Archiv der Kategorie: Börse hinterfragt

Ungleichland

Ungleichland

Am Montag strahlte die ARD die Dokumentation „Ungleichland“ aus. Im Anschluss daran folgte die Sendung „Hart aber Fair“, bei der u.a. auch der Protagonist der Doku Christoph Gröner zu Gast war. Der Themenabend befasste sich mit der auseinander driftenden Schere zwischen Deutschlands Superreichen und der Mittel- bzw. Unterschicht. Einige harte Fakten sind uns lange bekannt. Während die Reallöhne der normalen Bürgerinnen und Bürger seit den 90er Jahren nicht mehr gestiegen und teilweise sogar gesunken sind, vermehren einige wenige Superreiche ihr Vermögen um ein Vielfaches. Christoph Gröner, der seine Millionen im Immobiliengeschäft als Selfmade Millionaire gemacht hat, sagt wie es ist:

 

Erste Reaktionen

Die von Christoph Gröner aus der Perspektive eines Superreichen aufgezeigte Ungleichheit ist ein Problem. Die in der Gesellschaft und in der Politik häufig angeführten Lösungsansätze auch. Zwar liegt es zunächst auf der Hand zu sagen, wir nehmen den Reichen etwas weg und wir geben es den Armen, doch hiermit betreiben wir lediglich Symptombehandlung. Wenn wir diese extreme Ungleichheit tatsächlich hinter uns lassen wollen, müssen wir Bürgerinnen und Bürger befähigen sich Wohlstand selbst aufzubauen und ihnen die entsprechenden Rahmenbedingungen liefern.

Das Kapital

Es scheint irgendwie passend, dass vor einigen Tagen der 200. Geburtstag von Karl Marx gewesen wäre. Auch ihn trieb die soziale Frage bereits um. Um zu verstehen, wieso Marx und viele andere so viel Energie freisetzen, um die Ungleichheit zu bekämpfen, muss man ein wenig in der Zeit zurück gehen. Den die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umbrüche in der Zeit waren unglaublich. Als Karl Marx im Jahr 1818 geboren wurde gab es in Deutschland noch keinen Kilometer Eisenbahnstrecke. Als er 1883 starb waren es schon knapp 25 000 Kilometer. Überall rauchten Schornsteine und Städte haben ihre Größe während seiner Lebenszeit manchmal verzehnfacht.

Die Geburt der Ungleichheit des Kapitalismus

Diese Umbrüche zu erleben muss verstörend gewesen sein. Ein Agrarland wurde innerhalb weniger Jahrzehnte durch die Industrialisierung zu einem Industriestaat. Das Kapital schien zu regieren. Die Arbeitsverhältnisse waren grausam. Bezahlt wurde nur wenn Arbeit verrichtet wurde. Ein Arbeitstag hatte 14 bis 16 Stunden auch samstags. Es gab keine Krankenversicherung oder irgendeine Art von Schutz für die Arbeiter. Marx war davon überzeugt, dass es zur Rebellion der Arbeiterschaft kommen und das Proletariat die Bourgeoisie stürzen würde

Es kam anders

Der Kapitalismus war gekommen und zu bleiben. Im Laufe der Jahrzehnte wurden Gewerkschaften und Betriebsräte gegründet. Die Rechte der Arbeiter wurden gestärkt, die Arbeitszeit verkürzt, Versicherungen gewährt und Löhne erhöht. Innerhalb der sozialen Marktwirtschaft war es den Deutschen möglich, sich Wohlstand zu erarbeiten. Heute sehen viele diese Möglichkeit wieder in Gefahr. Doch damals waren es nicht du Superreichen, die uns es ermöglicht haben mehr Rechte und Teilhabe am Wohlstand zu haben. Es waren auch nicht in erster Linie die Politiker oder Universalgelehrte wie Karl Marx. Es waren wir selbst. Denn wir haben mehr Macht über das was kommt als wir glauben.

