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Asset Allocation – Wie Vermögensaufteilung funktioniert

Asset Allocation – Wie Vermögensaufteilung funktioniert

Die Asset Allocation ist eine der wichtigsten Entscheidungen, die Sie während Ihrer Investmentkarriere treffen werden. Häufig vernachlässigen Privatanleger ihre eigene Asset Allocation. Das liegt einerseits daran, dass sich viele Anleger zu wenig über Finanzprodukte informieren und andererseits an einer falschen Beratung von so genannten Finanzexperten.

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Was ist Asset Allocation?

Im Prinzip versteht man unter einer Asset Allocation eine Aufteilung des eigenen Vermögens auf verschiedene Assets, um eine höchst möglche Diversifikation zu erhalten. Meist wählen Privatanleger eine (Immobilien) oder maximal zwei (Aktien) Assetklassen. Je mehr Anlageklassen jedoch genutzt werden, desto stabiler ist meist das Portfolio aufgestellt.

Welche Assetklassen gibt es?

Die übergeordneten Assetklassen lassen sich recht leicht klassifizieren. Unterklassen sind etwas schwieriger einzuordnen, sind jedoch bis zu einem gewissen Grad auch vernachlässigbar. Folgende Anlageklassen können grob unterschieden werden:

  • Cash (Sparguthaben, Tagesgeld…)
  • Aktien (Groth Aktien, Nebenwerte, Value Aktien…)
  • Immobilien (Wohn- oder Gewerbeimmobilien…)
  • Anleihen (Staatanleihen, Pfandbriefe…)
  • Rohstoffe (Edelmetalle, Öl, Erdgas…)
  • Optionen (Call, Put…)
  • Sammlerobjekte, Antiquitäten
  • Humankapital

Wahl der Assetklassen

Welche Assetklassen Sie für Investitionen nutzen wollen hängt von ihren Vorlieben und ihrer Risikotoleranz ab. Während Optionen das höchste Risiko aufweisen sind Cashanlagen hingegen risikoarm. Da Rendite von Risiko kommt, liegt auf der Hand, dass Assetklassen mit hohem Risiko höhere Renditen versprechen (No Risk, No Fun!). Jedoch unterliegen sie auch stärkeren Schwankungen.

80/20 Regel

Ich selbst würde mich als eher risikofreudig bezeichnen. Daher investiere ich etwa 80% meiner Mittel in risikoreiche Assetklassen, insbesondere in Aktien. Dem gegenüber stehen etwa 20% Investitionen in risikoarme Anlageklasse z.B. Tagesgeld. Sie bieten zwar weniger Rendite, jedoch hat es Vorteile sich an die Regel zu halten. Erstens hat man bei Marktrücksetzern Cash für Nachkäufe zur Verfügung. Zweitens sorgen sie für Stabilität. Vergessen Sie nicht: Wenn Sie 100% ihres Geldes z.B. in den Dax investieren und innerhalb eines Jahres 23% verlieren, dann mǘssen Sie im darauf folgenden Jahr schon 30% Gewinn erwirtschaften, um wieder auf Null zu kommen. Haben Sie ein schlechtes Timing erwischt und der Markt steckt z.B. die ersten drei Jahre ihrer Investmentkarriere in den roten Zahlen verstärkt sich dieser Effekt und schmälert ihre langfristige Rendite. Daher sollten Sie unbedingt Teile ihrer zur Verfügung stehenden Mitteln in risikoarme Anlageklassen investieren

Woher das Geld nehmen?

Die wenigsten Menschen haben genügend Geld auf der hohen Kante, um all diese Assetklassen zu bedienen. Das ist auch nicht unbedingt notwendig. Man sollte nur nicht all sein Geld in das eigene Heim oder in Aktien stecken. Das Risiko ist durch die mangelnde Diversifikation zu hoch. Sie können jedoch auch mit kleinem Geldbeutel eine Streuung über mehrere Assetklassen über so genannte ETFs (Exchange Trust Funds) erreichen.

