Archiv der Kategorie: Börse hinterfragt

Börse ist böse

Börse ist böse

Von Zeit zu Zeit sehe ich mich als Börsianer in die Ecke getrieben. Vielleicht kennt ihr dieses Gefühl. Während einer Diskussion stellt man fest, dass der Konversationspartner eine felsenfeste Einstellung zum Thema Börse hat. Diese lautet: Börse ist Böse! Grundsätzlich, immer und zu jeder Zeit! Vor einigen Tagen habe ich die Phrase „Börse ist böse“ einfach mal gegoogelt. Die Kommentare zum allerersten Artikel, den ich anklickte, hatten es in sich. Hier einige Beispiele:

Die Börse ist nicht böse? Dass ich nicht lache

Die Börse ist die Ausgeburt des egoistischen Raffens.

 So, wie die Börse ist, IST sie böse!

…leider bin ich nun in meinem Portfolio durch die VW Aktien schön ins minus gerutscht. Das wird wohl die nächsten Jahre nichts….! Wie man sieht, es kann auch gehörig nach hinten losgehen.

Nur ein Dummer oder extrem kluger Mensch investiert in Aktien.

Und man muss sich sorgfältiger darum kümmern als um einen Wurf junger Katze, die gerade anfangen zu laufen. Das haben über 99% der Menschen in Deutschland nicht drauf.

HÄNDE WEG VON AKTIEN !




Börse ist zocken, Börse bleibt zocken.

Die Türsteher der Finanzindustrie wollen auch noch aus dem letzten Bürger der sein Geld an der Börse noch nicht verloren hat,den letzten Groschen herauspressen.

Also……die Börse ist absolut nichts für Leute die ihr Geld gerne sicher verwahrt sehen.

Gewiss kann man dort Profite machen, aber das ist nichts für den Normalverbraucher und seriöse Profis zu finden ist wie Lotto zu spielen

Da verzichte ich lieber auf Zinsen und verliere etwas an die Inflation anstatt alles in die Taschen von Spekulanten zu schaufeln die sich auf ihrer Yacht in der Karibik über die naiven Kleinaktionäre amüsieren.

.Als Otto Normal Verbraucher ist das nix zu holen.

An die richtige Aktien die Ertrag bringen kommt ein Normal Bürger gar nicht heran. Der kleine Mann soll nur ausgenommen werden.

Mit den paar Groschen, die unsereins sich mühsam erarbeitet und vom Mund abspart zu ZOCKEN – nein Danke!

http://www.focus.de/finanzen/experten/gruener/zaudern-bringt-keine-rendite-zum-weltspartag-deutsche-lassen-sich-aus-angst-die-chance-auf-reichtum-entgehen_id_5048690.html

Nichts neues und dennoch berührend

Im Grunde genommen ist das nichts wirklich neues, was ich berichte. Den ein oder anderen Leser wird das vermutlich kaum überraschen. Mir persönlich wurde jedoch sehr schnell wieder bewusst, wie vehement manche Kritiker die Börse als böse verteufeln. Das geschieht dann auch gerne mal auf der Grundlage von gefährlichem Halbwissen oder Stammtischparolen.

Wie soll man damit umgehen?

Sitzt dir ein solcher Gesprächspartner gegenüber, wird es selbst mit handfesten Argumenten schwierig, ihn von seiner Verblendung zu befreien. Also wie reagiert man in solcen Situationen? Zunächst wäre es vielleicht sinnvoll dein Gegenüber im Gespräch „abzuklopfen“. So kannst du herausfinden, ob er offen genug wäre, sich deine Argumente ernsthaft anzuhören und sich in deine Lage hinein zu versetzen. Ist dies nicht der Fall, dann ist Ignorieren wohl die beste Variante.

