Leistungsgesellschaft und Selbstverantwortung

Leistungsgesellschaft und Selbstverantwortung

Es ist eine der ersten Fragen eines typischen Small Talks. Was machst du eigentlich beruflich?  Wir Deutschen sind Weltmeister darin uns über Lohnarbeit zu definieren. Als würde die Art und Weise wie wir unser Leben finanzieren unser Leben beschreiben können. Wir definieren uns nicht nur über die Funktion in unserer Gesellschaft, sondern tragen unsere Erfolge gerne nach außen. Wir kaufen uns ein tolles Auto oder ein modernes Haus. Das Materielle soll ein glückliches und erfolgreiches Leben repräsentieren. Manche von uns hängen sich Urkunden, Doktortitel, Auszeichnungen oder sonstige Zertfikate an die Wand.  Wir verbringen 40 oder mehr Stunden in der Woche mit Lohnarbeit. Doch Leistung ist nicht gleich Lohnarbeit!

Was ist denn hier los?

2017 ist Wahljahr. Alle vier Jahre diskutieren Spitzenkandidaten auf Marktplätzen, in Bierzelten und Talkshows über die wichtigsten politischen Themen. Einwanderung, Soziale Gerechtigkeit, Innere Sicherheit, Außenpolitik und die Rente. Ein beliebtes Argument: Wer 40 Jahre gearbeitet hat, sollte den Lebensabend nicht mit einer Mindestversorgung erleben müssen. In diesem Fall gehen wir jedoch davon aus, dass Leistung alleine an der Zeit bzw. an der verrichteten Arbeit bemessen wird. Es sollte jedoch eine Variable berücksichtigt werden. Von großer Bedeutung ist der Ertrag der Leistung, die innerhalb einer bestimmten Zeit erbracht wurde.

Wie ist das gemeint?

Stell dir ein mittelalterliches Dorf vor. Ein Bauer ist für die Wasserversorgung der Gärten zwecks Selbstversorgung zuständig. 40 Jahre lang läuft er jeden Tag 12 Stunden zum Brunnen und zurück, um die notwendige Wassermenge in seine Eimer zu schöpfen. Sein Nachfolger schaut sich den Ertrag der Leistung in dieser Zeitspanne an. Er setzt sich an einen Tisch und skizziert ein Grabensystem. In den nächsten Wochen hebt er Gräben aus und leitet die Kanäle zu allen Gärten im Dorf weiter. Das Wasser fließt nun automatisch zu den übrigen Bauern. Ein Mal am Tag überprüft der Bauer sein System. Die restliche gewonnene Zeit nutzt er, um anderen Tätigkeiten nachzugehen. Er hat den selben Ertrag erbracht wie sein Vorgänger und zwar in einem Bruchteil der Zeit.

Eine Chance!

Im ersten Moment hört sich diese Herangehensweise gegenüber den hart arbeitenden Menschen in der Republik vielleicht vorwurfsvoll an. Es geht jedoch nicht um Vorwürfe, sondern um Selbstverantwortung. Wenn wir selbst verantwortlich sind für unsere aktuelle finanzielle Situation, dann haben wir es auch in der eigenen Hand, diese zu ändern. Insbesondere erfolgreiche Menschen suchen die Schuld nicht im Außen, sondern schreiben sich Versagen auf die eigene Fahne. Das ist keine Schande, sondern sehr hilfreich.

Mit Selbstverantwortung zu mehr Ertrag

Der eine oder andere ist nach dem letzten Abschnitt vielleicht empört und denkt womöglich über seine schwierigen Umstände nach wie zum Beispiel:“mein Chef verweigert mir eine Beförderung“, „meine Frau und meine Kinder fordern mich zu sehr“, „ich bin krank, es geht eben nicht mehr“ etc.. Wenn deine Lebensumstände dich zu viel Energie kosten, das ist es eben genauso wie es ist. Niemand ist hierfür verantwortlich außer dir selbst. Der einzige, der diese Situation ändern kann bist du selbst. Mit Schicksalen hadern macht keinen Sinn und hilft niemandem weiter, schon gar nicht dir. Es steht außer Frage, dass du es im Falle einer Krankheit oder durch einen Schicksalsschlag wesentlich schwerer hast. Doch du wirst dir selbst nicht helfen können wenn du dich mit anderen Menschen vergleichst, die es leichter haben oder dem Schicksal die Schuld gibst.

Die junge Generation

Insbesondere für die junge Generation ist das unheimlich wichtig. Je früher man lernt, für die eigenen Finanzen selbst verantwortlich zu sein und niemanden außer sich selbst hierfür zur Rechenschaft zu ziehen, desto besser. Hierdurch bleibt man handlungsfähig und offen für Veränderungen und Neues. Beginne früh zu investieren, in dich selbst, in deine Umgebung, in deine Bildung und dein Vermögen.