Asset Allocation durch ETFs

ETFs bilden Indizes ab. Solche Indizes gibt es für alle möglichen Assets. Die bekanntesten bilden Aktienindizes wie den DAX oder den Dow Jones ab. Da ETFs auch Immobilien- oder Rohstoffindizes abbilden, können Sie so ihr eigenes Portfolio über mehrere Anlageklassen individuell zusammenstellen. Wenn Sie mehr über ETFs erfahren wollen können Sie die dazugehörigen Berichte auf meinem Blog lesen.

 

Die hoffnungslose Renditejagd – Performance Chasing

Was ist Performance Chasing?

Viele Privatanleger, insbesondere Anfänger, betreiben mehr oder weniger bewusst Performance Chasing. Hat eine bestimmte Assetklasse oder Branche schon über einen längeren Zeitraum eine gute Rendite erzielt, springen nicht wenige Privatanleger noch auf den Zug auf. Sie glauben die in der Vergangenheit erzielte Rendite auf die Zukunft prognostizieren zu können. Doch den Markt und den Kaufmann interessieren die Vergangenheit nicht.

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Ein Beispiel

Nehmen wir an ein Privatinvestor beobachtet seit längerer Zeit die Immobilienbranche und hat einen bestimmten Fonds im Blick. Innerhalb der letzten beiden Jahre konnte dieser fiktive Fonds eine Überrendite von mehr als  80% erwirtschaften. Diese Zahlen verleiten nicht nur Laien dazu von diesem Aufschwung zu profitieren. Das Problem ist jedoch, dass die Rendite mit diesem Fonds bereits erzielt wurde und es eine hohe Wahrscheinlichkeit gibt sie nicht wiederholen zu können. In diesem Sinne verhält sich der Privatanleger prozyklisch, was meist zu einer Unterrendite führt.

Prozyklisches Verhalten

Prozyklisches Verhalten ist im Prinzip nichts anderes als der Versuch, von in der Vergangenheit geschehenen Kursverläufen profitieren zu wollen. Jedoch ist dies meist ein hoffnungsloses Unterfangen, denn die Gewinne oder Verluste wurden ja bereits erzielt und eingepreist. Bei stark fallenden Kursen steigen viele Privatanleger zu schnell aus, um Schadensbegrenzung zu betreiben. Sie vergessen dabei die Tatsache, dass die Vergangenheit mit der Zukunft häufig nicht übereinstimmt.

Performance Chasing ist einer der Hauptgründe von Underperformance

90% aller Anleger an der Börse sind institutionell. Selbst diese professionellen Investoren können den Markt nach Abzug von Gebühren und Steuern meist nicht schlagen. Noch schlechter schneiden Privatanleger ab. Mehr als die Hälfte aller privaten Investoren können nicht die gleiche Rendite erzielen wie der Markt. Neben häufigen Trades und zu hohen Gebühren gilt Performance Chasing als einer der Hauptgründe für eine niedrige Rendite und ist einer der häufigsten Anfängerfehler an der Börse.

Was Sie beachten sollten

Lassen Sie sich nicht von Performance Chasing beirren. Wenn die Nachbarn, die Freunde, die Kollegen oder Börsenzeitschriften begeistert von lang anhaltenden Rallyes sprechen, sollten sie ihre Investments mit Vorsicht betreiben. Raten Ihnen viele Quellen von Investments ab, dann sollten Sie über Käufe nachdenken, um zu den ersten zu gehören, die von der nächsten Rallye profitieren.

Rendite und Risiko – Zwei Seiten einer Medaille

Rendite und Risiko

Rendite und Risiko sind untrennbar miteinander verflochten. Sie sind praktisch zwei Seiten einer Medaille. Vielen Anlegern ist diese Tatsache nicht bewusst. Im Folgenden möchte ich den Zusammenhang zwischen Rendite und Risiko näher erläutern.

