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Leistungsgesellschaft und Selbstverantwortung

Leistungsgesellschaft und Selbstverantwortung

Es ist eine der ersten Fragen eines typischen Small Talks. Was machst du eigentlich beruflich?  Wir Deutschen sind Weltmeister darin uns über Lohnarbeit zu definieren. Als würde die Art und Weise wie wir unser Leben finanzieren unser Leben beschreiben können. Wir definieren uns nicht nur über die Funktion in unserer Gesellschaft, sondern tragen unsere Erfolge gerne nach außen. Wir kaufen uns ein tolles Auto oder ein modernes Haus. Das Materielle soll ein glückliches und erfolgreiches Leben repräsentieren. Manche von uns hängen sich Urkunden, Doktortitel, Auszeichnungen oder sonstige Zertfikate an die Wand.  Wir verbringen 40 oder mehr Stunden in der Woche mit Lohnarbeit. Doch Leistung ist nicht gleich Lohnarbeit!

Was ist denn hier los?

2017 ist Wahljahr. Alle vier Jahre diskutieren Spitzenkandidaten auf Marktplätzen, in Bierzelten und Talkshows über die wichtigsten politischen Themen. Einwanderung, Soziale Gerechtigkeit, Innere Sicherheit, Außenpolitik und die Rente. Ein beliebtes Argument: Wer 40 Jahre gearbeitet hat, sollte den Lebensabend nicht mit einer Mindestversorgung erleben müssen. In diesem Fall gehen wir jedoch davon aus, dass Leistung alleine an der Zeit bzw. an der verrichteten Arbeit bemessen wird. Es sollte jedoch eine Variable berücksichtigt werden. Von großer Bedeutung ist der Ertrag der Leistung, die innerhalb einer bestimmten Zeit erbracht wurde.

Wie ist das gemeint?

Stell dir ein mittelalterliches Dorf vor. Ein Bauer ist für die Wasserversorgung der Gärten zwecks Selbstversorgung zuständig. 40 Jahre lang läuft er jeden Tag 12 Stunden zum Brunnen und zurück, um die notwendige Wassermenge in seine Eimer zu schöpfen. Sein Nachfolger schaut sich den Ertrag der Leistung in dieser Zeitspanne an. Er setzt sich an einen Tisch und skizziert ein Grabensystem. In den nächsten Wochen hebt er Gräben aus und leitet die Kanäle zu allen Gärten im Dorf weiter. Das Wasser fließt nun automatisch zu den übrigen Bauern. Ein Mal am Tag überprüft der Bauer sein System. Die restliche gewonnene Zeit nutzt er, um anderen Tätigkeiten nachzugehen. Er hat den selben Ertrag erbracht wie sein Vorgänger und zwar in einem Bruchteil der Zeit.

Eine Chance!

Im ersten Moment hört sich diese Herangehensweise gegenüber den hart arbeitenden Menschen in der Republik vielleicht vorwurfsvoll an. Es geht jedoch nicht um Vorwürfe, sondern um Selbstverantwortung. Wenn wir selbst verantwortlich sind für unsere aktuelle finanzielle Situation, dann haben wir es auch in der eigenen Hand, diese zu ändern. Insbesondere erfolgreiche Menschen suchen die Schuld nicht im Außen, sondern schreiben sich Versagen auf die eigene Fahne. Das ist keine Schande, sondern sehr hilfreich.

Mit Selbstverantwortung zu mehr Ertrag

Der eine oder andere ist nach dem letzten Abschnitt vielleicht empört und denkt womöglich über seine schwierigen Umstände nach wie zum Beispiel:“mein Chef verweigert mir eine Beförderung“, „meine Frau und meine Kinder fordern mich zu sehr“, „ich bin krank, es geht eben nicht mehr“ etc.. Wenn deine Lebensumstände dich zu viel Energie kosten, das ist es eben genauso wie es ist. Niemand ist hierfür verantwortlich außer dir selbst. Der einzige, der diese Situation ändern kann bist du selbst. Mit Schicksalen hadern macht keinen Sinn und hilft niemandem weiter, schon gar nicht dir. Es steht außer Frage, dass du es im Falle einer Krankheit oder durch einen Schicksalsschlag wesentlich schwerer hast. Doch du wirst dir selbst nicht helfen können wenn du dich mit anderen Menschen vergleichst, die es leichter haben oder dem Schicksal die Schuld gibst.

