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Leistungsgesellschaft und Selbstverantwortung

Leistungsgesellschaft und Selbstverantwortung

Es ist eine der ersten Fragen eines typischen Small Talks. Was machst du eigentlich beruflich?  Wir Deutschen sind Weltmeister darin uns über Lohnarbeit zu definieren. Als würde die Art und Weise wie wir unser Leben finanzieren unser Leben beschreiben können. Wir definieren uns nicht nur über die Funktion in unserer Gesellschaft, sondern tragen unsere Erfolge gerne nach außen. Wir kaufen uns ein tolles Auto oder ein modernes Haus. Das Materielle soll ein glückliches und erfolgreiches Leben repräsentieren. Manche von uns hängen sich Urkunden, Doktortitel, Auszeichnungen oder sonstige Zertfikate an die Wand.  Wir verbringen 40 oder mehr Stunden in der Woche mit Lohnarbeit. Doch Leistung ist nicht gleich Lohnarbeit!

Was ist denn hier los?

2017 ist Wahljahr. Alle vier Jahre diskutieren Spitzenkandidaten auf Marktplätzen, in Bierzelten und Talkshows über die wichtigsten politischen Themen. Einwanderung, Soziale Gerechtigkeit, Innere Sicherheit, Außenpolitik und die Rente. Ein beliebtes Argument: Wer 40 Jahre gearbeitet hat, sollte den Lebensabend nicht mit einer Mindestversorgung erleben müssen. In diesem Fall gehen wir jedoch davon aus, dass Leistung alleine an der Zeit bzw. an der verrichteten Arbeit bemessen wird. Es sollte jedoch eine Variable berücksichtigt werden. Von großer Bedeutung ist der Ertrag der Leistung, die innerhalb einer bestimmten Zeit erbracht wurde.

Wie ist das gemeint?

Stell dir ein mittelalterliches Dorf vor. Ein Bauer ist für die Wasserversorgung der Gärten zwecks Selbstversorgung zuständig. 40 Jahre lang läuft er jeden Tag 12 Stunden zum Brunnen und zurück, um die notwendige Wassermenge in seine Eimer zu schöpfen. Sein Nachfolger schaut sich den Ertrag der Leistung in dieser Zeitspanne an. Er setzt sich an einen Tisch und skizziert ein Grabensystem. In den nächsten Wochen hebt er Gräben aus und leitet die Kanäle zu allen Gärten im Dorf weiter. Das Wasser fließt nun automatisch zu den übrigen Bauern. Ein Mal am Tag überprüft der Bauer sein System. Die restliche gewonnene Zeit nutzt er, um anderen Tätigkeiten nachzugehen. Er hat den selben Ertrag erbracht wie sein Vorgänger und zwar in einem Bruchteil der Zeit.

Eine Chance!

Im ersten Moment hört sich diese Herangehensweise gegenüber den hart arbeitenden Menschen in der Republik vielleicht vorwurfsvoll an. Es geht jedoch nicht um Vorwürfe, sondern um Selbstverantwortung. Wenn wir selbst verantwortlich sind für unsere aktuelle finanzielle Situation, dann haben wir es auch in der eigenen Hand, diese zu ändern. Insbesondere erfolgreiche Menschen suchen die Schuld nicht im Außen, sondern schreiben sich Versagen auf die eigene Fahne. Das ist keine Schande, sondern sehr hilfreich.

Mit Selbstverantwortung zu mehr Ertrag

Der eine oder andere ist nach dem letzten Abschnitt vielleicht empört und denkt womöglich über seine schwierigen Umstände nach wie zum Beispiel:“mein Chef verweigert mir eine Beförderung“, „meine Frau und meine Kinder fordern mich zu sehr“, „ich bin krank, es geht eben nicht mehr“ etc.. Wenn deine Lebensumstände dich zu viel Energie kosten, das ist es eben genauso wie es ist. Niemand ist hierfür verantwortlich außer dir selbst. Der einzige, der diese Situation ändern kann bist du selbst. Mit Schicksalen hadern macht keinen Sinn und hilft niemandem weiter, schon gar nicht dir. Es steht außer Frage, dass du es im Falle einer Krankheit oder durch einen Schicksalsschlag wesentlich schwerer hast. Doch du wirst dir selbst nicht helfen können wenn du dich mit anderen Menschen vergleichst, die es leichter haben oder dem Schicksal die Schuld gibst.

