Archiv der Kategorie: Aktien und Börse

Aktien mit Kopf

Aktien mit Kopf

Fast 800 Videos können mittlerweile auf dem Youtubekanal namens Aktien mit Kopf aufgerufen werden. Bis heute haben sich bereits über 65 000 Anhänger den Kanal von Gründer und Protagonist Kolja Barghoorn abonniert. Im Großen und Ganzen geht es um das Thema finanzielle Unabhängigkeit mit Hilfe von Investitionen an der Börse. Die große Stärke des Kanals ist dessen Authentizität, denn Kolja lebt den von ihm gepredigten Lebensstil erfolgreich vor.

Börse ist für alle da

Eine Errungenschaft des Kanals ist meiner Meinung nach das geschaffene Interesse an Themen wie Aktien und Börse. Insbesondere für junge Menschen sind die Beiträge und Videos über Youtube wesentlich attraktiver gestaltet, als nahezu alle TV-Formate. Das ist ein Thema, welches mir persönlich am Herzen liegt. Es geht darum, Menschen die Möglichkeiten der Börse vorurteilsfrei näher zu bringen. Jeder kann an den Gewinnen der Unternehmen teilhaben. Die Börse ist kein exklusiver Ort für reiche Leute. Nur zu häufig muss sich die jüngere Generation von der älteren anhören, dass sie die Finger von Aktien lassen sollen.

Was erwartet dich auf dem Kanal?

Erwähnenswert sind zunächst einige Videoreihen. Unter anderem findest du ausführliche Informationen zu Themenbereichen wie ETF, finanzielle Freiheit, Aktienbewertungen oder auch ein Börsenlexikon. Zudem werden ab und an Bücher vorgestellt, ein Vlog gedreht, Gäste eingeladen oder Livestreams angeboten. Während der Streams hat die Aktien mit Kopf Community, auch die Möglichkeit, Fragen zu stellen und somit interaktiv teilzunehmen. Ergänzt wird das Programm durch weitere Topics wie Philosophie am Freitag, Kredite & Geldanlage oder einem Podcast.

Eigenverantwortlichkeit

Wenn man sich einige Videos von Kolja Barghoorn angeschaut hat, wird recht schnell deutlich, dass sich einige grundsätzliche Prinzipien wie ein roter Faden durch die Videos ziehen. Auf einen möchte ich an dieser Stelle kurz eingehen und zwar die Eigenverantwortlichkeit. Das bedeutet für sich selbst und seine finanzielle Freiheit die Verantwortung gänzlich zu übernehmen. Viele Menschen machen es sich recht einfach und verlassen sich auf den Staat oder geben anderen für ihre finanzielle Lage die Schuld. Erhöhe dein Humankapital, bilde dich stets fort, mache keine Schulden und investiere nicht übermäßig in Konsumgüter.

Aktualität

Mittlerweile gibt es zwei feste Tage an denen Videos hochgeladen werden. In der Regel kannst du dir dienstags und freitags neuen Content anschauen. Neben diesen festen Zeiten erscheinen in unregelmäßigen Abständen weitere Videos zu diversen Themen. Aufgrund der Vielzahl der Videos auf dem Kanal „Aktien mit Kopf“ kannst du dich jedoch sehr lange mit Inhalten zu Aktien und Börse beschäftigen.

Aktien mit Kopf Community

Social Media ist heutzutage für viele Unternehmer ein Muss. Aktien mit Kopf hat eine recht große und aktive Community auf Facebook. Darüber hinaus wird auf Fragen und Anregungen immer mal wieder auch in den Videos eingegangen. Es entstehen rege und unterhaltsame Diskussionen zu allen Themen rund um die Börse. Das ist ein weiterer Pluspunkt des Kanals, denn so entsteht ein produktiver Diskurs über ein mit Vorurteilen behaftetes Thema.

