Archiv der Kategorie: Die 5 bis 10 (Bestenliste)

5 DAX Aktien für 2017

5 DAX Aktien für 2017

Neulich habe ich einen Artikel zum Thema DAX-Aktien gelesen. Neun der zehn meist gekauften Aktien deutscher Anleger befinden sich im DAX-Index. Darunter jahrelange Performancebremsen wie die Deutsche Telekom oder E-ON. Die einzige Ausnahme ist Apple. Es besteht also weiterhin eine sehr große Nachfrage bezüglich unserer heimischen DAX-Aktien. In Folge dessen habe ich mich mit der Frage beschäftigt, welche fünf DAX-Aktien ich im Jahre 2017 in mein Depot kaufen würde. Zwei dieser fünf Aktien befinden sich tatsächlich in meinem Realdepot.

Den Umständen entsprechend

Der Großteil meiner Investitionen besteht aus passiven Investments (ETF). Ein weitere Teil fließt in Social Trading, genauer Wikifolio. Einen dritten Teil investiere ich dann in den Kauf von Einzelaktien. Hier lege ich Wert auf Buy & Hold. Das heißt meine genannten Aktientipps haben einen langfristigen Anlagehorizont. Für mittelfristige Investitionen in Wertpapiere würde ich eher Nebenwerte empfehlen. Hinzu kommt, dass der DAX in den letzten Wochen eine Rallye hinter sich hat. Bei langfristigen Investitionen fällt es nicht so sehr ins Gewicht, jedoch würde ich empfehlen Rücksetzer im Laufe des Jahres 2017 abzuwarten, um Aktienkäufe zu tätigen.



5 DAX Aktien für 2017

  • Siemens
  • BASF
  • Henkel
  • SAP
  • Heidelberger Cement

Siemens

Das Unternehmen Siemens ist eines von den fünf hier vorgestellten, dessen Wertpapier ich mir ins Realdepot geholt habe. Es handelt sich um den neuesten Zukauf in mein Depot. Siemens meldete letzte Woche unerwartet gute Zahlen. So wurde ein Nettogewinn von 1,9 Milliarden Euro verkündet. Auch die Gewinnprognose wurde von 6,80 pro Aktie auf 7,20 Euro bis 7,70 Euro erhöht. Abgesehen davon steht das Unternehmen aktuell fundamental sehr gut da. Es verfügt zum Beispiel über eine recht hohe Eigenkapitalquote von etwa 27%, was das Unternehmen krisensicher erscheinen lässt. Auch die Eigenkapitalrendite ist mit 15% im grünen Bereich. Mit einem KGV von etwa 15 ist Siemens auch nicht überbewertet. Daher war und ist Siemens meiner Meinung nach aktuell ein Kauf. Die Dividendenrendite liegt bei knapp über drei Prozent.

BASF

Die BASF ist das einzige Unternehmen in meinem Realdepot, das aktuell nicht den Test der Levermann Strategie besteht. Das mag vielleicht daran liegen, dass ich in der Nähe wohne und hier jeder zweite beim Chemieriesen arbeitet. Ein klassischer Fall des Home Bias – Phänomen? Mit Nichten! Der Kurs des Unternehmens rutschte Mitte des letzten Jahres auf unter 60 Euro. Das Rekordhoch liegt bei knapp 95 Euro. Ich suchte schon länger nach einem guten Zeitfenster zum Einstieg. Denn obwohl in den letzten Jahren einiges schief gegangen ist, sehe ich die BASF langfristig als gute Investition an. Außerdem zahlt das Unternehmen regelmäßig eine hohe Dividende an ihre Aktionäre aus. Die Dividendenrendite lag im Jahr 2016 bei knapp 3,4Prozent. Aufgrund der Tatsache, dass der Kurs aktuell bei knapp 90 Euro liegt, würde ich die Empfehlung „Halten“ aussprechen.