Börsenverdrossenheit

Als Börsenverdrossenheit könnte man Desinteresse und eine allgemeine Ablehnung gegenüber dem Finanzsystem an sich bezeichnen. In den oben genannten Kommentaren sind unheimlich viele Vorurteile versteckt. Diese resultieren in der Regel aus Unkenntnis. Insbesondere die Meinung, die Börse wäre nur für die Reichen da, ärgert mich persönlich am meisten. Jeder Bürger kann bei uns an der Börse investiert sein. Mir ist bewusst, dass viele Menschen am Existenzminimum leben. Doch die Möglichkeiten z.B. über eine selbstständige Tätigkeit und Investitionen das eigenen Vermögen aufzubauen sind gegeben. Das war in der Vergangenheit nicht immer so, auch wenn es nicht einfach ist.

Kleinvieh macht Mist

Über einen langen Zeitraum sind kleine Summen nicht zu unterschätzen. Wer vor 30 Jahren 1 000 Euro in den Dax investiert hätte, könnte sich heute über knapp 25 000 Euro freuen. Bei einer Investition von 5 000 Euro, wären es schon fast 125 0000 Euro. Über ETF-Sparpläne, die ab 25 Euro im Monat oder in Intervallen von zwei Monaten sparplanfähig sind, kann man sich fast jeder dieses Startkapital erwirtschaften. Insbesondere wenn du Kinder hast, ist der langfristige Gedanke von hoher Bedeutung. Legst du dieses Geld bei der Geburt deines Kindes an, so profitieren deine Nachkommen bereits in sehr jungen Jahren davon.

Börse ist NICHT böse!

Kann man an der Börse sein Geld verlieren? Ja! Haben sich Menschen in der Vergangenheit an der Börse finanziell ruiniert? Definitiv! Kommt der nächsten Börsenchrash? Das ist nur eine Frage der Zeit! Nichtsdestotrotz bietet die Börse Optionen und reichhaltige Möglichkeiten. Mit etwas gesundem Menschenverstand, Geduld und ein wenig Wissen, kann jeder von der Börse profitieren.

Wie ist deine Meinung zum Thema Börse im Allgemeinen? Hast du ebenfalls Erfahrungen mit Börsenverdrossenen gemacht? Lass es uns in den Kommentaren wissen!

Börse und Schule

Börse und Schule

Börse und Schule scheinen zwei völlig voneinander getrennte Welten zu sein. Nach meinem Abitur konnte ich Gleichungen lösen, zwei Fremdsprachen sprechen, Gedichte interpretieren, einen Felgaufschwung durchführen und Noten lesen. Wovon ich jedoch keinen blassen Schimmer hatte waren Finanzen. Wir alle verlassen die Schule im Normalfall als absolute Finanzlaien.

Schule und Praxis

Uns ist allen bewusst, dass wir den überwiegenden Anteil des in der Schule angehäuften Wissens niemals in der Praxis anwenden werden. Sehen wir mal von einigen Kompetenzen wie Lesen, Schreiben oder den Umgang mit Grundrechenarten ab, saugen wir unheimlich viel Wissen auf, das wir tatsächlich nie nutzen werden. Mehr noch, lernen Schüler den meisten Stoff nur auswendig und haben ihn wenige Wochen später wieder vergessen

Bildung hinkt hinterher

In der Bildungspolitik steckt kein Geld. Dazu ist das System im Allgemeinen schwerfällig und träge. Es ist unheimlich schwer dieses System an die Bedürfnisse der Welt außerhalb der Schule anzupassen. Wenn dies geschieht, dann in der Regel zu Gunsten der Wirtschaft oder als Mittel zum Zweck, um Wähler zu generieren. Die Schülerinnen und Schüler werden aus meiner Sicht unzureichend auf ihre Zukunft vorbereitet.



Warum Finanzbildung?

In Zeiten der Niedrigrente und Altersarmut ist es unerlässlich die nachfolgende Generation im Umgang mit Geld zu schulen. Hinzu kommt, dass die Lebenserhaltungskosten in der Relation schneller steigen als die Löhne. Zudem schwebt über uns allen der (selbst) auferlegte Geist des ständigen Leistungsdrucks. Männer müssen in der modernen Welt Versorger und fürsorglicher Familienvater in Einem sein. Frauen sollen heutzutage familiär und beruflich alles im Griff haben und am besten Karriere machen. Alle sind ständig erreichbar und jederzeit verfügbar. Der gesellschaftliche Burnout ist quasi vorprogrammiert. Es liegt an uns der nachfolgenden Generation Möglichkeiten zu zeigen, wie man sich NICHT selbst im Hamsterrad bis zum Burnout aufopfert.

