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Lösen Staats-ETF das Rentenproblem?

Lösen Staats-ETF das Rentenproblem?

Seit 1998 investiert Norwegen die Einnahmen aus ihrer Ölforderung in einen eigene Staats-ETF. Bisher sind über 900 Milliarden Dollar investiert. Somit ist der Fonds der stärkste Fonds der Welt. Bei einer Einwohnerzahl von etwas über fünf Millionen, kommen umgerechnet knapp 200 000 Euro auf jeden Norwerger. Könnte so eine moderne und soziale Rentenvorsorge auch für deutsche Bürger aussehen?

Der Aufbau des Staatsfonds

Zunächst stellt sich die Frage, in welche Produkte der Staatsfonds investiert? Die Asset Allocation wird über drei verschiedene Bereiche verteilt: Aktien, Anleihen und Immobilien. Etwa 61% der Mittel werden in Aktien investiert, 36% in Anleihen und 3% fließen in Immobilien. Norwegen hat sich eine jährliche Rendite von 4% als Ziel gesetzt. Dadurch ist der hohe Anteil der Aktien nachvollziehbar, denn Aktien haben auf lange Sicht die beste Rendite. Auf der anderen Seite steigt das Risiko von Schwankungen.

Welche Unternehmen befinden sich m Fonds?

Es sind mehrere tausend Aktien im norwegischen Fonds. Es würde absolut keinen Sinn machen hier eine Liste zu veröffentlichen. Die größte Position ist jedoch Nestle. Norwegen hat fast sechs Milliarden Euro in das Unternehmen investiert. Das Land hält auch mehr als drei Prozent des Autobauers BMW.

Einfluss auf die Wirtschaft

Es stellt sich natürlich die Frage, welchen Einfluss ein Staats-Fonds auf die Wirtschaft haben kann. Norwegen stellt sich bei den Unternehmen, in die sie investieren wollen, gerne vor. So kann das Land natürlich Einfluss nehmen auf die Geschäftspolitik. Ist das nun gut oder schlecht? Lasst es mich in den Kommentaren wissen

Kann man den Staatsfonds abbilden?

Das wird wohl kaum funktionieren. Zwar kann man auf der website des Staatsfonds sehen, welche Aktien sich im Depot befinden. Doch müsste ein Anleger in über 8 000 Einzelaktien investieren.  Das wird nicht funktionieren. Über eine gut differenzierte ETF-Strategie ist es jedoch möglich einen ähnlichen Effekt zu erreichen. Es genügen lediglich sechs ETF aus, um den Fonds nachzubilden (MSCI World / Value Aktien weltweit / MSCI World Small Cap / Staatsanleihen / Immobilien weltweit und Unternehmensanleihen).

Und für Deutschland?

Ich persönlich finde die Idee nicht schlecht. Jedenfalls besser als auf eine andere Art und Weise in die Wirtschaft einzugreifen, um schlechte Rentenprodukte wie Riester ins Leben zu rufen. Jedoch würde mich eine Aufklärungskampagne mehr freuen. Wichtig wäre es erst Mal dem Großteil der Bevölkerung die Angst vor der Börse zu nehmen. Sie vielleicht auch zu motivieren sehr früh kleine Beträge für sich oder ihre Kinder beiseite zu legen. Wenn jeder von uns ein wenig investiert, haben wir in der Gesamtbevölkerung den gleichen Effekt.

Eine mögliche ETF Stategie

Welche ETF Strategie ist sinnvoll?

Vor einigen Tagen brachte eine große deutsche Bank eine Statistik über die Art und Weise an die Öffentlichkeit, wie deutsche Anleger ihr Depot gestalten. Dabei wurden über 900 000 Depots beleuchtet.  Überwiegend investieren deutsche Anleger in Einzelaktien. Die beliebteste Aktie ist dabei Daimler. Nur 9% des Vermögens sind in sogenannte Indexfonds (ETFs) investiert. Dahingegen sind 24% des Vermögens in wesentlich teurere aktiv gemanagte Fonds investiert. Hier gibt es also Aufklärungspotential. Im Übrigen wurden im Jahr 2016 bis Oktober im Durchschnitt knapp 9 Trades getätigt.