Die „mit Kopf“ Gruppe

Mittlerweile gibt es neben dem Mutterkanal weitere Youtube-Kanäle, welche zusammen sozusagen die „mit Kopf“ Gruppe bilden. Diese behandeln jeweils hauptsächlich einen Teilbereich aus der Finanzwelt. So gibt es aktuell die Kanäle: Sparen mit Kopf, Immobilien mit Kopf, Versicherungen mit Kopf und Steuern mit Kopf. Dem aufmerksamen Leser wird nicht entgangen sein, dass mein Blog den Namen „Investieren mit Kopf“ trägt. Der Blog hat jedoch keine Verbindung zu der „mit Kopf“ Gruppe.

Meine Meinung

Ich schätze den Kanal „Aktien mit Kopf“ und die Arbeit von Kolja Barghoorn sehr. Insbesondere die Tatsache, dass sich hierdurch immer mehr junge Menschen mit den Themen Aktien und Börse beschäftigen. Das ist ein tolles Verdienst. Hervorzuheben ist meiner Meinung nach auch der hohe Unterhaltungswert der Videos. Inhaltlich würde ich mir gerne einige Videos zum Thema Social Trading wünschen.

Hier geht es zum Kanal von Kolja Barghoorn.

Gerne dürft ihr mir eure Meinungen zum Youtube-Kanal „Aktien mit Kopf“ in den Kommentaren hinterlassen.

 

Aktienanalyse nach Susan Levermann – Beispiel Siemens

Aktienanalyse nach Susan Levermann

Um eine Aktienanalyse nach Susan Levermann durchzuführen werden 13 verschiedene Kennzahlen betrachtet. Diese können den Kategorien Qualität, Bewertung, Stimmung, Momentum, Technik und Wachstum untergeordnet werden.  Hier habe ich die Levermann-Strategie im Allgemeinen bereits vorgestellt. In diesem Artikel wird es darum gehen, eine Aktie nach der Levermannstrategie konkret zu analysieren. Dazu schauen wir uns das Unternehmen Siemens an. Wer Interesse an einem Wikifolio zum Thema Levermann hat kann hier klicken.

Übersicht der 13 Kennzahlen

  • Qualität: Eigenkapitalrendite, Gewinnmarge, Eigenkapitalquote
  • Bewertung: KGV, KGV über 5 Jahre
  • Stimmung: Analystenmeinung, Reaktion auf die Quartalszahlen
  • Momentum: Gewinnrevisionen, 6-Monats-Kursverlauf, 1-Jahres-Kursverlauf, Kursmomentum
  • Technik: Revearsaleffekt
  • Wachstum: Gewinnwachstum




Quellen

Um die notwendigen Informationen für eine Aktienanalyse nach Susan Levermann zu erhalten genügt in den meisten Fällen das Internet. Gerade bei den größeren Unternehmen (Large Caps) stellt die Informationssuche kein Problem dar. Möchte man kleinere Unternehmen (Small Caps) analysieren, gestaltet sich die Suche manchmal etwas schwieriger. Jedoch müssen alle Unternehmen ihre Zahlen veröffentlichen. Daher wird man meist in den Bilanzen der Jahresabschlussberichte oder Quartalsberichte fündig. Ansonsten nutze ich als Quellen hauptsächlich die OnVista Bank* , börse.de oder finanzen.net.

Los Geht’s! – 1) Die Eigenkapitalrendite

Die aktuelle Eigenkapitalrendite des Unternehmens Siemens liegt bei 15,93%. Der Jahresüberschuss liegt also 20% über dem zur Verfügung stehenden Eigenkapital. Es handelt sich daher um eine rentables Unternehmen, das genügend Geld für schlechte Zeiten zur Verfügung hat. Ab einer Eigenkapitalrendite von 20% bekommt die Aktie nach Levermann einen Punkt. Liegt der Wert zwischen 10% und 20% wird kein Punkt vergeben. Einen Minuspunkt gibt es bei unter 10%.

Ergebnis: 0 Punkt, Gesamtergebnis aktuell: 0 Punkte

2) Gewinnmarge oder Ebit

Hierbei handelt es sich um den Gewinn vor Zinsen und Steuern. Eine hohe Gewinnmarge ist ein Qualitätsmerkmal eines Unternehmens und auch gut für die Analyse nach Levermann. Es sichert das Unternehmen für schlechte Zeiten ab und lässt Spielraum bei der Preisgestaltung. Liegt die Gewinnmarge über 12% wird eine Punkt vergeben. Bei Werten zwischen 6% und 12% ändert sich nichts am Punktestand. Sollten die Ebit die Schwelle von 6% unterschreiten wird ein Minuspunkt notiert. Die Gewinnmarge von Siemens beläuft sich auf 7,4%.