Zwei Möglichkeiten Geld zu verdienen

Im Grunde genommen gibt es nur zwei Möglichkeiten Geld zu verdienen. Entweder geht man arbeiten, um entlohnt zu werden oder man lässt sein Geld arbeiten. Während anständige Berufsberatung wenigstens in manchen Schulen etwas betrieben wird, kommt letzteres gar nicht auf den Lehrplan. Wahrscheinlich ist das politische Absicht. Die jeweiligen Länder haben ein höheres Interesse daran, dass ihre Bürger arbeiten gehen anstatt dass das Geld der Bürger arbeitet.

Möglichkeiten in der Schule

Finanzielle Bildung müsste nicht direkt ein Regelfach in der Schule sein Es genügen Angebote, welche die Schülerinnen und Schüler wahrnehmen könnten. Anbieten würde sich das zum Beispiel als Wahlpflichtfach. Möglich wären je nach Schulform auch Arbeitsgemeinschaften oder Neigungsgruppen. Zusätzlich wäre es im Bereich das Möglichen die finanzielle Bildung mit einer anständigen Berufsberatung zu koordinieren. Die Schülerinnen und Schüler sollten über die finanzielle Komponente eines für sie interessanten Berufs bestens informiert sein. Darüber hinaus benötigen sie ein fundiertes Wissen darüber welche Einnahmen und Ausgaben im Regelfall als Erwachsener auftreten. Als letzten Schritt wäre es wichtig, sie im Umgang mit den Überschüssen und Sparbeträgen zu schulen.

Mögliche Inhalte

Wichtig wäre meiner Meinung nach ein strukturiertes Grundwissen über die gängigsten Berufsgruppen und deren finanziellen Möglichkeiten. Gerade die Information welcher Beruf wie viel Geld abwerfen kann wird in der Schule gerne vernachlässigt. Dort herrscht überwiegend noch die naive Vorstellung nur seinen Begabungen und Idealen folgen zu müssen. Dann wird schon alles gut! Diese Grundbildung sollte 1-2 Jahre vor Berufseintritt stattfinden. Im Anschluss an die Berufsorientierung kämen wirtschaftliche Grundkenntnisse auf den Arbeitsplan. Was ist ein Unternehmen? Welche Grundprinzipien stecken hinter der sozialen Marktwirtschaft und dem Kapitalismus? Was ist ein Wertpapier und eine Börse? Etc…

Kapitalanlage

Kapitalanlage in Form von Immobilliennutzung oder Börsenumgang sollte eine separate Unterrichtseinheit darstellen. Hier würde es darum gehen Vorurteile abzubauen und über die grundsätzlichen Möglichkeiten der Geldvermehrung zu sprechen. Eventuell würden die Eltern hier sogar mit lernen.

Probieren geht über studieren

Zu guter Letzt könnte man Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit geben sich in Simulationen auszuprobieren. Börsenhandel ist über Musterdepots einstudierbar. Möglich wäre zum Beispiel ein landesweiter Wettbewerb an dem Schulen teilnehmen können.

Können wir unsere Kinder Schulen?

Ich bin der Meinung, dass dies möglich ist. Die wirksamste Methode ist hierfür diesen Lebensstil einfach vor zu leben. Unsere Kinder ahmen unsere Verhaltensweise im Normalfall zu einem großen Teil nach, sobald sie selbst erwachsen werden. Warum nicht eine Arbeitsreduzierung auf 70-80% vorleben und Börsenhandel zu Hause thematisieren?

Wo üben?