Künstliche Intelligenz und Digitalisierung

Heute haben wir Angst vor ähnlich krassen Umbrüchen wie damals. Wir stellen uns die Frage, ob die Veränderungen durch KI und Digitalisierung einen ähnlichen Effekt haben könnte wie die Industrialisierung zu Zeiten von Karl Marx. Befürchtungen von Massenarbeitslosigkeit und aussichtsloser Armut stehen im Raum.

Der andere solls richten

Häufig verlassen wir uns auf Politiker und schimpfen auf Superreiche wie Christoph Gröner. Wir sind der Meinung, dass unsere Politikerinnen und Politiker die prekären Beschäftigungsverhältnisse beenden können. Superreiche sind uns suspekt, da sie irgendwie böse scheinen, weil sie so viel haben und uns alles wegnehmen. Solange wir das denken werden wir diese Entwicklung fördern. Wenn der Aufstieg extremer Parteien wie der AFD etwas gezeigt hat, dann dass eine große Gruppe aus der Bevölkerung weiterhin große Macht hat. Denn die AFD an sich ist nicht mächtig, wir machen selbst zu einem mächtigem Werkzeug. Ohne den Aufschrei in der Bevölkerung würde diese Partei nicht existieren. Dummerweise stärken wir die Falschen und schneiden uns hiermit ins eigene Fleisch.

Das große Potential

Sobald wir verstehen, dass wir selbst es in der Macht haben die Schere zwischen Arm und Reich zu schließen, können wir das riesige Potential einer Veränderung ins Positive drehen. Das heißt nicht, dass wir uns nicht weiter über Ungleichheiten beschweren sollten. Ganz im Gegenteil, wir sollten vehement und immer wenn es möglich ist den Mächtigen des Landes (Politiker und Unternehmer) zeigen, wie sehr wir mehr Teilhabe am Wohlstand haben wollen.

Die Unternehmer

Hierzu benötigen wir unbedingt die Unternehmer. Ohne deren kapitalistischer Denkweise und Arbeitskraft werden wir den Wohlstand nicht aufrecht erhalten können. Dennoch können wir ihre Taten vor allem im Umgang mit den eigenen Angestellten sehr deutlich kritisieren und uns mit allen in einer Demokratie möglichen Mitteln dagegen wehren. Wir sollten jedoch nicht den Menschen hinter dem Unternehmer als grundsätzlich böse betiteln. Sondern mit Wertschätzung für die Opfer, die sie erbringen (Ein Leben für die Arbeit, hohes Risiko, keine Freizeit und keiner mag sie wirklich) mehr Teilhabe fordern, anstatt zu jammern.

Die Politiker

DIe Politik hat aktuell weniger Mittel zur Verfügung als wir denken. Zumindest sind die Handlungsspielräume auch aufgrund des heutigen Lobbyismus doch sehr eingeschränkt. Eine sehr wirksames Werkzeug wird von den Politikerinnen und Politiker jedoch völlig falsch eingesetzt. Die Steuern! Um Rahmenbedingungen zu „steuern“, setzt die Politik falsche Schwerpunkte. Wiederum wird Symptompolitik betrieben, die uns im Mantel der politischen korrekten sozialen Tat z.B. die Mütterrente oder das Baukindergeld eingebracht hat. Superreiche schicken ihre Kinder gerne auf Privatschulen. Immer mehr wohlhabende Menschen schicken ihre Kinder auf Privatschulen. Kein Wunder, wenn man bedenkt, wie unsere Schulen z.B. in Berlin heutzutage aussehen. Mit ausbleibenden Investitionen in die Basis (Bildung unserer Kinder) und gleichzeitig unnötigen Ausgaben im Bereich der Symptompolitik, fördern wir die Ungleichheit auch noch.

