Finanzielle Bildung – Über die Notwendigkeit sich finanziell zu bilden

Finanzielle Bildung

Benötigt Deutschland finanzielle Bildung? Uns geht es doch wirtschaftlich gut. So lautet zumindest die Meinung in der aktuellen medialen und politischen Landschaft. Die schwarze Null steht und die Bundesrepublik verfügt über einen mittleren zweistelligen Milliardenüberschuss. Viel Geld, das für Investitionen bereit stünde . Es stellt sich lediglich die Frage, wofür wir das viele Geld verwenden wollen. Oder doch nicht?

Ein Trugschluss

Die finanzielle Stärke Deutschlands wird durch zwei hauptsächliche Faktoren beeinflusst. Zunächst wäre die Niedrigzinspolitik der EZB, an der wir Milliarden verdienen zu nennen. Des Weiteren holt sich der Staat die 30-40 Milliarden Euro Überschuss durch die Hintertür von den Bürgerinnen und Bürgern zurück. So geschehen durch die kalte Steuerprogression und den Niedriglohnsektor.

Die Bedeutung der schwarzen Null

In der politischen Debatte ist es wichtig, den Bürgerinnen und Bürgern das Gefühl von Sicherheit und Stabilität zu vermitteln. Insbesondere in Zeiten, in denen ohnehin Unsicherheit in der Bevölkerung durch die Einwanderungspolitik, vermeintliche Terrorgefahr, Niedrigrenten, Armut, Energiewende etc. herrscht. Stell dir vor, die Politik würde zugeben, dass Deutschland finanziell gar nicht so gut dasteht, wie es den Anschein erweckt.

Was die Politik bzw. die Wirtschaft tun könnte

Politik und Wirtschaft hätten es generell in der Hand etwas gegen die finanzielle Situation zu unternehmen. Ohne Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit wären zum Beispiel möglich: Steuerreformen (nicht umsonst kommt das Wort Steuer von „etwas steuern“), Lohnerhöhungen, Innovationen im Bereich Digitalisierung, eine Bildungsoffensive, Förderung des Teilbereichs „finanzielle Bildung“,  Unterstützung einer Unternehmerkultur, Bürokratieabbau usw.. Jedenfalls möchte die Politik uns aktuell glauben lassen, dass sie es ist, die verantwortlich für unser finanzielles Wohl ist. Das ist ist nicht falsch, aber eben auch nur die halbe Wahrheit. In erster Linie sind wir selbst verantwortlich für unser finanzielles Wohl, sowohl als Individuum, als auch als die Gesamtbevölkerung.

Plötzlich Handlungsspielraum

Sobald wir begreifen, dass wir selbst verantwortlich für unsere finanzielle Zukunft sind, haben wir plötzlich eine Menge Handlungsspielraum. Man könnte unsere finanzielle Situation mit dem Videospiel Tetris vergleichen. Wir können zwar wenig beeinflussen, welche Steine von oben auf uns zukommen. Wir können jedoch sehr wohl unser bestes Geben, die Steine so gut wie möglich zu sortieren, anstatt sie fallen zu lassen wie sie kommen und sich darüber auch noch zu beschweren. Im Gegensatz zum Spiel Tetris können wir als gesamte Bevölkerung zumindest etwas Einfluss auf die Steine nehmen, die uns die Politik zur Verfügung gibt, indem wir uns politisch interessieren und engagieren.

Bildungssystem – Was können wir tun?

Finanzielle Bildung ist die Voraussetzung des Erfolgs. Wir könnten finanzielle Bildung für unsere Kinder in der Schule fordern. Ich halte das zwar nicht für das wichtigste Fach, jedoch für eine Notwendigkeit. Wir sollten unseren Kindern die Zusammenhänge zwischen finanzieller Bildung, finanziellen Möglichkeiten und persönlichem Erfolg oder Glück vermitteln können. Zumindest in Form eines Zusatzangebotes in Schulen wäre so etwas denkbar.  In einigen Wahlprogrammen war eine Forderung zur finanziellen Bildung in Schulen bereits vorhanden. Es ist ein Teilbereich auf dem Weg unsere Kinder zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern zu erziehen, wenn wir ihnen die Vernetzungen zwischen Geschichte, Politik und Wirtschaft näher bringen.

