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Aktienanalyse nach Susan Levermann – Beispiel Siemens

Aktienanalyse nach Susan Levermann

Um eine Aktienanalyse nach Susan Levermann durchzuführen werden 13 verschiedene Kennzahlen betrachtet. Diese können den Kategorien Qualität, Bewertung, Stimmung, Momentum, Technik und Wachstum untergeordnet werden.  Hier habe ich die Levermann-Strategie im Allgemeinen bereits vorgestellt. In diesem Artikel wird es darum gehen, eine Aktie nach der Levermannstrategie konkret zu analysieren. Dazu schauen wir uns das Unternehmen Siemens an. Wer Interesse an einem Wikifolio zum Thema Levermann hat kann hier klicken.

Übersicht der 13 Kennzahlen

  • Qualität: Eigenkapitalrendite, Gewinnmarge, Eigenkapitalquote
  • Bewertung: KGV, KGV über 5 Jahre
  • Stimmung: Analystenmeinung, Reaktion auf die Quartalszahlen
  • Momentum: Gewinnrevisionen, 6-Monats-Kursverlauf, 1-Jahres-Kursverlauf, Kursmomentum
  • Technik: Revearsaleffekt
  • Wachstum: Gewinnwachstum




Quellen

Um die notwendigen Informationen für eine Aktienanalyse nach Susan Levermann zu erhalten genügt in den meisten Fällen das Internet. Gerade bei den größeren Unternehmen (Large Caps) stellt die Informationssuche kein Problem dar. Möchte man kleinere Unternehmen (Small Caps) analysieren, gestaltet sich die Suche manchmal etwas schwieriger. Jedoch müssen alle Unternehmen ihre Zahlen veröffentlichen. Daher wird man meist in den Bilanzen der Jahresabschlussberichte oder Quartalsberichte fündig. Ansonsten nutze ich als Quellen hauptsächlich die OnVista Bank* , börse.de oder finanzen.net.

Los Geht’s! – 1) Die Eigenkapitalrendite

Die aktuelle Eigenkapitalrendite des Unternehmens Siemens liegt bei 15,93%. Der Jahresüberschuss liegt also 20% über dem zur Verfügung stehenden Eigenkapital. Es handelt sich daher um eine rentables Unternehmen, das genügend Geld für schlechte Zeiten zur Verfügung hat. Ab einer Eigenkapitalrendite von 20% bekommt die Aktie nach Levermann einen Punkt. Liegt der Wert zwischen 10% und 20% wird kein Punkt vergeben. Einen Minuspunkt gibt es bei unter 10%.

Ergebnis: 0 Punkt, Gesamtergebnis aktuell: 0 Punkte

2) Gewinnmarge oder Ebit

Hierbei handelt es sich um den Gewinn vor Zinsen und Steuern. Eine hohe Gewinnmarge ist ein Qualitätsmerkmal eines Unternehmens und auch gut für die Analyse nach Levermann. Es sichert das Unternehmen für schlechte Zeiten ab und lässt Spielraum bei der Preisgestaltung. Liegt die Gewinnmarge über 12% wird eine Punkt vergeben. Bei Werten zwischen 6% und 12% ändert sich nichts am Punktestand. Sollten die Ebit die Schwelle von 6% unterschreiten wird ein Minuspunkt notiert. Die Gewinnmarge von Siemens beläuft sich auf 7,4%.

Ergebnis: 0 Punkte, Gesamtergebnis aktuell: 0 Punkte

3) Eigenkapitalquote

Das Unternehmen Siemens hat eine Eigenkapitalquote von 27,21%. Auch diese Kennzahl spiegelt die Widerstandsfähigkeit eines Unternehmens in schlechten Zeiten wieder. Sie wird in Relation zum Verschuldungsgrad gesetzt. Eine hohe Eigenkapitalquote ist ein großer Pluspunkt und so wird ab einem Wert von 25% ein Punkt verteilt. Bei Zahlen zwischen 15% und 25% wird die Aktie bei der Levermann Analyse neutral betrachtet. Darunter liegende Werte werden mit einem Minuspunkt bestraft. Alles in Allem ist das Unternehmen Siemens aus qualitativer Sicht sehr gut aufgestellt.

Ergebnis: 1 Punkt, Gesamtergebnis aktuell: 1 Punkt

4) Das KGV (für das aktuelle Jahr)

Das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) wird von vielen Aktionären häufig als die wichtigste Kennzahl wahrgenommen. Unternehmen mit niedrigem KGV gelten als unterbewertet und werden bevorzugt gekauft. EIn KGV mit einem Wert größer 16 oder kleiner gleich 0 wird mit einem Minuspunkt berechnet. Werte zwischen 12 und 16 führen zu einem neutralen Ergebnis, wogegen bei Zahlen zwischen 0 und 12 ein Pluspunkt addiert wird. Das aktuelle KGV des Unternehmens Siemens liegt bei 15,4.