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Der Preis für die Rendite ist das Risiko

Ein Spruch, den wahrscheinlich jeder schon in irgendeinem Zusammenhang gehört hat lautet: „No Risk, No Fun“. Er lässt darauf deuten, dass man einen erhöhten Wert Spaß bei der Inkaufnahme von erhöhtem Risiko erhalten kann. Auf der anderen Seite senkt das erhöhte Risiko die generelle Chance auf den erhofften Spaß. Das selbe Prinzip gilt für alle Assetklassen an der Börse. Je höher das Risiko, desto höher der Ertrag, desto unwahrscheinlicher jedoch der Erfolg. Rendite erkaufen wir uns also durch das Abwägen des Risikos. Dieses setzen wir dann in Relation zu unsere Risikotoleranz, worauf dann unsere Entscheidung beruht. Leider schätzen viele Anleger das Risiko oft nicht realistisch genug ein

Der schnelle Weg zum Erfolg

Alle Angebote, die Sie z.B. von Ihrem Bankberater erhalten oder die sie im Internet entdecken, welche eine hohe Rendite bei geringem Risiko versprechen, sind unseriös. Lassen Sie unbedingt die Finger davon und nehmen Sie ihre finanzielle Freiheit in die eigene Hand. Lassen Sie sich auf keinen Fall von einem Versicherungsvertreter und seinen leeren Versprechungen in die Irre führen, denn sie wollen meist nur ihr wohl verdientes Geld durch eine hohe Prämie erhalten.

Wozu brauchen wir das Wissen um Risiko und Rendite?

Wissen Sie um den Zusammenhang zwischen Risiko und Rendite, können Sie ihre Börsengeschäfte wesentlich realistischer einschätzen und ihre Wahrscheinlichkeit auf Gewinne erhöhen. Darüber hinaus, liefert das Wissen stichhaltige Hinweise auf eine gut durchdachte Diversifikation. Es hält sie außerdem davon ab, Investitionen mit zu hohem Risiko einzugehen und somit Geld zu verlieren. Außerdem kommen Sie geldgierigen Bankern und Versicherungsleuten auf die Schliche und haben einen Informationsvorsprung.

Assetklassen haben eine unterschiedliche Risiko/Rendite-Erwartung

Innerhalb einer Assetklasse ist das das Verhältnis zwischen Risiko und Rendite meist in etwa gleich. Bei gewissen Assetklassen muss man jedoch differenzieren. Zum Beispiel haben Aktien von kleineren Unternehmen eine höhere zu erwartende Rendite als Aktien von größeren Unternehmen, da das Risiko insgesamt größer ist. Bei der Unterscheidung der Assetklassen hilft einem das Wissen um die Unterschiede bei der Aufstellung eines diversifizierten Depots. CFD-Trading hat zum Beispiel das höchste Risiko und damit auch die höchste Rendite. Die meisten Anleger verlieren dabei jedoch auch das meiste Geld, denn auch die Wahrscheinlichkeit eines Verlustes steigt. Eine Streuung von Assets mit moderaten Risiken (Aktienportfolios, ETFs) bis hin zu risikoarmen Assets wie (Tages- oder Festgeltkonto), verleiht Ihrem Depot erheblich mehr Stabiltät.

 

Warum sollte ich mein Geld an der Börse anlegen?

Warum sollte ich mein Geld an der Börse anlegen?

Wir leben in einer kapitalistischen Welt und um den Kapitalismus am Leben zu erhalten, benötigen wir stetiges Wirtschaftswachstum. Zumindest behaupten das die meisten Wirtschaftsexperten. Durch dieses Wachstum erhöht sich das BIP (Bruttoinlandsprodukt). Dadurch wiederum steht mehr Geld zur Verfügung. Dieses Geld wird verteilt. Zum Einen nimmt der Staat Geld z.B. über Steuern ein. Je höher das BIP, desto mehr Produkte und Dienstleistungen werden angeboten. Desto mehr Arbeitsplätze entstehen, desto höher sind auch die Steuereinnahmen. Der Staat verteilt dieses Geld auf verschiedene Töpfe. Somit erhält er z.B. unser Verkehrssystem, tätigt Investitionen in die Bildung (HAHA) oder erschafft die Rente mit 63.

