5 Bausteine zur Million

5 Bausteine zur Million

In diesem Artikel möchte ich euch 5 Bausteine zum Million vorstellen. In den letzten Wochen berichteten verschiedene Medien von den riesigen Unterschieden zwischen der gesetzlichen und einer privaten Rentenvorsorge. Genau genommen ging es um einen Vergleich zwischen einem Rentner, der in den letzten 45 Jahren 1000 Euro in die gesetzliche Rentenkasse eingezahlt hat zu einem Rentner, der den gleichen Betrag an der Börse investiert hat. Letzterer übertraf den Ersten um den Faktor 7 und kam zu Beginn seiner Rente auf einen Betrag von mehr als 1,5 Millionen Euro.  Es können viel mehr Leute in Deutschland reich werden als es zunächst vermuten ließe. Die Börse ist dabei nur einer der wichtigen Bausteine, die man für sich nutzen sollte.

5 Bausteine

1) Investieren an der Börse

Wir leben in einer Zeit der niedrigen Zinsen. Zwar mehren sich die Meinungen, dass sich die lockere Geldpolitik der EZB bald ändern und somit der Zins steigen wird, doch sollten wir uns nicht darauf verlassen. Hierfür lohnt sich ein Blick nach Japan. Der Vergleich ist deshalb interessant, weil sich die Wirtschaftskraft und die demographische Entwicklung ähneln. In Japan herrscht seit Beginn der 1980er Jahre eine Niedrigzinspolitik, die bis zum heutigen Tage nicht aufgehoben wurde. Ein Blick auf den Haushaltsüberschuss Deutschlands, bzw. der EU verschärft das Bild. In den Medien wird immer wieder berichtet, dass die Kassen des Bundesfinanzministers Olaf Scholz mit rund 35 Milliarden Euro sehr voll seien. Zum Vergleich: Würde der Leitzins der EZB um nur ein Prozent angehoben werden, müsste Deutschland jährlich mit etwa 22 Milliarden Euro Zinslast rechnen. Wie würden Italien oder Griechenland unter diesen Umständen überleben? Wie du siehst, sollten wir die Suche nach dem guten Zins in die eigene Hand nehmen.

Selbst ist der Anleger

Jährlich verlieren deutsche Sparer durch die Niedrigzinspolitik und die Inflation etwa 1-2% ihres Vermögens. Hättest du im Jahre 2011 50 000 Euro auf einem Sparkonto angelegt, wäre die Summe  nach den Verteurungsraten der letzten Jahre real etwa 9% weniger wert. Wenn du zur gleichen Zeit die gesamte Summe in einen breit gefächerten ETF angelegt hättest, betrüge die Summe bis zum Jahre 2018 rund 97 000 Euro. Denn seit 2011 hat der Markt pro Jahr etwa 10% Gewinn abgeworfen. Historisch betrachtet sind Gewinne von 6-9% realistisch. Bezieht man die Inflation in die Berechnung mit ein, sind Realgewinne von etwas mehr als 5% pro Jahr durchaus realistisch.

Deutsches Sicherheitsbedürfnis

Dennoch legen mehr als 85% aller Menschen in Deutschland ihr Geld lieber mit Realverlust auf das Sparkonto als mit Realgewinn auf ihr Depot. In diesem Bereich gibt es noch viel an Aufklärungsarbeit zu leisten, denn die Zeiten der sicheren Rente sind vorbei.

Um auf eine Rente von 1 000 Euro im Monat zu kommen, müsstest du während deiner Arbeitszeit etwa 300 000 Euro in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen. Wird die Rente im Alter ausbezahlt, amortisiert sich dieser Deal erst ab einem Alter von 77 Jahren. Die Lebenserwartung von Männern in Deutschland beträgt 78 Jahre. Das ist ein Witz!

Für den Fall, dass du mehr über das Thema Investieren an der Börse erfahren möchtest, habe ich dir einige Artikel zusammengestellt.