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Asset Allocation – Wie Vermögensaufteilung funktioniert

Asset Allocation – Wie Vermögensaufteilung funktioniert

Die Asset Allocation ist eine der wichtigsten Entscheidungen, die Sie während Ihrer Investmentkarriere treffen werden. Häufig vernachlässigen Privatanleger ihre eigene Asset Allocation. Das liegt einerseits daran, dass sich viele Anleger zu wenig über Finanzprodukte informieren und andererseits an einer falschen Beratung von so genannten Finanzexperten.

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Was ist Asset Allocation?

Im Prinzip versteht man unter einer Asset Allocation eine Aufteilung des eigenen Vermögens auf verschiedene Assets, um eine höchst möglche Diversifikation zu erhalten. Meist wählen Privatanleger eine (Immobilien) oder maximal zwei (Aktien) Assetklassen. Je mehr Anlageklassen jedoch genutzt werden, desto stabiler ist meist das Portfolio aufgestellt.

Welche Assetklassen gibt es?

Die übergeordneten Assetklassen lassen sich recht leicht klassifizieren. Unterklassen sind etwas schwieriger einzuordnen, sind jedoch bis zu einem gewissen Grad auch vernachlässigbar. Folgende Anlageklassen können grob unterschieden werden:

  • Cash (Sparguthaben, Tagesgeld…)
  • Aktien (Groth Aktien, Nebenwerte, Value Aktien…)
  • Immobilien (Wohn- oder Gewerbeimmobilien…)
  • Anleihen (Staatanleihen, Pfandbriefe…)
  • Rohstoffe (Edelmetalle, Öl, Erdgas…)
  • Optionen (Call, Put…)
  • Sammlerobjekte, Antiquitäten
  • Humankapital

Wahl der Assetklassen

Welche Assetklassen Sie für Investitionen nutzen wollen hängt von ihren Vorlieben und ihrer Risikotoleranz ab. Während Optionen das höchste Risiko aufweisen sind Cashanlagen hingegen risikoarm. Da Rendite von Risiko kommt, liegt auf der Hand, dass Assetklassen mit hohem Risiko höhere Renditen versprechen (No Risk, No Fun!). Jedoch unterliegen sie auch stärkeren Schwankungen.

80/20 Regel

Ich selbst würde mich als eher risikofreudig bezeichnen. Daher investiere ich etwa 80% meiner Mittel in risikoreiche Assetklassen, insbesondere in Aktien. Dem gegenüber stehen etwa 20% Investitionen in risikoarme Anlageklasse z.B. Tagesgeld. Sie bieten zwar weniger Rendite, jedoch hat es Vorteile sich an die Regel zu halten. Erstens hat man bei Marktrücksetzern Cash für Nachkäufe zur Verfügung. Zweitens sorgen sie für Stabilität. Vergessen Sie nicht: Wenn Sie 100% ihres Geldes z.B. in den Dax investieren und innerhalb eines Jahres 23% verlieren, dann mǘssen Sie im darauf folgenden Jahr schon 30% Gewinn erwirtschaften, um wieder auf Null zu kommen. Haben Sie ein schlechtes Timing erwischt und der Markt steckt z.B. die ersten drei Jahre ihrer Investmentkarriere in den roten Zahlen verstärkt sich dieser Effekt und schmälert ihre langfristige Rendite. Daher sollten Sie unbedingt Teile ihrer zur Verfügung stehenden Mitteln in risikoarme Anlageklassen investieren

Woher das Geld nehmen?

Die wenigsten Menschen haben genügend Geld auf der hohen Kante, um all diese Assetklassen zu bedienen. Das ist auch nicht unbedingt notwendig. Man sollte nur nicht all sein Geld in das eigene Heim oder in Aktien stecken. Das Risiko ist durch die mangelnde Diversifikation zu hoch. Sie können jedoch auch mit kleinem Geldbeutel eine Streuung über mehrere Assetklassen über so genannte ETFs (Exchange Trust Funds) erreichen.

Asset Allocation durch ETFs

ETFs bilden Indizes ab. Solche Indizes gibt es für alle möglichen Assets. Die bekanntesten bilden Aktienindizes wie den DAX oder den Dow Jones ab. Da ETFs auch Immobilien- oder Rohstoffindizes abbilden, können Sie so ihr eigenes Portfolio über mehrere Anlageklassen individuell zusammenstellen. Wenn Sie mehr über ETFs erfahren wollen können Sie die dazugehörigen Berichte auf meinem Blog lesen.

 

ETFs – Die Allzweckwaffe der Privatinvestoren

Was sind ETFs?