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Dividenden und Gewinnbeteiligungen

Zum Anderen nehmen auch die Unternehmen mehr Geld durch Wachstum ein. Mit diesem Kapital werden Löhne oder Betriebsrenten bezahlt, neue Investitionen getätigt oder Dividenden an Aktionäre ausgeschüttet. Je mehr Aktien ich also besitze, desto höher ist auch meine Gewinnbeteiligung an einem Unternehmen. Dies entspricht dem Ursprungsgedanken einer Börse als Platz an dem sich zwei verschiedene Arten von Menschen begegnen. Die Menschen, die eine Idee haben, jedoch nicht das Geld diese umzusetzen und die Menschen, welche Geld haben, jedoch nicht die Idee, um mehr Geld zu generieren. Im Gegenzug für die Aktienkäufe werden Dividenden als Gewinnbeteiligung an den Unternehmen ausgeschüttet.

Umverteilung

Generell läuft der Geldfluss oder die „Umverteilung“ innerhalb des kapitalistischen Systems nur in eine Richtung. Von unten nach oben! Wenn ich genügend Geld übrig habe, welches ich nicht benötige, kann ich z.B. eine Immobilie kaufen. Ich verleihe diese Immobilie an Menschen, die sich das nicht leisten können und nehme durch die Mieteinnahmen mehr Geld ein, womit ich auch das mir geliehene Geld zurück bezahle. Mit den Mieteinnahmen leihe ich mir neues Geld von der Bank, die übrigens ebenfalls Geld geliehen hat z.B. von der EZB und kaufe mir eine neue Immobilie, welche ich ebenfalls vermiete und mein Vermögen noch weiter steigere. Vermögen ist immer in Verbindung zu setzen mit Einkommen, denn Vermögen generiert ganz simpel mehr Einkommen. Das ist das eigentlich perverse an unserem System. Kann ich mir jedoch den Kauf einer Immobilie nicht leisten, muss ich sie mieten und bezahle so im Grunde genommen den Kredit derjenigen, denen die Immobilien tatsächlich am Ende gehören. Damit ich dieses geliehene Haus bzw. Geld verwenden darf, muss ich Zinsen bezahlen. Zinsen sind quasi der Preis des Geldes, den es zu begleichen gilt.

Geldanlage

So ähnlich verhält es sich mit der Geldanlage. Habe ich Geld übrig, welches ich nicht brauche, kann ich daraus mehr Geld generieren. Brauche ich mehr Geld als ich zur Verfügung habe, muss ich es mir leihen und den Preis (Zins) dafür an Leute bezahlen, die schon genug Geld haben. Je höher mein Vermögen also ist, desto höher sind meine Gewinnbeteiligungen.

Ohne Geld investieren?

Mal ganz davon abgesehen, dass viele Menschen leider gar kein Geld übrig haben, um sich Aktien leisten zu können. So legen es viele, die es können, häufig auf Tagesgeldkonten oder Sparbüchern an oder horten es sogar als Bargeld. Wenn wir jedoch den Wert unseres Geldes erhalten wollen, dann sind wir gezwungen den Wert unseres übrigen Geldes auch zu erhöhen. Denn wie oben bereits erwähnt wächst die Weltwirtschaft immer und immer weiter. Das heißt eben auch, dass 100 Euro, die ich beiseite gelegt habe in zehn Jahren zwar immer noch 100 Euro sind, jedoch nicht mehr die selbe Kaufkraft besitzen wie zuvor. Denn mit der Wirtschaft wachsen die Produkt- und Konsumpreise.