Um Vorurteile abzubauen: Lass die Finger von Aktien

Eine mögliche Anlagestrategie: Eine ETF-Strategie

Vermeidbare Anfängerfehler: Fehler vermeiden

2) Investieren in Immobilien

Das Investieren an der Börse ist nur einer von hier 5 vorgestellten Bausteinen, die du zu deinem persönlichen Vermögensaufbau nutzen solltest. Zugegebenermaßen benötigt man für das „Investieren in Immobilien“ etwas Eigenkapital. Es lässt sich nun mal nicht schön reden, aber wer hat, dem wird gegeben. Der Umgang mit dieser Tatsache ist leichter, sobald man sie akzeptiert hat. Wenn du noch nicht das nötige Eigenkapital für den Erwerb einer Immobilie hast, kannst du diesen Punkt überspringen oder einfach aus Interesse lesen. Mit etwas Geduld und den richtigen Tools kann man sich das nötige Eigenkapital über einige Jahre erarbeiten oder ansparen. Um eine Immobilie mit einer vernünftigen Finanzierung zu realisieren, solltest du mit einem Eigenkapital von 10-20% rechnen. Je nach Objekt, benötigst du daher einen kleinen bis mittleren fünfstelligen Betrag.

Lohnt sich das noch?

Innerhalb der letzten 10-20 Jahre sind die Immobilienpreise stark angestiegen. Tatsächlich leben in Deutschland sehr viele glückliche Vermieter, die es sich aufgrund ihrer Mieteinnahmen gut gehen lassen. Nicht wenige Verkäufer haben in den letzten Jahren mindestens 10  Jahre nach Kauf ihrer Immobilie ihre Gewinne steuerfrei veräußern können. Das ist ein riesiger Vorteil bei Investitionen in Immobilien und zugleich eine richtige Sauerei, wenn man bedenkt, wo der Staat in Deutschland sonst überall die Hand aufhält. Vermutlich sind die Zeiten der sehr hohen Renditen zunächst vorbei. Dennoch kann sich das Geschäft mit Immobilien weiter lohnen.

Ludwigshafen, Worms, Dresden und Co.

Die Preise in den A-Städten München, Hamburg, Frankfurt etc. sind mittlerweile so hoch, dass dich das Verhältnis zwischen Anschaffungskosten und Mieteinnahmen eher abschrecken sollte. Interessant bleiben jedoch Städte mit einem hohen Wertsteigerungspotential in Regionen großer Wirtschafts- und Anziehungskraft, sowie Plänen zur Aufwertung. Recherchiert man nach solchen Regionen, tauchen kleinere Städte wie Ludwigshafen oder Worms, sowie größere Städte im Osten auf.

Die Rendite

Die wichtigste Kennzahl beim Erwerb einer Immobilie ist die Rendite. In diesem Bereich ist es unheimlich wichtig sich gut vorzubereiten und gut zu informieren. Leider gibt es nicht wenige schlecht informierte Investoren, die auf naive Art und Weise am Markt Geld verlieren. Daher solltest du unter Berücksichtigung aller Anschaffungs-, Neben-, Herrichtungs-, sowie Bewirtschaftungskosten eine Mietrendite bzw. Eigenkapitalrendite berechnen. Man muss an dieser Stelle ehrlich sein und darf nichts schön rechnen. Die Mietrendite sollte hierbei mindestens bei 5-6% liegen. Die Eigenkapitalrendite liegt je nach deinen finanziellen Voraussetzungen höher. Um Renditen zu berechnen lohnen sich vorgefertigte Rechentools.

Ein nützliches Buch für Anfänger findest du hier. Es hat zwar einen stolzen Preis, deckt jedoch alle für Anfänger notwendigen Informationen ab und stellt ein sehr brauchbares Rechentool als Download zur Verfügung.