Henkel

Der Kurs des großen Konsumgüterherstellers befindet sich aktuell fast auf Höchststand. Von Henkel kann man keine großen Kurssprünge erwarten, jedoch Kontinuität. Schaut man sich den Kursverlauf der letzten fünf oder 10 Jahre an, fällt ein leichter, aber stetiger Anstieg auf. Mir gefällt vor Allem die geringer Volatilität. In den Jahren 2008 und 2011 verlor der Aktienkurs Henkels im Vergleich wesentlich weniger als Konkurrenten. Das mag auch an der immens hohen Eigenkapitalquote liegen, die aktuell bei über 60% liegt. Für mich ist das bei einer fundamentalen Betrachtung ein essentiell wichtiger Wert. Das KGV liegt mit rund 18 am oberen Ende des Akzeptablen. Empfehlung aktuell: Halten. Die Dividendenrendite liegt etwa bei 1,5 Prozent.

SAP

Facebook, Alphabet, Apple und Microsoft sind aktuell zusammen mehr Wert als die meisten Top-Indizes aller großen Industrienationen. Das ist eine Entwicklung, die wir in den Deutschland in den letzten Jahrzehnten verschlafen haben. Das hat insbesondere mit der Konzentration auf bereits vorhandene Schlüsselindustrien wie die Automobilindustrie zu tun. SAP ist der einzige größere Global Player im Bereich Software, der sich aktuell im DAX befindet. Reicht das aus, um das Unternehmen ins Depot zu holen? Nein und das ist auch nicht nötig, denn SAP steht aus fundamentaler Sicht hervorragend da. Die Eigenkapitalquote liegt bei knapp 60%, die Ebit-Marge bei etwa 22% und die Eigenkapitalrendite etwa bei 14%. Das KGV ist mit einem Wert von 18 noch akzeptabel. Aktuell befindet sich SAP auf Höchstwert. Meine Empfehlung wäre zu halten oder beim nächsten Rücksetzer zu kaufen.  Die Dividendenrendite liegt aktuell bei etwa 1,50 Prozent.

Heidelberg Cement

Heidelberg Cement gehört zu den Unternehmen, die noch immer nicht den Aktienkurs des Jahres 2007 erreicht haben. Das heißt die 10-Jahres-Performance ist negativ. Sie liegt aktuell bei -20%. Dennoch kannte der Kurs nach diesem Abrutsch nur eine Richtung. Es ging langsam aber stetig nach oben, Auch hier sind meine Beweggründe Heidelberg Cement in diese Liste aufzunehmen überwiegend fundamental. Der Bauriese hat ein KGV, welches knapp über 12 liegt. Damit ist das Unternehmen alles andere als überbewertet. Auch hier haben wir es mit einer Eigenkapitalquote von fast 60% zu tun. Meine Empfehlung lautet: Halten. Die Divdendenrendite liegt aktuell bei knapp drei Prozent.

Fazit

Die Aktien, die in Deutschland am meisten gekauft werden sind DAX-Aktien. Viele Anleger sind bei einigen Investitionen (Telekom, E-ON) seit Jahren oder Jahrzehnten im Minus. Wichtig beim Kauf von DAX-Aktien sind gute fundamentale Werte und eine regelmäßige Dividende. Ich hoffe ich konnte dir mit dieser Liste eine kurzen Überblick über meine aktuell fünf favorisierten DAX-Aktien näher bringen.

Welche DAX-Aktien würdest du dir 2017 ins Depot holen. Würdest du überhaupt DAX-Aktien kaufen? Vielleicht hast du auch bereits Geld in DAX Aktien investiert. Lass es mich in den Kommentaren wissen!

Die 6 größten Börsen Vorurteile

Die 6 größten Börsen Vorurteile

Wahrscheinlich hat sich jeder Anleger schon diverse Börsen Vorurteile anhören müssen. Schlecht informierte Börsenlaiern erlauben sich auf der Basis von gefährlichem Halbwissen eine Meinung über eine Thematik, die sich nicht verstehen. Im folgenden Artikel habe ich die 6 größten Vorurteile von Menschen mit Börsenphobie zusammengefasst.




Man kann all sein Geld verlieren

Wenn ich Bekannten, Kollegen oder Freuden von meinen Börsenaktivitäten erzählte, dann sehe ich mich nicht selten mit einem Spruch konfrontiert wie diesem hier: „Tue was du nicht lassen kannst, wenn du mit dem Risiko leben kannst all deine Ersparnisse zu verlieren“. Ich weiß ja nicht nach welchen Maßstäben bei solch einer Argumentation gemessen wird. Jedoch ist es praktisch unmöglich all sein Geld an der Börse zu verlieren Sogar die Telekomanleger, die zu Beginn des Jahrtausends zu viel Geld für ein einziges, überteuertes Wertpapier ausgaben, haben mittlerweile ihre Verluste wieder ausgeglichen. Vorausgesetzt sie sind nicht ausgestiegen. Anleger, die grundsätzliches Börsenwissen (Diversifikation, kein Performance Chasing etc.) beachten, werden von ihren Investitionen auf lange Sicht auch profitieren.