Die junge Generation

Insbesondere für die junge Generation ist das unheimlich wichtig. Je früher man lernt, für die eigenen Finanzen selbst verantwortlich zu sein und niemanden außer sich selbst hierfür zur Rechenschaft zu ziehen, desto besser. Hierdurch bleibt man handlungsfähig und offen für Veränderungen und Neues. Beginne früh zu investieren, in dich selbst, in deine Umgebung, in deine Bildung und dein Vermögen.

Die Eigenverantwortung übernehmen

Es ist unheimlich leicht anderen Menschen für die eigenen Umstände verantwortlich zu machen. Nirgends wird dies deutlicher als in gescheiterten Beziehungen. Der verlassene Mann beschimpft seine Ex-Frau, die mit dem Tauchlehrer durchgebrannt ist und beschuldigt sie für sein Unglück und seinen finanziellen Ruin verantwortlich zu sein. Er fühlt sich wie ein Zahlvater, der als Unterhaltssklave in der Lohnarbeit fest steckt. Die verlassene Frau beschimpft ihren Ex-Mann, weil dieser eine Affäre mit einer Krankenpflegerin begann. Sie fühlt sich als Opfer, denn sie hat für die Kinder die Karriere hin geschmissen und findet keinen Anschluss im Beruf. Beide verstehen nicht, dass die jetzige Lebenssituation durch eine Summe eigener Entscheidungen hervorgerufen wurde und sie selbst für die jetzige Lebenslage die Verantwortung tragen.

Zurück zur Lohnarbeit

Meistens entscheiden wir in jungen Jahren über unsere berufliche Zukunft. Uns ist nur in einem gewissen Maße bewusst, welche Konsequenzen die Berufswahl für unser weiteres Leben hat. In der Mitte des Lebens bemerken wir dann vielleicht, dass die Bezahlung der gewählten Profession kaum reicht, um Miete, Transport oder Freizeit zu finanzieren. Wir glauben von unserer Lohnarbeit abhängig zu sein, bzw. geben den Umständen die Schuld. Doch unser finanzielles Glück hängt nicht nur von der Lohnarbeit ab. Wir können unser Leistung auch in anderen Bereichen erbringen und uns ein Stück von der Lohnarbeit lösen.

Schritt für Schritt mehr finanzielle Freiheit

Ähnlich wie der Bauer das Bewässerungssystem des Vorgängers bewertete und änderte, kannst du auch dein ganz persönliches Finanzsystem zu deinen Gunsten umwandeln. Das kann einige oder auch viele Jahre dauern bis du davon profitieren wirst, aber wenn du nicht beginnst, dann wird es auch niemals dazu kommen. Zunächst benötigst du einen Überblick über deine Finanzen, also Einnahmen und Ausgaben. Dann kannst du die Ausgaben überprüfen und dich dafür entscheiden weniger, aber bewusster zu konsumieren. Dann geht es darum zu überprüfen, ob du Möglichkeiten hast, deine Einnahmen zu erhöhen.