3) Investieren in den Job/in die Bildung

Vielleicht der wichtigste Baustein zum Reichtum ist die Tätigkeit, womit du dein tägliches Brot verdienst. Sie ist die Basis aller weiteren Investitionen. Je besser du in diesem Bereich aufgestellt bist und je vorteilhafter dein Verhältnis zwischen Arbeit und Erholung ausgereift ist, desto besser werden alle anderen Investitionen laufen. Vielleicht ist es dir in deinem Leben bereits aufgefallen. Häufig hast du in deinem Leben entweder Zeit oder Geld, selten jedoch beides. Das eine ist ohne das andere jedoch nichts wert. Was hast du von einem dicken Bankkonto wenn du zeitlich so eingebunden bist, dass du dir zwar ein fettes Haus leisten kannst, jedoch nie zu Hause bist? Erstrebenswert ist daher maximaler Betrag bei minimalem Aufwand. Damit meine ich nicht, dass du bei all deinen Tätigkeiten nur so hoch springen sollst, wie es ein gutes Pferd eben muss. Sondern eher die Zielstrebigkeit nach einer Tätigkeit, die eine Balance zwischen ansprechender Entlohnung und genügend Freiräumen zulässt.

Clever sein statt malochen

Wir Deutschen sind unheimlich gut im Malochen. Wir gehen krank zur Arbeit, machen Überstunden, stellen unser Unternehmen vor unsere Familie und ernten auch noch Applaus für diese Selbstaufopferung. Manche nutzen das auch zur Selbstbeweihräucherung und sind sehr gut darin, sich darüber zu beschweren, wenn jemand ihre Taten nicht anerkennt. Ob diese Sinn machen oder nicht ist dabei zweitrangig, Hauptsache man hat aufopfernd malocht. Was man dabei tatsächlich geleistet hat ist nebensächlich, solange man nur hart genug gearbeitet hat. Doch hierin liegt ein Trugschluss, den Leistung ist Arbeit durch Zeit und nicht nur reine Arbeit. Zum Thema Leistungsgesellschaft habe ich bereits einen Artikel verfasst und weil es an diese Stelle passt, habe ich folgenden Auszug kopiert.

Stell dir ein mittelalterliches Dorf vor. Ein Bauer ist für die Wasserversorgung der Gärten zwecks Selbstversorgung zuständig. 40 Jahre lang läuft er jeden Tag 12 Stunden zum Brunnen und zurück, um die notwendige Wassermenge in seine Eimer zu schöpfen. Sein Nachfolger schaut sich den Ertrag der Leistung in dieser Zeitspanne an. Er setzt sich an einen Tisch und skizziert ein Grabensystem. In den nächsten Wochen hebt er Gräben aus und leitet die Kanäle zu allen Gärten im Dorf weiter. Das Wasser fließt nun automatisch zu den übrigen Bauern. Ein Mal am Tag überprüft der Bauer sein System. Die restliche gewonnene Zeit nutzt er, um anderen Tätigkeiten nachzugehen. Er hat den selben Ertrag erbracht wie sein Vorgänger und zwar in einem Bruchteil der Zeit.

Sobald man verstanden hat, dass man selbst der eigene Chef ist zwischen dem, was man leisten will (oder kann) und dem entsprechenden Ertrag, hat man diesen Zusammenhang auch selbst in der Hand. Vor allem für jüngere Menschen, die noch nicht wissen, was sie mit ihrem Leben anfangen sollen, ist das von Belang. Denn bereits die Berufswahl ist eine Entscheidung, die du selbst verantwortest. Es sollten Fragen im Vordergrund stehen wie:

  • Wie hoch ist die Arbeitsbelastung?
  • Welcher Verdienst ist möglich?
  • Gibt es typische Krankheiten für meinen Wunschberuf (z.B. Burnout)
  • Bleibt mir Zeit für Familie und Freunde?
  • Kann ich mich fortbilden?

Jetzt sind nicht Hopfen und Malz verloren wenn du bereits mitten im Leben stehst, hart arbeitest, dich aber schlecht entlohnt fühlst. Ganz im Gegenteil. Zunächst mal kannst du stolz auf deine erbrachte Leistung sein. Im Anschluss bleibt immer noch genügend Zeit, um zu darüber nachzudenken, ob es Verbesserungspotential gibt.

4) Sparen

Überschüssiges Geld solltest du investieren. Um jedoch überschüssiges Geld zu haben, solltest du sparen. Empfohlen werden zum Zwecke des Sparens gerne Haushaltsbücher. Es spricht überhaupt nichts dagegen eines zu führen, jedoch ist ein Bewusstsein für Konsum wichtiger als das Wissen darüber, wohin das Geld fließt. Beides zusammen macht auf alle Fälle Sinn.