Wir – Die Basis

Wir haben Veränderungen in der Hand. Als Bevölkerungsgruppe können wir Politiker und Unternehmer dazu bringen uns mehr am Wohlstand teilhaben zu lassen. Das gilt auch für unseren eigenen Umgang mit Finanzen. Anstatt über Börse, ETF, Aktien, Kryptowährungen und Immobilien  zu jammern, können wir sie uns zu Nutze machen. Jeder Euro, den wir als Zinseszins irgendwo einheimsen, ist ein Euro weniger für die Superreichen. Wir sind so dermaßen auf Sicherheiten bedacht, dass wir ein Volk mit einer der niedrigsten Investitionsrate der Welt sind. Dabei sind vor allem Aktien allen Wirtschaftskrisen, Kriegen und sonstigen Katastrophen zu trotz, die mit Abstand ertragreichste Anlageklasse gewesen.

Investieren statt Konsumieren

Es steht außer Frage, dass es schwierig ist als Niedriglöhner Geld zu investieren. Doch kann fast jeder einige Euro im Monat zur Seite legen. Ein Großteil der Bevölkerung kann deutlich mehr zur Seite legen, kauft jedoch lieber einen großen SUV. Übrigens wird bei diesem Thema auch eins der riesigen Potentiale von z.B. Bitcoin sichtbar. In herunter gewirtschafteten Ländern wie z.B. Venezuela haben Menschen mit sehr hoher Inflation zu kämpfen. Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit sind auch diese Menschen nicht auf die Entscheidungen der Politiker und Unternehmer angewiesen, sondern haben ein Instrument ihr Vermögen aufrecht zu erhalten. Durch Bitcoin oder andere Währungen, die global und dezentral, also nicht von irgendjemandem gesteuert funktionieren.

Superreiche und die Mittelschicht Chinas

In den letzten zwei Jahrzehnten haben eigentlich nur zwei Gruppe von der Weltwirtschaft profitieren können. Einerseits die Superreichen wie Christoph Gröner, andererseits die aufstrebende Mittelschicht Chinas. Beides geschieht auf Kosten der Mittelschicht der westlichen Länder. Letztendlich sind wir darauf angewiesen unser Glück in die eigene Hand zu nehmen, uns für Teilhabe am Wohlstand vehement einsetzen und durch eigene Investitionen in Aktien oder Kryptowährungen selbst ein Stück des Kuchens abzuschneiden. Sogar Karl Marx hat mit Wertpapieren seine Arbeit teilweise finanziert!

 

 

 

 

Börse ist böse

Börse ist böse

Von Zeit zu Zeit sehe ich mich als Börsianer in die Ecke getrieben. Vielleicht kennt ihr dieses Gefühl. Während einer Diskussion stellt man fest, dass der Konversationspartner eine felsenfeste Einstellung zum Thema Börse hat. Diese lautet: Börse ist Böse! Grundsätzlich, immer und zu jeder Zeit! Vor einigen Tagen habe ich die Phrase „Börse ist böse“ einfach mal gegoogelt. Die Kommentare zum allerersten Artikel, den ich anklickte, hatten es in sich. Hier einige Beispiele:

Die Börse ist nicht böse? Dass ich nicht lache

Die Börse ist die Ausgeburt des egoistischen Raffens.

 So, wie die Börse ist, IST sie böse!

…leider bin ich nun in meinem Portfolio durch die VW Aktien schön ins minus gerutscht. Das wird wohl die nächsten Jahre nichts….! Wie man sieht, es kann auch gehörig nach hinten losgehen.

Nur ein Dummer oder extrem kluger Mensch investiert in Aktien.

Und man muss sich sorgfältiger darum kümmern als um einen Wurf junger Katze, die gerade anfangen zu laufen. Das haben über 99% der Menschen in Deutschland nicht drauf.

HÄNDE WEG VON AKTIEN !




Börse ist zocken, Börse bleibt zocken.

