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Finanzielle Bildung – Über die Notwendigkeit sich finanziell zu bilden

Finanzielle Bildung

Benötigt Deutschland finanzielle Bildung? Uns geht es doch wirtschaftlich gut. So lautet zumindest die Meinung in der aktuellen medialen und politischen Landschaft. Die schwarze Null steht und die Bundesrepublik verfügt über einen mittleren zweistelligen Milliardenüberschuss. Viel Geld, das für Investitionen bereit stünde . Es stellt sich lediglich die Frage, wofür wir das viele Geld verwenden wollen. Oder doch nicht?

Ein Trugschluss

Die finanzielle Stärke Deutschlands wird durch zwei hauptsächliche Faktoren beeinflusst. Zunächst wäre die Niedrigzinspolitik der EZB, an der wir Milliarden verdienen zu nennen. Des Weiteren holt sich der Staat die 30-40 Milliarden Euro Überschuss durch die Hintertür von den Bürgerinnen und Bürgern zurück. So geschehen durch die kalte Steuerprogression und den Niedriglohnsektor.

Die Bedeutung der schwarzen Null

In der politischen Debatte ist es wichtig, den Bürgerinnen und Bürgern das Gefühl von Sicherheit und Stabilität zu vermitteln. Insbesondere in Zeiten, in denen ohnehin Unsicherheit in der Bevölkerung durch die Einwanderungspolitik, vermeintliche Terrorgefahr, Niedrigrenten, Armut, Energiewende etc. herrscht. Stell dir vor, die Politik würde zugeben, dass Deutschland finanziell gar nicht so gut dasteht, wie es den Anschein erweckt.

Was die Politik bzw. die Wirtschaft tun könnte

Politik und Wirtschaft hätten es generell in der Hand etwas gegen die finanzielle Situation zu unternehmen. Ohne Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit wären zum Beispiel möglich: Steuerreformen (nicht umsonst kommt das Wort Steuer von „etwas steuern“), Lohnerhöhungen, Innovationen im Bereich Digitalisierung, eine Bildungsoffensive, Förderung des Teilbereichs „finanzielle Bildung“,  Unterstützung einer Unternehmerkultur, Bürokratieabbau usw.. Jedenfalls möchte die Politik uns aktuell glauben lassen, dass sie es ist, die verantwortlich für unser finanzielles Wohl ist. Das ist ist nicht falsch, aber eben auch nur die halbe Wahrheit. In erster Linie sind wir selbst verantwortlich für unser finanzielles Wohl, sowohl als Individuum, als auch als die Gesamtbevölkerung.

Plötzlich Handlungsspielraum

Sobald wir begreifen, dass wir selbst verantwortlich für unsere finanzielle Zukunft sind, haben wir plötzlich eine Menge Handlungsspielraum. Man könnte unsere finanzielle Situation mit dem Videospiel Tetris vergleichen. Wir können zwar wenig beeinflussen, welche Steine von oben auf uns zukommen. Wir können jedoch sehr wohl unser bestes Geben, die Steine so gut wie möglich zu sortieren, anstatt sie fallen zu lassen wie sie kommen und sich darüber auch noch zu beschweren. Im Gegensatz zum Spiel Tetris können wir als gesamte Bevölkerung zumindest etwas Einfluss auf die Steine nehmen, die uns die Politik zur Verfügung gibt, indem wir uns politisch interessieren und engagieren.

Bildungssystem – Was können wir tun?

Finanzielle Bildung ist die Voraussetzung des Erfolgs. Wir könnten finanzielle Bildung für unsere Kinder in der Schule fordern. Ich halte das zwar nicht für das wichtigste Fach, jedoch für eine Notwendigkeit. Wir sollten unseren Kindern die Zusammenhänge zwischen finanzieller Bildung, finanziellen Möglichkeiten und persönlichem Erfolg oder Glück vermitteln können. Zumindest in Form eines Zusatzangebotes in Schulen wäre so etwas denkbar.  In einigen Wahlprogrammen war eine Forderung zur finanziellen Bildung in Schulen bereits vorhanden. Es ist ein Teilbereich auf dem Weg unsere Kinder zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern zu erziehen, wenn wir ihnen die Vernetzungen zwischen Geschichte, Politik und Wirtschaft näher bringen.