Mein Nachbar hat riesige Verluste gemacht

Häufig sieht man sich auch folgender Argumentation ausgesetzt: „Ich kenne da einen, der hat sich Aktie xy gekauft und sein Geld verloren“. Diese Negativbeispiele schrecken schlecht informierte Menschen ab. Auf der einen Seite ist das verständlich. Auf der anderen Seite fahre ich immer noch gerne Auto, obwohl mein Nachbar beim Einparken Gas und Bremse verwechselt hat. Ich hoffe das Prinzip wird klar. Wenn jemand mit einer Aktie große Verluste gemacht hat? ist die Schlussfolgerung doch nicht zwangsläufig, dass Aktien gefährlich sind. Sondern, dass sich dieser bestimmte Anleger beim Aktienkauf vielleicht besonders dämlich angestellt hat.

Beim nächsten Crash ist alles futsch

Die Jahre 2000/2001, 2007/2008 und mit Abstrichen 2011 haben doch gezeigt, dass man bei der Börse unheimlich viel Geld verlieren kann. Wer im Jahre 2008 nur DAX-Investitionen im Depot hatte, musste womöglich einen Wertverlust von über 70% in Kauf nehmen. Anleger, die auf eine entsprechende Asset Allocation wert gelegt haben, erlitten dagegen vielleicht nur 30% Verlust. Bis zum Jahre 2017 sind diese Anleger jedoch fast ausschließlich in der Gewinnzone. Im 20. Jahrhundert gab es zwei Weltkriege, die Welt stand kurz vor einem Atomkrieg, es sind ganze Gesellschaftssysteme zerbrochen, es gab Terrorismus, Weltwirtschaftskrisen und Börsencrashs. Am Ende jedoch, stiegen die Kurse immer! An dieser Stelle ist es wichtig sich immer eine gewisse Cashquote bereit zu halten. Das ermöglicht es bei Börsencrashs zu Sonderangeboten Aktien zu kaufen.

Aktien kann ich mir nicht leisten

„Wenn ich das Geld hätte, dann würde ich auch Aktien kaufen“. Das ist ein weiteres häufig vorkommendes Argument. Es ist ein Irrglaube, dass nur wohlhabende Menschen von der Börse profitieren können. Im Gegenteil, denn die Börse kann uns auf lange Sicht die eigene Rente versüßen. Mittlerweile gibt es sparplanfähige ETFs, die ab 25 Euro im Monat (oder auch alle 2 Monate) investierbar sind. So kann jeder früher oder später vom Zinseszins profitieren.

Das Geschäft der Bösen

„Die Börse ist etwas für Verbrecher“ oder „An der Börse wird man nur abgezockt“ sind weitere beliebte Ausreden von Menschen mit  Börsenphobie. Es versteht sich von selbst, dass ein Fondsmanager einer Bank vor allem an der Provision des verkauften Produktes verdient und somit ein Interessenkonflikt mit dem Kunden existiert. Wenn ich als Anleger jedoch einen Indexfonds kopiere oder Dividendentitel kaufe, dann ist das weder böse, noch kann mir ein durchtriebener Banker meine Gewinne streitig machen.

Das Risiko ist mir zu hoch

Wer über einen Zeitraum von 15,3 Jahren in einen der größeren Indexfonds investiert hat, konnte noch nie kein Geld gewinnen. Um davon zu profitieren, muss ich das Risiko von Schwankungen ertragen können. Eine langfristige Strategie trägt nicht das Risiko Geld zu verlieren, sondern das Risiko Schwankungen auszuhalten. Je höher die angestrebte Rendite ist, desto höher ist das Risiko von Kursschwankungen. Auf lange Sicht jedoch, gewinnen Börsianer immer.