Ergebnis: 0 Punkte, Gesamtergebnis aktuell: 0 Punkte

3) Eigenkapitalquote

Das Unternehmen Siemens hat eine Eigenkapitalquote von 27,21%. Auch diese Kennzahl spiegelt die Widerstandsfähigkeit eines Unternehmens in schlechten Zeiten wieder. Sie wird in Relation zum Verschuldungsgrad gesetzt. Eine hohe Eigenkapitalquote ist ein großer Pluspunkt und so wird ab einem Wert von 25% ein Punkt verteilt. Bei Zahlen zwischen 15% und 25% wird die Aktie bei der Levermann Analyse neutral betrachtet. Darunter liegende Werte werden mit einem Minuspunkt bestraft. Alles in Allem ist das Unternehmen Siemens aus qualitativer Sicht sehr gut aufgestellt.

Ergebnis: 1 Punkt, Gesamtergebnis aktuell: 1 Punkt

4) Das KGV (für das aktuelle Jahr)

Das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) wird von vielen Aktionären häufig als die wichtigste Kennzahl wahrgenommen. Unternehmen mit niedrigem KGV gelten als unterbewertet und werden bevorzugt gekauft. EIn KGV mit einem Wert größer 16 oder kleiner gleich 0 wird mit einem Minuspunkt berechnet. Werte zwischen 12 und 16 führen zu einem neutralen Ergebnis, wogegen bei Zahlen zwischen 0 und 12 ein Pluspunkt addiert wird. Das aktuelle KGV des Unternehmens Siemens liegt bei 15,4.

Ergebnis: 0 Punkte, Gesamtergebnis aktuell: 1 Punkt

5) Das KGV über 5 Jahre

Das KGV über 5 Jahre wird addiert und durch die Anzahl der Jahre geteilt. Relevant sind die vergangenen drei Jahre, das aktuelle Jahr und das zu erwartende KGV für das kommende Jahr. Punkte werden nach dem gleichen Prinzip vergeben wie beim KGV für das aktuelle Jahr. Im Schnitt liegt das KGV der letzten 5 Jahre bei 15,38.

Ergebnis: 0 Punkte, Gesamtergebnis aktuell: 1 Punkt

6) Analystenmeinungen

Liegen die Analystenmeinungen bezüglich des Unternehmens im Mittel bei „kaufen“ wird ein Minuspunkt vermerkt. Sind die meisten Analysten der Meinung die Aktie zu halten wird das Unternehmen neutral betrachtet. Raten die meisten Analysten zum Verkauf gibt es einen Pluspunkt. Achtung: Bei Small Caps und weniger als 5 Analystenmeinungen werden die Punkte nach der Levermann Analyse genau anders herum verteilt. Bei Siemens gibt es ein leichtes Übergewicht der Meinungen zum Halten der Aktie.

Ergebnis: 0 Punkte, Gesamtergebnis 1 Punkt

7) Reaktionen auf die Quartalszahlen

Legt der Aktienkurs eines Unternehmens nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen um mehr als 1% zu wird ein Pluspunkt vergeben. Lässt der Kurs mehr als 1% Federn wird ein Minuspunkt notiert. Alle Werte, die dazwischen liegen werden neutral betrachtet. Die aktuellen Quartalszahlen wurden am 9.11.2016 veröffentlicht. An diesem Tag lag der Kurs bei 104,571. Die Aktionäre waren offensichtlich sehr zufrieden mit den Zahlen, weswegen der Kurs am nächsten Tag bei 109,355 datierte. Das ist ein Plus von etwa 4,5% und somit wird nach Levermann ein Punkt addiert.