Exchange Trust Funds oder kurz ETFs, sind Investmentfonds, die es in aktiver und passiver Form gibt. Letztere bilden meist einen Index nach, deren Ziel es ist, die Performance des Marktes zu imitieren. Über diese passive Investmentmöglichkeit möchte ich hier berichten.

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Performance der ETF-Strategie

Wie bereits erwähnt, bilden ETFs in aller Regel die Performance eines Indizes nach. Größere, bekannte Indizes sind z.B. der Dax, der Dow Jones oder der Nikkei. Aber auch kleinere Indizes können abgebildet werden. Die zu erwartende Performance liegt bei den meisten größeren Indizes in etwa zwischen 6-9% pro Jahr. Da das ein Durchschnittswert ist, kann es im Umkehrschluss auch Jahre mit negativer Performance geben. Daher sollte man nur Geld investieren, das man auf lange Sicht nicht benötigt. Ist dies der Fall, kann man mit einer langfristigen Rendite von 6-9% pro Jahr rechnen.

Warum lohnen sich ETFs?

ETFs haben einige entscheidende Vorteile. Ein großer Vorteil sind die Gebühren. Aktiv gemanagte Fonds beinhalten Personalkosten. Bevor überhaupt Rendite erwirtschaftet werden kann, werden Gebühren fällig. Bei einer langfristigen Anlagestrategie können die fälligen Gebühren die Rendite extrem schmälern. Die passive Investmentform der ETFs ist wesentlich günstiger. Auch hier sollte man Angebote vergleichen und abwägen, jedoch lassen sich bei größeren Direktbanken sogar ETFs ohne Transaktionsgebühr finden. Die Gesamtgebühren können dann bei weniger als einem halben Prozent liegen. Der zweite und wichtigste Vorteil der ETFs sind ihre Performance. Schätzungen geben Hinweise darauf, dass 80% der aktiv gemanagten Fonds den Markt auf Dauer nicht schlagen können. Somit erreichen ETFs auf Dauer eine höhere Rendite und sind zudem günstiger als aktiv gemanagte Fonds. Weitere Vorteile der ETFs sind die Diversifikation, die Flexibilität und der Arbeitsaufwand.

ETFs sind für jeden Geldbeutel geeignet

Bei den meisten Direktbanken können Sie bereits ab einer Summe von 25 Euro monatlich ETFs in Form von Wertpapiersparplänen besparen. Hierfür suchen sie sich einen ETF aus, der zum Beispiel den Dax oder den Dow Jones abbildet und besparen ihn monatlich mit der genannten Summe. Wertpapiersparpläne sind dabei so liquide wie ein Sparbuch oder ein Girokonto. Sie können die Zahlungen jederzeit aussetzen, erhöhen oder sich dafür entscheiden nur alle zwei Monate einzuzahlen. Neben den Wertpapiersparplänen gibt es noch die Möglichkeiten der Einmalzahlung. Haben Sie zum Beispiel eine gewisse Summe gespart oder geerbt und wollen Sie sie in einen ETF investieren, können Sie das mit einer Einmalzahlung tun. Auch diese Summe kann jederzeit verändert werden.

Wie funktioniert das mit den ETFs?

Die günstigste Form des ETF-Handels werden sie bei Direktbanken finden, weil dort die Personalkosten wegfallen. Entscheiden Sie sich zum Beispiel für eine monatliche Sparsumme von 200 Euro, können sie diese Summe auf mehrere ETFs verteilen, um ihre Diversifikation zu verbessern. Sie könnten zum Beispiel je ein Drittel der Summe in die Indizes Dax, S&P 500 und den MSCI World investieren. Durch diese Option wären Sie in drei verschiedene ETFs investiert und würden von deren Marktperformance profitieren.

Meine eigene Erfahrung

Ich nutze die passive Anlageform der ETFs seit längerer Zeit und schätze deren Vorteile. Sie sind ein Grundpfeiler meiner gesamten Asset Alloction und sorgen für Stabilität in meinem Depot. Ich bin der Meinung man sollte nicht so naiv sein, von sich selbst zu behaupten auf lange Sicht einer der besten Händler an der Börse zu sein. Zwar konnte ich bisher mit aktiven Investments den Markt meist schlagen. Das könnte jedoch genauso gut Zufall sein. Daher halte ich weiter an meiner ETF-Strategie fest.