Welchen Börsen Vorurteilen seht ihr euch als Anleger von Menschen mit Börsenphobie ausgesetzt? Die oben ausgeführte Liste kann gerne von euch in den Kommentaren erweitert werden!

6 Tipps beim Aktienkauf

Heute möchte ich euch 6 einfache Tipps beim Aktienkauf geben. Das hier beschriebene sind „Basics“ und daher insbesondere für Börsenanfänger interessant. Gerne könnt ihr in den Kommentaren wertvolle Börsentipps für Anfänger ergänzen.





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1) Geeignete Broker

Um den richtigen Broker zu finden empfehle ich ausschließlich unter online direkt Banken zu suchen. Dort fallen die Personalkosten geringer aus, weswegen die Gebühren in der Regel geringer sind. Ich persönlich nutze am häufigsten die comdirect Bank (Jetzt das comdirect Depot eröffnen!*). Das ist der übersichtlichste Broker, der mir bekannt ist und darüber hinaus über ein sehr umfangreiches Angebot verfügt. Günstige Ordergebühren findet man zum Beispiel auch bei der OnVista Bank*. Bei einer langfristigen Strategie fällt das nicht weiter ins Gewicht. Möchtest du jedoch häufiger handeln – wovon ich abrate – bietet sich eine Bank mit sehr geringen Ordergebühren an. Über beide Broker kann man auch Wikifolio-Zertifikate handeln, was mir persönlich sehr wichtig ist.

2) Der richtige Börsenplatz

Zunächst geht es darum den richtigen Börsenplatz zu finden. Letztendlich hat diese Entscheidung keine weitreichenden Folgen. Hauptsächlich ist zu bedenken, dass sich die Handelszeiten bei den verschiedenen Börsenplätzen unterscheiden. Xetra ist der bekannteste und größte Handelsplatz. Während Xetra um 17:30 Uhr schließt ist der Börsenplatz Tradegate bis 22 Uhr geöffnet. Ich persönlich tendiere dazu meine Aktien bei Xetra zu kaufen. Ist die Börse bis 22 Uhr geöffnet, bin ich häufig versucht mich bis spät am Abend mit Kursen zu beschäftigen. Bei Xetra packe ich die Watchlist spätestens um 17:30 Uhr bei Seite. Auf Abb. 1 siehst du die drei gängigsten Börsenplätze. Aufgrund der Uhrzeit kannst du bei Xetra in der Abb keine Daten erkennen, denn Börsenplatz hatte bereits geschlossen.

3) Immer während der Handelszeiten

Ich empfehle dir deine Aktienkäufe während der Handelszeiten abzuwicklen. Außerhalb der Handelszeiten ist der Spread meist höher. Das bedeutet die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis ist höher. Dies dient hauptsächlich zur Orientierung welches Limit du setzen kannst und zu welchem vernünftigen Preis du daraufhin kaufen kannst.

4) Niemals ohne Limit

Eine der wichtigsten Regeln für Anfänger ist immer ein Limit zu setzen. Ich erinnere mich, dass ich in meiner Anfangszeit vor einigen Jahren zunächst „billigst/bestens“ angeklickt hatte. Die Bezeichnung klingt fälschlicherweise verführerisch. Klickst du billigst a, wird deine Order in der Regel sofort ausgeführt. Das bedeutet jedoch auch, dass der günstigste Preis akzeptiert wird zu dem jemand gerade bereit ist seine Aktien zu verkaufen. Meistens ist somit der Kaufpreis höher. Klickst du Limit an wird deine Order erst ausgeführt wenn jemand bereit ist zu deinem angegeben Preis zu verkaufen. Das Limit würde ich immer zum unteren Ende des Spreads hin setzen. Irgendjemand will immer verkaufen. Gerade wenn die Kurse fallen wird häufig panisch verkauft.

Abb 2. Limit und Gültigkeit

5) Auf Gültigkeit achten

Auch die Gültigkeit ist ein wichtiges Thema. Wenn du „tagesgültig“ anklickst, dann ist deine Order nur für den heutigen Tag gültig. Im Beispiel der Abb. 2 wäre der Kauf der BASF Aktie bis Ende Januar gültig. Habe ich bis dahin den Zuschlag nicht bekommen, weil ich zum Beispiel ein zu niedriges Limit gesetzt habe, muss die Order erneuert werden.