Ergebnis: 1 Punkt, Gesamtergebnis: 2 Punkte

8) Gewinnrevisionen

Relevant für die Kennzahl sind die Veränderungen der Gewinnerwartungen in den letzten 4 Wochen. Haben die Gewinnerwartungen in den letzten 4 Wochen um mehr als 5% zugenommen erhält das Unternehmen einen Pluspunkt. Bei Werten unter -5% subtrahieren wir einen Minuspunkt. Alle Werte dazwischen gehen ohne Punkte in die Rechnung mit ein. Im Falle des Unternehmens Siemens wird ein Punkt nach Levermann vergeben, da sich die Gewinnerwartungen in den letzten 4 Wochen entsprechend gesteigert haben.

Ergebnis: 1 Punkt, Gesamtergebnis: 3 Punkte

9) 6-Monats-Kursverlauf

Wenn der Kurs in den letzten Monaten deutlich (um mehr als 5%) gestiegen ist wird ein Punkt vergeben. Ist der Kurs um mehr als 5% gefallen erhält das Unternehmen einen Minuspunkt. Liegen die Werte dazwischen wird kein Punkt verteilt. Der Kurs  der Aktie Siemens ist in den letzten 6 Monaten von etwa 88 Euro auf rund 115 Euro gestiegen.

Ergebnis: 1 Punkt, Gesamtergebnis: 4 Punkte

10) 1-Jahres-Kursverlauf

Die Punkte werden nach dem gleichen Muster des 6-Monats-Kursverlaufes vergeben. Vor einem Jahr lag der Kurs etwa bei 89 Euro.

Ergebnis: 1 Punkt, Gesamtergebnis: 5 Punkte

11) Kursmomentum

Ist der Kurs eines Unternehmens in den letzten 6 Monaten deutlich gestiegen (mind. 5%) und in den letzten 12 Monaten nicht deutlich gestiegen  (mind. 5%) gibt es einen Punkt. Ein Minuspunkt wird verteilt wenn der Kurs in den letzten 6 Monaten deutlich gefallen (mind. -5%) und in den letzten 12 Monaten nicht deutlich gefallen (mind. -5%) ist. Ansonsten wird die Aktie, wie im Falle Siemens, neutral betrachtet.

Ergebnis: 0 Punkte, Gesamtergebnis: 5 Punkte

12) Revearsaleffekt

Relevant für die Kennzahl ist die Tatsache wie sich die Aktie in den letzten drei Monaten in Relation zum Vergleichsindex (in diesem Falle: DAX) verhalten hat. Für einen Pluspunkt muss die Aktie in den den drei letzten Monaten jeweils schlechter performt haben als der Index. Hat der Kurs der Aktie in den letzten drei Monaten den Dax jeweils outperformt wird ein Minuspunkt vergeben. Ansonsten wird nach Levermann kein Punkt vergeben.

 SiemensDAX
28.12. (aktuell)115,91611.474,99
28.11.105,70410.582,670
28.10.103,210.696,190
28.09.104,67710.438,340

Ergebnis: 0 Punkte, Gesamtergebnis: 5 Punkte

13) Gewinnwachstum

Die Gewinnschätzung des aktuellen Jahres wird mit der Gewinneinschätzung des kommenden Jahres in Relation gesetzt. Der Gewinn pro Aktie für das laufende Jahr liegt bei Siemens bei 6,74 Euro. Im nächsten Jahr wird ein Gewinn von 7,48 Euro erwartet. Bei einer Steigerung von mehr als 5% wird ein Punkt gegeben. Zwischen -5% und 5% gibt es keinen Punkt. Bei Werten unter -5% wird ein Minuspunkt verteilt.

Ergebnis: 1 Punkt, Gesamtergebnis: 6 Punkte

Kaufempfehlung

Größere Unternehmen wie Siemens (Large Caps) erhalten eine Kaufempfehlung ab einer Punktzahl ab 4 Punkten. Die Gesamtpunktzahl von Siemens liegt aktuell bei 6 Punkten. Somit ist die Aktie nach der Levermanalyse eine Kaufempfehlung. Sie kann gehalten werden bis sie die Punktzahl drei unterschreitet. Bevor jetzt jemand all sein Geld in Siemens investiert, will ich an dieser Stelle noch erwähnen, dass Susan Levermann eine Depotgrüße von 10-15 verschiedenen Positionen empfiehlt.