Allgemeine Bildung, Konsum und Investitionen

Drei Teilbereiche, die ich in diesem Blog schon mehrfach erwähnt habe. Sich selbst allgemein zu bilden ist die beste Vorsorge gegen Armut. Bewusst, anstatt blind zu konsumieren schafft enormen finanzielle Spielraum. Ein viel zitierter, aber deswegen nicht weniger aktueller Satz leutet:

Wir kaufen Dinge, die wir nicht brauchen, von Geld, das wir nicht haben, um Menschen zu beeindrucken, die wir nicht mögen.

Zu guter Letzt sollten wir den Sinn und Zweck hinter Investitionen nicht vergessen. Aktien, Börse, Kryptowährungen und Co. sind im gesellschaftlichen Konsens weiterhin negativ behaftet. Dieses Vorurteil hält sich unsinnigerweise hartnäckig, obwohl statistisch gesehen z.B. Aktien seit über 100 Jahren die beste Rendite ermöglichen.

Finanzblogger

An dieser Stelle möchte ich erwähnen wie hervorragend sich die Szene der Finanzblogger in den letzten Jahren 2-3 Jahren entwickelt hat. Nicht nur in der Quantität, sondern ebenso in der Qualität, stoßen wir hier in eine Bildungslücke hinein und versuchen sie mit einer gewissen Seriosität, Diversifikation, aber auch jede Menge Freude am Investieren zu schließen. Wenn du dir einen Überblick über die besten Finanzblogger/innen verschaffen möchtest, dann schaue beim Finanzblogroll vorbei.

Was kommt bei der Bevölkerung an?

Wie im ersten Abschnitt bereits erwähnt, werden wir mit Nachrichten überhäuft, dass es uns in Deutschland finanziell gut geht. Diese Aussage ist zumindest streitbar und es kommt der Verdacht auf, dass sich die Bundesregierung eine finanzielle Entlastung der Bürgerinnen und Bürger gar nicht leisten kann. Schließlich kommt der Überschuss überhaupt erst zustande, da sie uns eben nicht teilhaben lässt und uns das Geld über die Steuern weiter aus der Tasche zieht.

Nur über Wertschöpfung

Bevor die Politik also Geld verteilen kann, müssen wir zunächst mehr Geld erwirtschaften. In diesem Bereich wurden Entwicklungen in den letzten 10-20 Jahren schlichtweg verschlafen. Wir klammern uns an die Errungenschaften des Maschinenbaus und der Autoindustrie mit Hilfe von übermäßigen Subventionen und sogar durch Beihilfe zum Betrug. Dabei sollten wir uns schleunigst auf die Möglichkeiten der enormen Wertschöpfungschancen im Bereich der Digitalisierung kümmern.

Chance statt Angst

Anstatt Angst um die Arbeitsplätze in der Bevölkerung zu streuen, wäre es sinnvoller sich auf die Chancen der Digitalisierung zu konzentrieren. Hier können neue Wertschöpfungsketten in einem Ausmaß entstehen, welche wir zuletzt im Zeitalter der Industrialisierung hatten. Die Angst der Bürgerinnen und Bürger ist nachvollziehbar und verständlich. Ich halte es für die Aufgabe der Politik, nicht die Augen vor den Veränderungen zu schließen, sondern die Bevölkerung durch die notwendigen Rahmenbedingungen auf die Veränderungen vorzubereiten und ihnen die Angst zu nehmen. Wenn wir dieses Thema ordentlich anpacken, kann der wirtschaftliche Wohlstand eventuell ohne Schummeln durch Niedrigzinsen oder Niedriglöhne gesichert werden.

Zurück zur finanziellen Eigenverantwortung

Ein Wort an die jungen Leser: Durch finanzielle Bildung, bewussten Konsum, Investitionen, mündiges Denken und Handeln, politisches und wirtschaftliches Interesse und Teilhabe kannst du deiner Zukunft positiv entgegen sehen. Es ist absolut möglich bereits in jungen Jahren die Weichen für das eigene spätere Glück in die Hand zu nehmen.

Wie bedeutsam ist finanzielle Bildung für dich? Wird dieses Thema überschätzt oder haben wir Deutschen Nachholbedarf?

 

Arm und Reich – Was wir ändern können um Armut zu vermeiden

Arm und Reich

„Es ist besser nicht zu regieren, als falsch“. Die Aussage von Christian Lindner nach dem Scheitern der Sondierungsgespräche spiegelt womöglich eine der essentiellen gesellschaftlichen Fragestellungen des 21. Jahrhunderts wider. Durch den Kapitalismus haben wir vorher nie gesehen materiellen Reichtum geschaffen.  Eine generelle Verurteilung des prägenden Wirtschaftssystems greift daher viel zu kurz. Doch wie können wir die Herausforderung meistern, die breite Masse am Wohlstand teilhaben zu lassen? Eines ist sicher: Die aktuellen politischen Strömungen in Deutschland sind sich schon mal nicht einig.