Allgemeine Bildung, Konsum und Investitionen

Drei Teilbereiche, die ich in diesem Blog schon mehrfach erwähnt habe. Sich selbst allgemein zu bilden ist die beste Vorsorge gegen Armut. Bewusst, anstatt blind zu konsumieren schafft enormen finanzielle Spielraum. Ein viel zitierter, aber deswegen nicht weniger aktueller Satz leutet:

Wir kaufen Dinge, die wir nicht brauchen, von Geld, das wir nicht haben, um Menschen zu beeindrucken, die wir nicht mögen.

Zu guter Letzt sollten wir den Sinn und Zweck hinter Investitionen nicht vergessen. Aktien, Börse, Kryptowährungen und Co. sind im gesellschaftlichen Konsens weiterhin negativ behaftet. Dieses Vorurteil hält sich unsinnigerweise hartnäckig, obwohl statistisch gesehen z.B. Aktien seit über 100 Jahren die beste Rendite ermöglichen.

Finanzblogger

An dieser Stelle möchte ich erwähnen wie hervorragend sich die Szene der Finanzblogger in den letzten Jahren 2-3 Jahren entwickelt hat. Nicht nur in der Quantität, sondern ebenso in der Qualität, stoßen wir hier in eine Bildungslücke hinein und versuchen sie mit einer gewissen Seriosität, Diversifikation, aber auch jede Menge Freude am Investieren zu schließen. Wenn du dir einen Überblick über die besten Finanzblogger/innen verschaffen möchtest, dann schaue beim Finanzblogroll vorbei.

Was kommt bei der Bevölkerung an?

Wie im ersten Abschnitt bereits erwähnt, werden wir mit Nachrichten überhäuft, dass es uns in Deutschland finanziell gut geht. Diese Aussage ist zumindest streitbar und es kommt der Verdacht auf, dass sich die Bundesregierung eine finanzielle Entlastung der Bürgerinnen und Bürger gar nicht leisten kann. Schließlich kommt der Überschuss überhaupt erst zustande, da sie uns eben nicht teilhaben lässt und uns das Geld über die Steuern weiter aus der Tasche zieht.

Nur über Wertschöpfung

Bevor die Politik also Geld verteilen kann, müssen wir zunächst mehr Geld erwirtschaften. In diesem Bereich wurden Entwicklungen in den letzten 10-20 Jahren schlichtweg verschlafen. Wir klammern uns an die Errungenschaften des Maschinenbaus und der Autoindustrie mit Hilfe von übermäßigen Subventionen und sogar durch Beihilfe zum Betrug. Dabei sollten wir uns schleunigst auf die Möglichkeiten der enormen Wertschöpfungschancen im Bereich der Digitalisierung kümmern.

Chance statt Angst

Anstatt Angst um die Arbeitsplätze in der Bevölkerung zu streuen, wäre es sinnvoller sich auf die Chancen der Digitalisierung zu konzentrieren. Hier können neue Wertschöpfungsketten in einem Ausmaß entstehen, welche wir zuletzt im Zeitalter der Industrialisierung hatten. Die Angst der Bürgerinnen und Bürger ist nachvollziehbar und verständlich. Ich halte es für die Aufgabe der Politik, nicht die Augen vor den Veränderungen zu schließen, sondern die Bevölkerung durch die notwendigen Rahmenbedingungen auf die Veränderungen vorzubereiten und ihnen die Angst zu nehmen. Wenn wir dieses Thema ordentlich anpacken, kann der wirtschaftliche Wohlstand eventuell ohne Schummeln durch Niedrigzinsen oder Niedriglöhne gesichert werden.

Zurück zur finanziellen Eigenverantwortung

Ein Wort an die jungen Leser: Durch finanzielle Bildung, bewussten Konsum, Investitionen, mündiges Denken und Handeln, politisches und wirtschaftliches Interesse und Teilhabe kannst du deiner Zukunft positiv entgegen sehen. Es ist absolut möglich bereits in jungen Jahren die Weichen für das eigene spätere Glück in die Hand zu nehmen.

Wie bedeutsam ist finanzielle Bildung für dich? Wird dieses Thema überschätzt oder haben wir Deutschen Nachholbedarf?

 

Wozu der ganze Stress ums Geld?

Wozu der ganze Stress ums Geld?