Die junge Generation

Insbesondere für die junge Generation ist das unheimlich wichtig. Je früher man lernt, für die eigenen Finanzen selbst verantwortlich zu sein und niemanden außer sich selbst hierfür zur Rechenschaft zu ziehen, desto besser. Hierdurch bleibt man handlungsfähig und offen für Veränderungen und Neues. Beginne früh zu investieren, in dich selbst, in deine Umgebung, in deine Bildung und dein Vermögen.

Die Eigenverantwortung übernehmen

Es ist unheimlich leicht anderen Menschen für die eigenen Umstände verantwortlich zu machen. Nirgends wird dies deutlicher als in gescheiterten Beziehungen. Der verlassene Mann beschimpft seine Ex-Frau, die mit dem Tauchlehrer durchgebrannt ist und beschuldigt sie für sein Unglück und seinen finanziellen Ruin verantwortlich zu sein. Er fühlt sich wie ein Zahlvater, der als Unterhaltssklave in der Lohnarbeit fest steckt. Die verlassene Frau beschimpft ihren Ex-Mann, weil dieser eine Affäre mit einer Krankenpflegerin begann. Sie fühlt sich als Opfer, denn sie hat für die Kinder die Karriere hin geschmissen und findet keinen Anschluss im Beruf. Beide verstehen nicht, dass die jetzige Lebenssituation durch eine Summe eigener Entscheidungen hervorgerufen wurde und sie selbst für die jetzige Lebenslage die Verantwortung tragen.

Zurück zur Lohnarbeit

Meistens entscheiden wir in jungen Jahren über unsere berufliche Zukunft. Uns ist nur in einem gewissen Maße bewusst, welche Konsequenzen die Berufswahl für unser weiteres Leben hat. In der Mitte des Lebens bemerken wir dann vielleicht, dass die Bezahlung der gewählten Profession kaum reicht, um Miete, Transport oder Freizeit zu finanzieren. Wir glauben von unserer Lohnarbeit abhängig zu sein, bzw. geben den Umständen die Schuld. Doch unser finanzielles Glück hängt nicht nur von der Lohnarbeit ab. Wir können unser Leistung auch in anderen Bereichen erbringen und uns ein Stück von der Lohnarbeit lösen.

Schritt für Schritt mehr finanzielle Freiheit

Ähnlich wie der Bauer das Bewässerungssystem des Vorgängers bewertete und änderte, kannst du auch dein ganz persönliches Finanzsystem zu deinen Gunsten umwandeln. Das kann einige oder auch viele Jahre dauern bis du davon profitieren wirst, aber wenn du nicht beginnst, dann wird es auch niemals dazu kommen. Zunächst benötigst du einen Überblick über deine Finanzen, also Einnahmen und Ausgaben. Dann kannst du die Ausgaben überprüfen und dich dafür entscheiden weniger, aber bewusster zu konsumieren. Dann geht es darum zu überprüfen, ob du Möglichkeiten hast, deine Einnahmen zu erhöhen.

Der Sinn von Investitionen

Als ich den Blog begann und im Netz nach Tipps im Bereich Finanzen recherchierte, entdeckte ich viele Angebote, die es angeblich ermöglichen, innerhalb kürzester Zeit viel Geld mit wenig Arbeit zu verdienen. Das ist in 99,9% aller Fälle nicht machbar Im Gegenteil, wenn du heute etwas investierst bedeutet dies, dass du im Hier und Jetzt auf etwas verzichtest, um später hiervon zu profitieren. Wenn du dir heute deine erste Aktie kaufst, dann verzichtest du auch ab heute auf dieses Geld. In 10 Jahren jedoch wirst du aber womöglich ein Vielfaches zurück bekommen und dir ein Stückchen finanzielle Freiheit erschaffen haben. Auch jährliche Dividenden schaffen dir ein Stück finanzielle Freiheit.