6) Gebühren bedenken

In Abb. 3 wird meine Order unmittelbar vor Kauf nochmal als Übersicht dargestellt. Spätestens jetzt sollte man sich Gedanken über die anstehenden Gebühren machen. In diesem Fall liegt eine Limit Order des Unternehmens BASF vor. 50 Stück sollen zu einem Limit von 88,2 Euro gekauft werden. Die Gebühren bei der comdirect Bank, die ich hauptsächlich nutze liegen in diesem Fall bei 4,90 Euro zuzüglich 0,25% des Ordervolumens. Das macht knapp 16 Euro für die Order. Das bedeutet, dass ich erst ab einem Gewinn von mindestens 0,4% bei meinem Investment in der Gewinnzone bin. Wobei hier bedacht werden muss, dass für den Verkauf ebenfalls Gebühren anfallen. Übrigens würde ich Einzelaktienkauf erst ab einer Investitionssumme von mindestens 20 000 Euro empfehlen. Ansonsten kannst du dir keine Diversifikation leisten und investierst dein Geld besser in einen ETF-Wertpapiersparplan.

Abb. 3 Gebühren berechnen

Die 5 größten Börsenillusionen

1) Rendite in der Vergangenheit bedeutet Rendite in der Zukunft

Es geschieht immer wieder. Steigen die Aktienkurse über einige Jahre hinweg, werden immer mehr Teilnehmer am Markt investieren. Im Jahre 1995 lag die Rendite des Dax bei etwa 28%. Im folgenden Jahr stieg der Index sogar um 47%. Die nächsten beiden Jahre zeigt die Statistik eine Performance von rund 17%, bzw 39% auf. Innerhalb dieser vier Jahre investierten immer mehr Menschen ihr Geld an der Börse.

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Wie konnte das geschehen?

Menschen wollen an positiven Entwicklungen teilhaben. Je mehr Leute von einer Sache profitieren, desto mehr Leute wollen auch ein Stück des großen Kuchen für sich beanspruchen. Darüber hinaus lieferten die weit überdurchschnittlichen Renditen im Zeitraum zwischen 1995-1999 sehr gute Argumente für jegliche Art von Finanzberatern. So konnte sie ihre überteuerten Produkte an viele ahnungslose Kunden verkaufen. Diese waren im Endeffekt die Leidtragenden. Werbemaßnahmen größere Unternehmen trugen ihren Teil zur Katastrophe bei. Anstatt die Bürger finanziell zu bilden, werden ihnen Illusionen aufgetischt, um Produkte zu verkaufen.

Warum die Rechnung nicht aufgehen konnte

Die jährlichen Renditen des Dax Ende der 90er Jahre konnten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht langfristig aufrecht erhalten worden. Alleine der Fakt, dass viele Menschen diesen unglaublich simplen Mechanismen des Marktes auf den Leim gegangen sind, zeugt von unserem Rückstand an finanzieller Bildung im eigenen Lande. Finanzielle Bildung sollte längst Bestandteil der Schulbildung jedes einzelnen Bürgers sein, gerade in Zeiten der Altersarmut und der Niedrigrente. Die Renditen aller Assetklassen pendeln sich langfristig immer auf einen Mittelwert ein. Man nennt dieses Phänomen „Regression zum Mittelwert“. Auf Jahre extrem hoher Gewinne folgen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Zeiträume mit niedrigeren Renditen. Würde man den Zeitraum 1995 bis 1999 als Ausgangspunkt einer Durchschnittsrendite verstehen wollen, wäre das so, als würde man der Weltwirtschaft unterstellen, dass sie sich in ihrem Wert alle fünf Jahre verdoppeln kann. Das ist schlicht unmöglich.

2) An Kursprognosen von Experten glauben

Es ist ein beliebtes Mittel vieler Privatinvestoren. Die Jagd nach dem nächsten todsicheren Börsentipp von bekannten Experten oder Finanzgurus. Zeitschriften und Onlinemagazine sind voll von Aktienanalysen und Kursprognosen. Man sieht sie überall, denn sie können wunderbar verkauft werden. Alles was dabei sicher ist, ist das Grundgehalt der sogenannten Finanzexperten.