Der Sinn von Investitionen

Als ich den Blog begann und im Netz nach Tipps im Bereich Finanzen recherchierte, entdeckte ich viele Angebote, die es angeblich ermöglichen, innerhalb kürzester Zeit viel Geld mit wenig Arbeit zu verdienen. Das ist in 99,9% aller Fälle nicht machbar Im Gegenteil, wenn du heute etwas investierst bedeutet dies, dass du im Hier und Jetzt auf etwas verzichtest, um später hiervon zu profitieren. Wenn du dir heute deine erste Aktie kaufst, dann verzichtest du auch ab heute auf dieses Geld. In 10 Jahren jedoch wirst du aber womöglich ein Vielfaches zurück bekommen und dir ein Stückchen finanzielle Freiheit erschaffen haben. Auch jährliche Dividenden schaffen dir ein Stück finanzielle Freiheit.

Du und das Geld

Wenn du das Gefühl hast neben Beruf und Familie immer noch Energie zu haben, dann beginne mit einer Investition in dich selbst. Schaue nach Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten innerhalb deiner Profession. Nutze deine Erfahrung und dein Wissen zu einem Hobby und mache es profitabel. Du angelst gerne? Dann denke über einen Angelladen nach. Du spielst Tennis? Dann beginne einen Trainerschein! Du bist ein Mathegenie? Dann gib Nachhilfe!

Bestätige dich nicht durch Materielles

Wenn man 40 oder mehr Stunden der Woche arbeitet, dann möchte man sich selbst auch belohnen. Da man so viel Zeit mit Arbeit verbringt, will man in der Regel das damit verdiente Geld wieder ausgeben. Denn schließlich hat man für dieses Geld seit vielen Jahren malocht. Also wird das neue Iphone bestellt oder der nächste Urlaub gebucht. Anstatt in diese Konsumfalle zu tappen, solltest du diese Geld zur Seite legen, denn es ist dein Kapital und lässt sich mit Geduld vermehren! Kaufe dir lieber Aktien von Apple oder Ryan Air, als dir durch kurzfristigen Konsum temporäres Glück zu kaufen.

Investitionsansätze

Zum Schluss noch einige Allgemeine Tipps zum Thema Geldvermehrung  durch Leistung ohne Lohnarbeit. Schließlich befindest du dich hier auf den Seiten eines Finanzblogs. Daher verlinke ich dir einige Artikel zu den Themen Investieren, Sparen und Vermögensaufbau.

Wenn du möglichst wenig Arbeit mit dem Investieren haben möchtest, dann investiere passiv in ETFs. Hier findest du eine mögliche Strategie.

Hier findest du allgemeine Tipps zum Vermögensaufbau.

Über Social Trading Plattformen wie Wikifolio kannst du mit anderen gemeinsam deine Performance erhöhen. Hier findest du Informationen zu diesem Thema.

Wenn du das Risiko nicht scheust und in einen Wachstumsmarkt investieren möchtest, dann informiere dich hier über Kryptowährungen.

Ganz klassisch in Einzelaktien zu investieren ist immer eine gute Idee. Hier findest du eine mögliche Vorgehensweise, um rentable Aktienwerte zu finden.

Um von der gesamten Finanzblog-Community und der Kompetenz der besten Finanzblogger im deutschsprachigen Raum zu lernen, schaue hier vorbei.

Hast du es geschafft Einkommen ohne Lohnarbeit zu erreichen? Berichte uns gerne in den Kommentaren davon!

 

 

6 Tipps beim Aktienkauf

Heute möchte ich euch 6 einfache Tipps beim Aktienkauf geben. Das hier beschriebene sind „Basics“ und daher insbesondere für Börsenanfänger interessant. Gerne könnt ihr in den Kommentaren wertvolle Börsentipps für Anfänger ergänzen.





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1) Geeignete Broker

Um den richtigen Broker zu finden empfehle ich ausschließlich unter online direkt Banken zu suchen. Dort fallen die Personalkosten geringer aus, weswegen die Gebühren in der Regel geringer sind. Ich persönlich nutze am häufigsten die comdirect Bank (Jetzt das comdirect Depot eröffnen!*). Das ist der übersichtlichste Broker, der mir bekannt ist und darüber hinaus über ein sehr umfangreiches Angebot verfügt. Günstige Ordergebühren findet man zum Beispiel auch bei der OnVista Bank*. Bei einer langfristigen Strategie fällt das nicht weiter ins Gewicht. Möchtest du jedoch häufiger handeln – wovon ich abrate – bietet sich eine Bank mit sehr geringen Ordergebühren an. Über beide Broker kann man auch Wikifolio-Zertifikate handeln, was mir persönlich sehr wichtig ist.