Du und das Geld

Wenn du das Gefühl hast neben Beruf und Familie immer noch Energie zu haben, dann beginne mit einer Investition in dich selbst. Schaue nach Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten innerhalb deiner Profession. Nutze deine Erfahrung und dein Wissen zu einem Hobby und mache es profitabel. Du angelst gerne? Dann denke über einen Angelladen nach. Du spielst Tennis? Dann beginne einen Trainerschein! Du bist ein Mathegenie? Dann gib Nachhilfe!

Bestätige dich nicht durch Materielles

Wenn man 40 oder mehr Stunden der Woche arbeitet, dann möchte man sich selbst auch belohnen. Da man so viel Zeit mit Arbeit verbringt, will man in der Regel das damit verdiente Geld wieder ausgeben. Denn schließlich hat man für dieses Geld seit vielen Jahren malocht. Also wird das neue Iphone bestellt oder der nächste Urlaub gebucht. Anstatt in diese Konsumfalle zu tappen, solltest du diese Geld zur Seite legen, denn es ist dein Kapital und lässt sich mit Geduld vermehren! Kaufe dir lieber Aktien von Apple oder Ryan Air, als dir durch kurzfristigen Konsum temporäres Glück zu kaufen.

Investitionsansätze

Zum Schluss noch einige Allgemeine Tipps zum Thema Geldvermehrung  durch Leistung ohne Lohnarbeit. Schließlich befindest du dich hier auf den Seiten eines Finanzblogs. Daher verlinke ich dir einige Artikel zu den Themen Investieren, Sparen und Vermögensaufbau.

Wenn du möglichst wenig Arbeit mit dem Investieren haben möchtest, dann investiere passiv in ETFs. Hier findest du eine mögliche Strategie.

Hier findest du allgemeine Tipps zum Vermögensaufbau.

Über Social Trading Plattformen wie Wikifolio kannst du mit anderen gemeinsam deine Performance erhöhen. Hier findest du Informationen zu diesem Thema.

Wenn du das Risiko nicht scheust und in einen Wachstumsmarkt investieren möchtest, dann informiere dich hier über Kryptowährungen.

Ganz klassisch in Einzelaktien zu investieren ist immer eine gute Idee. Hier findest du eine mögliche Vorgehensweise, um rentable Aktienwerte zu finden.

Um von der gesamten Finanzblog-Community und der Kompetenz der besten Finanzblogger im deutschsprachigen Raum zu lernen, schaue hier vorbei.

Hast du es geschafft Einkommen ohne Lohnarbeit zu erreichen? Berichte uns gerne in den Kommentaren davon!

 

 

Wie du 5 000 Euro investieren kannst

5 000 Euro zur freien Verfügung

Stell dir vor du hast zur aktuellen Marktlage 5 000 Euro zur Verfügung, die du durch ein Investment vermehren möchtest. Wie gehst du vor? Zunächst kommt es sehr darauf an, ob du schon weitere Investments hast. Besitzt du zum Beispiel bereits ein diversifiziertes Aktiendepot, kannst du über den Kauf einer oder zweier Einzelaktien nachdenken. Wären diese 5 000 Euro jedoch dein erstes Investment, rate ich dir dringend davon ab das Geld in Einzelaktien zu investieren. Du kannst dir ganz einfach keine Streuung leisten.