Die Eigenverantwortung übernehmen

Es ist unheimlich leicht anderen Menschen für die eigenen Umstände verantwortlich zu machen. Nirgends wird dies deutlicher als in gescheiterten Beziehungen. Der verlassene Mann beschimpft seine Ex-Frau, die mit dem Tauchlehrer durchgebrannt ist und beschuldigt sie für sein Unglück und seinen finanziellen Ruin verantwortlich zu sein. Er fühlt sich wie ein Zahlvater, der als Unterhaltssklave in der Lohnarbeit fest steckt. Die verlassene Frau beschimpft ihren Ex-Mann, weil dieser eine Affäre mit einer Krankenpflegerin begann. Sie fühlt sich als Opfer, denn sie hat für die Kinder die Karriere hin geschmissen und findet keinen Anschluss im Beruf. Beide verstehen nicht, dass die jetzige Lebenssituation durch eine Summe eigener Entscheidungen hervorgerufen wurde und sie selbst für die jetzige Lebenslage die Verantwortung tragen.

Zurück zur Lohnarbeit

Meistens entscheiden wir in jungen Jahren über unsere berufliche Zukunft. Uns ist nur in einem gewissen Maße bewusst, welche Konsequenzen die Berufswahl für unser weiteres Leben hat. In der Mitte des Lebens bemerken wir dann vielleicht, dass die Bezahlung der gewählten Profession kaum reicht, um Miete, Transport oder Freizeit zu finanzieren. Wir glauben von unserer Lohnarbeit abhängig zu sein, bzw. geben den Umständen die Schuld. Doch unser finanzielles Glück hängt nicht nur von der Lohnarbeit ab. Wir können unser Leistung auch in anderen Bereichen erbringen und uns ein Stück von der Lohnarbeit lösen.

Schritt für Schritt mehr finanzielle Freiheit

Ähnlich wie der Bauer das Bewässerungssystem des Vorgängers bewertete und änderte, kannst du auch dein ganz persönliches Finanzsystem zu deinen Gunsten umwandeln. Das kann einige oder auch viele Jahre dauern bis du davon profitieren wirst, aber wenn du nicht beginnst, dann wird es auch niemals dazu kommen. Zunächst benötigst du einen Überblick über deine Finanzen, also Einnahmen und Ausgaben. Dann kannst du die Ausgaben überprüfen und dich dafür entscheiden weniger, aber bewusster zu konsumieren. Dann geht es darum zu überprüfen, ob du Möglichkeiten hast, deine Einnahmen zu erhöhen.

Der Sinn von Investitionen

Als ich den Blog begann und im Netz nach Tipps im Bereich Finanzen recherchierte, entdeckte ich viele Angebote, die es angeblich ermöglichen, innerhalb kürzester Zeit viel Geld mit wenig Arbeit zu verdienen. Das ist in 99,9% aller Fälle nicht machbar Im Gegenteil, wenn du heute etwas investierst bedeutet dies, dass du im Hier und Jetzt auf etwas verzichtest, um später hiervon zu profitieren. Wenn du dir heute deine erste Aktie kaufst, dann verzichtest du auch ab heute auf dieses Geld. In 10 Jahren jedoch wirst du aber womöglich ein Vielfaches zurück bekommen und dir ein Stückchen finanzielle Freiheit erschaffen haben. Auch jährliche Dividenden schaffen dir ein Stück finanzielle Freiheit.

Du und das Geld

Wenn du das Gefühl hast neben Beruf und Familie immer noch Energie zu haben, dann beginne mit einer Investition in dich selbst. Schaue nach Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten innerhalb deiner Profession. Nutze deine Erfahrung und dein Wissen zu einem Hobby und mache es profitabel. Du angelst gerne? Dann denke über einen Angelladen nach. Du spielst Tennis? Dann beginne einen Trainerschein! Du bist ein Mathegenie? Dann gib Nachhilfe!

Bestätige dich nicht durch Materielles

Wenn man 40 oder mehr Stunden der Woche arbeitet, dann möchte man sich selbst auch belohnen. Da man so viel Zeit mit Arbeit verbringt, will man in der Regel das damit verdiente Geld wieder ausgeben. Denn schließlich hat man für dieses Geld seit vielen Jahren malocht. Also wird das neue Iphone bestellt oder der nächste Urlaub gebucht. Anstatt in diese Konsumfalle zu tappen, solltest du diese Geld zur Seite legen, denn es ist dein Kapital und lässt sich mit Geduld vermehren! Kaufe dir lieber Aktien von Apple oder Ryan Air, als dir durch kurzfristigen Konsum temporäres Glück zu kaufen.

Investitionsansätze

Zum Schluss noch einige Allgemeine Tipps zum Thema Geldvermehrung  durch Leistung ohne Lohnarbeit. Schließlich befindest du dich hier auf den Seiten eines Finanzblogs. Daher verlinke ich dir einige Artikel zu den Themen Investieren, Sparen und Vermögensaufbau.

Wenn du möglichst wenig Arbeit mit dem Investieren haben möchtest, dann investiere passiv in ETFs. Hier findest du eine mögliche Strategie.

Hier findest du allgemeine Tipps zum Vermögensaufbau.

Über Social Trading Plattformen wie Wikifolio kannst du mit anderen gemeinsam deine Performance erhöhen. Hier findest du Informationen zu diesem Thema.

Wenn du das Risiko nicht scheust und in einen Wachstumsmarkt investieren möchtest, dann informiere dich hier über Kryptowährungen.