Bei Anregungen zu meiner Analyse nach Levermann könnt ihr mir diese gerne in den Kommentaren hinterlassen. Investiert ihr selbst in Levermannaktien oder habt sogar selbst aktuell Unternehmen aktualisiert, dann teilt mir das auch bitte mit! Über sonstige Rückmeldungen freue ich mich auch sehr..

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Umfrage – Was ist die beste Anlageform an der Börse?

Umfrage  – Was ist die beste Anlageform an der Börse?

Vor einigen Wochen habe ich eine Umfrage zum Thema „Was ist die beste Anlageform an der Börse?“ gestartet. Im Vordergrund lag hauptsächlich zunächst das eigene Interesse, welche Form der Anlage von den Besuchern des Blogs präferiert werden würde. Jedoch habe ich schnell Gefallen an der Umfrage gefunden, so dass ich von Zeit zu Zeit neue Umfragen freischalten werde.

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Die Ergebnisse

Was ist die beste Anlageform an der Börse?

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Einzelaktien und Wikifolio

Der Kauf von Einzelaktien ist zusammen mit dem Kauf von Wikifolio-Zertifikaten der Gewinner der Umfrage. Insgesamt nahmen 45 Leser an der Umfrage teil. Jeder Besucher durfte maximal drei Stimmen abgeben. Die bevorzugten Anlageformen „Einzelaktien“ und „Wikifolio“ erhielten jeweils 20 Stimmen, gefolgt von ETF-Sparplänen, welche 15 Stimmen erreichen konnten. Relativ abgeschlagen finden sich das CFD-Trading und die klassischen Fonds wieder.

Meine Meinung

Interessanterweise spiegelt die Umfrage ziemlich genau meine eigenen Meinung wider. Hätte ich Stimmen auf die einzelnen Anlageformen verteilen müssen, sähe das Endergebnis in etwa so aus wie das Ergebnis der Umfrage. Vor allem freut mich die Erkenntnis, dass gemanagte klassische Fonds gegenüber alternativen Anlageformen wenig attraktiv scheinen und zwar zu recht. Auch wenn Fondsmanager gerne von einer „Win-Win-Situation“ sprechen, schmälern die fälligen Kosten auf lange Sicht die Rendite.

Eine gute Mischung

Manchmal werde ich gefragt, ob eine Mischform aus verschiedenen Anlagen eine sinnvolle Anlagestrategie ist. Das kommt ganz darauf an. Wenn dabei übergeordnete Gedankenspiele kombiniert werden kann diese Überlegung durchaus sinnvoll sein. Konkret könnte man einen ETF-Sparplan mit dem Kauf von Einzelaktien imitieren, um so auf lange Sicht Transaktionskosten zu sparen. Das macht jedoch nur dann Sinn wenn Sie bereit wären diese Aktien sehr lange zu halten. Dies ist eines der Hauptprinzipien des Value Investing. Insofern hätte man die Anlageformen ETF, Einzelaktien und Value Investing kombiniert.

Von allem ein bisschen

Sehr häufig jedoch wollen Anleger von allem ein bisschen machen. Zum Beispiel lesen sie ein Buch zum Thema Trendfolge und kaufen im Anschluss einige Aktien im Sinne dieser Strategie. Gleichzeitig finden sie die Levermann-Strategie interessant und kaufen einige Aktien nach diesem Prinzip. Nicht selten wird dies mit kurzfristigem Trading ergänzt. Wenn Sie verschiedene Anlageformen kombinieren wollen, dann benötigen Sie einen übergeordneten roten Faden bei ihrer Strategie.

Regression zum Mittelwert

Regression zum Mittelwert

Die Regression zum Mittelwert ist eigentlich ein Begriff aus der Mathematik, genauer gesagt aus der Wahrscheinlichkeitstheorie. Dieser statistische Wert sagt aus, dass bei Datenerhebungen auf Messungen extremer Werte, bei einer wiederholten Messung, mit hoher Wahrscheinlichkeit ein eher mittlerer Wert gemessen wird.