Weitere Ausschlüsse

Es gibt weitere lukrative Investments, die du mit 5 000 Startkapital noch nicht tätigen kannst. So wirst du zum Beispiel nicht ins Immobiliengeschäft einsteigen können. Normalerweise verlangen Banken beim Kauf einer Immobilie (Eigentumswohnung) zwischen 10% und 20% Eigenkapital. Bei einer zur Verfügung stehenden Summe von lediglich 5 000 Euro, dürfte die Wohnung nicht mehr als maximal 50 000 Euro kosten. Hinzu kämen noch Maklergebühren, sowie Notar und Grunderwerbssteuer. Unter Umständen findest du ein Studentenzimmer, welches du dir leisten könntest. Meine erste Wahl wäre das jedoch nicht.



Breite Streuung

Eine breite Streuung kannst du dir durch den Erwerb eines ETF kaufen. Bei einer Summe von 5 000 Euro lohnt es sich kaum das Geld über mehrere ETF zu diversifizieren. Eine gute und einfache Lösung wäre der ETF MSCI World. Hierdurch werden rund 85% des Weltmarktes abgedeckt. Somit ist dir eine sehr gute Streuung sicher. Doch investierst du die ganze Summe und wenn ja, wie kannst du vorgehen?

Broker und Gebühren

Zunächst benötigst du einen Broker. Ich selbst verwende comdirect und kann diesen Anbieter aufgrund seiner Übersicht sehr empfehlen. Die Ordergebühren für einzelne Trades bekommst du bei anderen Anbietern günstiger, jedoch ist die Übersichtlichkeit bei comdirect sehr gelungen. Ich habe dir weiter unten einen Screenshot hinzugefügt über den ETF 110 (MSCI World). Seit längerer Zeit gibt es diesen ETF als Aktion. Das heißt du zahlst keine Ordergebühren. Auch bei anderen Brokern gibt es solche langfristigen Aktionen. Es handelt sich um einen thesaurierenden (reinvestierend) und swap-basierten ETF. Die Total Expense Ratio liegt bei 0,2% (Gesamtkostenquote).

Die Investition

Bei einem langfristigen Anlagehorizont und einer Anlagesumme von 5 000 Euro kannst du bei dem Erwerb eines MSCI World ETF eigentlich nichts falsch machen. Möchtest du dein Risiko etwas streuen, könntest du zum Beispiel deine Summe halbieren und in einem Abstand von sechs Monaten je 2 500 Euro investieren. Auch im Bereich des Möglichen wäre eine Teilinvestition. Die Restsumme könntest du dir aufheben für einen späteren Kauf zu schlechteren Marktzeiten

Meine Empfehlung

Die oben genannten Punkte sind realistische Wege. In der aktuellen Marktlage würde ich persönlich diese 5 000 Euro jedoch gar nicht investieren. Das Nichtstun am Markt kann manchmal die beste Investition sein. Wenn es irgendwie möglich wäre, richte dir einen ETF-Wertpapiersparplan ein. Hierfür ist die aktuelle Marktlage recht irrelevant, da du jeden Monat einkaufst. Somit nimmst du jederzeit am Markt teil. Die 5 000 Euro würde ich persönlich flüssig und flexibel halten bis zum nächsten Marktrücksetzer. Tritt dieser ein, kannst du zu Sonderangeboten einkaufen gehen.

Wie würdest du aktuell 5 000 Euro investieren?

Lass die Finger von Aktien

Lass die Finger von Aktien

Lass die Finger von Aktien. Die Börse ist ein Glücksspiel. Du kannst auch gleich dein Geld aus dem Fenster werfen. Solche oder so ähnliche Aussagen höre ich in 9 von 10 Fällen zu Beginn eines Gespräches mit „Börsenlaien“ wenn ich von meinen eigenen Investitionen erzähle. Gepaart werden diese Aussagen meist mit selbstverständlichem Argwohn, Misstrauen bis hin zu Mitleid und Unverständnis. In vielen Fällen sind die Vorurteile so manifestiert, dass es einfacher erscheinen würde, einen überzeugten Christen von seinem Glauben abzubringen.

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Woher kommt diese Überzeugung?