Um Börsenhandel zu üben bieten sich kostenlose Musterdepots ohne Echtgeldeinsatz an. Möglich ist so etwas bei vielen Anbietern. Die meisten größeren Onlinebanken wie z.B. die OnVista Bank* bieten Musterdepots und auch Junior Depots an. Ich nutze zu Übungszwecken auch sehr gerne die Social Trading Plattform Wikifolio.

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Neben „finanzieller Bildung“ gäbe es im Übrigen weitere Bedarfsfächer, die nicht oder kaum unterrichtet werden. Mir kommt da als erstes zum Beispiel „Gesundes Leben“ in den Sinn.

Was denkt ihr über finanzielle Bildung als Schulfach. Überflüssig oder Überfällig?

Umfrage – Was ist die beste Anlageform an der Börse?

Umfrage  – Was ist die beste Anlageform an der Börse?

Vor einigen Wochen habe ich eine Umfrage zum Thema „Was ist die beste Anlageform an der Börse?“ gestartet. Im Vordergrund lag hauptsächlich zunächst das eigene Interesse, welche Form der Anlage von den Besuchern des Blogs präferiert werden würde. Jedoch habe ich schnell Gefallen an der Umfrage gefunden, so dass ich von Zeit zu Zeit neue Umfragen freischalten werde.

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Die Ergebnisse

Was ist die beste Anlageform an der Börse?

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Einzelaktien und Wikifolio

Der Kauf von Einzelaktien ist zusammen mit dem Kauf von Wikifolio-Zertifikaten der Gewinner der Umfrage. Insgesamt nahmen 45 Leser an der Umfrage teil. Jeder Besucher durfte maximal drei Stimmen abgeben. Die bevorzugten Anlageformen „Einzelaktien“ und „Wikifolio“ erhielten jeweils 20 Stimmen, gefolgt von ETF-Sparplänen, welche 15 Stimmen erreichen konnten. Relativ abgeschlagen finden sich das CFD-Trading und die klassischen Fonds wieder.

Meine Meinung

Interessanterweise spiegelt die Umfrage ziemlich genau meine eigenen Meinung wider. Hätte ich Stimmen auf die einzelnen Anlageformen verteilen müssen, sähe das Endergebnis in etwa so aus wie das Ergebnis der Umfrage. Vor allem freut mich die Erkenntnis, dass gemanagte klassische Fonds gegenüber alternativen Anlageformen wenig attraktiv scheinen und zwar zu recht. Auch wenn Fondsmanager gerne von einer „Win-Win-Situation“ sprechen, schmälern die fälligen Kosten auf lange Sicht die Rendite.

Eine gute Mischung

Manchmal werde ich gefragt, ob eine Mischform aus verschiedenen Anlagen eine sinnvolle Anlagestrategie ist. Das kommt ganz darauf an. Wenn dabei übergeordnete Gedankenspiele kombiniert werden kann diese Überlegung durchaus sinnvoll sein. Konkret könnte man einen ETF-Sparplan mit dem Kauf von Einzelaktien imitieren, um so auf lange Sicht Transaktionskosten zu sparen. Das macht jedoch nur dann Sinn wenn Sie bereit wären diese Aktien sehr lange zu halten. Dies ist eines der Hauptprinzipien des Value Investing. Insofern hätte man die Anlageformen ETF, Einzelaktien und Value Investing kombiniert.

Von allem ein bisschen

Sehr häufig jedoch wollen Anleger von allem ein bisschen machen. Zum Beispiel lesen sie ein Buch zum Thema Trendfolge und kaufen im Anschluss einige Aktien im Sinne dieser Strategie. Gleichzeitig finden sie die Levermann-Strategie interessant und kaufen einige Aktien nach diesem Prinzip. Nicht selten wird dies mit kurzfristigem Trading ergänzt. Wenn Sie verschiedene Anlageformen kombinieren wollen, dann benötigen Sie einen übergeordneten roten Faden bei ihrer Strategie.

