Bitcoin Crash

Bitcoin Crash

Seit Monaten schreiben die Medien bereits über den Bitcoin Crash. Alleine in diesem Jahr ist die Blase bereits mindestens drei Mal geplatzt, sofern man den Berichterstattungen glauben schenkt. In der Tat ist das Jahr 2018 bisher alles andere als gut für Investoren gelaufen. Der gesamte Kryptomarkt hat innerhalb eines halben Jahres mehr als die Hälfte seines Wertes verloren. Aktuell beträgt die Marktkapitalisierung des gesamten Marktes noch etwa 270 Milliarden Euro. Im Dezember 2017 hatte alleine Bitcoin mit über 320 Milliarden Euro eine höhere Marktkapitalisierung.

Bitcoin Crash

Grautöne

Wenn du vor einem halbem Jahr in den Markt eingestiegen bist, verfluchst du vermutlich den Kursrückgang. von über 60%.  Wenn du vor einem Jahr in den Markt eingestiegen bist, jubelst du vielleicht über einen Kurstanstieg von über 130%. Beide Ansichten werden in der Kryptowelt aktuell verbreitet und beide sind nicht falsch. Während die einen mit großer Enttäuschung das Spielfeld verlassen, fordern andere dazu auf die Kirche im Dorf zu lassen. So gesehen war der enorme Anstieg Ende letzten Jahres für die Glaubwürdigkeit der Kryptowährungen als neue Anlageklasse eher schädlich. Der jetzige Kursrückgang ist für die Rehabilitation unbedingt erforderlich.

Woher kommt der Kursrückgang?

Es ist nicht möglich den einen Grund zu nennen, warum die Kurse so stark gefallen sind. Für eine Analyse sind einfach zu viele Faktoren im Spiel, so dass eine einzige Antwort nicht ausreichend sein kann. In der Regel ist eine Kombination aus vielen Umständen für eine Erklärung nötig. Niemand kann tatsächlich wissen, welche Gründe für einen Einbruch der Kurse verantwortlich sind. Daher kannst du im folgenden einige mögliche Erklärungen finden, bei denen es jedoch keinen Anspruch auf Korrektheit oder Vollständigkeit gibt. Wenn du weitere Gründe kennst auf die ich nicht eingegangen bin, kannst du sie gerne in den Kommentaren ergänzen.

Long oder Short?

Ende letzten Jahres lag das Verhältnis der Investoren, die auf Kurssteigerungen wetteten (long) gegenüber denen, die auf Kursrückgänge setzten (short) bei etwa 98 zu 2. Kurz darauf war es möglich mit Bitcoin Futures zu handeln, d.h. der Zugang zum Markt um Kryptowährungen zu shorten wurde vereinfacht. Es war unausweichlich, dass dieses Verhältnis eine gesündere Verteilung erhalten würde. Hinzu kommen auch aktuelle Vorwürfe von Kursmanipulationen insbesondere im Vorfeld des Starts der Bitcoin Futures.

Die Angst

Vor einem halben Jahr hatten Anleger Angst etwas zu verpassen. Heute haben sie Angst etwas zu verlieren. Es sind alt bekannte Mechanismen, die hier wirken, welche vor allem in so volatilen Märkten massive Ausmaße entwickeln können.

Interessenverlust

Jeder kann die Lust auf das schnelle Geld nachvollziehen. Als wir alle hörten wie viel Geld man in welcher kurzen Zeit mit Kryptowährungen machen konnte, wollten wir alle auf den Hype Train aufspringen. Das Interesse wurde, auch wegen den Medien, immer größer. Ein halbes Jahr später ist die Häufigkeit der Eingabe des Wortes“Bitcoin“ bei google um den Faktor 10 gesunken. Aktuell haben wir einen Interessenverlust bei Suchmaschinen von über 90%.

Die Medien

Die Medien haben einen außerordentlich hohen Einfluss auf Kursentwicklungen. Denn dort gibt es fast ausschließlich entweder schwarz oder weiß. Die Notwendigkeit Klicks zu generieren ist zwar nachvollziehbar. Doch gibt es viel mehr Schattierungen als Berichterstattungen suggerieren wollen z.B. bei Titeln wie: „Bitcoin auf Rekordjagd“ oder „in einem Jahr zum Millionär“ im Vergleich zu „Die Blase ist geplatzt“ oder „Bitcoin ist gecrasht“.  Die Medien schreiben himmelhoch jauchzend oder zu Tode betrübt , je nachdem in welche Richtung der Wind gerade weht. Das ist schädlich für den Markt und mitverantwortlich, sowohl für den „Hype“ vor einem halben Jahr, als auch für den „Crash“ heute.