Es gab in der Geschichte der Menschheit immer wieder Konzepte oder Werte, welche beinahe blind und gefolgsam angenommen anstatt hinterfragt wurden. Dazu gehören weltumspannende Themen wie: Die Erde ist flach, es gibt einen Gott, Frauen sollen nicht arbeiten, Monarchie ist super etc. Aber auch alltägliche Beispiele wie: Kinder schlagen ist nicht schlimm, beim Essen soll man nichts trinken, wer morgens spät aufsteht ist faul usw. Dieser kollektiv überzeugte Glauben von der Richtigkeit einer Sache beruht auf sozialen Konventionen und Indoktrination. Sie werden hingenommen und nicht hinterfragt. Was uns Menschen dabei leider häufig nicht klar erscheint ist, dass wir uns durch unsere selbst auferlegte Beschränktheit dann im Wege stehen. Eine dieser Überzeugungen lautet: „Lass die Finger von der Börse“

Bildung schützt vor eigenen Vorurteilen

Die meisten Menschen, die Börsianer pauschal als Bekloppte verurteilen haben nicht das nötige Basiswissen, um sich überhaupt eine Meinung bilden zu können. Es gibt es mittlerweile eine riesige Produktpalette. Man sollte zumindest von den grundlegenden Investitionsmöglichkeiten Kenntnis haben. Wenn ein Kritiker in einem Gespräch zum ersten Mal Begriffe wie Diversifikation, ETF, Indizes oder Asset Allocation hört, können Sie das Gespräch ebenso gut einstellen. Denn ihr Gesprächspartner hat nicht das nötige Wissen, um Ihrer Argumente widerlegen zu können.

Börse und Risiko

Das Hauptproblem vieler Börsenlaien ist die Tatsache, dass sie Investitionen augenblicklich als zu risikoreich ansehen. Sie sind der Meinung an der Börse all ihr wohl verdientes Geld verlieren zu können. Das ist erstens falsch und zweitens zeigt es auf, dass sie den Begriff Risiko nicht verstehen. Denn Risiko hängt unmittelbar mit Rendite zusammen. Möchte ich eine höhere Rendite als auf dem Sparbuch haben, dann setze ich mein Geld dem Risiko von Schwankungen aus, nicht dem Risiko pleite zu gehen. Langfristig erreicht ein Depot mit guter Asset Allocation immer eine positive Rendite und genau das wollen viele Börsenlaien einfach nicht verstehen.

Und täglich grüßt die Telekom

Irgendwo in Deutschland wird in dem Moment wenn Sie diese Zeilen lesen wahrscheinlich ein Gespräch über das Telekomdebakel an der Börse stattfinden. Stellvertretend für viele Aktienmissverständnisse steht die Telekom als mahnendes Beispiel vieler Börsenkritiker an erster Stelle ihrer Argmuentationskette. Mal salopp ausgedrückt: Wenn Privatanleger finanziell so ungebildet sind, dass sie ihre gesamten zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel in Anteile eines einzigen Unternehmens stecken, dann sind sie an dem Debakel selbst schuld. Sie sollten jedoch durch ihre negativen Erfahrungen die Börse nicht als Teufelszeug verurteilen und dies als Fakt darstellen. Das wäre genauso klug als würde jemand in einen 68er Ford Mustang steigen, konsequent im ersten Gang auf der Autobahn fahren und im Anschluss behaupten das Auto sei doof.

Warum also Börse?

Börseninvestitionen bestehen nicht nur aus Aktienkäufen und schon gar nicht aus dem Kauf einer einzelner Aktie. Mit einem langfristigen Ansatz stehen die Fakten auf der Seite der Börsianer. Hören Sie sich also die Börsenkritiker in Ruhe an und lehnen Sie sich mit der Gewissheit zurück, eine zwar schwankende, aber mit an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit höhere Rendite zu bekommen als ihr beratungsresistenter Gesprächspartner. Achten Sie immer auf die verschiedenen Risiken je nach Assetklasse und informieren Sie sich über die Basics an der Börse. Erfolgreich investieren ist nicht schwer. Alles was Sie hierfür benötigen ist etwas Wissen, gesunden Menschenverstand und Geduld.