Ergebnis: 0 Punkte, Gesamtergebnis aktuell: 1 Punkt

5) Das KGV über 5 Jahre

Das KGV über 5 Jahre wird addiert und durch die Anzahl der Jahre geteilt. Relevant sind die vergangenen drei Jahre, das aktuelle Jahr und das zu erwartende KGV für das kommende Jahr. Punkte werden nach dem gleichen Prinzip vergeben wie beim KGV für das aktuelle Jahr. Im Schnitt liegt das KGV der letzten 5 Jahre bei 15,38.

Ergebnis: 0 Punkte, Gesamtergebnis aktuell: 1 Punkt

6) Analystenmeinungen

Liegen die Analystenmeinungen bezüglich des Unternehmens im Mittel bei „kaufen“ wird ein Minuspunkt vermerkt. Sind die meisten Analysten der Meinung die Aktie zu halten wird das Unternehmen neutral betrachtet. Raten die meisten Analysten zum Verkauf gibt es einen Pluspunkt. Achtung: Bei Small Caps und weniger als 5 Analystenmeinungen werden die Punkte nach der Levermann Analyse genau anders herum verteilt. Bei Siemens gibt es ein leichtes Übergewicht der Meinungen zum Halten der Aktie.

Ergebnis: 0 Punkte, Gesamtergebnis 1 Punkt

7) Reaktionen auf die Quartalszahlen

Legt der Aktienkurs eines Unternehmens nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen um mehr als 1% zu wird ein Pluspunkt vergeben. Lässt der Kurs mehr als 1% Federn wird ein Minuspunkt notiert. Alle Werte, die dazwischen liegen werden neutral betrachtet. Die aktuellen Quartalszahlen wurden am 9.11.2016 veröffentlicht. An diesem Tag lag der Kurs bei 104,571. Die Aktionäre waren offensichtlich sehr zufrieden mit den Zahlen, weswegen der Kurs am nächsten Tag bei 109,355 datierte. Das ist ein Plus von etwa 4,5% und somit wird nach Levermann ein Punkt addiert.

Ergebnis: 1 Punkt, Gesamtergebnis: 2 Punkte

8) Gewinnrevisionen

Relevant für die Kennzahl sind die Veränderungen der Gewinnerwartungen in den letzten 4 Wochen. Haben die Gewinnerwartungen in den letzten 4 Wochen um mehr als 5% zugenommen erhält das Unternehmen einen Pluspunkt. Bei Werten unter -5% subtrahieren wir einen Minuspunkt. Alle Werte dazwischen gehen ohne Punkte in die Rechnung mit ein. Im Falle des Unternehmens Siemens wird ein Punkt nach Levermann vergeben, da sich die Gewinnerwartungen in den letzten 4 Wochen entsprechend gesteigert haben.

Ergebnis: 1 Punkt, Gesamtergebnis: 3 Punkte

9) 6-Monats-Kursverlauf

Wenn der Kurs in den letzten Monaten deutlich (um mehr als 5%) gestiegen ist wird ein Punkt vergeben. Ist der Kurs um mehr als 5% gefallen erhält das Unternehmen einen Minuspunkt. Liegen die Werte dazwischen wird kein Punkt verteilt. Der Kurs  der Aktie Siemens ist in den letzten 6 Monaten von etwa 88 Euro auf rund 115 Euro gestiegen.

Ergebnis: 1 Punkt, Gesamtergebnis: 4 Punkte

10) 1-Jahres-Kursverlauf

Die Punkte werden nach dem gleichen Muster des 6-Monats-Kursverlaufes vergeben. Vor einem Jahr lag der Kurs etwa bei 89 Euro.

Ergebnis: 1 Punkt, Gesamtergebnis: 5 Punkte

11) Kursmomentum

Ist der Kurs eines Unternehmens in den letzten 6 Monaten deutlich gestiegen (mind. 5%) und in den letzten 12 Monaten nicht deutlich gestiegen  (mind. 5%) gibt es einen Punkt. Ein Minuspunkt wird verteilt wenn der Kurs in den letzten 6 Monaten deutlich gefallen (mind. -5%) und in den letzten 12 Monaten nicht deutlich gefallen (mind. -5%) ist. Ansonsten wird die Aktie, wie im Falle Siemens, neutral betrachtet.

