönliches Finanzsystem zu deinen Gunsten umwandeln. Das kann einige oder auch viele Jahre dauern bis du davon profitieren wirst, aber wenn du nicht beginnst, dann wird es auch niemals dazu kommen. Zunächst benötigst du einen Überblick über deine Finanzen, also Einnahmen und Ausgaben. Dann kannst du die Ausgaben überprüfen und dich dafür entscheiden weniger, aber bewusster zu konsumieren. Dann geht es darum zu überprüfen, ob du Möglichkeiten hast, deine Einnahmen zu erhöhen.

Der Sinn von Investitionen

Als ich den Blog begann und im Netz nach Tipps im Bereich Finanzen recherchierte, entdeckte ich viele Angebote, die es angeblich ermöglichen, innerhalb kürzester Zeit viel Geld mit wenig Arbeit zu verdienen. Das ist in 99,9% aller Fälle nicht machbar Im Gegenteil, wenn du heute etwas investierst bedeutet dies, dass du im Hier und Jetzt auf etwas verzichtest, um später hiervon zu profitieren. Wenn du dir heute deine erste Aktie kaufst, dann verzichtest du auch ab heute auf dieses Geld. In 10 Jahren jedoch wirst du aber womöglich ein Vielfaches zurück bekommen und dir ein Stückchen finanzielle Freiheit erschaffen haben. Auch jährliche Dividenden schaffen dir ein Stück finanzielle Freiheit.

Du und das Geld

Wenn du das Gefühl hast neben Beruf und Familie immer noch Energie zu haben, dann beginne mit einer Investition in dich selbst. Schaue nach Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten innerhalb deiner Profession. Nutze deine Erfahrung und dein Wissen zu einem Hobby und mache es profitabel. Du angelst gerne? Dann denke über einen Angelladen nach. Du spielst Tennis? Dann beginne einen Trainerschein! Du bist ein Mathegenie? Dann gib Nachhilfe!

Bestätige dich nicht durch Materielles

Wenn man 40 oder mehr Stunden der Woche arbeitet, dann möchte man sich selbst auch belohnen. Da man so viel Zeit mit Arbeit verbringt, will man in der Regel das damit verdiente Geld wieder ausgeben. Denn schließlich hat man für dieses Geld seit vielen Jahren malocht. Also wird das neue Iphone bestellt oder der nächste Urlaub gebucht. Anstatt in diese Konsumfalle zu tappen, solltest du diese Geld zur Seite legen, denn es ist dein Kapital und lässt sich mit Geduld vermehren! Kaufe dir lieber Aktien von Apple oder Ryan Air, als dir durch kurzfristigen Konsum temporäres Glück zu kaufen.

Investitionsansätze

Zum Schluss noch einige Allgemeine Tipps zum Thema Geldvermehrung  durch Leistung ohne Lohnarbeit. Schließlich befindest du dich hier auf den Seiten eines Finanzblogs. Daher verlinke ich dir einige Artikel zu den Themen Investieren, Sparen und Vermögensaufbau.

Wenn du möglichst wenig Arbeit mit dem Investieren haben möchtest, dann investiere passiv in ETFs. Hier findest du eine mögliche Strategie.

Hier findest du allgemeine Tipps zum Vermögensaufbau.

Über Social Trading Plattformen wie Wikifolio kannst du mit anderen gemeinsam deine Performance erhöhen. Hier findest du Informationen zu diesem Thema.

Wenn du das Risiko nicht scheust und in einen Wachstumsmarkt investieren möchtest, dann informiere dich hier über Kryptowährungen.

Ganz klassisch in Einzelaktien zu investieren ist immer eine gute Idee. Hier findest du eine mögliche Vorgehensweise, um rentable Aktienwerte zu finden.

Um von der gesamten Finanzblog-Community und der Kompetenz der besten Finanzblogger im deutschsprachigen Raum zu lernen, schaue hier vorbei.