Die Türsteher der Finanzindustrie wollen auch noch aus dem letzten Bürger der sein Geld an der Börse noch nicht verloren hat,den letzten Groschen herauspressen.

Also……die Börse ist absolut nichts für Leute die ihr Geld gerne sicher verwahrt sehen.

Gewiss kann man dort Profite machen, aber das ist nichts für den Normalverbraucher und seriöse Profis zu finden ist wie Lotto zu spielen

Da verzichte ich lieber auf Zinsen und verliere etwas an die Inflation anstatt alles in die Taschen von Spekulanten zu schaufeln die sich auf ihrer Yacht in der Karibik über die naiven Kleinaktionäre amüsieren.

.Als Otto Normal Verbraucher ist das nix zu holen.

An die richtige Aktien die Ertrag bringen kommt ein Normal Bürger gar nicht heran. Der kleine Mann soll nur ausgenommen werden.

Mit den paar Groschen, die unsereins sich mühsam erarbeitet und vom Mund abspart zu ZOCKEN – nein Danke!

http://www.focus.de/finanzen/experten/gruener/zaudern-bringt-keine-rendite-zum-weltspartag-deutsche-lassen-sich-aus-angst-die-chance-auf-reichtum-entgehen_id_5048690.html

Nichts neues und dennoch berührend

Im Grunde genommen ist das nichts wirklich neues, was ich berichte. Den ein oder anderen Leser wird das vermutlich kaum überraschen. Mir persönlich wurde jedoch sehr schnell wieder bewusst, wie vehement manche Kritiker die Börse als böse verteufeln. Das geschieht dann auch gerne mal auf der Grundlage von gefährlichem Halbwissen oder Stammtischparolen.

Wie soll man damit umgehen?

Sitzt dir ein solcher Gesprächspartner gegenüber, wird es selbst mit handfesten Argumenten schwierig, ihn von seiner Verblendung zu befreien. Also wie reagiert man in solcen Situationen? Zunächst wäre es vielleicht sinnvoll dein Gegenüber im Gespräch „abzuklopfen“. So kannst du herausfinden, ob er offen genug wäre, sich deine Argumente ernsthaft anzuhören und sich in deine Lage hinein zu versetzen. Ist dies nicht der Fall, dann ist Ignorieren wohl die beste Variante.

Börsenverdrossenheit

Als Börsenverdrossenheit könnte man Desinteresse und eine allgemeine Ablehnung gegenüber dem Finanzsystem an sich bezeichnen. In den oben genannten Kommentaren sind unheimlich viele Vorurteile versteckt. Diese resultieren in der Regel aus Unkenntnis. Insbesondere die Meinung, die Börse wäre nur für die Reichen da, ärgert mich persönlich am meisten. Jeder Bürger kann bei uns an der Börse investiert sein. Mir ist bewusst, dass viele Menschen am Existenzminimum leben. Doch die Möglichkeiten z.B. über eine selbstständige Tätigkeit und Investitionen das eigenen Vermögen aufzubauen sind gegeben. Das war in der Vergangenheit nicht immer so, auch wenn es nicht einfach ist.

Kleinvieh macht Mist

Über einen langen Zeitraum sind kleine Summen nicht zu unterschätzen. Wer vor 30 Jahren 1 000 Euro in den Dax investiert hätte, könnte sich heute über knapp 25 000 Euro freuen. Bei einer Investition von 5 000 Euro, wären es schon fast 125 0000 Euro. Über ETF-Sparpläne, die ab 25 Euro im Monat oder in Intervallen von zwei Monaten sparplanfähig sind, kann man sich fast jeder dieses Startkapital erwirtschaften. Insbesondere wenn du Kinder hast, ist der langfristige Gedanke von hoher Bedeutung. Legst du dieses Geld bei der Geburt deines Kindes an, so profitieren deine Nachkommen bereits in sehr jungen Jahren davon.

Börse ist NICHT böse!