Die Macht der Einpreisung

Wissen, welches bereits in der Finanzwelt veröffentlicht und angekommen ist, wurde in aller Regel längst in einen Aktienkurs eingepreist. Der aktuelle Preis einer Aktie spiegelt den aktuellen Wert wieder. Darin enthalten sind bereits alle Erwartungen, Meinungen oder Analysen. Die einzige Möglichkeit, dass dieses Wissen noch nicht im aktuellen Kurs eingepreist ist, wäre Unwissenheit in der Finanzwelt. Das heißt, derjenige mit dem Wissen, müsste sein Wissen für sich behalten. Nur so kann eine Information nicht bereits eingepreist sein.

Investing is no Rocket Science

Viele Menschen glauben, dass Finanzexperten gegenüber Laien einen Wissensvorsprung haben müssten. Schließlich sei dies in nahezu allen Bereichen so. An der Börse ist das nur eine weitere Illusion. Darüber hinaus betreiben Finanzexperten gerne Ergebsniskosmetik. Falsche Prognosen aus der Vergangenheit werden gerne unter den Teppich gekehrt, während man mit zutreffenden Prognosen hausieren geht.

3) Renditeangaben von Finanzinstituten sind richtig

Zahlen und Fakten lügen nicht oder etwa doch? Renditen sind der Schlüssel zum Erfolg. Sie führen den Privatinvestor zur finanziellen Freiheit und den Finanzexperten zu höheren Einkünften. Daher können Renditeangaben eigentlich nicht lügen. Leider ist diese Annahme nicht richtig, denn es gibt mehrere mathematische Grundlagen, die zu unterschiedlich hohen Renditeangaben führen können.

Arithmetische vs geometrische Durchschnittsrendite

Gehen wir von einem Investor aus, der über drei Jahre hinweg 1 000 Euro in einer Einmalzahlung investieren möchte.

InvestmentJahr 1Jahr 2Jahr 3
1 000 Euro1 250 Euro1 000 Euro1 300 Euro
Rendite25%-20%30%

Schauen wir uns die Rendite des arithmetischen Durchschnitts an: 25% + (-20%) + 30% = 35%/3 = 11,66% p.a. – Es wurde eine durchschnittliche Jahresrendite von 11,66% erzielt. Die geometrische Durchschnittsrendite relativiert diese Angaben. Die Formel hierfür lautet x(1+r) hoch n. „r“ steht für die Rendite als Dezimalzahl und „n“ für die Anzahl der Jahre. Also: 1 000 x (1+r) hoch 1 300. Löst man diese Formel nach r auf: r = (1 300 + 1 000) hoch 1/3 -1 erhalten wir eine durchschnittliche Jahresrendite von 9,1%. Kommen innerhalb der drei Jahre Ein- oder Auszahlungen hinzu, wird sich der Wert wieder verändern. Hierfür verwendet man den „internen Zinsfuß„, den ich Ihnen an dieser Stelle ersparen werde.

Was lernen wir daraus?

Wir wissen meist nicht welche mathematische Formel bei den Renditeangaben in Börsenzeitschriften oder bei Onlinemagazinen zugrunde liegt. Sie können sich jedoch vorstellen, dass eine unternehmerisch denkende Redaktion den vorteilhafteren Wert wählen wird. Davon abgesehen sind die Angaben meist vor Gebühren, Steuern und nicht inflationsbereinigt. So bleiben von den  fiktiven 11,9% einer Börsenzeitschrift gerne mal nur reale 5% tatsächliche Rendite für den Anleger übrig. Eine große Börsenillusion! Die geometrische Durchschnittsrendite ist der arithmetischen im Übrigen immer vorzuziehen.

4) Fondsratings wären aussagekräftig

Viele Menschen wollen sich vor dem Erwerb eines aktiv gemanagten Fonds über ihre Optionen informieren. Eines der Hauptargumente beim Kauf sind Fondsratings. Auf den ersten Blick bekommen Privatanleger dadurch einen Überblick über langfristig erfolgreiche Fonds oder deren Manager. Die Rechnung ist simpel. Man kauft einfach den über einen längeren Zeitraum besten Fond vom besten Manager.