2) Der richtige Börsenplatz

Zunächst geht es darum den richtigen Börsenplatz zu finden. Letztendlich hat diese Entscheidung keine weitreichenden Folgen. Hauptsächlich ist zu bedenken, dass sich die Handelszeiten bei den verschiedenen Börsenplätzen unterscheiden. Xetra ist der bekannteste und größte Handelsplatz. Während Xetra um 17:30 Uhr schließt ist der Börsenplatz Tradegate bis 22 Uhr geöffnet. Ich persönlich tendiere dazu meine Aktien bei Xetra zu kaufen. Ist die Börse bis 22 Uhr geöffnet, bin ich häufig versucht mich bis spät am Abend mit Kursen zu beschäftigen. Bei Xetra packe ich die Watchlist spätestens um 17:30 Uhr bei Seite. Auf Abb. 1 siehst du die drei gängigsten Börsenplätze. Aufgrund der Uhrzeit kannst du bei Xetra in der Abb keine Daten erkennen, denn Börsenplatz hatte bereits geschlossen.

3) Immer während der Handelszeiten

Ich empfehle dir deine Aktienkäufe während der Handelszeiten abzuwicklen. Außerhalb der Handelszeiten ist der Spread meist höher. Das bedeutet die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis ist höher. Dies dient hauptsächlich zur Orientierung welches Limit du setzen kannst und zu welchem vernünftigen Preis du daraufhin kaufen kannst.

4) Niemals ohne Limit

Eine der wichtigsten Regeln für Anfänger ist immer ein Limit zu setzen. Ich erinnere mich, dass ich in meiner Anfangszeit vor einigen Jahren zunächst „billigst/bestens“ angeklickt hatte. Die Bezeichnung klingt fälschlicherweise verführerisch. Klickst du billigst a, wird deine Order in der Regel sofort ausgeführt. Das bedeutet jedoch auch, dass der günstigste Preis akzeptiert wird zu dem jemand gerade bereit ist seine Aktien zu verkaufen. Meistens ist somit der Kaufpreis höher. Klickst du Limit an wird deine Order erst ausgeführt wenn jemand bereit ist zu deinem angegeben Preis zu verkaufen. Das Limit würde ich immer zum unteren Ende des Spreads hin setzen. Irgendjemand will immer verkaufen. Gerade wenn die Kurse fallen wird häufig panisch verkauft.

Abb 2. Limit und Gültigkeit

5) Auf Gültigkeit achten

Auch die Gültigkeit ist ein wichtiges Thema. Wenn du „tagesgültig“ anklickst, dann ist deine Order nur für den heutigen Tag gültig. Im Beispiel der Abb. 2 wäre der Kauf der BASF Aktie bis Ende Januar gültig. Habe ich bis dahin den Zuschlag nicht bekommen, weil ich zum Beispiel ein zu niedriges Limit gesetzt habe, muss die Order erneuert werden.

6) Gebühren bedenken

In Abb. 3 wird meine Order unmittelbar vor Kauf nochmal als Übersicht dargestellt. Spätestens jetzt sollte man sich Gedanken über die anstehenden Gebühren machen. In diesem Fall liegt eine Limit Order des Unternehmens BASF vor. 50 Stück sollen zu einem Limit von 88,2 Euro gekauft werden. Die Gebühren bei der comdirect Bank, die ich hauptsächlich nutze liegen in diesem Fall bei 4,90 Euro zuzüglich 0,25% des Ordervolumens. Das macht knapp 16 Euro für die Order. Das bedeutet, dass ich erst ab einem Gewinn von mindestens 0,4% bei meinem Investment in der Gewinnzone bin. Wobei hier bedacht werden muss, dass für den Verkauf ebenfalls Gebühren anfallen. Übrigens würde ich Einzelaktienkauf erst ab einer Investitionssumme von mindestens 20 000 Euro empfehlen. Ansonsten kannst du dir keine Diversifikation leisten und investierst dein Geld besser in einen ETF-Wertpapiersparplan.