Kann man an der Börse sein Geld verlieren? Ja! Haben sich Menschen in der Vergangenheit an der Börse finanziell ruiniert? Definitiv! Kommt der nächsten Börsenchrash? Das ist nur eine Frage der Zeit! Nichtsdestotrotz bietet die Börse Optionen und reichhaltige Möglichkeiten. Mit etwas gesundem Menschenverstand, Geduld und ein wenig Wissen, kann jeder von der Börse profitieren.

Wie ist deine Meinung zum Thema Börse im Allgemeinen? Hast du ebenfalls Erfahrungen mit Börsenverdrossenen gemacht? Lass es uns in den Kommentaren wissen!

Börse und Schule

Börse und Schule

Börse und Schule scheinen zwei völlig voneinander getrennte Welten zu sein. Nach meinem Abitur konnte ich Gleichungen lösen, zwei Fremdsprachen sprechen, Gedichte interpretieren, einen Felgaufschwung durchführen und Noten lesen. Wovon ich jedoch keinen blassen Schimmer hatte waren Finanzen. Wir alle verlassen die Schule im Normalfall als absolute Finanzlaien.

Schule und Praxis

Uns ist allen bewusst, dass wir den überwiegenden Anteil des in der Schule angehäuften Wissens niemals in der Praxis anwenden werden. Sehen wir mal von einigen Kompetenzen wie Lesen, Schreiben oder den Umgang mit Grundrechenarten ab, saugen wir unheimlich viel Wissen auf, das wir tatsächlich nie nutzen werden. Mehr noch, lernen Schüler den meisten Stoff nur auswendig und haben ihn wenige Wochen später wieder vergessen

Bildung hinkt hinterher

In der Bildungspolitik steckt kein Geld. Dazu ist das System im Allgemeinen schwerfällig und träge. Es ist unheimlich schwer dieses System an die Bedürfnisse der Welt außerhalb der Schule anzupassen. Wenn dies geschieht, dann in der Regel zu Gunsten der Wirtschaft oder als Mittel zum Zweck, um Wähler zu generieren. Die Schülerinnen und Schüler werden aus meiner Sicht unzureichend auf ihre Zukunft vorbereitet.



Warum Finanzbildung?

In Zeiten der Niedrigrente und Altersarmut ist es unerlässlich die nachfolgende Generation im Umgang mit Geld zu schulen. Hinzu kommt, dass die Lebenserhaltungskosten in der Relation schneller steigen als die Löhne. Zudem schwebt über uns allen der (selbst) auferlegte Geist des ständigen Leistungsdrucks. Männer müssen in der modernen Welt Versorger und fürsorglicher Familienvater in Einem sein. Frauen sollen heutzutage familiär und beruflich alles im Griff haben und am besten Karriere machen. Alle sind ständig erreichbar und jederzeit verfügbar. Der gesellschaftliche Burnout ist quasi vorprogrammiert. Es liegt an uns der nachfolgenden Generation Möglichkeiten zu zeigen, wie man sich NICHT selbst im Hamsterrad bis zum Burnout aufopfert.

Zwei Möglichkeiten Geld zu verdienen

Im Grunde genommen gibt es nur zwei Möglichkeiten Geld zu verdienen. Entweder geht man arbeiten, um entlohnt zu werden oder man lässt sein Geld arbeiten. Während anständige Berufsberatung wenigstens in manchen Schulen etwas betrieben wird, kommt letzteres gar nicht auf den Lehrplan. Wahrscheinlich ist das politische Absicht. Die jeweiligen Länder haben ein höheres Interesse daran, dass ihre Bürger arbeiten gehen anstatt dass das Geld der Bürger arbeitet.