Was tun bei Weltwirtschaftskrise?

Was tun bei Weltwirtschaftkrise?

Im Februar des Jahres 2000 stand der Dax bei rund 7 600 Punkten. Kurz darauf platze die so genannte Dotcom-Blase woraufhin der Dax eine lange Talfahrt begann, deren Boden ca. bei 2 500 Punkten gefunden war. Etwas mehr als 7 Jahre später im Mai 2007 konnte der Dax zum ersten Mal innerhalb dieser Zeitperiode den alten Höchststand egalisieren. Wir alle wissen jedoch, dass dies nur von kurzer Dauer gewesen ist. Im Jahr 2008 kam es zur Weltwirtschaftskrise und erneut rutschte der Dax ab, diesmal bis auf rund 4 000 Punkte. Erst zu Beginn des Jahres 2013 konnte der Dax den im Jahr 2000 erreichten Höchststand erneut erreichen.

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13 Jahre rote Zahlen

Angenommen Sie hätten im Februar des Jahres 2000 einmalig in den Dax investiert, so wären Sie bis auf einen kurzen Höhenflug im Jahr 2007 für die nächsten 13 Jahre im negativen Renditebereich gewesen. Die Inflation ist dabei nicht mit einberechnet. Schließlich soll man bei Börsengeschäften seine Nerven schonen. Doch wer kann 13 Jahre lang beruhigt schlafen wenn das angelegte Geld stets rote Zahlen anzeigt? Das können nur Anleger, die solche Worst-Case-Szenarien bedenken und sie in ihren Investitionsplan einkalkulieren. Im folgenden lesen Sie einige Möglichkeiten, sich gegen dies stürmische Zeiten zu wappnen. Ihnen sollte jedoch bewusst sein, dass Börse ohne Schwankungen und negative Rendite nicht existiert.

Diversifikation

Diversifikation kann man auf zwei verschiedene Art und Weisen verstehen. Zum Einen die Diversifikation innerhalb einer Anlage oder Assetklasse (z.B. Aktien) und zum Anderen die Diversifikation über mehrere Anlage- bzw. Assetklassen hinweg (z.B. Aktien, Immobilien, Rohstoffe, Edelmetalle etc.) Letztere Diversifikation ist dabei der erst genannten immer vorzuziehen. Während Indizes rund um den Globus neben dem Dax zwischen den Jahren 2000 und 2013 ähnliche Verluste einfuhren, konnten andere Assetklassen zulegen. Somit stehen verschiedene Anlageklassen miteinander in einer Korrelation. Man kann zwar keine Grundregel aufstellen wie „Fallen Aktienkurse, steigt der Goldpreis“, doch lassen sich grundsätzlich solche Phänomene beobachten. Wenn Sie ihr Geld in mehrere Anlageklassen anlegen, dann haben Sie wesentlich mehr Stabilität gegenüber den Anlegern, die z.B. nur in Aktien investiert sind und in einer Weltwirtschaftskrise 50-70% ihres Anlagewertes verlieren. Sorgen Sie für ein gut diversifiziertes Portfolio.

Die Nerven behalten

Beginnt eine Weltwirtschaftskris haben Sie zwei Möglichkeiten, die menschlichen Instinkten sehr nahe kommen. Es ist vergleichbar mit der Situation einem gefährlichen Raubtier gegenüber zu stehen, das offensichtlich furchteinflößend ist. Sie können  Weglaufen (Verkaufen) oder sich tot stellen (Nichts tun). Die zweite ist dabei die bessere Wahl. Zwar braucht ein richtiger Kurseinbruch an der Börse Zeit, denn die Kurse fallen nicht an einem Tag um 50% oder mehr, doch sind Anleger zu dieser Zeit nervös. Viele Privatanleger machen den Fehler abzuwarten und irgendwann zu verkaufen wenn die Kurse schon sehr weit im Keller sind. Seien Sie sich der Tatsache bewusst, dass die Kurse früher oder später immer steigen werden. Die Börse hat zwei Weltkriege, eine Atombombe, den Zerfall des Kommunismus, schwere Depressionen und mehrere mittelschwere Katastrophen durchlebt. Die Kurse sind am Ende immer gestiegen. Sitzen Sie die Krisen aus mit einem gut diversifizierten Portfolio.