Ein Beispiel

Zur Zeit ist auf einigen Seiten zu lesen, dass der Hackerangriff auf die Kryptowährungsbörse Coinrail verantwortlich wäre für den neuerlichen Kursrutsch. Anleger der ganzen Welt sollen Panik bekommen haben und ihre Coins verkaufen, weil die 98. größte Börse der Welt gehackt wurde? Darüber hinaus wird in vielen Artikeln suggeriert „Bitcoin und Ethereum wurden auf Coinrail gehackt“. Hier wird mit den Ängsten der Anleger, sowie der Unwissenheit des Mainstreams gespielt. Die dezentralen Währungen Bitcoin und Ethereum wurden nicht gehackt, sondern ein zentrales organisiertes Unternehmen,  welches wenige Sicherheitsstandards installiert hat. Das sind zwei völlig unterschiedliche Dinge. Davon abgesehen kann jeder Anleger seine Coins in einem Cold Wallet oder einer Paper Wallet unabhängig von zentralen Organisationsformen sichern.

Zufälle

Auch zufällig eintretende Phänomene könnten für einen Kursrutsch verantwortlich sein.  Genauso wie ein größerer Verkauf, der einen Stop-Loss Welle ausgelöst hat. Es könnte sich auch um völlig normale Schwankungen in einem sehr volatilen Markt handeln. Denkbar wären auch gezielte den Kurs drückende Handlungen, damit die Performance der möglicherweise anstehenden institutionellen Investoren einen Startvorteil bekommt.

Was macht die Branche?

Die Teams rund um Bitcoin, Ethereum, Eos, Iota und Co. arbeiten natürlich weiter an ihren Projekten und erhöhen somit den Wert der Kryptowährungen. Sie hören damit nicht auf nur weil der Hype aktuell fürs Erste unterbrochen ist. So gesehen ist der Wert der Coins heute höher und sie sind günstiger zu haben als vor einem halben Jahr. Es wäre also wesentlich klüger heute zu investieren als es Ende letzten Jahres der Fall gewesen ist.  Neben einigen anderen Entwicklungen benötigt der Markt Regulierungen, mehr Use Cases und institutionelle Anleger. Die Regulierungen sind notwendig, um die Sicherheit zu gewährleisten und auch die vielen Milliarden oder sogar Billionen Euro da draußen anzuziehen, die z.B. in Rentenfonds stecken. Wenn institutionelle Anleger in den Markt einsteigen, was sie aktuell vorbereiten, fließt sehr viel frisches Geld in den Markt und wird die Kurse steigen lassen. Uses Cases benötigen wir, um eben reale Umsetzungen in die Wirtschaft zu integrieren.

Wie kannst du dich als interessierter Investor verhalten?

Wenn du mit der Branche noch gar keinen Kontakt hattest, aber gerne investieren willst, ist die jetzige Phase eine gute Kaufgelegenheit. Die Wahrscheinlichkeit steigender Kurse ist nach den Kursrückgängen wesentliche höher als dies zu Zeiten des Hypes der Fall gewesen wäre. Grundsätzlich gilt immer zu beachten nur Geld zu investieren, das du nicht benötigst, nicht deine komplette Investitionssumme zu verwenden, sondern Kryptowährungen als Ergänzung zu weniger volatilen Anlagemöglichkeiten (z.B. ETFs) nutzen und langfristig halten. Solltest du zu den unglücklichen Investoren gehören, die Ende letzten Jahres in den Markt eingestiegen sind, kann es sinnvoll sein nichts zu tun. Verluste sind erst Verluste wenn sie realisiert wurden.

Welche Coins solltest du kaufen?

Aktuell werden auf coinmarketcap 1628 Kryptowährungen geführt. Hinzu kommen massig ICOs, die nicht gelistet werden. Selbst wenn sich die Technologie durchsetzen wird, besteht nicht im Ansatz ein Bedarf für diese Menge an Währungen. Vermutlich werden Coins mit den besten Netzwerken überleben, sprich Bitcoin und Ethereum. Ansonsten kann es sich lohnen z.B. 10 aussichtsreiche Währungen zu kaufen, also zu streuen. In einigen Jahren kann es durchaus sein, dass neun dieser 10 Projekte nicht mehr existieren. Jedoch benötigst du nur einen Volltreffer, um deine Investition erfolgreich zu gestalten. Einige Währungen habe ich hier oder hier bereits vorgestellt.

Wo kannst du investieren?

Wenn du Kryptowährungen kaufen möchtest bieten sich entweder sehr große Börsen an wie z.B. coinbase* oder binance* oder den bisher einzigen deutschen Vertreter bitcoin*. Sie sind besser reguliert als kleine unbekannte Börsen. Um deine Coins jedoch sicher aufzubewahren empfiehlt es sich sie selbst zu Hause zu lagern, anstatt auf einer Börse für Kryptowährungen. Alternativ kannst du auch in Aktien investieren, die an die Preise der Währungen gekoppelt sind wie z.B. die Bitcoin Group. Eine weitere Möglichkeit wären Wikifolios, die einige wenige Möglichkeiten nutzen können, um am Markt zu partizipieren.

Wo steht der Kurs Ende 2018?

Das kann niemand mit Sicherheit sagen. Im Netz findest du hierzu eine Spannweite von 0 bis 250 000 Euro. Zur Orientierung kannst du dir die aktuelle Umfrage auf meinem Blog links oben anschauen und auch teilnehmen. Ich persönlich bin der Meinung, die Wahrscheinlichkeit höherer Kurse am Ende des Jahres ist aktuell höher, als die niedrigerer Kurse.

 

 

 

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