Möglichkeiten in der Schule

Finanzielle Bildung müsste nicht direkt ein Regelfach in der Schule sein Es genügen Angebote, welche die Schülerinnen und Schüler wahrnehmen könnten. Anbieten würde sich das zum Beispiel als Wahlpflichtfach. Möglich wären je nach Schulform auch Arbeitsgemeinschaften oder Neigungsgruppen. Zusätzlich wäre es im Bereich das Möglichen die finanzielle Bildung mit einer anständigen Berufsberatung zu koordinieren. Die Schülerinnen und Schüler sollten über die finanzielle Komponente eines für sie interessanten Berufs bestens informiert sein. Darüber hinaus benötigen sie ein fundiertes Wissen darüber welche Einnahmen und Ausgaben im Regelfall als Erwachsener auftreten. Als letzten Schritt wäre es wichtig, sie im Umgang mit den Überschüssen und Sparbeträgen zu schulen.

Mögliche Inhalte

Wichtig wäre meiner Meinung nach ein strukturiertes Grundwissen über die gängigsten Berufsgruppen und deren finanziellen Möglichkeiten. Gerade die Information welcher Beruf wie viel Geld abwerfen kann wird in der Schule gerne vernachlässigt. Dort herrscht überwiegend noch die naive Vorstellung nur seinen Begabungen und Idealen folgen zu müssen. Dann wird schon alles gut! Diese Grundbildung sollte 1-2 Jahre vor Berufseintritt stattfinden. Im Anschluss an die Berufsorientierung kämen wirtschaftliche Grundkenntnisse auf den Arbeitsplan. Was ist ein Unternehmen? Welche Grundprinzipien stecken hinter der sozialen Marktwirtschaft und dem Kapitalismus? Was ist ein Wertpapier und eine Börse? Etc…

Kapitalanlage

Kapitalanlage in Form von Immobilliennutzung oder Börsenumgang sollte eine separate Unterrichtseinheit darstellen. Hier würde es darum gehen Vorurteile abzubauen und über die grundsätzlichen Möglichkeiten der Geldvermehrung zu sprechen. Eventuell würden die Eltern hier sogar mit lernen.

Probieren geht über studieren

Zu guter Letzt könnte man Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit geben sich in Simulationen auszuprobieren. Börsenhandel ist über Musterdepots einstudierbar. Möglich wäre zum Beispiel ein landesweiter Wettbewerb an dem Schulen teilnehmen können.

Können wir unsere Kinder Schulen?

Ich bin der Meinung, dass dies möglich ist. Die wirksamste Methode ist hierfür diesen Lebensstil einfach vor zu leben. Unsere Kinder ahmen unsere Verhaltensweise im Normalfall zu einem großen Teil nach, sobald sie selbst erwachsen werden. Warum nicht eine Arbeitsreduzierung auf 70-80% vorleben und Börsenhandel zu Hause thematisieren?

Wo üben?

Um Börsenhandel zu üben bieten sich kostenlose Musterdepots ohne Echtgeldeinsatz an. Möglich ist so etwas bei vielen Anbietern. Die meisten größeren Onlinebanken wie z.B. die OnVista Bank* bieten Musterdepots und auch Junior Depots an. Ich nutze zu Übungszwecken auch sehr gerne die Social Trading Plattform Wikifolio.

Jetzt registrieren auf wikifolio.com*

Neben „finanzieller Bildung“ gäbe es im Übrigen weitere Bedarfsfächer, die nicht oder kaum unterrichtet werden. Mir kommt da als erstes zum Beispiel „Gesundes Leben“ in den Sinn.

Was denkt ihr über finanzielle Bildung als Schulfach. Überflüssig oder Überfällig?

Umfrage – Was ist die beste Anlageform an der Börse?

Umfrage  – Was ist die beste Anlageform an der Börse?

Vor einigen Wochen habe ich eine Umfrage zum Thema „Was ist die beste Anlageform an der Börse?“ gestartet. Im Vordergrund lag hauptsächlich zunächst das eigene Interesse, welche Form der Anlage von den Besuchern des Blogs präferiert werden würde. Jedoch habe ich schnell Gefallen an der Umfrage gefunden, so dass ich von Zeit zu Zeit neue Umfragen freischalten werde.