Abb. 3 Gebühren berechnen

Investieren für die Kinder

Investieren für die Kinder

Durch Investieren für die Kinder können wir die nächste Generation tatkräftig unterstützen. Vor einigen Tagen habe ich ein Video zum Thema „1 Million Euro Depot mit 35 Jahren“ auf einem meiner favorisierten Youtube Kanäle „Aktien mit Kopf“ gesehen. Ein User schrieb einen sehr berührenden und informativen Kommentar:

Investieren für die Kinder weiterlesen

Asset Allocation – Wie Vermögensaufteilung funktioniert

Asset Allocation – Wie Vermögensaufteilung funktioniert

Die Asset Allocation ist eine der wichtigsten Entscheidungen, die Sie während Ihrer Investmentkarriere treffen werden. Häufig vernachlässigen Privatanleger ihre eigene Asset Allocation. Das liegt einerseits daran, dass sich viele Anleger zu wenig über Finanzprodukte informieren und andererseits an einer falschen Beratung von so genannten Finanzexperten.

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Was ist Asset Allocation?

Im Prinzip versteht man unter einer Asset Allocation eine Aufteilung des eigenen Vermögens auf verschiedene Assets, um eine höchst möglche Diversifikation zu erhalten. Meist wählen Privatanleger eine (Immobilien) oder maximal zwei (Aktien) Assetklassen. Je mehr Anlageklassen jedoch genutzt werden, desto stabiler ist meist das Portfolio aufgestellt.

Welche Assetklassen gibt es?

Die übergeordneten Assetklassen lassen sich recht leicht klassifizieren. Unterklassen sind etwas schwieriger einzuordnen, sind jedoch bis zu einem gewissen Grad auch vernachlässigbar. Folgende Anlageklassen können grob unterschieden werden:

  • Cash (Sparguthaben, Tagesgeld…)
  • Aktien (Groth Aktien, Nebenwerte, Value Aktien…)
  • Immobilien (Wohn- oder Gewerbeimmobilien…)
  • Anleihen (Staatanleihen, Pfandbriefe…)
  • Rohstoffe (Edelmetalle, Öl, Erdgas…)
  • Optionen (Call, Put…)
  • Sammlerobjekte, Antiquitäten
  • Humankapital

Wahl der Assetklassen

Welche Assetklassen Sie für Investitionen nutzen wollen hängt von ihren Vorlieben und ihrer Risikotoleranz ab. Während Optionen das höchste Risiko aufweisen sind Cashanlagen hingegen risikoarm. Da Rendite von Risiko kommt, liegt auf der Hand, dass Assetklassen mit hohem Risiko höhere Renditen versprechen (No Risk, No Fun!). Jedoch unterliegen sie auch stärkeren Schwankungen.

80/20 Regel

Ich selbst würde mich als eher risikofreudig bezeichnen. Daher investiere ich etwa 80% meiner Mittel in risikoreiche Assetklassen, insbesondere in Aktien. Dem gegenüber stehen etwa 20% Investitionen in risikoarme Anlageklasse z.B. Tagesgeld. Sie bieten zwar weniger Rendite, jedoch hat es Vorteile sich an die Regel zu halten. Erstens hat man bei Marktrücksetzern Cash für Nachkäufe zur Verfügung. Zweitens sorgen sie für Stabilität. Vergessen Sie nicht: Wenn Sie 100% ihres Geldes z.B. in den Dax investieren und innerhalb eines Jahres 23% verlieren, dann mǘssen Sie im darauf folgenden Jahr schon 30% Gewinn erwirtschaften, um wieder auf Null zu kommen. Haben Sie ein schlechtes Timing erwischt und der Markt steckt z.B. die ersten drei Jahre ihrer Investmentkarriere in den roten Zahlen verstärkt sich dieser Effekt und schmälert ihre langfristige Rendite. Daher sollten Sie unbedingt Teile ihrer zur Verfügung stehenden Mitteln in risikoarme Anlageklassen investieren

Woher das Geld nehmen?