Lass die Finger von Aktien

Lass die Finger von Aktien

Lass die Finger von Aktien. Die Börse ist ein Glücksspiel. Du kannst auch gleich dein Geld aus dem Fenster werfen. Solche oder so ähnliche Aussagen höre ich in 9 von 10 Fällen zu Beginn eines Gespräches mit „Börsenlaien“ wenn ich von meinen eigenen Investitionen erzähle. Gepaart werden diese Aussagen meist mit selbstverständlichem Argwohn, Misstrauen bis hin zu Mitleid und Unverständnis. In vielen Fällen sind die Vorurteile so manifestiert, dass es einfacher erscheinen würde, einen überzeugten Christen von seinem Glauben abzubringen.

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Woher kommt diese Überzeugung?

Es gab in der Geschichte der Menschheit immer wieder Konzepte oder Werte, welche beinahe blind und gefolgsam angenommen anstatt hinterfragt wurden. Dazu gehören weltumspannende Themen wie: Die Erde ist flach, es gibt einen Gott, Frauen sollen nicht arbeiten, Monarchie ist super etc. Aber auch alltägliche Beispiele wie: Kinder schlagen ist nicht schlimm, beim Essen soll man nichts trinken, wer morgens spät aufsteht ist faul usw. Dieser kollektiv überzeugte Glauben von der Richtigkeit einer Sache beruht auf sozialen Konventionen und Indoktrination. Sie werden hingenommen und nicht hinterfragt. Was uns Menschen dabei leider häufig nicht klar erscheint ist, dass wir uns durch unsere selbst auferlegte Beschränktheit dann im Wege stehen. Eine dieser Überzeugungen lautet: „Lass die Finger von der Börse“

Bildung schützt vor eigenen Vorurteilen

Die meisten Menschen, die Börsianer pauschal als Bekloppte verurteilen haben nicht das nötige Basiswissen, um sich überhaupt eine Meinung bilden zu können. Es gibt es mittlerweile eine riesige Produktpalette. Man sollte zumindest von den grundlegenden Investitionsmöglichkeiten Kenntnis haben. Wenn ein Kritiker in einem Gespräch zum ersten Mal Begriffe wie Diversifikation, ETF, Indizes oder Asset Allocation hört, können Sie das Gespräch ebenso gut einstellen. Denn ihr Gesprächspartner hat nicht das nötige Wissen, um Ihrer Argumente widerlegen zu können.

Börse und Risiko

Das Hauptproblem vieler Börsenlaien ist die Tatsache, dass sie Investitionen augenblicklich als zu risikoreich ansehen. Sie sind der Meinung an der Börse all ihr wohl verdientes Geld verlieren zu können. Das ist erstens falsch und zweitens zeigt es auf, dass sie den Begriff Risiko nicht verstehen. Denn Risiko hängt unmittelbar mit Rendite zusammen. Möchte ich eine höhere Rendite als auf dem Sparbuch haben, dann setze ich mein Geld dem Risiko von Schwankungen aus, nicht dem Risiko pleite zu gehen. Langfristig erreicht ein Depot mit guter Asset Allocation immer eine positive Rendite und genau das wollen viele Börsenlaien einfach nicht verstehen.

Und täglich grüßt die Telekom

Irgendwo in Deutschland wird in dem Moment wenn Sie diese Zeilen lesen wahrscheinlich ein Gespräch über das Telekomdebakel an der Börse stattfinden. Stellvertretend für viele Aktienmissverständnisse steht die Telekom als mahnendes Beispiel vieler Börsenkritiker an erster Stelle ihrer Argmuentationskette. Mal salopp ausgedrückt: Wenn Privatanleger finanziell so ungebildet sind, dass sie ihre gesamten zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel in Anteile eines einzigen Unternehmens stecken, dann sind sie an dem Debakel selbst schuld. Sie sollten jedoch durch ihre negativen Erfahrungen die Börse nicht als Teufelszeug verurteilen und dies als Fakt darstellen. Das wäre genauso klug als würde jemand in einen 68er Ford Mustang steigen, konsequent im ersten Gang auf der Autobahn fahren und im Anschluss behaupten das Auto sei doof.

Warum also Börse?