Die Tricks beim Fondsrating

Fondsratings werden fast immer von ihrer besten Seite präsentiert. Angenommen ein Fonds hätte über die letzten 10 Jahre im geometrischen Mittel 15% Performance erwirtschaftet. Wir wissen jedoch nicht, ob zum Beispiel die ersten beiden Jahre extrem erfolgreich verliefen, während die nachfolgenden acht Jahre jeweils eine Benchmark (Vergleichsindex) nicht schlagen konnte. In einem anderen Beispiel können wir annehmen, dass ein Fonds über 5 Jahre eine Performance von 14% erreicht hat. Der gleiche Fonds jedoch über die letzten 7 Jahre nur 9% Performance erreichte. Wohl gemerkt vor Gebühren, Steuern und Inflation. Darüber hinaus wissen wir ja bereits, dass Renditen aus der Vergangenheit keine Aussagekraft auf die Renditen in der Zukunft haben.

5) Finanzberater seien Finanzexperten

Wenn Sie krank sind gehen Sie zum Arzt. Hatten Sie einen Unfall, dann bringen Sie ihr Auto in die Werkstatt. Wollen Sie Geld verdienen, dann vermeiden Sie Finanzberater!

Der Interessenkonflikt

Der Arzt möchte sie heilen und der Mechatroniker will ihr Auto reparieren. Zwar werden beiden Fachgruppen Ihnen wahrscheinlich zu viel berechnen, doch im Grunde genommen teilen sie ihr Interesse. Ein Finanzberater möchte Ihnen nicht zur finanziellen Freiheit verhelfen, sondern Produkte verkaufen. Sie stehen somit in einem Interessenkonflikt. Eigentlich müsste seine Berufsbezeichnung Finanzprodukteverkäufer lauten. In aller Regel ist der Finanzberater darauf angewiesen Ihnen möglichst gewinnbringend Produkte zu verkaufen. Hierfür verwendet er übrigens alle bereits besprochenen Börsenillusionen.

Wer hilft Ihnen dann?

Helfen Sie sich selbst! Börse funktioniert im Grunde genommen ganz einfach. Das Finanzsystem, die Medien und so genannte Finanzberater wollen uns gerne etwas anderes glauben lassen, denn Gebühren, Steuern und häufiges Kaufen und Verkaufen sind sichere Einnahmen für alle genannten Bereiche. Eventuell finden Sie auch einen Honorarberater. Das ist ein Finanzexperte, der ein Honorar erhält und zwar unabhängig von den angebotenen Produkten. In diesem Falle hätten Sie das gleiche Interesse und er würde höchstens etwas zu viel berechnen, sowie der Arzt und der Mechatroniker.

 

Ich hoffe ich konnte mit den 5 größten Börsenillusionen Ihren Blick auf das Finanzgeschehen schärfen. Kennen Sie weitere Illusionen oder sind sie anderer Meinung? Dann hinterlassen Sie einen Kommentar!

3 Schritte zur finanziellen Freiheit

3 Schritte zur finanziellen Freiheit

Der Weg zur finanziellen Freiheit ist ein langfristiger und manchmal langweiliger Weg, der viel Geduld erfordert. Nicht selten liest man im Internet über Möglichkeiten, wie man schnell und ohne Anstrengung zu Reichtum gelangen kann. Sie können jedoch davon ausgehen, dass diese Vorschläge der Wahrheit zu fast 100% nicht entsprechen.

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Was ist finanzielle Freiheit?

Finanzielle Freiheit kann auf verschiedene Art und Weise interpretiert werden. Meist geht man davon aus, dass finanzielle Freiheit Unabhängigkeit vom eigentlichen Beruf bedeutet, den sie ausüben. Man muss also nicht mehr arbeiten, sondern kann arbeiten wenn man das möchte. Das passive Einkommen reicht in diesem Fall aus, um alle Kosten zu decken und weitere Investitionen zu tätigen. Ich differenziere gerne in weiteren Schritten. Die absolute finanzielle Freiheit erreicht man nicht über Nacht. Man kann sie schrittweise erreichen. Wenn ihr passives Einkommen zum Beispiel eine Höhe von 20% ihres Gehaltes entsprechen, dann haben sie im Umkehrschluss 20% finanzielle Freiheit erlangt. Das bedeutet, sie können ohne irgendwelche Verluste ihr Arbeitspensum auf 80% reduzieren. Somit haben sie sich einen Teil finanzielle Freiheit geschaffen. In diesem Artikel geht es im Groben um die 3 wichtigsten Schritte zur finanziellen Freiheit wenn man bei „Null“ anfängt.