Hast du es geschafft Einkommen ohne Lohnarbeit zu erreichen? Berichte uns gerne in den Kommentaren davon!

 

 

Börse und Schule

Börse und Schule

Börse und Schule scheinen zwei völlig voneinander getrennte Welten zu sein. Nach meinem Abitur konnte ich Gleichungen lösen, zwei Fremdsprachen sprechen, Gedichte interpretieren, einen Felgaufschwung durchführen und Noten lesen. Wovon ich jedoch keinen blassen Schimmer hatte waren Finanzen. Wir alle verlassen die Schule im Normalfall als absolute Finanzlaien.

Schule und Praxis

Uns ist allen bewusst, dass wir den überwiegenden Anteil des in der Schule angehäuften Wissens niemals in der Praxis anwenden werden. Sehen wir mal von einigen Kompetenzen wie Lesen, Schreiben oder den Umgang mit Grundrechenarten ab, saugen wir unheimlich viel Wissen auf, das wir tatsächlich nie nutzen werden. Mehr noch, lernen Schüler den meisten Stoff nur auswendig und haben ihn wenige Wochen später wieder vergessen

Bildung hinkt hinterher

In der Bildungspolitik steckt kein Geld. Dazu ist das System im Allgemeinen schwerfällig und träge. Es ist unheimlich schwer dieses System an die Bedürfnisse der Welt außerhalb der Schule anzupassen. Wenn dies geschieht, dann in der Regel zu Gunsten der Wirtschaft oder als Mittel zum Zweck, um Wähler zu generieren. Die Schülerinnen und Schüler werden aus meiner Sicht unzureichend auf ihre Zukunft vorbereitet.



Warum Finanzbildung?

In Zeiten der Niedrigrente und Altersarmut ist es unerlässlich die nachfolgende Generation im Umgang mit Geld zu schulen. Hinzu kommt, dass die Lebenserhaltungskosten in der Relation schneller steigen als die Löhne. Zudem schwebt über uns allen der (selbst) auferlegte Geist des ständigen Leistungsdrucks. Männer müssen in der modernen Welt Versorger und fürsorglicher Familienvater in Einem sein. Frauen sollen heutzutage familiär und beruflich alles im Griff haben und am besten Karriere machen. Alle sind ständig erreichbar und jederzeit verfügbar. Der gesellschaftliche Burnout ist quasi vorprogrammiert. Es liegt an uns der nachfolgenden Generation Möglichkeiten zu zeigen, wie man sich NICHT selbst im Hamsterrad bis zum Burnout aufopfert.

Zwei Möglichkeiten Geld zu verdienen

Im Grunde genommen gibt es nur zwei Möglichkeiten Geld zu verdienen. Entweder geht man arbeiten, um entlohnt zu werden oder man lässt sein Geld arbeiten. Während anständige Berufsberatung wenigstens in manchen Schulen etwas betrieben wird, kommt letzteres gar nicht auf den Lehrplan. Wahrscheinlich ist das politische Absicht. Die jeweiligen Länder haben ein höheres Interesse daran, dass ihre Bürger arbeiten gehen anstatt dass das Geld der Bürger arbeitet.

Möglichkeiten in der Schule

Finanzielle Bildung müsste nicht direkt ein Regelfach in der Schule sein Es genügen Angebote, welche die Schülerinnen und Schüler wahrnehmen könnten. Anbieten würde sich das zum Beispiel als Wahlpflichtfach. Möglich wären je nach Schulform auch Arbeitsgemeinschaften oder Neigungsgruppen. Zusätzlich wäre es im Bereich das Möglichen die finanzielle Bildung mit einer anständigen Berufsberatung zu koordinieren. Die Schülerinnen und Schüler sollten über die finanzielle Komponente eines für sie interessanten Berufs bestens informiert sein. Darüber hinaus benötigen sie ein fundiertes Wissen darüber welche Einnahmen und Ausgaben im Regelfall als Erwachsener auftreten. Als letzten Schritt wäre es wichtig, sie im Umgang mit den Überschüssen und Sparbeträgen zu schulen.