Stetige Umverteilung

Wir haben ein System etabliert, das Umverteilung von unten nach oben auf vielen Wegen ermöglicht. Alleine die Grundidee des Zinses lässt Geldströme von Armen zu Reichen fließen. Wer kein Kapital hat, leiht sich Geld und bezahlt Zinsen an Menschen, die Kapital haben. Ein Extrembeispiel der letzten 20 Jahre ist die Immobilienbranche. Rund 40% aller deutschen Haushalte geben mehr als ein Drittel ihres Einkommens für die Miete aus. In der Regel sind das Menschen, die sich kein Eigentum leisten können.  Vermieter hingegen profitieren nicht nur von den Mieteinkünften, sondern auch von der enormen Wertsteigerung.

In Deutschland besitzen 10% der Haushalte mehr als die Hälfte des Vermögens. Tendenz steigend.

Wie kann man das ändern?

Diese Entwicklung aufzuhalten oder umzukehren scheint kaum möglich zu sein. Die politischen Ansätze könnten kaum unterschiedlicher sein. Während die einen auf Regulierungen und Subventionen mit planwirtschaftlichem Beigeschmack setzen, wollen andere freie Märkte, weniger Fesseln für Unternehmen und finanzielle Anreize. Selbst über die Frage , ob dies eine globale, europäische oder sogar nationale Aufgabe ist, streiten die Parteien im Bundestag.

Status Quo

Deutschland befindet sich im Herzen eines alternden Europas, welches noch von den technischen Errungenschaften des letzten Jahrhunderts profitiert (Bsp. Maschinenbau). Die wirtschaftliche Stärke ist eine Momentaufnahme. Sie ist vor allem durch zwei Dinge gespeist. Die Reformen zur Zeit Gerhard Schröders, insbesondere durch den Niedriglohnsektor und durch die andauernde Niedrigzinspolitik. In vielen Bereichen fehlt das Geld. Wir sparen im großen Stil zum Beispiel an der Infrastruktur oder am Bildungssystem des Landes. Die Überschüsse des Bundes von 35-45 Milliarden Euro decken den Bedarf an Investitionen nicht. Letztendlich vertagen wir die Probleme mit unserer aktuellen (Wirtschafts-)politik in die Zukunft. Früher haben Eltern geschuftet, um der nächsten Generation ein besseres Leben zu ermöglichen. Heute versucht die nächste Generation den Standard der Eltern aufrecht zu erhalten und wird daran vermutlich scheitern.

Der Sozialstaat spart sich arm

Eine Chance zur Veränderung?

Es gibt Möglichkeiten wie wir uns selbst finanziell für die Zukunft wappnen können. Dabei geht es vor allem darum bewusst zu konsumieren und frühzeitig zu investieren. Vor einigen Wochen habe ich diesbezüglich hier bereits einen Artikel verfasst. Jedoch können wir als Bürger nur schwer die makroökonomischen Entwicklungen steuern. Die besten Möglichkeiten, die wir haben sind unser Kaufverhalten und unsere Wählerstimme. Daher nehme ich ganz eindeutig die Politik in die Pflicht. Um den notwendigen Strukturwand zu verwirklichen, lohnt sich ein Blick in die Vergangenheit. Denn es gab und gibt Projekte und Unternehmen, die wirtschaftlich erfolgreich waren und sind und dabei die „normalen“ Arbeitnehmer nicht vernachlässigten.

Freigeld -Beispiel Wörgl

Aus dem Seminar „Fallstudien der Volkswirtschaftslehre“ der TU Dresden ein Zitat (Quelle):