Die wenigsten Menschen haben genügend Geld auf der hohen Kante, um all diese Assetklassen zu bedienen. Das ist auch nicht unbedingt notwendig. Man sollte nur nicht all sein Geld in das eigene Heim oder in Aktien stecken. Das Risiko ist durch die mangelnde Diversifikation zu hoch. Sie können jedoch auch mit kleinem Geldbeutel eine Streuung über mehrere Assetklassen über so genannte ETFs (Exchange Trust Funds) erreichen.

Asset Allocation durch ETFs

ETFs bilden Indizes ab. Solche Indizes gibt es für alle möglichen Assets. Die bekanntesten bilden Aktienindizes wie den DAX oder den Dow Jones ab. Da ETFs auch Immobilien- oder Rohstoffindizes abbilden, können Sie so ihr eigenes Portfolio über mehrere Anlageklassen individuell zusammenstellen. Wenn Sie mehr über ETFs erfahren wollen können Sie die dazugehörigen Berichte auf meinem Blog lesen.

 

Die 5 größten Börsenillusionen

1) Rendite in der Vergangenheit bedeutet Rendite in der Zukunft

Es geschieht immer wieder. Steigen die Aktienkurse über einige Jahre hinweg, werden immer mehr Teilnehmer am Markt investieren. Im Jahre 1995 lag die Rendite des Dax bei etwa 28%. Im folgenden Jahr stieg der Index sogar um 47%. Die nächsten beiden Jahre zeigt die Statistik eine Performance von rund 17%, bzw 39% auf. Innerhalb dieser vier Jahre investierten immer mehr Menschen ihr Geld an der Börse.

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Wie konnte das geschehen?

Menschen wollen an positiven Entwicklungen teilhaben. Je mehr Leute von einer Sache profitieren, desto mehr Leute wollen auch ein Stück des großen Kuchen für sich beanspruchen. Darüber hinaus lieferten die weit überdurchschnittlichen Renditen im Zeitraum zwischen 1995-1999 sehr gute Argumente für jegliche Art von Finanzberatern. So konnte sie ihre überteuerten Produkte an viele ahnungslose Kunden verkaufen. Diese waren im Endeffekt die Leidtragenden. Werbemaßnahmen größere Unternehmen trugen ihren Teil zur Katastrophe bei. Anstatt die Bürger finanziell zu bilden, werden ihnen Illusionen aufgetischt, um Produkte zu verkaufen.

Warum die Rechnung nicht aufgehen konnte

Die jährlichen Renditen des Dax Ende der 90er Jahre konnten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht langfristig aufrecht erhalten worden. Alleine der Fakt, dass viele Menschen diesen unglaublich simplen Mechanismen des Marktes auf den Leim gegangen sind, zeugt von unserem Rückstand an finanzieller Bildung im eigenen Lande. Finanzielle Bildung sollte längst Bestandteil der Schulbildung jedes einzelnen Bürgers sein, gerade in Zeiten der Altersarmut und der Niedrigrente. Die Renditen aller Assetklassen pendeln sich langfristig immer auf einen Mittelwert ein. Man nennt dieses Phänomen „Regression zum Mittelwert“. Auf Jahre extrem hoher Gewinne folgen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Zeiträume mit niedrigeren Renditen. Würde man den Zeitraum 1995 bis 1999 als Ausgangspunkt einer Durchschnittsrendite verstehen wollen, wäre das so, als würde man der Weltwirtschaft unterstellen, dass sie sich in ihrem Wert alle fünf Jahre verdoppeln kann. Das ist schlicht unmöglich.