Mögliche Inhalte

Wichtig wäre meiner Meinung nach ein strukturiertes Grundwissen über die gängigsten Berufsgruppen und deren finanziellen Möglichkeiten. Gerade die Information welcher Beruf wie viel Geld abwerfen kann wird in der Schule gerne vernachlässigt. Dort herrscht überwiegend noch die naive Vorstellung nur seinen Begabungen und Idealen folgen zu müssen. Dann wird schon alles gut! Diese Grundbildung sollte 1-2 Jahre vor Berufseintritt stattfinden. Im Anschluss an die Berufsorientierung kämen wirtschaftliche Grundkenntnisse auf den Arbeitsplan. Was ist ein Unternehmen? Welche Grundprinzipien stecken hinter der sozialen Marktwirtschaft und dem Kapitalismus? Was ist ein Wertpapier und eine Börse? Etc…

Kapitalanlage

Kapitalanlage in Form von Immobilliennutzung oder Börsenumgang sollte eine separate Unterrichtseinheit darstellen. Hier würde es darum gehen Vorurteile abzubauen und über die grundsätzlichen Möglichkeiten der Geldvermehrung zu sprechen. Eventuell würden die Eltern hier sogar mit lernen.

Probieren geht über studieren

Zu guter Letzt könnte man Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit geben sich in Simulationen auszuprobieren. Börsenhandel ist über Musterdepots einstudierbar. Möglich wäre zum Beispiel ein landesweiter Wettbewerb an dem Schulen teilnehmen können.

Können wir unsere Kinder Schulen?

Ich bin der Meinung, dass dies möglich ist. Die wirksamste Methode ist hierfür diesen Lebensstil einfach vor zu leben. Unsere Kinder ahmen unsere Verhaltensweise im Normalfall zu einem großen Teil nach, sobald sie selbst erwachsen werden. Warum nicht eine Arbeitsreduzierung auf 70-80% vorleben und Börsenhandel zu Hause thematisieren?

Wo üben?

Um Börsenhandel zu üben bieten sich kostenlose Musterdepots ohne Echtgeldeinsatz an. Möglich ist so etwas bei vielen Anbietern. Die meisten größeren Onlinebanken wie z.B. die OnVista Bank* bieten Musterdepots und auch Junior Depots an. Ich nutze zu Übungszwecken auch sehr gerne die Social Trading Plattform Wikifolio.

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Neben „finanzieller Bildung“ gäbe es im Übrigen weitere Bedarfsfächer, die nicht oder kaum unterrichtet werden. Mir kommt da als erstes zum Beispiel „Gesundes Leben“ in den Sinn.

Was denkt ihr über finanzielle Bildung als Schulfach. Überflüssig oder Überfällig?

Investieren für die Kinder

Investieren für die Kinder

Durch Investieren für die Kinder können wir die nächste Generation tatkräftig unterstützen. Vor einigen Tagen habe ich ein Video zum Thema „1 Million Euro Depot mit 35 Jahren“ auf einem meiner favorisierten Youtube Kanäle „Aktien mit Kopf“ gesehen. Ein User schrieb einen sehr berührenden und informativen Kommentar:

Investieren für die Kinder weiterlesen

Das Humankapital – Die wichtigste Investition Ihres Lebens

Was ist Humankapital?

Das Humankapital wird häufig auf eine gesamte Bevölkerung bezogen und repräsentiert das wirtschaftlich nutzbare Potential, das sich aus Bildung, Fähigkeiten, Kenntnissen und Verhaltensweisen der Bürger zusammensetzt. Auf eine Person bezogen bedeutet das Humankapital im Prinzip das gleiche. Welche erworbenen Fähigkeiten einer Person lassen welchen wirtschaftlichen Nutzen erwarten? Einfacher ausgedrückt: Wie viel Geld lässt sich aus Ihren individuellen Fähigkeiten und erworbenen Qualifikationen generieren?