Ergebnis: 0 Punkte, Gesamtergebnis: 5 Punkte

12) Revearsaleffekt

Relevant für die Kennzahl ist die Tatsache wie sich die Aktie in den letzten drei Monaten in Relation zum Vergleichsindex (in diesem Falle: DAX) verhalten hat. Für einen Pluspunkt muss die Aktie in den den drei letzten Monaten jeweils schlechter performt haben als der Index. Hat der Kurs der Aktie in den letzten drei Monaten den Dax jeweils outperformt wird ein Minuspunkt vergeben. Ansonsten wird nach Levermann kein Punkt vergeben.

 SiemensDAX
28.12. (aktuell)115,91611.474,99
28.11.105,70410.582,670
28.10.103,210.696,190
28.09.104,67710.438,340

Ergebnis: 0 Punkte, Gesamtergebnis: 5 Punkte

13) Gewinnwachstum

Die Gewinnschätzung des aktuellen Jahres wird mit der Gewinneinschätzung des kommenden Jahres in Relation gesetzt. Der Gewinn pro Aktie für das laufende Jahr liegt bei Siemens bei 6,74 Euro. Im nächsten Jahr wird ein Gewinn von 7,48 Euro erwartet. Bei einer Steigerung von mehr als 5% wird ein Punkt gegeben. Zwischen -5% und 5% gibt es keinen Punkt. Bei Werten unter -5% wird ein Minuspunkt verteilt.

Ergebnis: 1 Punkt, Gesamtergebnis: 6 Punkte

Kaufempfehlung

Größere Unternehmen wie Siemens (Large Caps) erhalten eine Kaufempfehlung ab einer Punktzahl ab 4 Punkten. Die Gesamtpunktzahl von Siemens liegt aktuell bei 6 Punkten. Somit ist die Aktie nach der Levermanalyse eine Kaufempfehlung. Sie kann gehalten werden bis sie die Punktzahl drei unterschreitet. Bevor jetzt jemand all sein Geld in Siemens investiert, will ich an dieser Stelle noch erwähnen, dass Susan Levermann eine Depotgrüße von 10-15 verschiedenen Positionen empfiehlt.

Bei Anregungen zu meiner Analyse nach Levermann könnt ihr mir diese gerne in den Kommentaren hinterlassen. Investiert ihr selbst in Levermannaktien oder habt sogar selbst aktuell Unternehmen aktualisiert, dann teilt mir das auch bitte mit! Über sonstige Rückmeldungen freue ich mich auch sehr..

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Investieren in Fielmann

Aktientipp Fielmann

In diesem Bericht möchte ich mit euch teilen, warum Investieren in Fielmann aus meiner Sicht zum jetzigen Zeitpunkt richtig Sinn macht. Zunächst möchte ich erwähnen, dass der Großteil meiner Investitionen in einer ETF-Strategie verpackt sind. Zudem habe ich einige Investitionen in Wikifolios getätigt. Einzelaktien kaufe ich eher selten. Wenn ich das tue, dann steckt dahinter eine Buy & Hold Absicht. Es ist gut möglich, dass ich eine Aktie wie Fielmann sehr sehr lange halten oder sogar nie verkaufen werde.

Investieren in Fielmann weiterlesen

Publity – Investieren oder Finger weg?

Publity – ein interessanter Nebenwert

Publity ist zur Zeit eine der heiß diskutieren Nebenwerte auf dem deutschen Aktienmarkt. Das Small-Cap-Unternehmen überzeugt auf der einen Seite durch unverschämt gute fundementale Daten und eine sehr hohe Dividentenrendite. Auf der der anderen Seite jedoch, gibt es immer wieder Unklarheiten und Zweifel bezüglich der Unternehmensführung.

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Die Psychologie des Aktienmarkts

Das im Bereich Gewerbeimmobilien tätige Unternehmen hat seit einer Kapitalerhöhung vor einigen Monaten einen recht hohen zweistelligen Wertverlust der Aktie hinnehmen müssen. Dort liegt auch der Hund begraben. Das zweifelhafte Timing der KE nach der Hauptversammlung und der Abverkauf der Aktie sorgten für einiges Stirnrunzeln bei Privatinvestoren.

Wer sich von euch schon länger mit Aktien beschäftigt, der weiß, dass die Stimmung auf dem Aktienmarkt wesentlich mehr Einfluss auf den Kurs einer Aktie haben kann als die Geschäftszahlen und der eigentliche Wert des Unternehmens. Es ist durchaus denkbar, dass Privatinvestoren einen zu frühen Höhenflug von Publity erwartet haben und kalte Füße bekamen als der Kurs sich nicht wie gewünscht entwickelt hat. Der Kursverfall ist also nicht allein auf den Rückzug eines britischen Investors zurückzuführen.