Das bisher wohl bekannteste Freigeldexperiment fand im österreichischen Wörgl statt. 1932 lebten dort 4200 Menschen, darunter 500 Arbeitslose direkt im Ort zuzüglich 1000 in der näheren Umgebung sowie 200 völlig mittellose Familien. Der Bürgermeister des Ortes, Michael Unterguggenberger, kannte sowohl die Ideen von Silvio Gesell als auch die Wära-Tauschgesellschaft. Angesichts der langen Liste von Projekten, die die Stadt durchführen sollte, wozu ihr aber die finanziellen Mittel fehlten, gelang es ihm, die Stadtverwaltung von diesem Experiment zu überzeugen. So wurden im Juli 1932 „Arbeitswertscheine“ ausgegeben, die dem Schilling als gleichwertig angesehen wurden, da sie durch den gleichen Betrag in Schilling gedeckt waren. Wie schon bei der Wära mussten auch hier am Ende jeden Monats die Scheine mit einer Marke zu einem Prozent ihres Nennwertes beklebt werden. Durch diese Umlaufgebühr versuchten die Menschen, ihr Geld vor Monatsende auszugeben. So kam es, dass sie sogar ihre Steuern im voraus bezahlten. Dadurch konnten diverse öffentliche Projekte durchgeführt werden. Auch die eingenommene Gebühr wurde für Vorhaben ausgegeben, die dem Gemeinwohl dienten. Zu beachten ist, dass der größte Teil der Arbeitsplätze nicht durch die öffentlichen Projekte selbst entstand, sondern erst, als die ersten von der Stadt eingestellten Arbeiter ihre Arbeitswertscheine ausgegeben hatten. Innerhalb eines Jahres konnte so die Arbeitslosenquote um 25 % reduziert werden. Daraufhin wurde der Ort von vielen Interessenten aus dem In- und Ausland besucht. In Österreich planten 170 Städte und Dörfer eine Übernahme des in Wörgl überaus erfolgreich praktizierten Systems. Doch dazu kam es nicht, da die Österreichische Zentralbank einschritt, um ihr Monopol der Geldausgabe zu sichern. Im November 1933 wurde auch in Österreich jegliches Notgeld verboten Mit der zwangsweisen Rückkehr zum alten Währungssystem stieg die Arbeitslosenquote in Wörgl und Umgebung wieder auf ca. 30 %

Notgeld

Wäre es denkbar die Umverteilung von  armen zu reichen Bürgern aufgrund Mieten, Zinsen und Krediten durch eine Währung im Zaum zu halten, die jeden Monat an Wert verliert? Könnte das unter Umständen sogar durch digitale Währungen ermöglicht werden? Das Experiment ist zumindest eine sehr interessante Alternative. Doch es geht auch anders was ich am folgenden Beispiel von Mondragon verdeutlichen möchte.

Mondragon

Mondragon ist das siebtgrößte Unternehmen und die größte Genossenschaft Spaniens. Zu Mondragon gehören mehr als 100 Unternehmen aus verschiedenen Bereichen, insbesondere aus der Maschinenbaubranche. 81% der fast 80 000 Mitarbeiter sind Genossen. Als Genosse muss man eine Einlage von 15 000 Euro hinterlegen. Diese Summe wird mit einer festen Rendite verzinst. Auf Wunsch auch nach Renteneintrittsalter. So kann man weiterhin an den Unternehmensgewinnen partizipieren. Das höchste Gehalt einer einzelnen Person darf maximal das achtfache Gehalt des niedrigsten Verdienstes sein. Genossen sind unkündbar und bekommen zum Beispiel bei Berufsunfähigkeit das volle Gehalt bis zum Renteneintritt. Alle Details kann ich hier nicht aufführen und es gibt auch Kritik. Jedoch ist das System Mondragon gerade in Zeiten der Standortschließungen von Siemens bei gleichzeitigem Rekordgewinn Anlass genug notwendige Veränderungen zu diskutieren.

Die Abstiegsgesellschaft – eine Illusion?

Dass die Schere zwischen Arm und Reich auseinander geht scheint Konses. Kaum einer zweifelt das an. Doch gibt es auch Stimmen, die  von einer gefühlten und einer tatsächlichen Wahrheit sprechen.  Sie argumentieren zum Beispiel mit dem aktuellen Wohlstandsbericht und sagen: Die Arbeitslosigkeit wurde fast halbiert, die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist angestiegen, Arbeitseinkommen sind höher gestiegen als Gewinneinkommen, befriste  Jobs und Minijobs sind rückläufig, die Privatvermögen sind gewachsen und die Ungleichheit der Vermögen ist etwas zurückgegangen. Ist Armut also ein lobbyistischer Medientrick? Nach dem Motto: Wer oft genug hört die Schere zwischen Arm und Reich geht auseinander, glaubt es auch.