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Bildung fördert finanzielle Freiheit

Je mehr Sie über sich selbst und die Welt erfahren, desto besser werden sie sich selbst und die Welt verstehen. Bildung fördert die Fähigkeit Informationen verarbeiten zu können und sie für sich selbst wirtschaftlich nutzbar zu machen. Aus vielerlei Hinsicht kann dieses Argument unterstützt werden. Wissen Sie selbst um Ihre Fähigkeiten, dann sind sie in der Lage sich realistisch einschätzen zu können. Dadurch lassen sich für Ihr persönliches und finanzielles Leben entsprechende Verhaltensweisen ableiten, die förderlich sind.

Beratungsresistenz ist eine große Gefahr

Kaum eine Eigenschaft ist für den Menschen im Allgemeinen und Investoren gefährlicher als Beratungsresistenz. Zum Einen halten sich nicht wenige Investoren für unglaublich gut, ausgestattet mit privilegierten Hochleistungsgehirnen. Zum Anderen stehen vielen Anlegern meist das eigene Ego und der eigenen falsche Stolz im Weg. Sie können einfach nicht zugeben auch mal nicht richtig zu liegen oder eben nicht zu den Talentiertesten zu gehören. Das kann man sich so lange einreden, bis man beginnt, selbst daran zu glauben. Meist ist dies auch der Fall.

Merke: Beratungsresistenz bedeutet schlechte Rendite!

Wie Sie in Ihr Humankapital investieren

Es hängt von Ihrem Altern und Ihrer Lebenssituation ab, wie viel Sie in ihr Humankapital investieren können und wollen. Gehen wir zunächst Mal von einer jungen Person in den 20ern aus. In diesem Lebensabschnitt ist die Ausbildung bzw. das Studium das wichtigste Gut. Sollten Sie nicht gerade zur Gattung der Genies gehören und kurz davor sein z.B. einen Quantencomputer in Massenfertigung herstellen zu können, dann sollte Ihr Motto lauten: Bessere Bildung führt zu überdurchschnittlich hohen und sicheren Einkünften.

Achtung: Nicht jeder Weg führt zur finanziellen Freiheit

„Bildung = Geld“ ist eine oft propagierte und schön einfache Antwort, die aber unvollständig und daher falsch ist. Eher müsste es lauten: „Gezielte Blldung = Geld„, denn nicht jeder Bildungsweg ist wirtschaftlich gleich gut nutzbar. Fragen Sie den Dauerstudenten, den es vielleicht auch in Ihrem Freundeskreis gibt, der 13 Semester Philosophie und Ägyptologie studiert hat und kurz vor seinem Examen steht. Für das Humankapital ist diese Studienwahl schädlich. Sicherlich sollte man seinen Interessen nachgehen, jedoch ist es außerordentlich wichtig zu wissen, dass nicht jede Form der Bildung zur finanziellen Freiheit führen wird. Ein dreijähriges duales Studium bei einem größeren Unternehmen würde da weitaus mehr Sinn machen. Erstens verdienen Sie schon während ihrer Ausbildung Geld. Zweitens treten Sie früher in den Arbeitsmarkt ein und drittens haben Sie schon einen Fuß in der Tür eines größeren Unternehmens

40 Jahre, verheiratet, Kinder, Vollzeitjob

Menschen, die mitten im Leben stehen haben es nicht mehr ganz so einfach Ihr Humankapital zu erhöhen. Vielleicht gehören Sie zu den glücklichen, die bereits teilweise oder ganz finanziell frei sind. Eventuell haben Sie bereits ein so hohes Humankapital, dass sie einen sehr guten Verdienst haben. Herzlichen Glückwunsch! Dann haben Sie vieles richtig gemacht. Außer sie gehören zu den 90% der deutschen Bundesbürger, die Ihre Ausgaben stets an ihre Einnahmen anpassen und daher immer den gleichen Cashflow haben, unabhängig davon, wie viel sie arbeiten oder verdienen.