2) An Kursprognosen von Experten glauben

Es ist ein beliebtes Mittel vieler Privatinvestoren. Die Jagd nach dem nächsten todsicheren Börsentipp von bekannten Experten oder Finanzgurus. Zeitschriften und Onlinemagazine sind voll von Aktienanalysen und Kursprognosen. Man sieht sie überall, denn sie können wunderbar verkauft werden. Alles was dabei sicher ist, ist das Grundgehalt der sogenannten Finanzexperten.

Die Macht der Einpreisung

Wissen, welches bereits in der Finanzwelt veröffentlicht und angekommen ist, wurde in aller Regel längst in einen Aktienkurs eingepreist. Der aktuelle Preis einer Aktie spiegelt den aktuellen Wert wieder. Darin enthalten sind bereits alle Erwartungen, Meinungen oder Analysen. Die einzige Möglichkeit, dass dieses Wissen noch nicht im aktuellen Kurs eingepreist ist, wäre Unwissenheit in der Finanzwelt. Das heißt, derjenige mit dem Wissen, müsste sein Wissen für sich behalten. Nur so kann eine Information nicht bereits eingepreist sein.

Investing is no Rocket Science

Viele Menschen glauben, dass Finanzexperten gegenüber Laien einen Wissensvorsprung haben müssten. Schließlich sei dies in nahezu allen Bereichen so. An der Börse ist das nur eine weitere Illusion. Darüber hinaus betreiben Finanzexperten gerne Ergebsniskosmetik. Falsche Prognosen aus der Vergangenheit werden gerne unter den Teppich gekehrt, während man mit zutreffenden Prognosen hausieren geht.

3) Renditeangaben von Finanzinstituten sind richtig

Zahlen und Fakten lügen nicht oder etwa doch? Renditen sind der Schlüssel zum Erfolg. Sie führen den Privatinvestor zur finanziellen Freiheit und den Finanzexperten zu höheren Einkünften. Daher können Renditeangaben eigentlich nicht lügen. Leider ist diese Annahme nicht richtig, denn es gibt mehrere mathematische Grundlagen, die zu unterschiedlich hohen Renditeangaben führen können.

Arithmetische vs geometrische Durchschnittsrendite

Gehen wir von einem Investor aus, der über drei Jahre hinweg 1 000 Euro in einer Einmalzahlung investieren möchte.

InvestmentJahr 1Jahr 2Jahr 3
1 000 Euro1 250 Euro1 000 Euro1 300 Euro
Rendite25%-20%30%

Schauen wir uns die Rendite des arithmetischen Durchschnitts an: 25% + (-20%) + 30% = 35%/3 = 11,66% p.a. – Es wurde eine durchschnittliche Jahresrendite von 11,66% erzielt. Die geometrische Durchschnittsrendite relativiert diese Angaben. Die Formel hierfür lautet x(1+r) hoch n. „r“ steht für die Rendite als Dezimalzahl und „n“ für die Anzahl der Jahre. Also: 1 000 x (1+r) hoch 1 300. Löst man diese Formel nach r auf: r = (1 300 + 1 000) hoch 1/3 -1 erhalten wir eine durchschnittliche Jahresrendite von 9,1%. Kommen innerhalb der drei Jahre Ein- oder Auszahlungen hinzu, wird sich der Wert wieder verändern. Hierfür verwendet man den „internen Zinsfuß„, den ich Ihnen an dieser Stelle ersparen werde.

Was lernen wir daraus?