Die Grundsatzfrage

Der Artikel erhebt keinen Anspruch auf die vollständige Wahrheit oder die Lösung aller Armutsprobleme. Ich will eher zum Nachdenken anregen. Es mag sein, dass die nackten Zahlen Deutschland einen breit gefächerten Wohlstand attestieren wie es die Armutskritiker behaupten. Auch glaube ich daran, dass unsere Generation höhere Ansprüche hat und insgesamt mit völligem Selbstverständnis viel mehr konsumiert. So sind Lebensmittel im Vergleich zu den letzten Generationen zum Beispiel wesentlich günstiger und wir jammern weiter über die Preise. Dennoch kann die Entwicklung zwischen Vermögenden und Armen kritisch betrachtet werden. Insbesondere im Hinblick auf die nächsten Generationen.

Die Probleme der Mitte

Lebensmittel sind zwar günstiger geworden, doch andere Grundbedürfnisse viel teurer. Die Mitte der Gesellschaft kann sich Wohnen und Transport in deutschen Städten kaum leisten. Hinzu kommt, dass meist beide Partner arbeiten gehen müssen, um überhaupt über die Runden zu kommen. Das ist eine Doppelbelastung und somit bezahlen wir Deutschlands Wohlstand nicht nur mit Niedriglöhnen, Niedrigzinsen und fehlenden Investitionen, sondern auch mit jede Menge Stress.

An dieser Stelle möchte ich nochmal darauf hinweisen, dass wir unsere Finanzen selbst in die Hand nehmen können wenn wir frühzeitig genug (auch für die eigenen Kinder) investieren. Hier findest du einige essentielle Tipps zum Thema.

Wie ist eure Meinung? Haben wir ein Armutsproblem? Muss die Mitte den Abstieg fürchten? Was haltet ihr von Projekten wie Wörgl und Mondragon?

 

Leistungsgesellschaft und Selbstverantwortung

Leistungsgesellschaft und Selbstverantwortung

Es ist eine der ersten Fragen eines typischen Small Talks. Was machst du eigentlich beruflich?  Wir Deutschen sind Weltmeister darin uns über Lohnarbeit zu definieren. Als würde die Art und Weise wie wir unser Leben finanzieren unser Leben beschreiben können. Wir definieren uns nicht nur über die Funktion in unserer Gesellschaft, sondern tragen unsere Erfolge gerne nach außen. Wir kaufen uns ein tolles Auto oder ein modernes Haus. Das Materielle soll ein glückliches und erfolgreiches Leben repräsentieren. Manche von uns hängen sich Urkunden, Doktortitel, Auszeichnungen oder sonstige Zertfikate an die Wand.  Wir verbringen 40 oder mehr Stunden in der Woche mit Lohnarbeit. Doch Leistung ist nicht gleich Lohnarbeit!

Was ist denn hier los?

2017 ist Wahljahr. Alle vier Jahre diskutieren Spitzenkandidaten auf Marktplätzen, in Bierzelten und Talkshows über die wichtigsten politischen Themen. Einwanderung, Soziale Gerechtigkeit, Innere Sicherheit, Außenpolitik und die Rente. Ein beliebtes Argument: Wer 40 Jahre gearbeitet hat, sollte den Lebensabend nicht mit einer Mindestversorgung erleben müssen. In diesem Fall gehen wir jedoch davon aus, dass Leistung alleine an der Zeit bzw. an der verrichteten Arbeit bemessen wird. Es sollte jedoch eine Variable berücksichtigt werden. Von großer Bedeutung ist der Ertrag der Leistung, die innerhalb einer bestimmten Zeit erbracht wurde.

Wie ist das gemeint?

Stell dir ein mittelalterliches Dorf vor. Ein Bauer ist für die Wasserversorgung der Gärten zwecks Selbstversorgung zuständig. 40 Jahre lang läuft er jeden Tag 12 Stunden zum Brunnen und zurück, um die notwendige Wassermenge in seine Eimer zu schöpfen. Sein Nachfolger schaut sich den Ertrag der Leistung in dieser Zeitspanne an. Er setzt sich an einen Tisch und skizziert ein Grabensystem. In den nächsten Wochen hebt er Gräben aus und leitet die Kanäle zu allen Gärten im Dorf weiter. Das Wasser fließt nun automatisch zu den übrigen Bauern. Ein Mal am Tag überprüft der Bauer sein System. Die restliche gewonnene Zeit nutzt er, um anderen Tätigkeiten nachzugehen. Er hat den selben Ertrag erbracht wie sein Vorgänger und zwar in einem Bruchteil der Zeit.

Eine Chance!