Jeder will es haben. Am besten so schnell und unkompliziert wie möglich. Die Rede ist vom Geld oder alles was sich in selbiges umtauschen lässt. Doch wozu der ganze Stress, den wir auf uns nehmen, um möglichst viel Geld zu erhalten?

Von Schnecken und Muscheln

Um Tauschhandel zu ermöglichen kamen Menschen im alten China vor über 3 500 Jahren auf die Idee Kauri-Schnecken als Währung zu akzeptieren. In Ägypten wurden Reis, Tee oder Pfeffer als Währung verwendet. Damals bestimmte die Regierung einen entsprechenden Gegenwert. Auch Muscheln kamen als Tauschmittel immer wieder vor. Doch man stellte schnell fest, dass eine auf Dauer funktionierende Währung gewisse Voraussetzungen benötigte. Neben der entsprechenden Haltbarkeit, musste sie vor allem gut transportabel, knapp und fälschungssicher sein. Im 21. Jahrhundert werden diese Bedingungen übrigens am besten durch Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum erfüllt.

Voraussetzung erfüllt

Wenn eine Währung die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt, wollen wir Menschen sie unbedingt besitzen. Dabei ist es weniger wichtig, ob es sich um Euro, Dollar, Gold oder Bitcoin handelt. Vermutlich würden wir so ziemlich jeden Gegenstand besitzen wollen, vorausgesetzt er genießt das Vertrauen der Bevölkerung.

Geld und die Bedürfnisse

Durch die Etablierung eines funktionierenden Währungssystems, eingebettet in stabile wirtschaftliche und politische Verhältnisse, ist man in der Lage, die Grundbedürfnisse einer sehr großen Anzahl von Menschen zu befriedigen. Bürgerinnen und Bürger, die einen Beitrag an der Gemeinschaft in Form von Erwerbstätigkeit leisten, bekommen hierfür einen gewissen Anteil der im Land akzeptierten Währung. Hiermit können sie ihre Grundbedürfnisse (Wohnen, Transport, Lebensmittel, Paarung) finanzieren.

Die Wurzel des Trubels

Neid, Missgunst, Eifersucht, Streit, Ehebrüche, bis hin zu Körperverletzung und Mord. All diese negativen Phänomene können aus finanziellen Motiven entstehen. Wir Menschen sind von Beginn unserer Existenz dahingehend sozialisiert, dass wir den Besitz von Geld mit einer vorausgegangenen Erwerbstätigkeit koppeln. Da unsere Grundbedürfnisse hiermit zusammenhängen, ist Geld eine äußerst sensible Angelegenheit. Die Tatsache, dass Grundbedürfnisse immer teurer werden, insbesondere Wohnen und Transport, rückt private Finanzthemen in ein noch heikleres Licht.

Entkopplung des Geldes von Erwerbstätigkeit

Unter Umständen könnte es der Bevölkerung helfen die Erfüllung von Grundbedürfnissen durch den Besitz einer akzeptierten Währung von Erwerbstätigkeit zu entkoppeln. Hiermit möchte ich nicht auf eine Art bedingungsloses Grundeinkommen hinaus, sondern zunächst von den Möglichkeiten, die sich so in unseren Denkstrukturen entfalten könnten. Wenn die Erwerbstätigkeit nicht mehr oder nur noch teilweise für die Erfüllung unserer Bedürfnisse notwendig wäre, würde unser Geist offener für Alternativen sein.

Zurück zu den Finanzen

Wir alle können selbstbestimmt einen Teil unseres Geldes, das wir für die Deckung unserer Grundbedürfnisse benötigen, durch alternative Angebote erwirtschaften und durch intelligentes Finanzmanagement im Privathaushalt optimieren. Anfang des Jahres hat die Investmentbank Credit Suisse die Ergebnisse einer Studie veröffentlicht, die belegen kann, dass Aktien seit dem Jahr 1900 die renditestärkste Anlageform sind.