Die Nullzinspolitik

In den 60er, 70er oder 80er Jahren gab es die Zeit der hohen Zinsen auf verschiedene Sparmöglichkeiten. Heute in Zeiten der Niedrigzinspolitik oder gar Nullzins- oder Strafzinspolitik, sind Investitionen in Aktien nahezu konkurrenzlos. Ich jedenfalls, möchte mein Geld nicht für 0,1% jährlich auf dem Tagesgeldkonto liegen lassen.

Auf Diversifikation achten

Die viel sinnvollere Variante lautet sich an den Gewinnen der Unternehmen zu beteiligen und zwar über Aktienkäufe. Ein diversifiziertes Depot mit Unternehmen mit hoher Marktkapitalisierung und regelmäßigen Dividendenausschüttungen wird höchstwahrscheinlich bei einem langfristigen Anlagehorizont den Wert steigern.

Langfristig Anlegen

Wenn man langfristig in einen der gr0ßen Indizes investiert hat, dann hat man über einen Zeitraum von 15 Jahren noch nie, egal zu welcher Zeit, Verlust machen können. Man sollte also keine Angst vor Kursschwankungen haben, denn die Börse hat so ziemlich alles überlebt und sich erholt was Menschen und Staaten das Leben gekostet hat. Die großen Indizes haben zwei Weltkriege, Ölkrisen, den kalten Krieg, den Niedergang des Kommunismus und die deutsche Angst vor Aktienkäufen überlebt und seinen Wert dabei gesteigert!

Möchte man also aus dem Umverteilungsmechanismus des Kapitalismus ausbrechen und selbst zu denjenigen gehören, die davon profitieren, dann muss man weg von Zinszahlungen und zu hohem Konsum und selbst Zinsen kassieren, Dividenden einfahren oder Mieteinnahmen generieren.

Finanzielle Freiheit

Es liegt auf der Hand, dass ein Großteil der Deutschen sich diesen Luxus nicht leisten kann Geld zu verwenden, um mehr Geld zu generieren. Wie man jedoch auch klein anfangen und daraus auf lange Sicht ein Vermögen aufbauen kann, das wird bald Thema eines neuen Artikels sein.

Was kosten Aktien?

Was Aktien kosten?

Beim Kauf von Aktien erhofft man sich Gewinne und vernachlässigt manchmal die anfallenden Gebühren. Die gilt es jedoch unbedingt zu beachten, da nur so eine korrekte und realistische Prognose über Erfolgsaussichten möglich ist. Zu unterscheiden wären:

  • Depotgebühren
  • Ordergebühren
  • Kapitalertragssteuer

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Unterschiede der Broker

Die Depot- und Ordergebühren unterscheiden sich von Broker zu Broker. Auch gilt es Sonderaktionen oder Vieltradingangebote zu beachten. Hier helfen definitiv Vergleichsportale weiter. Für Anfänger lohnt es sich jedenfalls einen übersichtlichen Broker zu suchen, denn manche spezialisierte Broker wirken wie Profitools und sind für Laien zunächst schwer zu verstehen. Daher sollte man nicht nur das aller günstigste Angebot nehmen, sondern auch darauf achten, dass der Broker zu mir passt.

Am Beispiel comdirect

Da es so viele unterschiedliche Broker gibt, stelle ich die Gebühren anhand meines eigenen Brokers da, der comdirect Bank. So viel vorweg, sie ist nicht die günstigste Bank, aber sehr gut und übersichtlich gestaltet. Daher eine Empfehlung für alle Anfänger.

Die eigentliche Grundgebühr liegt bei 4,90 Euro pro Kauf oder Verkauf + o,25% des Orderwertes als Orderprovision. Jedoch kostet die Order mindestens 9,90 Euro, auch wenn die rechnerische Gebühr noch darunter liegen würde. Dies gilt ebenso für den Verkauf. Es gibt auch einen Maximalwert von 59,90 Euro, aber den erreicht man zunächst nicht, außer man hat ein üppiges Sümmchen geerbt, denn die Ordergebühr richtet sich nach dem Wert der Order. Je höher der Orderwert, desto höher die Gebühr.