Cashquote und Nachkaufen

Einer der häufigsten Anfängerfehler an der Börse ist es die gesamten zur Verfügung stehenden Mittel zu investieren. Meist geschieht das in Folge steigender Kurse. Man möchte einfach kein Geld an der Seitenlinie parken, denn dort kann es sich nicht vermehren. Jedoch werden die Kurse schwanken und auch hin und wieder längere Zeit fallen. Daher sollten Sie sich eine Cashquote von 10-30% als Reserve z.B. auf einem Tagesgeldkonto bereit halten. So können Sie sich in aller Ruhe die fallenden Kurse anschauen und auf Schnäppchenjagd gehen. Denn eines ist klar: Keine Zeit an der Börse ist für Investitionen besser geeignet als Weltwirtschaftskrisen. Packen Sie die großen Ikeatüten aus und gehen Sie im Schlussverkauf shoppen. Sitzen Sie die Krisen aus mit einem gut diversifizierten Portfolio und gehen Sie während der Weltwirtschaftskrise auf Schnäppchenjagd.

Wertpapiersparpläne

Richten Sie sich mit einem gewissen Betrag so genannte Wertpapiersparpläne ein. Diese sind genauso liquide wie Sparbücher und haben zu dem Gebührenvorteile. Möglich ist dies über ETFs, deren Kauf mehrere Vorteile hat. Einer davon ist, dass Sie zu verschiedenen Kursen einkaufen. Wenn Sie einen monatlichen Wertpapiersparplan eingerichtet haben, dann kaufen Sie während der Weltwirtschaftskrise günstig ein. Alleine mit diesem Szenario hätte es zwischen den Jahren 2000 und 2013 nicht so lange gedauert, um wieder in den schwarzen Zahlen zu sein. Sitzen Sie die Krisen aus mit einem gut diversifizierten Portfolio, gehen Sie während der Weltwirtschaftskrise auf Schnäppchenjagd und lehnen Sie sich zurück aufgrund ihrer Wertpapiersparpläne.

Hören Sie weg

Kaufen Sie Panik, Verkaufen Sie Renditejagd. Wenn alle Welt Aktien kauft, sollten Sie Stück für Stück ihrer Cashquote erhöhen. Es passiert alle Jahre wieder, dass gerade gegen Ende einer Rallye viele Privatanleger aus allen Börsenecken des Landes gekrochen kommen und felsenfest die Börse als ultimativen Renditeregen proklamieren. Nicht selten sind es die gleichen Leute, die während einer Weltwirtschaftskrise lautstark auf die böse Börse schimpfen. Sollten wir uns mitten in einer Weltwirtschaftskrise befinden, geben Sie nicht dem völlig natürlichen Herdentrieb nach, sondern seien Sie standhaft und hören Sie weg. Somit haben wir am Ende dieses Artikels unserer Börsenformel für Gewitterstürme an der Börse:

Sitzen Sie die Krisen aus mit einem gut diversifizierten Portfolio, gehen Sie während der Weltwirtschaftskrise auf Schnäppchenjagd, lehnen Sie sich zurück aufgrund ihrer Wertpapiersparpläne und hören Sie weg!

Asset Allocation – Wie Vermögensaufteilung funktioniert

Asset Allocation – Wie Vermögensaufteilung funktioniert

Die Asset Allocation ist eine der wichtigsten Entscheidungen, die Sie während Ihrer Investmentkarriere treffen werden. Häufig vernachlässigen Privatanleger ihre eigene Asset Allocation. Das liegt einerseits daran, dass sich viele Anleger zu wenig über Finanzprodukte informieren und andererseits an einer falschen Beratung von so genannten Finanzexperten.