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Die Ergebnisse

Was ist die beste Anlageform an der Börse?

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Einzelaktien und Wikifolio

Der Kauf von Einzelaktien ist zusammen mit dem Kauf von Wikifolio-Zertifikaten der Gewinner der Umfrage. Insgesamt nahmen 45 Leser an der Umfrage teil. Jeder Besucher durfte maximal drei Stimmen abgeben. Die bevorzugten Anlageformen „Einzelaktien“ und „Wikifolio“ erhielten jeweils 20 Stimmen, gefolgt von ETF-Sparplänen, welche 15 Stimmen erreichen konnten. Relativ abgeschlagen finden sich das CFD-Trading und die klassischen Fonds wieder.

Meine Meinung

Interessanterweise spiegelt die Umfrage ziemlich genau meine eigenen Meinung wider. Hätte ich Stimmen auf die einzelnen Anlageformen verteilen müssen, sähe das Endergebnis in etwa so aus wie das Ergebnis der Umfrage. Vor allem freut mich die Erkenntnis, dass gemanagte klassische Fonds gegenüber alternativen Anlageformen wenig attraktiv scheinen und zwar zu recht. Auch wenn Fondsmanager gerne von einer „Win-Win-Situation“ sprechen, schmälern die fälligen Kosten auf lange Sicht die Rendite.

Eine gute Mischung

Manchmal werde ich gefragt, ob eine Mischform aus verschiedenen Anlagen eine sinnvolle Anlagestrategie ist. Das kommt ganz darauf an. Wenn dabei übergeordnete Gedankenspiele kombiniert werden kann diese Überlegung durchaus sinnvoll sein. Konkret könnte man einen ETF-Sparplan mit dem Kauf von Einzelaktien imitieren, um so auf lange Sicht Transaktionskosten zu sparen. Das macht jedoch nur dann Sinn wenn Sie bereit wären diese Aktien sehr lange zu halten. Dies ist eines der Hauptprinzipien des Value Investing. Insofern hätte man die Anlageformen ETF, Einzelaktien und Value Investing kombiniert.

Von allem ein bisschen

Sehr häufig jedoch wollen Anleger von allem ein bisschen machen. Zum Beispiel lesen sie ein Buch zum Thema Trendfolge und kaufen im Anschluss einige Aktien im Sinne dieser Strategie. Gleichzeitig finden sie die Levermann-Strategie interessant und kaufen einige Aktien nach diesem Prinzip. Nicht selten wird dies mit kurzfristigem Trading ergänzt. Wenn Sie verschiedene Anlageformen kombinieren wollen, dann benötigen Sie einen übergeordneten roten Faden bei ihrer Strategie.

Lass die Finger von Aktien

Lass die Finger von Aktien

Lass die Finger von Aktien. Die Börse ist ein Glücksspiel. Du kannst auch gleich dein Geld aus dem Fenster werfen. Solche oder so ähnliche Aussagen höre ich in 9 von 10 Fällen zu Beginn eines Gespräches mit „Börsenlaien“ wenn ich von meinen eigenen Investitionen erzähle. Gepaart werden diese Aussagen meist mit selbstverständlichem Argwohn, Misstrauen bis hin zu Mitleid und Unverständnis. In vielen Fällen sind die Vorurteile so manifestiert, dass es einfacher erscheinen würde, einen überzeugten Christen von seinem Glauben abzubringen.

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Woher kommt diese Überzeugung?