1. Eigenkapital ansparen

Investieren an der Börse oder Investieren in Immobilien lohnt sich erst ab einem gewissen Betrag. Ansonsten fressen die Gebühren an der Börse das eingesetzte Kapital auf oder man bekommt keinen Kredit von einer Bank für den Kauf einer Investmentimmobilie. Daher ist der erste Schritt das regelmäßige  Sparen von nicht benötigten finanziellen Mitteln. Sparpotentiale gibt es viele. Um sich einen genauen Überblick über die laufenden Kosten zu machen, lohnt sich das Führen eines Haushaltsbuches. So entdeckt man einerseits vermeidbare Ausgaben und entwickelt andererseits ein Gefühl für potentielle Sparsummen. Die größten Kostenpunkte der Deutschen sind das Wohnen und der Transport. Häufig übernimmt man sich bei der Miete einer Wohnung, weil man sich mehr leistet als man sich leisten kann. Viele finanzieren zudem zu teure Autos, weil man sich mit weniger nicht zufrieden geben möchte. Eine weitere Grundregel wäre keine Konsumschulden zu machen. Wer finanzielle Freiheit erreichen möchte, muss verstehen, dass er vom Zinseszins profitieren und nicht darunter leider möchte. Wer mehr zu diesem Thema erfahren will, klickt bitte hier.

2. Vom Zinseszins profitieren

Die mächtigste Waffe des Investors ist der Zinseszins. Unsere kapitalistische Gesellschaft ist darauf aufgebaut. Menschen mit viel Geld geben Menschen mit wenig Geld Kredite und verlangen Zinsen. Der Dax hat in den letzten 30 Jahren durchschnittlich 6% Rendite pro Jahr erreicht. Wer heute 100 Euro pro Monat investiert, hätte bei der der gleichen Rendite nach 10 Jahren etwa 16 300 Euro angespart. Davon wären 4 300 Euro Einnahmen durch Zinsen, die bei Verkauf noch mit der Abgeltungssteuer (etwa 27%) verrechnet werden müssten. Spart man den gleichen Betrag 10 weitere Jahre an, käme man bereits auf eine Summe von etwa 44 000 Euro. Davon wären fast die Hälfte der Einnahmen Zinsen. Man kann also leicht erkennen: Je mehr Kapital man zur Verfügung hat, desto mehr profitiert man von den Zinseszinsen. Über verschiedene Investitionsmöglichkeiten auf dem Weg zur finanziellen Freiheit habe ich hier bereits einen Artikel verfasst. Einnahmen aus Dividenden sollten dabei reinvestiert werden.

3. Das passive Einkommen managen

Hat man sich Vermögen aufgebaut gilt es dies zu managen. Meist hat man in diesem Stadium das 40. oder 50. Lebensjahr schon hinter sich und die Rente rückt immer näher. Daher sollte man das Risiko der Investitionen reduzieren, um von kurzfristigen Markterschütterungen nicht getroffen zu werden. Hat man einen langfristigen Anlagehorizont von einigen Jahrzehnten, fallen starke Marktschwankungen weniger ins Gewicht. Wollen sie aber passives Einkommen generieren, um zum Beispiel die finanziellen Lücken wie die der Rente zum letzten Gehalt zu schließen, dann macht es Sinn, schrittweise seine Investitionen umzustrukturieren. Eine Möglichkeit wäre eine Dividendenstrategie zu wählen. Sie können sich ein Aktienportfolio mit sicheren Dividendenzahlern einrichten. Unabhängig von Schwankungen des Kurses werden diese gezahlt und sie generieren so ein passives Einkommen. Anstatt die Dividendenzahlungen zu reinvestieren, leben sie nun davon. Sie können auch Aktien von Unternehmen mit sehr hoher Marktkapitalisierung kaufen. Diese sind weit weniger volatil und weisen dadurch in schlechten Marktphasen weniger Verluste auf. Ich hoffe ich konnte ihnen auf dem Weg zur finanziellen Freiheit etwas weiterhelfen. Wenn sie weitere Ideen und Vorschläge haben, lassen sie es mich wissen.