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Was ist Asset Allocation?

Im Prinzip versteht man unter einer Asset Allocation eine Aufteilung des eigenen Vermögens auf verschiedene Assets, um eine höchst möglche Diversifikation zu erhalten. Meist wählen Privatanleger eine (Immobilien) oder maximal zwei (Aktien) Assetklassen. Je mehr Anlageklassen jedoch genutzt werden, desto stabiler ist meist das Portfolio aufgestellt.

Welche Assetklassen gibt es?

Die übergeordneten Assetklassen lassen sich recht leicht klassifizieren. Unterklassen sind etwas schwieriger einzuordnen, sind jedoch bis zu einem gewissen Grad auch vernachlässigbar. Folgende Anlageklassen können grob unterschieden werden:

  • Cash (Sparguthaben, Tagesgeld…)
  • Aktien (Groth Aktien, Nebenwerte, Value Aktien…)
  • Immobilien (Wohn- oder Gewerbeimmobilien…)
  • Anleihen (Staatanleihen, Pfandbriefe…)
  • Rohstoffe (Edelmetalle, Öl, Erdgas…)
  • Optionen (Call, Put…)
  • Sammlerobjekte, Antiquitäten
  • Humankapital

Wahl der Assetklassen

Welche Assetklassen Sie für Investitionen nutzen wollen hängt von ihren Vorlieben und ihrer Risikotoleranz ab. Während Optionen das höchste Risiko aufweisen sind Cashanlagen hingegen risikoarm. Da Rendite von Risiko kommt, liegt auf der Hand, dass Assetklassen mit hohem Risiko höhere Renditen versprechen (No Risk, No Fun!). Jedoch unterliegen sie auch stärkeren Schwankungen.

80/20 Regel

Ich selbst würde mich als eher risikofreudig bezeichnen. Daher investiere ich etwa 80% meiner Mittel in risikoreiche Assetklassen, insbesondere in Aktien. Dem gegenüber stehen etwa 20% Investitionen in risikoarme Anlageklasse z.B. Tagesgeld. Sie bieten zwar weniger Rendite, jedoch hat es Vorteile sich an die Regel zu halten. Erstens hat man bei Marktrücksetzern Cash für Nachkäufe zur Verfügung. Zweitens sorgen sie für Stabilität. Vergessen Sie nicht: Wenn Sie 100% ihres Geldes z.B. in den Dax investieren und innerhalb eines Jahres 23% verlieren, dann mǘssen Sie im darauf folgenden Jahr schon 30% Gewinn erwirtschaften, um wieder auf Null zu kommen. Haben Sie ein schlechtes Timing erwischt und der Markt steckt z.B. die ersten drei Jahre ihrer Investmentkarriere in den roten Zahlen verstärkt sich dieser Effekt und schmälert ihre langfristige Rendite. Daher sollten Sie unbedingt Teile ihrer zur Verfügung stehenden Mitteln in risikoarme Anlageklassen investieren

Woher das Geld nehmen?

Die wenigsten Menschen haben genügend Geld auf der hohen Kante, um all diese Assetklassen zu bedienen. Das ist auch nicht unbedingt notwendig. Man sollte nur nicht all sein Geld in das eigene Heim oder in Aktien stecken. Das Risiko ist durch die mangelnde Diversifikation zu hoch. Sie können jedoch auch mit kleinem Geldbeutel eine Streuung über mehrere Assetklassen über so genannte ETFs (Exchange Trust Funds) erreichen.

Asset Allocation durch ETFs

ETFs bilden Indizes ab. Solche Indizes gibt es für alle möglichen Assets. Die bekanntesten bilden Aktienindizes wie den DAX oder den Dow Jones ab. Da ETFs auch Immobilien- oder Rohstoffindizes abbilden, können Sie so ihr eigenes Portfolio über mehrere Anlageklassen individuell zusammenstellen. Wenn Sie mehr über ETFs erfahren wollen können Sie die dazugehörigen Berichte auf meinem Blog lesen.