Finanzielle (Un)bildung

Aus Zeitgründen erfordert es im obig beschriebenen Fall etwas Disziplin das eigenen Humankapital zu erhöhen. Anfangen sollte man mit einer Einschätzung der finanziellen Lage und dem Beginn der eigenen finanziellen Bildung. Denn die meisten Menschen sind finanziell ungebildet. Leider kommen viele unwichtige Informationen zu uns, die wir überhaupt nicht benötigen. Ich wette auch Sie haben in Ihrer Schul-oder Studienzeit Unmengen an Wissen angehäuft, für welches Sie niemals wieder Verwendung gefunden haben. Finanzielle Bildung jedoch benötigt jeder. Dennoch kommt sie nicht in didaktisch aufbereiteten Informationshäppchen zu uns, die wir innerhalb einiger Jahre entpacken dürfen. Auch Medien, Bankberater und Versicherungsfachleute führen uns auf die falsche Fährte.

Wie also das Humankapital erhöhen?

„Die Wurst kommt nicht zum Hund“ und „der Berg kommt auch nicht zum Propheten“. Nehmen Sie ihre finanzielle Bildung selbst in die Hand. Nachdem Sie ihre finanzielle Situation eingeschätzt haben, bilden Sie sich zunächst finanziell fort. Kaufen Sie sich zum Beispiel drei Bücher, die sie in den nächsten Wochen oder Monaten durchlesen wollen. Aus Zeitgründen sollte mindestens ein Buch zur passiven Investmentanlage dabei sein. Glauben Sie mir an dieser Stelle, wenn ich behaupte, passive Investmentstrategien schlagen in der Regel 90% aller aktiven Trader inklusive den professionellen Tradern!

Ziehen Sie die richtigen Schlüsse

Gehören Sie nicht zu den beratungsresistenten Menschen, dann können Sie ihre Situation nun realistisch einschätzen. Sie wissen um Ihre finanzielle Lage und haben sich finanziell weiter gebildet. Setzen Sie sich nun Ziele. Überlegen Sie sich, wie viel Geld sie monatlich investieren wollen, um ihre finanzielle Freiheit zu erreichen. Nutzen Sie zudem Ihre Sparpotentiale. Leben Sie weiterhin gut und so, dass sie nicht auf jeden Euro schauen müssen, aber vermeiden Sie unnötige Ausgaben. Kündigen Sie unnütze Finanzprodukte, die Ihnen ihr Bankberater aufgeschwatzt hat oder legen Sie sie still, falls der Rückkaufwert sich nicht rentiert.

Erhöhen Sie ihren Wert

Investieren Sie weiter in ihre eigene berufliche Bildung. Vielleicht gibt es Fortbildungsmöglichkeiten in Ihrem Beruf, welche Sie interessieren, wofür Sie jedoch bisher nicht die richtige Motivation entwickelt haben. Mit passiven Investments bliebe Ihnen sogar die nötige Zeit sich weiterzubilden. Erhöhen Sie Ihr Humankapital innerhalb Ihrer Firma und machen Sie sich dort unverzichtbar. Ihre Mitarbeiter und Vorgesetzten werden diese von Ihnen getätigte Investition früher oder später bemerken und so könnte sie sich in Form einer Gehaltserhöhung auszahlen. Alternativ haben Sie vielleicht ein Hobby, welches Sie nebenberuflich gewinnbringend ausüben können.

Humankapital als Teil der Asset Allocation

Das Humankapital hat unzweifelhaft einen großen Einfluss auf ihre finanzielle Möglichkeiten. In der Literatur wird das Humankapital teilweise als wichtigster Bestandteil der Asset Allocation angesehen. Genau so sollten Sie das Humankapital auch behandeln. Neben Ihren Investitionen in Aktien, ETFs, Immobilien, Rohstoffe und Edelmetalle, sollten Sie die Investitionen in Ihr Humankapital als wichtigen Bestandteil Ihres Depots ansehen.