Börseninvestitionen bestehen nicht nur aus Aktienkäufen und schon gar nicht aus dem Kauf einer einzelner Aktie. Mit einem langfristigen Ansatz stehen die Fakten auf der Seite der Börsianer. Hören Sie sich also die Börsenkritiker in Ruhe an und lehnen Sie sich mit der Gewissheit zurück, eine zwar schwankende, aber mit an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit höhere Rendite zu bekommen als ihr beratungsresistenter Gesprächspartner. Achten Sie immer auf die verschiedenen Risiken je nach Assetklasse und informieren Sie sich über die Basics an der Börse. Erfolgreich investieren ist nicht schwer. Alles was Sie hierfür benötigen ist etwas Wissen, gesunden Menschenverstand und Geduld.

Was tun bei Weltwirtschaftskrise?

Was tun bei Weltwirtschaftkrise?

Im Februar des Jahres 2000 stand der Dax bei rund 7 600 Punkten. Kurz darauf platze die so genannte Dotcom-Blase woraufhin der Dax eine lange Talfahrt begann, deren Boden ca. bei 2 500 Punkten gefunden war. Etwas mehr als 7 Jahre später im Mai 2007 konnte der Dax zum ersten Mal innerhalb dieser Zeitperiode den alten Höchststand egalisieren. Wir alle wissen jedoch, dass dies nur von kurzer Dauer gewesen ist. Im Jahr 2008 kam es zur Weltwirtschaftskrise und erneut rutschte der Dax ab, diesmal bis auf rund 4 000 Punkte. Erst zu Beginn des Jahres 2013 konnte der Dax den im Jahr 2000 erreichten Höchststand erneut erreichen.

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13 Jahre rote Zahlen

Angenommen Sie hätten im Februar des Jahres 2000 einmalig in den Dax investiert, so wären Sie bis auf einen kurzen Höhenflug im Jahr 2007 für die nächsten 13 Jahre im negativen Renditebereich gewesen. Die Inflation ist dabei nicht mit einberechnet. Schließlich soll man bei Börsengeschäften seine Nerven schonen. Doch wer kann 13 Jahre lang beruhigt schlafen wenn das angelegte Geld stets rote Zahlen anzeigt? Das können nur Anleger, die solche Worst-Case-Szenarien bedenken und sie in ihren Investitionsplan einkalkulieren. Im folgenden lesen Sie einige Möglichkeiten, sich gegen dies stürmische Zeiten zu wappnen. Ihnen sollte jedoch bewusst sein, dass Börse ohne Schwankungen und negative Rendite nicht existiert.

Diversifikation

Diversifikation kann man auf zwei verschiedene Art und Weisen verstehen. Zum Einen die Diversifikation innerhalb einer Anlage oder Assetklasse (z.B. Aktien) und zum Anderen die Diversifikation über mehrere Anlage- bzw. Assetklassen hinweg (z.B. Aktien, Immobilien, Rohstoffe, Edelmetalle etc.) Letztere Diversifikation ist dabei der erst genannten immer vorzuziehen. Während Indizes rund um den Globus neben dem Dax zwischen den Jahren 2000 und 2013 ähnliche Verluste einfuhren, konnten andere Assetklassen zulegen. Somit stehen verschiedene Anlageklassen miteinander in einer Korrelation. Man kann zwar keine Grundregel aufstellen wie „Fallen Aktienkurse, steigt der Goldpreis“, doch lassen sich grundsätzlich solche Phänomene beobachten. Wenn Sie ihr Geld in mehrere Anlageklassen anlegen, dann haben Sie wesentlich mehr Stabilität gegenüber den Anlegern, die z.B. nur in Aktien investiert sind und in einer Weltwirtschaftskrise 50-70% ihres Anlagewertes verlieren. Sorgen Sie für ein gut diversifiziertes Portfolio.