Im ersten Moment hört sich diese Herangehensweise gegenüber den hart arbeitenden Menschen in der Republik vielleicht vorwurfsvoll an. Es geht jedoch nicht um Vorwürfe, sondern um Selbstverantwortung. Wenn wir selbst verantwortlich sind für unsere aktuelle finanzielle Situation, dann haben wir es auch in der eigenen Hand, diese zu ändern. Insbesondere erfolgreiche Menschen suchen die Schuld nicht im Außen, sondern schreiben sich Versagen auf die eigene Fahne. Das ist keine Schande, sondern sehr hilfreich.

Mit Selbstverantwortung zu mehr Ertrag

Der eine oder andere ist nach dem letzten Abschnitt vielleicht empört und denkt womöglich über seine schwierigen Umstände nach wie zum Beispiel:“mein Chef verweigert mir eine Beförderung“, „meine Frau und meine Kinder fordern mich zu sehr“, „ich bin krank, es geht eben nicht mehr“ etc.. Wenn deine Lebensumstände dich zu viel Energie kosten, das ist es eben genauso wie es ist. Niemand ist hierfür verantwortlich außer dir selbst. Der einzige, der diese Situation ändern kann bist du selbst. Mit Schicksalen hadern macht keinen Sinn und hilft niemandem weiter, schon gar nicht dir. Es steht außer Frage, dass du es im Falle einer Krankheit oder durch einen Schicksalsschlag wesentlich schwerer hast. Doch du wirst dir selbst nicht helfen können wenn du dich mit anderen Menschen vergleichst, die es leichter haben oder dem Schicksal die Schuld gibst.

Die junge Generation

Insbesondere für die junge Generation ist das unheimlich wichtig. Je früher man lernt, für die eigenen Finanzen selbst verantwortlich zu sein und niemanden außer sich selbst hierfür zur Rechenschaft zu ziehen, desto besser. Hierdurch bleibt man handlungsfähig und offen für Veränderungen und Neues. Beginne früh zu investieren, in dich selbst, in deine Umgebung, in deine Bildung und dein Vermögen.

Die Eigenverantwortung übernehmen

Es ist unheimlich leicht anderen Menschen für die eigenen Umstände verantwortlich zu machen. Nirgends wird dies deutlicher als in gescheiterten Beziehungen. Der verlassene Mann beschimpft seine Ex-Frau, die mit dem Tauchlehrer durchgebrannt ist und beschuldigt sie für sein Unglück und seinen finanziellen Ruin verantwortlich zu sein. Er fühlt sich wie ein Zahlvater, der als Unterhaltssklave in der Lohnarbeit fest steckt. Die verlassene Frau beschimpft ihren Ex-Mann, weil dieser eine Affäre mit einer Krankenpflegerin begann. Sie fühlt sich als Opfer, denn sie hat für die Kinder die Karriere hin geschmissen und findet keinen Anschluss im Beruf. Beide verstehen nicht, dass die jetzige Lebenssituation durch eine Summe eigener Entscheidungen hervorgerufen wurde und sie selbst für die jetzige Lebenslage die Verantwortung tragen.

Zurück zur Lohnarbeit

Meistens entscheiden wir in jungen Jahren über unsere berufliche Zukunft. Uns ist nur in einem gewissen Maße bewusst, welche Konsequenzen die Berufswahl für unser weiteres Leben hat. In der Mitte des Lebens bemerken wir dann vielleicht, dass die Bezahlung der gewählten Profession kaum reicht, um Miete, Transport oder Freizeit zu finanzieren. Wir glauben von unserer Lohnarbeit abhängig zu sein, bzw. geben den Umständen die Schuld. Doch unser finanzielles Glück hängt nicht nur von der Lohnarbeit ab. Wir können unser Leistung auch in anderen Bereichen erbringen und uns ein Stück von der Lohnarbeit lösen.

Schritt für Schritt mehr finanzielle Freiheit

Ähnlich wie der Bauer das Bewässerungssystem des Vorgängers bewertete und änderte, kannst du auch dein ganz persönliches Finanzsystem zu deinen Gunsten umwandeln. Das kann einige oder auch viele Jahre dauern bis du davon profitieren wirst, aber wenn du nicht beginnst, dann wird es auch niemals dazu kommen. Zunächst benötigst du einen Überblick über deine Finanzen, also Einnahmen und Ausgaben. Dann kannst du die Ausgaben überprüfen und dich dafür entscheiden weniger, aber bewusster zu konsumieren. Dann geht es darum zu überprüfen, ob du Möglichkeiten hast, deine Einnahmen zu erhöhen.