Wo ist das Geld?

Jeder von uns kennst das. Am Endes des Geldes ist noch viel Monat übrig und wir fragen uns, wohin das Geld geflossen ist. Die Mietkosten fressen evtl. bereits 40% des Einkommens auf, der Autokredit schlägt mit 300 Euro pro Monat zu Buche und zur WM haben wir uns einen neuen TV gegönnt. Wir konsumieren manchmal zu viel ohne es es bewusst zu tun.

Bewusster Konsum

Letztendlich geht es eigentlich nur um die Frage, welche Dinge du tatsächlich benötigst. Muss es der 400 Euro teure Weber Grill sein? Wenn dein Hobby Grillen ist und du ein guter Gastgeber sein willst, warum nicht? Doch wenn du sowieso nur 3 Mal im Jahr den Grill aus dem Gartenhäuschen holst, warum hast du dann den teuren Grill gekauft? Wenn man ehrlich zu sich selbst ist, findet man die unnötigen Ausgaben relativ schnell. Somit ist es möglich dort etwas mehr auszugeben, wo es einem wichtiger ist. Man kann also mehr Reserven zum Investieren aufbauen und dennoch gut leben. Zu diesem Thema habe ich bereits den ein oder anderen Artikel verfasst. Ich verlinke sie dir im Anschluss.

Minimalistisch leben – Sparen lernen

Vorsicht Ehe – Ist die Ehe ein finanzielles Desaster?

5) Risikobereitschaft

Was eint die meisten wohlhabenden Menschen in Deutschland (abgesehen von vererbten Reichtümern)? Sie legen das typische deutsche Bedürfnis nach Sicherheit ab und gehen kalkulierte Risiken ein. Die höheren Renditen, die man beim Aktienerwerb bekommt, haben den Preis der aufgegeben Sicherheiten. Du hast beim Aktienkauf keine Garantie auf einen Zins, was viele Menschen abschreckt. Investoren müssen dieses Risiko eingehen. Sie versuchen es lediglich zu minimieren, wissen aber um die hohe Wahrscheinlichkeit des Gewinns. Wenn du heute in Aktien, Immobilien, deinen Job oder bewusstes Konsumieren investierst, ist es wahrscheinlicher, dass du in 10-20 Jahren mehr Geld zur Verfügung haben wirst, als wenn du es nicht tust.

Das schnelle Geld existiert nicht

Googelt man Suchbegriffe wie „reich werden“ oder „mehr Geld verdienen“, findet man in der Regel unseriöse Versprechen schnell Geld zu verdienen. In fast allen Fällen ist das nicht möglich. Es steht außer Frage, dass es da draußen Immobilien-, Aktien-, oder Bitcoinmillionäre gibt. Doch der Immobilenmillionär hat vielleicht in den 90er Jahren sein erstes Objekt gekauft, der Aktienmillionär möglicherweise nach dem letzten Börsencrash vor zehn Jahren und selbst der Bitcoinmillionär hat seine Coins bereits vor einigen Jahren erworben. Der Weg zum Reichtum ist definitiv ein langfristiger, der eine Brise kalkulierte Risikobereitschaft beinhaltet.

Innerhalb der vielen Möglichkeiten des Investierens lässt es sich weiter differenzieren. Eine langfristig angelegte ETF-Strategie birgt ein wesentlich geringeres Risiko als der Kauf einer Kryptowährung, die erst seit einem Jahr existiert. Je höher das Risiko ist, desto höher ist der mögliche Ertrag. Das gilt jedoch auch umgekehrt für den Verlust. Daher solltest du nur einen geringen Teil deines Geldes in Investitionen mit höherem Risiko stecken und deine Vermögensplanung sonst auf Säulen geringeren Risikos stellen. Ganz ohne Risiko, lässt sich jedoch keine Rendite erwirtschaften.

Wenn du dich für Investitionen mit etwas höherem Risiko interessiert, dann kannst du dich in folgende Artikel einlesen:

Lohnen sich Kryptowährungen? Der Bitcoin Crash

5 Kryptowährungen für Sommer 2018

Mehr Rendite durch Social Trading? Wikifolio

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