Ganz klassisch in Einzelaktien zu investieren ist immer eine gute Idee. Hier findest du eine mögliche Vorgehensweise, um rentable Aktienwerte zu finden.

Um von der gesamten Finanzblog-Community und der Kompetenz der besten Finanzblogger im deutschsprachigen Raum zu lernen, schaue hier vorbei.

Hast du es geschafft Einkommen ohne Lohnarbeit zu erreichen? Berichte uns gerne in den Kommentaren davon!

 

 

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5 Gedanken zu „Leistungsgesellschaft und Selbstverantwortung“

  1. Hi,
    spannendes Thema, das auch mich schon in mehreren Beiträgen umgetrieben hat. Deine Gedanken zu dem Thema sind interessant und ich teile auch zum Großteil deine Meinung. Die meisten Menschen wissen gar nicht wo zu sie im Stande sind, bevor sie endlich Eigenverantwortung übernehmen. Dabei meine ich, dass das Ausbrechen aus dem Zirkel der Selbstrechtfertigung wohl eines der besten und belebendsten Erfahrungen sein kann, die man machen kann. Und sobald das Momentan aufgebaut ist, ist fast alles möglich.
    Die Mehrheit der Menschen wird dies nie erfahren. Zu einfach die Ausreden, zu erquickend ist es die Schuld bei anderen zu suchen. Nach außen hin wollen sie Veränderung aber eigentlich haben sie sich innerlich bereits mit ihrer Situation abgefunden.
    Das ist allerdings kein deutsches Problem. Es ist eher ein menschliches. Ich sehe es häufig auch in den USA. Nur ist es hier schwieriger es sich bequem zu machen. Soziale Sicherheit ist hier nicht so einfach zu erreichen. Interessanter Impuls für die Wahl? Naja, wohl nicht Massentauglich.
    Schöne Brücke zum Vermögensaufbau!

    Beste Grüße
    Pascal
    Fyoumoney

    1. Hallo Pascal,

      ich stimme dir zu und du beschreibst es schön. Das Ausbrechen kann tatsächlich eine belebende Erfahrung mit nachhaltig wirkender Motivation sein. Das Potential eines Menschen kann sich hierdurch entfalten. Manchmal ist das Scheitern hierfür notwendg, denn es zeigt uns unsere Grenzen und lässt uns die eigenen Fähigkeiten besser einschätzen. Und stimmt, daraus lässt sich vermutlich eine kontroverse politische Debatte machen 🙂

  2. Hallo Ronny,

    danke für diesen tollen Beitrag. Das Thema fehlende
    Eigenverantwortung begegnet mir im privaten sowie beruflichen Umfeld leider viel zu oft.
    Entweder ist der Chef, die Ehefrau, der Partner, der Nachbar, der Kollege, die Mutter, der Vater, der Bruder, die Cousine zweiten Grades, der Goldhamster oder eventuell auch der Postbote schuld. Nieeeemals kann es die eigene Schuld sein, dass man sich jetzt in einer bestimmten Situation befindet. Sei es im finanziellen, beruflichen oder privaten Bereich. Es ist grundsätzlich leichter und vor allem bequemer die Schuld bei anderen zu suchen, anstatt mal in den Spiegel zu schauen. Wie sagt man so schön: Würden viele erst mal vor der eigenen Türe kehren, wären die meisten Probleme Vergangenheit. Ich bin überzeugt, dass jeder seines eigenen Glückes Schmied ist und jeder Alles erreichen kann, wenn man nur will. Dafür muss man jedoch auch mal die Arschbacken zusammenkneifen und Verantwortung für die eigene Situation übernehmen.
    In dem Sinne
    Beste Grüße
    Daniel

  3. Hi,

    interessanter Beitrag. Grundsätzlich, und iSd was du ausdrücken willst, stimme ich dir zu, allerdings denke ich, dass „Selbstverantwortung“, „Ertrag“ und „Sicherung“ zu koppeln schwierig ist. Das läuft auf eine glanzvolle Interpretation der Innovationstheorie hinaus. Dieses Gerüst gänzlich auf Selbstverantwortung aufzubauen ist meiner Meinung nach fahrlässig. Wenn der Ertrag analysiert wird, muss definiert werden, was Ertrag eigentlich bedeutet. Ist es eben die wesentliche Erneuerung? Ist es das Gehalt? Die Selbstverantwortung hat zudem einen Haken: Die psychologische Komponente. Letztens habe ich mehrere Studien über Geld & Konsum gelesen, die meinen Blick auf finanzielle Situationen erweitert haben.
    Bei den Investitionen bin ich voll bei dir. Spannendes Thema, vllt. schreibe ich auch noch extra etwas dazu.

    lg
    Johannes

  4. Hallo Daniel, ich kann dir bei deinen Ergänzungen absolut zustimmen. Selbstverantwortung entdeckt Potentiale.

    @Johannes, das sind spannende Ansätze, die ich zum Teil bisher nicht auf dem Schirm hatte. Ich würde liebend gerne einen kritischen Artikel von dir zu diesem Thema lesen!

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