Der Sinn von Investitionen

Als ich den Blog begann und im Netz nach Tipps im Bereich Finanzen recherchierte, entdeckte ich viele Angebote, die es angeblich ermöglichen, innerhalb kürzester Zeit viel Geld mit wenig Arbeit zu verdienen. Das ist in 99,9% aller Fälle nicht machbar Im Gegenteil, wenn du heute etwas investierst bedeutet dies, dass du im Hier und Jetzt auf etwas verzichtest, um später hiervon zu profitieren. Wenn du dir heute deine erste Aktie kaufst, dann verzichtest du auch ab heute auf dieses Geld. In 10 Jahren jedoch wirst du aber womöglich ein Vielfaches zurück bekommen und dir ein Stückchen finanzielle Freiheit erschaffen haben. Auch jährliche Dividenden schaffen dir ein Stück finanzielle Freiheit.

Du und das Geld

Wenn du das Gefühl hast neben Beruf und Familie immer noch Energie zu haben, dann beginne mit einer Investition in dich selbst. Schaue nach Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten innerhalb deiner Profession. Nutze deine Erfahrung und dein Wissen zu einem Hobby und mache es profitabel. Du angelst gerne? Dann denke über einen Angelladen nach. Du spielst Tennis? Dann beginne einen Trainerschein! Du bist ein Mathegenie? Dann gib Nachhilfe!

Bestätige dich nicht durch Materielles

Wenn man 40 oder mehr Stunden der Woche arbeitet, dann möchte man sich selbst auch belohnen. Da man so viel Zeit mit Arbeit verbringt, will man in der Regel das damit verdiente Geld wieder ausgeben. Denn schließlich hat man für dieses Geld seit vielen Jahren malocht. Also wird das neue Iphone bestellt oder der nächste Urlaub gebucht. Anstatt in diese Konsumfalle zu tappen, solltest du diese Geld zur Seite legen, denn es ist dein Kapital und lässt sich mit Geduld vermehren! Kaufe dir lieber Aktien von Apple oder Ryan Air, als dir durch kurzfristigen Konsum temporäres Glück zu kaufen.

Investitionsansätze

Zum Schluss noch einige Allgemeine Tipps zum Thema Geldvermehrung  durch Leistung ohne Lohnarbeit. Schließlich befindest du dich hier auf den Seiten eines Finanzblogs. Daher verlinke ich dir einige Artikel zu den Themen Investieren, Sparen und Vermögensaufbau.

Wenn du möglichst wenig Arbeit mit dem Investieren haben möchtest, dann investiere passiv in ETFs. Hier findest du eine mögliche Strategie.

Hier findest du allgemeine Tipps zum Vermögensaufbau.

Über Social Trading Plattformen wie Wikifolio kannst du mit anderen gemeinsam deine Performance erhöhen. Hier findest du Informationen zu diesem Thema.

Wenn du das Risiko nicht scheust und in einen Wachstumsmarkt investieren möchtest, dann informiere dich hier über Kryptowährungen.

Ganz klassisch in Einzelaktien zu investieren ist immer eine gute Idee. Hier findest du eine mögliche Vorgehensweise, um rentable Aktienwerte zu finden.

Um von der gesamten Finanzblog-Community und der Kompetenz der besten Finanzblogger im deutschsprachigen Raum zu lernen, schaue hier vorbei.

Hast du es geschafft Einkommen ohne Lohnarbeit zu erreichen? Berichte uns gerne in den Kommentaren davon!

 

 

6 Tipps beim Aktienkauf

Heute möchte ich euch 6 einfache Tipps beim Aktienkauf geben. Das hier beschriebene sind „Basics“ und daher insbesondere für Börsenanfänger interessant. Gerne könnt ihr in den Kommentaren wertvolle Börsentipps für Anfänger ergänzen.





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1) Geeignete Broker

Um den richtigen Broker zu finden empfehle ich ausschließlich unter online direkt Banken zu suchen. Dort fallen die Personalkosten geringer aus, weswegen die Gebühren in der Regel geringer sind. Ich persönlich nutze am häufigsten die comdirect Bank (Jetzt das comdirect Depot eröffnen!*). Das ist der übersichtlichste Broker, der mir bekannt ist und darüber hinaus über ein sehr umfangreiches Angebot verfügt. Günstige Ordergebühren findet man zum Beispiel auch bei der OnVista Bank*. Bei einer langfristigen Strategie fällt das nicht weiter ins Gewicht. Möchtest du jedoch häufiger handeln – wovon ich abrate – bietet sich eine Bank mit sehr geringen Ordergebühren an. Über beide Broker kann man auch Wikifolio-Zertifikate handeln, was mir persönlich sehr wichtig ist.