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Ein einfaches Beispiel

Wenn zwei sehr große Elternteile ein Kind bekommen, dann wird der Nachwuchs mit einer höheren Wahrscheinlichkeit nicht die Größe der Eltern erreichen. Umgekehrt bedeutet das für zwei eher kleinwüchsige Eltern, dass ihr Zögling aller Wahrscheinlichkeit nach größer sein weren als sie selbst. Wäre dem nicht so, gäbe es längst Menschen, die entweder mehrere Meter groß oder nicht mal einen Meter groß wären.

Auf die Börse bezogen bedeutet das was?

Wenn wir einen Index genauer betrachten, dann können wir feststellen, dass sich die jährliche Rendite immer wieder auf einen Mittelwert einpendeln wird. Der Dax hat in den letzten 30 Jahren etwa 6% Performance im Jahr erreicht. In manchen Jahren lag der Dax weit unter diesem Durchschnitt und in anderen Jahren konnte man sich über zweistellige Zuwächse freuen. Auf lange Sicht jedoch, wird sich der Index immer wieder auf seine statistische Mitte zu bewegen.

Warum ist das so?

Die jährliche Rendite eines Index ist gekoppelt an das allgemeine Wirtschaftswachstum. Statistisch betrachtet, ist die Börse eigentlich ein Nullsummenspiel. Geld kann nur verdient werden wenn es an anderer Stelle wieder verloren wird und umgekehrt. Jedoch ist der Markt an sich kein Nullsummenspiel. Er wächst über die Jahre hinweg weiter und nähert sich so immer einer statistischen mittleren Rendite an.

Kann sich die Weltwirtschaft alle fünf Jahre verdoppeln?

Zwischen den Jahren 1995 und 2000 legte der Dax pro Jahr durchschnittlich etwa 20% zu. Es liegt in der Natur der Börse, dass nach einigen Jahren mit guter Rendite immer mehr Teilnehmer auf den Markt kommen. Sie glauben von den bereits erzielten Renditen der letzten Jahre noch profitieren zu können. Genährt wird das ganze durch positive News von Freunden, den Medien oder so genannten Börsenexperten. Also kauften gerade am Ende dieser 5-Jahresspanne viele Menschen Aktien, manche von ihnen sogar ihre ersten und letzten Aktien. Kennt man die Theorie von der Regression zum Mittelwert, hätten sich viele (Neu)-Aktionäre teils hohe Verluste sparen können. Denn indem sie am Ende dieser Zeitspanne Aktien kauften, unterstellten sie dem Markt damit unbewusst, dass er die Fähigkeit besäße, sich alle fünf Jahre in seinem Wert zu verdoppeln.

Risiko und Rendite

Je höher das Risiko einer Assetklasse ist, desto höher ist langfristig gesehen auch die Rendite. Die höhere Rendite wird bei der Investition durch die höheren Schwankungen gerechtfertigt. Denn Assetklassen mit höherem Risiko (z.B. CFD-Trading, Optionsscheine, Aktien) unterliegen insgesamt weniger Schwankungen. Dagegen haben Assetklassen mit niedrigerem Risiko (z.B. Staatsanleihen, Tages- und Festgeld) insgesamt wesentlich weniger Schwankungen.

Die Fünfjahresgrenze

Unterhalb von fünf Jahren ist die Wirkung der Regression zum Mittelwert praktisch aufgehoben. Innerhalb dieses Zeitraums spielen Trends meist eine übergeordnete Rolle, insbesondere beim Aktienhandel. Je längerfristiger Sie investieren wollen, desto mehr können Sie sich über die Regression zum Mittelwert freuen. Denn es steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich ihre Investitionen dem mittleren Wert der Assetklasse annähern werden. Somit wird ihre Investition sicherer und sie können beruhigt schlafen.

Gilt das auch für Wirtschaftskrisen?

Die Regression zum Mittelwert hat möglicherweise bereits den größten Stresstest bestanden. In den letzten hundert Jahren überstand dieses Statistiktheorie zwei Weltkriege, mehrere Wirtschaftskrisen, den Untergang ganzer Gesellschaftsformen (Kommunismus), den Zerfall mehrerer Staaten und unzählige sonstige mittelschwere Katastrophen. Unter diesen Gesichtspunkten, können sie sich auf die Wirkung dieser Theorie verlassen.