Gebühren nicht unterschätzen

Diese Gebühren sind keinesfalls zu unterschätzen, denn den größten Fehler, den Anleger immer wieder begehen sind zu viele Trades in der Hoffnung verlorenes Geld durch den Kauf anderer Aktien wieder hereinzuholen. So kann es leicht passieren, dass die Gebühren die Gewinne auffressen.

Auf Diversifikation achten

Eine weiterer wichtiger Punkt ist die Diversifikation. Man sollte sein Geld keinesfalls in nur wenige oder gar eine Aktie stecken. Viele deutsche Anleger, die um die Jahrtausendwende nur die Telekomaktie gekauft haben, verloren riesige Anteile ihres Vermögens und erachten Aktienhandel seither als Teufelszeug, was sie auch bei jeder Gelegenheit kundtun. Dabei sind sie auf ihre eigene Naivität und Unwissenheit hereingefallen. Eine Streuung des Depots auf 10-20 Aktien verkraftet Rückschläge einzelner Aktien. Erfolg ist die Summe richtiger Entscheidungen. Für die Klärung der Frage „Was kosten Aktien“ gehen wir bei der comdirect Bank mal von einem Depot mit 10 Aktienkäufen aus. Angenommen ich hätte 10 000 Euro zur Verfügung. Teile ich dieses Geld auf 10 Aktien auf, kaufe ich logischerweise bei jeder Aktie Stücke im Wert von 1000 Euro. Bei einer Mindestgebühr von 9,90 bei Kauf und Verkauf fallen so knapp 200 Euro Gebühr an. Das bedeutet ich müsste mit dem Depot zunächst 2% Gewinn machen, um überhaupt auf Null zu kommen. Aktienhandel macht also erst ab einer gewissen Investitionssumme Sinn, weil ich mir dann die Diversifikation leisten kann.

Alternativen

Als Alternative kann ich übrigens wärmsten das Wikifolio empfehlen. Denn dort kann ich Zertifikate theoretisch ab 100 Euro erwerben. Die Gebühren sind günstiger und die Trades sind sogar kostenlos. Ein riesiger Vorteil! Auch ETF-Sparpläne bieten sich sehr gut an!

Depotgebühren

Die Depotgebühren unterscheiden sich ebenfalls von Broker zu Broker. Nutzt man die Onlinebank neben dem Depot als Gehaltseingangskonto, dann fallen die Depotgebühren oft gar nicht an. Ansonsten kosten sie einige wenige Euro im Monat oder im Quartal. Auch hier gilt es spezielle Angebote zu beachten und auf das eigene Anlegeverhalten abzustimmen. Viele Broker bieten bei Vieltradern Gebührenentlastungen an.

Steuern nicht vergessen

Sollte man tatsächlich mit seinem Depot Gewinn erwirtschaften, was auch meistens der Fall ist, fällt die Kapitalertragssteuer an. Bei Singles sind die ersten 801 Euro Gewinn steuerfrei, bei Verheirateten 1602 Euro, vorausgesetzt man hat bei der Bank einen Freistellungsauftrag gestellt. Diese Freistellungsaufträge lassen sich auch auf mehrere Banken oder Institute aufteilen. Erwarte ich z.B. Gewinn von einem Tagesgeldkonto (HAHA dank der EZB) und einem Depot, dann kann ich den Freistellungsauftrag beliebig aufteilen.

Alles was über den Freibetrag hinaus geht wird mit 25% besteuert. Seit 2009 wird eine Kirchensteuer (Skandal!) eingerechnet, so dass die endgültige Steuerlast bei 26,375% liegt.

Langfristig planen

Im ersten Moment ist man vielleicht etwas überrascht wegen der anfallenden Gebühren, doch wer über einen langen Zeitraum z.B. für die Altersvorsorge seriös Aktienhandel betreibt wird sehen, dass seine Gewinne die Gebühren wahrscheinlich weit übersteigen.