2) Der richtige Börsenplatz

Zunächst geht es darum den richtigen Börsenplatz zu finden. Letztendlich hat diese Entscheidung keine weitreichenden Folgen. Hauptsächlich ist zu bedenken, dass sich die Handelszeiten bei den verschiedenen Börsenplätzen unterscheiden. Xetra ist der bekannteste und größte Handelsplatz. Während Xetra um 17:30 Uhr schließt ist der Börsenplatz Tradegate bis 22 Uhr geöffnet. Ich persönlich tendiere dazu meine Aktien bei Xetra zu kaufen. Ist die Börse bis 22 Uhr geöffnet, bin ich häufig versucht mich bis spät am Abend mit Kursen zu beschäftigen. Bei Xetra packe ich die Watchlist spätestens um 17:30 Uhr bei Seite. Auf Abb. 1 siehst du die drei gängigsten Börsenplätze. Aufgrund der Uhrzeit kannst du bei Xetra in der Abb keine Daten erkennen, denn Börsenplatz hatte bereits geschlossen.

3) Immer während der Handelszeiten

Ich empfehle dir deine Aktienkäufe während der Handelszeiten abzuwicklen. Außerhalb der Handelszeiten ist der Spread meist höher. Das bedeutet die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis ist höher. Dies dient hauptsächlich zur Orientierung welches Limit du setzen kannst und zu welchem vernünftigen Preis du daraufhin kaufen kannst.

4) Niemals ohne Limit

Eine der wichtigsten Regeln für Anfänger ist immer ein Limit zu setzen. Ich erinnere mich, dass ich in meiner Anfangszeit vor einigen Jahren zunächst „billigst/bestens“ angeklickt hatte. Die Bezeichnung klingt fälschlicherweise verführerisch. Klickst du billigst a, wird deine Order in der Regel sofort ausgeführt. Das bedeutet jedoch auch, dass der günstigste Preis akzeptiert wird zu dem jemand gerade bereit ist seine Aktien zu verkaufen. Meistens ist somit der Kaufpreis höher. Klickst du Limit an wird deine Order erst ausgeführt wenn jemand bereit ist zu deinem angegeben Preis zu verkaufen. Das Limit würde ich immer zum unteren Ende des Spreads hin setzen. Irgendjemand will immer verkaufen. Gerade wenn die Kurse fallen wird häufig panisch verkauft.

Abb 2. Limit und Gültigkeit

5) Auf Gültigkeit achten

Auch die Gültigkeit ist ein wichtiges Thema. Wenn du „tagesgültig“ anklickst, dann ist deine Order nur für den heutigen Tag gültig. Im Beispiel der Abb. 2 wäre der Kauf der BASF Aktie bis Ende Januar gültig. Habe ich bis dahin den Zuschlag nicht bekommen, weil ich zum Beispiel ein zu niedriges Limit gesetzt habe, muss die Order erneuert werden.

6) Gebühren bedenken

In Abb. 3 wird meine Order unmittelbar vor Kauf nochmal als Übersicht dargestellt. Spätestens jetzt sollte man sich Gedanken über die anstehenden Gebühren machen. In diesem Fall liegt eine Limit Order des Unternehmens BASF vor. 50 Stück sollen zu einem Limit von 88,2 Euro gekauft werden. Die Gebühren bei der comdirect Bank, die ich hauptsächlich nutze liegen in diesem Fall bei 4,90 Euro zuzüglich 0,25% des Ordervolumens. Das macht knapp 16 Euro für die Order. Das bedeutet, dass ich erst ab einem Gewinn von mindestens 0,4% bei meinem Investment in der Gewinnzone bin. Wobei hier bedacht werden muss, dass für den Verkauf ebenfalls Gebühren anfallen. Übrigens würde ich Einzelaktienkauf erst ab einer Investitionssumme von mindestens 20 000 Euro empfehlen. Ansonsten kannst du dir keine Diversifikation leisten und investierst dein Geld besser in einen ETF-Wertpapiersparplan.

Abb. 3 Gebühren berechnen

Investieren für die Kinder

Investieren für die Kinder

Durch Investieren für die Kinder können wir die nächste Generation tatkräftig unterstützen. Vor einigen Tagen habe ich ein Video zum Thema „1 Million Euro Depot mit 35 Jahren“ auf einem meiner favorisierten Youtube Kanäle „Aktien mit Kopf“ gesehen. Ein User schrieb einen sehr berührenden und informativen Kommentar:

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