Wir wissen meist nicht welche mathematische Formel bei den Renditeangaben in Börsenzeitschriften oder bei Onlinemagazinen zugrunde liegt. Sie können sich jedoch vorstellen, dass eine unternehmerisch denkende Redaktion den vorteilhafteren Wert wählen wird. Davon abgesehen sind die Angaben meist vor Gebühren, Steuern und nicht inflationsbereinigt. So bleiben von den  fiktiven 11,9% einer Börsenzeitschrift gerne mal nur reale 5% tatsächliche Rendite für den Anleger übrig. Eine große Börsenillusion! Die geometrische Durchschnittsrendite ist der arithmetischen im Übrigen immer vorzuziehen.

4) Fondsratings wären aussagekräftig

Viele Menschen wollen sich vor dem Erwerb eines aktiv gemanagten Fonds über ihre Optionen informieren. Eines der Hauptargumente beim Kauf sind Fondsratings. Auf den ersten Blick bekommen Privatanleger dadurch einen Überblick über langfristig erfolgreiche Fonds oder deren Manager. Die Rechnung ist simpel. Man kauft einfach den über einen längeren Zeitraum besten Fond vom besten Manager.

Die Tricks beim Fondsrating

Fondsratings werden fast immer von ihrer besten Seite präsentiert. Angenommen ein Fonds hätte über die letzten 10 Jahre im geometrischen Mittel 15% Performance erwirtschaftet. Wir wissen jedoch nicht, ob zum Beispiel die ersten beiden Jahre extrem erfolgreich verliefen, während die nachfolgenden acht Jahre jeweils eine Benchmark (Vergleichsindex) nicht schlagen konnte. In einem anderen Beispiel können wir annehmen, dass ein Fonds über 5 Jahre eine Performance von 14% erreicht hat. Der gleiche Fonds jedoch über die letzten 7 Jahre nur 9% Performance erreichte. Wohl gemerkt vor Gebühren, Steuern und Inflation. Darüber hinaus wissen wir ja bereits, dass Renditen aus der Vergangenheit keine Aussagekraft auf die Renditen in der Zukunft haben.

5) Finanzberater seien Finanzexperten

Wenn Sie krank sind gehen Sie zum Arzt. Hatten Sie einen Unfall, dann bringen Sie ihr Auto in die Werkstatt. Wollen Sie Geld verdienen, dann vermeiden Sie Finanzberater!

Der Interessenkonflikt

Der Arzt möchte sie heilen und der Mechatroniker will ihr Auto reparieren. Zwar werden beiden Fachgruppen Ihnen wahrscheinlich zu viel berechnen, doch im Grunde genommen teilen sie ihr Interesse. Ein Finanzberater möchte Ihnen nicht zur finanziellen Freiheit verhelfen, sondern Produkte verkaufen. Sie stehen somit in einem Interessenkonflikt. Eigentlich müsste seine Berufsbezeichnung Finanzprodukteverkäufer lauten. In aller Regel ist der Finanzberater darauf angewiesen Ihnen möglichst gewinnbringend Produkte zu verkaufen. Hierfür verwendet er übrigens alle bereits besprochenen Börsenillusionen.

Wer hilft Ihnen dann?

Helfen Sie sich selbst! Börse funktioniert im Grunde genommen ganz einfach. Das Finanzsystem, die Medien und so genannte Finanzberater wollen uns gerne etwas anderes glauben lassen, denn Gebühren, Steuern und häufiges Kaufen und Verkaufen sind sichere Einnahmen für alle genannten Bereiche. Eventuell finden Sie auch einen Honorarberater. Das ist ein Finanzexperte, der ein Honorar erhält und zwar unabhängig von den angebotenen Produkten. In diesem Falle hätten Sie das gleiche Interesse und er würde höchstens etwas zu viel berechnen, sowie der Arzt und der Mechatroniker.

 

Ich hoffe ich konnte mit den 5 größten Börsenillusionen Ihren Blick auf das Finanzgeschehen schärfen. Kennen Sie weitere Illusionen oder sind sie anderer Meinung? Dann hinterlassen Sie einen Kommentar!