Paul möchte finanziell frei sein

Finanzielle Freiheit ganz konkret

Der Weg zur finanziellen Freiheit unterliegt zwar immer den gleichen Gesetzmäßigkeiten des Marktes, aber die konkrete Ausführung ist sehr individuell. Im folgenden habe ich mal ein fiktives Beispiel genommen, wie ein Weg zur finanziellen Freiheit aussehen könnte. Bitte versteht das nicht als Anleitung zur finanziellen Freiheit, sondern als einen möglichen Weg, den ich mir mit meiner bescheidenden subjektiven Meinung vorstellen könnte.

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Paul möchte finanziell frei sein

Paul ist eine fiktive Person und hat folgende Voraussetzungen:

  • Alter: 27
  • keine Kinder, ledig, lebt mir seiner Freundin zusammen
  • monatliches Nettoeinkommen: 2 200 Euro
  • monatliche Ausgaben: 1 800 Euro
  • Ersparnisse: 8 000 Euro
  • mögliche monatliche Sparsumme 400 Euro

Schritt 1: Ausgaben überprüfen

Die monatlichen Ausgaben von 1 800 Euro im Monat sollten überprüft werden. Was davon ist tatsächlich notwendig und welche Ausgaben sind weniger sinnvoll? Die zwei größten Kostenpunkte der Deutschen sind das Wohnen und der Transport. Ist das finanzierte Auto tatsächlich nötig, um glücklich zu sein? Lohnt sich ein Umzug?  Hat Paul einen wenig gewinnbringenden Riester-Vertrag, den er stilllegen könnte oder ist er generell überversichert? Auch Kleinigkeiten können einen großen Effekt haben. Vielleicht ist es sinnvoller sich den täglichen Kaffee bei Starbucks für 3 Euro in der Mittagspause zu sparen und davon lieber Starbucks-Aktien zu kaufen. Es gibt viele Wege Sparpotentiale zu nutzen. Versteht das nicht falsch, man sollte sich weiterhin etwas gönnen dürfen. Man macht es nur mit Bedacht.

Schritt 2: Ziele setzen und Handeln

Zunächst sollten zwei Nettomonatsgehälter auf ein Tagesgeldkonto zur Absicherung überwiesen werden. Von der Sparsumme können dann noch 3 600 Euro für Investitionen verwendet werden. Sie könnten als Startkapital für einen ETF-Sparplan dienen, den Paul mit weiteren 200 Euro pro Monat füttern könnte. Diese 200 Euro sollte man auf 3-4 verschiedene konservative ETFs verteilt werden, um eine gute Diversifikation zu erhalten. Da Paul mit Kopf investieren möchte, sucht er bei einer Direktbank nach ETFs mit Aktionspreisen. Somit fressen die Gebühren die Rendite nicht auf. Die restlichen 200 Euro werden monatlich in erfolgreiche Wikifolios investiert. Pauls Ziel ist es so innerhalb von 2-3 Jahren eine Summe von 20 000 Euro anzusparen.

Diversifikation muss man sich leisten können

Ab diesem Zeitpunkt möchte sich Paul ein diversifiziertes Aktien-Portfolio einrichten. Er kauft 10-15 Aktien nach dem Prinzip des Value Investing. Die monatlichen Sparraten in die ETFs und Wikifolios lässt er weiter laufen. Sollte Paul nach einigen Jahren über einen sechstelligen Betrag verfügen, werden Teile seines Vermögens in dividendenstarke Unternehmen investiert. Somit schafft sich Paul weiteres passives Einkommen. Die Erträge aus den Dividenden werden reinvestiert. Erhöht sich die Sparsumme zum Beispiel durch Gehaltserhöhungen, werden diese ebenfalls reinvestiert.