Es gab in der Geschichte der Menschheit immer wieder Konzepte oder Werte, welche beinahe blind und gefolgsam angenommen anstatt hinterfragt wurden. Dazu gehören weltumspannende Themen wie: Die Erde ist flach, es gibt einen Gott, Frauen sollen nicht arbeiten, Monarchie ist super etc. Aber auch alltägliche Beispiele wie: Kinder schlagen ist nicht schlimm, beim Essen soll man nichts trinken, wer morgens spät aufsteht ist faul usw. Dieser kollektiv überzeugte Glauben von der Richtigkeit einer Sache beruht auf sozialen Konventionen und Indoktrination. Sie werden hingenommen und nicht hinterfragt. Was uns Menschen dabei leider häufig nicht klar erscheint ist, dass wir uns durch unsere selbst auferlegte Beschränktheit dann im Wege stehen. Eine dieser Überzeugungen lautet: „Lass die Finger von der Börse“

Bildung schützt vor eigenen Vorurteilen

Die meisten Menschen, die Börsianer pauschal als Bekloppte verurteilen haben nicht das nötige Basiswissen, um sich überhaupt eine Meinung bilden zu können. Es gibt es mittlerweile eine riesige Produktpalette. Man sollte zumindest von den grundlegenden Investitionsmöglichkeiten Kenntnis haben. Wenn ein Kritiker in einem Gespräch zum ersten Mal Begriffe wie Diversifikation, ETF, Indizes oder Asset Allocation hört, können Sie das Gespräch ebenso gut einstellen. Denn ihr Gesprächspartner hat nicht das nötige Wissen, um Ihrer Argumente widerlegen zu können.

Börse und Risiko

Das Hauptproblem vieler Börsenlaien ist die Tatsache, dass sie Investitionen augenblicklich als zu risikoreich ansehen. Sie sind der Meinung an der Börse all ihr wohl verdientes Geld verlieren zu können. Das ist erstens falsch und zweitens zeigt es auf, dass sie den Begriff Risiko nicht verstehen. Denn Risiko hängt unmittelbar mit Rendite zusammen. Möchte ich eine höhere Rendite als auf dem Sparbuch haben, dann setze ich mein Geld dem Risiko von Schwankungen aus, nicht dem Risiko pleite zu gehen. Langfristig erreicht ein Depot mit guter Asset Allocation immer eine positive Rendite und genau das wollen viele Börsenlaien einfach nicht verstehen.

Und täglich grüßt die Telekom

Irgendwo in Deutschland wird in dem Moment wenn Sie diese Zeilen lesen wahrscheinlich ein Gespräch über das Telekomdebakel an der Börse stattfinden. Stellvertretend für viele Aktienmissverständnisse steht die Telekom als mahnendes Beispiel vieler Börsenkritiker an erster Stelle ihrer Argmuentationskette. Mal salopp ausgedrückt: Wenn Privatanleger finanziell so ungebildet sind, dass sie ihre gesamten zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel in Anteile eines einzigen Unternehmens stecken, dann sind sie an dem Debakel selbst schuld. Sie sollten jedoch durch ihre negativen Erfahrungen die Börse nicht als Teufelszeug verurteilen und dies als Fakt darstellen. Das wäre genauso klug als würde jemand in einen 68er Ford Mustang steigen, konsequent im ersten Gang auf der Autobahn fahren und im Anschluss behaupten das Auto sei doof.

Warum also Börse?

Börseninvestitionen bestehen nicht nur aus Aktienkäufen und schon gar nicht aus dem Kauf einer einzelner Aktie. Mit einem langfristigen Ansatz stehen die Fakten auf der Seite der Börsianer. Hören Sie sich also die Börsenkritiker in Ruhe an und lehnen Sie sich mit der Gewissheit zurück, eine zwar schwankende, aber mit an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit höhere Rendite zu bekommen als ihr beratungsresistenter Gesprächspartner. Achten Sie immer auf die verschiedenen Risiken je nach Assetklasse und informieren Sie sich über die Basics an der Börse. Erfolgreich investieren ist nicht schwer. Alles was Sie hierfür benötigen ist etwas Wissen, gesunden Menschenverstand und Geduld.