Umdenken

Da wir vor allem in Deutschland dem Erwerb von Geld durch Arbeit einen so hohen Stellenwert beimessen, verpassen wir die Möglichkeit mit zum Beispiel langfristigen Aktieninvestments der Erwerbstätigkeit teilweise zu entgehen und dennoch unsere Bedürfnisse stillen zu können. Wir erachten Aktien, ETF oder Kryptowährungen als etwas semi-kriminelles, verachtenswertes oder umoralisches, weil es nicht mit unserem indoktrinierten sozialen Kompass übereinstimmt. Dieser behauptet Geld wird alternativlos durch Arbeit erwirtschaftet und hat immer den gleichen Wert. Aktien unterliegen Schwankungen und Gewinne sind auch noch ohne Erwerbstätigkeit möglich. Das passt nicht zusammen.

Politischer Konsens – Was ist sozial?

Es wird sogar als nicht sozial angesehen an Unternehmensgewinnen beteiligt zu sein. Denn wir halten an unserer gewohnten Gedankenstruktur fest, dass Gewinne, die nicht aus Erwerbstätigkeit stammen, mindestens einen faden Beigeschmack haben. Wäre es nicht viel sozialer einem größeren Teil der Bevölkerung die Partizipation am Aktienmarkt zu ermöglichen, um die Abhängigkeit von der Erwerbstätigkeit etwas zu verringern?

Die Schattenseiten der schwarzen Null

Deutschland geht es super, die Kassen sind voll und die Steuern sprudeln. Auch das ist aktuell Konsens. Bei näherer Betrachtung fällt auf, dass die wirtschaftliche Stärke Deutschlands auf der Einführung des Niedriglohnsektors, befristeten Arbeitsverträgen und der Zinspolitik der EZB beruht. In Kombination mit stark angestiegenen Preisen für die Grundbedürfnisse Wohnen und Transport machen sich Sorgen und Unzufriedenheit in der Bevölkerung breit. Es kann zu einer Spaltung der Gesellschaft und politischen Spannungen führen.  Hinzu kommt, dass unsere Gesellschaft durch ihren Beitrag zur Erwerbstätigkeit chronisch erschöpft und starkem Stress ausgesetzt ist.

Die Belohnung

Als Individuum hat man nun Sorgen um die eigene Erwerbstätigkeit, denn sie ist unter Umständen befristet. Man macht sich Gedanken um das notwendige Geld, weil die Preise steigen. Den Stress und die Müdigkeit nimmt man kaum noch war, da er sich als Dauerzustand etabliert hat. Um diesem unangenehmen Szenario zu entkommen benötigen wir eine Belohnung, die höhere Bedürfnisse wie Anerkennung oder Selbstverwirklichung befriedigen soll. Hierfür nutzen wir das rare Geld und kaufen uns temporäres, aber kein nachhaltiges Glück. Der Konsum hilft der Wirtschaft, aber das eigene Burnout wurde nur aufgeschoben.

Wozu also der Stress ums Geld?

Für nachhaltiges Glück benötigen wir weniger Materielles als wir tatsächlich besitzen. Doch um Sicherheit, Zufriedenheit und Gesundheit in der Bevölkerung zu etablieren, benötigt man entsprechende Rahmenbedingungen, die politisch gegeben sein müssten.  Aber auch jede/r Einzelne ist des eigenen Glückes Schmied. Je schneller wir uns von dem Gedanken lösen, dass nur Erwerbstätigkeit unsere Bedürfnisstruktur befriedigt, desto eher werden wir kreative Ideen entwickeln und Alternativen finden. Langfristiges Investieren ist hierfür bestens geeignet.

Wie geht das?

Um die Befriedigung der Grundbedürfnisse teilweise von Erwerbstätigkeit zu entkoppeln, müssen wir früh über Alternativen reden. Finanzielle Bildung könnte Teil des Schulcurriculums sein. Schülerinnen und Schüler benötigen ein Verständnis für Zusammenhänge und Kausalitäten in diesem Bereich. Wie häufig kommen junge Menschen in schlecht bezahlte Berufe und übernehmen sich finanziell und wäre das nicht durch eine frühe Unterstützung vermeidbar? Darüber hinaus müssten Vorurteile im Bereich der Investments abgebaut werden. Eltern sollten Beratungsangebote wahrnehmen können, wie sie am besten für ihre Kinder finanziell vorsorgen oder auch ihre Haushaltskasse führen können. Vermutlich gibt es irgendwo da draußen noch bessere und bereits ausgearbeitete Ideen.

Wozu der Stress ums Geld? Über Beiträge zum Thema freue ich mich sehr!