WIe kann ich mir die Regression zum Mittelwert zu Nutze machen?

Neben der Tatsache, dass sie durch das Wissen um die Regression zum Mittelwert ein besseres Timing haben werden und beruhigter schlafen können, nutzt Ihnen diese Theorie bei der Aufstellung Ihrer Asset Allocation. Sie wissen nun: Je höher das Risiko, desto höher die Rendite, desto höher aber auch die Schwankungen. Machen Sie sich bewusst, wie langfristig Sie investieren wollen und welche Risikotoleranz Sie haben. Wählen Sie dementsprechend ihre Assets. Sind sie risikofreudig, können Sie einen größeren Teil Ihrer Mittel z.B. in ein Aktienportfolio oder Aktien-ETFs investieren. Bezeichnen Sie sich als risikoscheu, legen Sie ihr wohl verdientes Geld überwiegend in weniger schwankende Assets an. Vermischen Sie ihre Assets nach Ihren persönlichen Vorlieben und bringen Sie so Stabilität in ihr Depot.

Die hoffnungslose Renditejagd – Performance Chasing

Was ist Performance Chasing?

Viele Privatanleger, insbesondere Anfänger, betreiben mehr oder weniger bewusst Performance Chasing. Hat eine bestimmte Assetklasse oder Branche schon über einen längeren Zeitraum eine gute Rendite erzielt, springen nicht wenige Privatanleger noch auf den Zug auf. Sie glauben die in der Vergangenheit erzielte Rendite auf die Zukunft prognostizieren zu können. Doch den Markt und den Kaufmann interessieren die Vergangenheit nicht.

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Ein Beispiel

Nehmen wir an ein Privatinvestor beobachtet seit längerer Zeit die Immobilienbranche und hat einen bestimmten Fonds im Blick. Innerhalb der letzten beiden Jahre konnte dieser fiktive Fonds eine Überrendite von mehr als  80% erwirtschaften. Diese Zahlen verleiten nicht nur Laien dazu von diesem Aufschwung zu profitieren. Das Problem ist jedoch, dass die Rendite mit diesem Fonds bereits erzielt wurde und es eine hohe Wahrscheinlichkeit gibt sie nicht wiederholen zu können. In diesem Sinne verhält sich der Privatanleger prozyklisch, was meist zu einer Unterrendite führt.

Prozyklisches Verhalten

Prozyklisches Verhalten ist im Prinzip nichts anderes als der Versuch, von in der Vergangenheit geschehenen Kursverläufen profitieren zu wollen. Jedoch ist dies meist ein hoffnungsloses Unterfangen, denn die Gewinne oder Verluste wurden ja bereits erzielt und eingepreist. Bei stark fallenden Kursen steigen viele Privatanleger zu schnell aus, um Schadensbegrenzung zu betreiben. Sie vergessen dabei die Tatsache, dass die Vergangenheit mit der Zukunft häufig nicht übereinstimmt.

Performance Chasing ist einer der Hauptgründe von Underperformance

90% aller Anleger an der Börse sind institutionell. Selbst diese professionellen Investoren können den Markt nach Abzug von Gebühren und Steuern meist nicht schlagen. Noch schlechter schneiden Privatanleger ab. Mehr als die Hälfte aller privaten Investoren können nicht die gleiche Rendite erzielen wie der Markt. Neben häufigen Trades und zu hohen Gebühren gilt Performance Chasing als einer der Hauptgründe für eine niedrige Rendite und ist einer der häufigsten Anfängerfehler an der Börse.

Was Sie beachten sollten

Lassen Sie sich nicht von Performance Chasing beirren. Wenn die Nachbarn, die Freunde, die Kollegen oder Börsenzeitschriften begeistert von lang anhaltenden Rallyes sprechen, sollten sie ihre Investments mit Vorsicht betreiben. Raten Ihnen viele Quellen von Investments ab, dann sollten Sie über Käufe nachdenken, um zu den ersten zu gehören, die von der nächsten Rallye profitieren.