Die hohe Dividende

Zu Beginn der Woche veröffentlichte Publity neben neuen Zahlen eine Erhöhung der Dividende auf 2,80 Euro pro Aktie. Dies lies den Aktienkurs an nur einem Tag um mehr als 15% ansteigen. Neben dieser sehr hohen Dividende von 50-90% der Unternehmenseinnahmen konnten auch die Zahlen die Erwartungen übersteigen. Dies ist jedoch keine Garantie für einen dauerhaften Anstieg der Aktie. Einige Aktionäre könnten diesen Anstieg als Chance des Ausstiegs aus dieser Aktie nutzen. Denn eine mögliche Meinung zur Publity-Aktie könnte sein, dass auch fundamental sehr überzeugende Unternehmen manchmal nicht zum finanziellen Erfolg führen.

Kaufen oder nicht?

Wie dem auch sei, kann kaum ein Aktionär an den guten Zahlen des Unternehmens zweifeln und es wäre genauso gut möglich, dass der ein oder andere Valueinvestor sich Publity so langsam ins Depot legen will. Auch haben einige renommierte Börsenzeitschriften den Wert in ihr Musterdepot aufgenommen. Dies gepaart mit den hohen Dividendenzahlungen rechtfertigt meiner Meinung nach einen Kauf der Aktie.

Wichtig ist wie immer auf eine Diversifizierung zu achten. Man sollte auf keinen Fall sein mühsam gespartes Geld in Publity investieren, sondern kann sich mit gutem Gewissen ein paar Unternehmensanteile in ein diversifiziertes Depot legen. Der Anlagehorizont sollte etwas länger sein. Die Aktie zu traden mag verführerisch sein, jedoch sollten grundsätzlich fundamental gute Aktien mit hohen Dividendenrenditen eher langfristig gehalten werden.

Jetzt noch in Nintendo investieren?

Jetzt in Nintendo investieren?

Man sieht sie an jeder Straßenecke. An der S-Bahn, am Supermarkt, am Sportplatz und eigentlich hat man das Gefühl überall. Geht man eine Stunde durch bevölkerungsreiches Gebiet spazieren und lauscht aufmerksam, wird man irgendwo das Wörtchen Pokemon hören.

Lohnt sich denn jetzt noch ein Einstieg in die Nintendo Aktie?

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Meiner Meinung nach nein. Denn durch den rasanten Anstieg in den letzten Wochen ist der Börsenwert des Unternehmens nahezu verdoppelt worden. Die Frage ist nun, ob eine simple, aber zugegebenermaßen geniale App diesen Anstieg rechtfertigen kann? Schließlich müsste für eine Rechtfertigung des rasanten Marktwertanstiegs die App diesen Anstieg refinanzieren. Sprich Nintendo müsste an dieser App ordentlich viel Kohle verdienen. Dies gilt es aber zu bezweifeln, vor allem wenn man bedenkt, dass Nintendo nicht das einzige Unternehmen ist, welches an Pokemon Go beteiligt ist. Es gibt einige andere Unternehmen, die an potentiellen Gewinnen beteiligt sind. Möchte man in Nintendo investieren, sollte man das im Hinterkopf haben.

An dieser Stelle muss jedoch gesagt sein: Wenn man früh genug den Hype erkennt und reagieren möchte, kann man mit einem Aktiensprung wie bei Nintendo viel Geld verdienen. Einigen Aktionären ist dies auch gelungen. Die Psychologie der Anleger spielt hierbei eine entscheidende Rolle, weil jeder an diesem Hype beteiligt sein möchte und alleine dadurch eine Aktie getrieben werden kann. Dies hat eben mit dem menschlichen Herdentrieb zu tun. Also wenn ihr das Gefühl habt euch in einer bestimmten Materie sehr gut auszukennen und so einen Hype frühzeitig zu bemerken, dann lohnt sich eine schnelle Reaktion. Doch Vorsicht ist geboten. Nicht jeder Hype führt direkt zu einem rasanten Anstieg der Aktie. Daher macht es nur Sinn wenn man sich sehr sehr sicher ist.

Bei diesem rasanten Anstieg ist nun erst mal mit Gewinnmitnahmen zu rechnen, denn man darf nicht vergessen: Ein derart signifikanter Anstieg eines etablierten Börsenunternehmens ist höchst selten.