Die Nerven behalten

Beginnt eine Weltwirtschaftskris haben Sie zwei Möglichkeiten, die menschlichen Instinkten sehr nahe kommen. Es ist vergleichbar mit der Situation einem gefährlichen Raubtier gegenüber zu stehen, das offensichtlich furchteinflößend ist. Sie können  Weglaufen (Verkaufen) oder sich tot stellen (Nichts tun). Die zweite ist dabei die bessere Wahl. Zwar braucht ein richtiger Kurseinbruch an der Börse Zeit, denn die Kurse fallen nicht an einem Tag um 50% oder mehr, doch sind Anleger zu dieser Zeit nervös. Viele Privatanleger machen den Fehler abzuwarten und irgendwann zu verkaufen wenn die Kurse schon sehr weit im Keller sind. Seien Sie sich der Tatsache bewusst, dass die Kurse früher oder später immer steigen werden. Die Börse hat zwei Weltkriege, eine Atombombe, den Zerfall des Kommunismus, schwere Depressionen und mehrere mittelschwere Katastrophen durchlebt. Die Kurse sind am Ende immer gestiegen. Sitzen Sie die Krisen aus mit einem gut diversifizierten Portfolio.

Cashquote und Nachkaufen

Einer der häufigsten Anfängerfehler an der Börse ist es die gesamten zur Verfügung stehenden Mittel zu investieren. Meist geschieht das in Folge steigender Kurse. Man möchte einfach kein Geld an der Seitenlinie parken, denn dort kann es sich nicht vermehren. Jedoch werden die Kurse schwanken und auch hin und wieder längere Zeit fallen. Daher sollten Sie sich eine Cashquote von 10-30% als Reserve z.B. auf einem Tagesgeldkonto bereit halten. So können Sie sich in aller Ruhe die fallenden Kurse anschauen und auf Schnäppchenjagd gehen. Denn eines ist klar: Keine Zeit an der Börse ist für Investitionen besser geeignet als Weltwirtschaftskrisen. Packen Sie die großen Ikeatüten aus und gehen Sie im Schlussverkauf shoppen. Sitzen Sie die Krisen aus mit einem gut diversifizierten Portfolio und gehen Sie während der Weltwirtschaftskrise auf Schnäppchenjagd.

Wertpapiersparpläne

Richten Sie sich mit einem gewissen Betrag so genannte Wertpapiersparpläne ein. Diese sind genauso liquide wie Sparbücher und haben zu dem Gebührenvorteile. Möglich ist dies über ETFs, deren Kauf mehrere Vorteile hat. Einer davon ist, dass Sie zu verschiedenen Kursen einkaufen. Wenn Sie einen monatlichen Wertpapiersparplan eingerichtet haben, dann kaufen Sie während der Weltwirtschaftskrise günstig ein. Alleine mit diesem Szenario hätte es zwischen den Jahren 2000 und 2013 nicht so lange gedauert, um wieder in den schwarzen Zahlen zu sein. Sitzen Sie die Krisen aus mit einem gut diversifizierten Portfolio, gehen Sie während der Weltwirtschaftskrise auf Schnäppchenjagd und lehnen Sie sich zurück aufgrund ihrer Wertpapiersparpläne.

Hören Sie weg

Kaufen Sie Panik, Verkaufen Sie Renditejagd. Wenn alle Welt Aktien kauft, sollten Sie Stück für Stück ihrer Cashquote erhöhen. Es passiert alle Jahre wieder, dass gerade gegen Ende einer Rallye viele Privatanleger aus allen Börsenecken des Landes gekrochen kommen und felsenfest die Börse als ultimativen Renditeregen proklamieren. Nicht selten sind es die gleichen Leute, die während einer Weltwirtschaftskrise lautstark auf die böse Börse schimpfen. Sollten wir uns mitten in einer Weltwirtschaftskrise befinden, geben Sie nicht dem völlig natürlichen Herdentrieb nach, sondern seien Sie standhaft und hören Sie weg. Somit haben wir am Ende dieses Artikels unserer Börsenformel für Gewitterstürme an der Börse:

Sitzen Sie die Krisen aus mit einem gut diversifizierten Portfolio, gehen Sie während der Weltwirtschaftskrise auf Schnäppchenjagd, lehnen Sie sich zurück aufgrund ihrer Wertpapiersparpläne und hören Sie weg!