Ist die Ehe ein finanzielles Desaster?

Ist die Ehe ein finanzielles Desaster?

Heute möchte ich mich der Fragestellung widmen: „Ist die Ehe ein finanzielles Desaster?“ Die meisten von uns Investieren in die Ehe. Manche früher, manche später und einige sogar mehrfach. Die Ehe ist eine der am tiefsten verwurzelten Institutionen unserer Gesellschaft. Sie ist so fest in unser Sein und Handeln verankert, dass sie für viele Bürgerinnen und Bürger die Grundvoraussetzung eines glücklichen Lebens bedeutet. Genährt durch unsere Sozialisation, gesellschaftliche Konventionen und den Medien, ist die Ehe immer noch der Lebensentwurf, welcher am Erstrebenswertesten scheint.

Eine Investition mit sehr hohem Risiko

Die Scheidungsraten sind seit fünf Jahren leicht rückläufig. Dennoch werden aktuell 40% aller Ehen geschieden. Zu etwa zwei Dritteln geht die Initiative dabei von den Frauen aus. Das macht bezüglich der finanziellen Einbußen für beide Parteien keinen Unterschied. Es bedeutet lediglich, dass Männer statistisch gesehen häufiger unfreiwillig in diese Situation geraten. Kommt es zur Scheidung, müssen Frauen und Männer mit erheblichen finanziellen Einschnitten rechnen. Bevor ich auf diese eingehe, möchte ich einen Blick auf die finanziellen Vorteile von Eheschließungen werfen.



Keine Pauschalaussagen möglich

Zunächst ist es wichtig zu verstehen, dass finanzielle Vor- und Nachteile sehr von der jeweilig individuellen Situation abhängig sind. Ein 20 Jahre verheiratetes Paar mit Haus, drei Kindern und ohne Ehevertrag, wird mit komplexen Fragestellungen bezüglich der finanziellen Konsequenzen konfrontiert sein. Insbesondere dann, wenn beide sehr unterschiedlich verdienen oder es sich sogar um eine so genannte Hausfrauenehe handelt. Dahingegen unterscheiden sich die finanziellen Belastungen zum Beispiel bei einem kinderlosen recht frisch verheirateten Paar mit Ehevertrag und ohne Immobilie deutlich von dem anderen genannten Beispiel.

Finanzielle Vorteile

Da die meisten Ehepaare die hohe Scheidungsrate aus einer Mischung aus Naivität und Romantik gerne verdrängen, rechnen sie mit folgenden finanziellen Vorteilen: Bei unterschiedlichen Einkommen sind Steuerersparnisse durch den Wechsel der Steuerklasse möglich. Der Freibetrag der Abgeltungssteuer erhöht sich zudem von 801 Euro auf 1602 Euro. Sehr große Vorteile sind in den Bereichen Erbe und Schenkungen möglich. Auch die potentielle Witwen- oder Witwerrenten haben ihre Daseinsberechtigung. Ebenfalls lässt sich durch das Zusammenlegen einiger Versicherungen Geld sparen. Außerdem findet eine finanzielle Absicherung durch den Ehepartner statt u.a. bei geringerem Verdienst, Krankheit, Berufsunfähigkeit, Kinderbetreuung etc.. Die finanzielle Versorgung der Kinder wird durch Unterhaltsansprüche gesichert.

Im Fall der Fälle

Einige der finanziellen Vorteile sind ebenfalls eher individuell anzusehen. Verdienen Frau und Mann zum Beispiel etwa gleich viel, bringt der Wechsel der Steuerklassen kaum Vorteile. Außerdem liegt es im Auge des Betrachters, ob die Zusammenlegung des Vermögens nun eher ein Vorteil ist oder zu hohe Risiken birgt. Denn vier von zehn Ehen werden wieder geschieden. Auch die finanziellen Nachteile sind individuell zu sehen. Sehr häufig unterscheiden sich nach einer Scheidung auch die finanziellen Herausforderungen zwischen Männern und Frauen. Hierauf werde ich im weiteren Verlaufe des Artikels noch etwas eingehen.

Nachteile im Allgemeinen

Das gemeinsame Vermögen wird in der Regel aufgeteilt. Als Vermögen gilt alles was in der Ehe angeschafft worden ist. Wer das finanziert hat ist nicht relevant, da die Ehe als Zugewinngemeinschaft betrachtet wird. Das bedeutet eine angeschaffte Immobilie wird häufig entweder verkauft oder einer der Partner muss ausbezahlt werden. Ebenso verhält es sich mit allen in der Ehe getätigten Anschaffungen (Auto, Hausrat etc.) Hinzu können erhebliche Anwalts- und Gerichtskosten kommen. Je höher der Streitwert, desto höher sind die Kosten. Unterhaltsansprüche können sehr belastend sein. Während ein Ehepartner vielleicht darauf angewiesen ist, muss der zahlende Ehepartner mit jahrelangen erheblichen finanziellen Einbußen leben. Aus einem Haushalt müssen wieder zwei Haushalte gemacht werden. Das kann richtig Geld kosten.

Je nach Geschlecht

In vielen Ehen bleibt der Mann derjenige, der die Brötchen verdient. Frauen bleiben häufiger zu Hause oder gehen einer Teilzeitbeschäftigung nach, um das Familienleben zu managen. Hieraus entstehen unterschiedliche Herausforderungen finanzieller Art. In mehr als 80% aller geschiedenen Ehen bleiben die Kinder bei den Müttern. Hierdurch entstehen Schicksale von alleinerziehenden Frauen, die Beruf und Familie unter Umständen mit geringen finanziellen Mitteln unter einen Hut bekommen müssen. Auf Seiten der Männer gibt es unzählige Zahlväter, die malochen und schuften, um den hohen Unterhaltsansprüchen gerecht zu werden. Hierbei dürfen sie ihre Kinder häufig nur sehr selten sehen, was psychisch meist sehr belastend sein kann.

Aus Sicht der Frau (oder des alleinerziehenden Elternteils)

Grundsätzlich ist der alleinerziehende Part (meist sind es eben Frauen) finanziell durch den Ex-Partner abgesichert. Die Unterhaltszahlungen sind in der Regel recht hoch. Dennoch kommt es zu Fällen, in denen der Vater entweder nicht zahlen kann oder nicht zahlen will. Hinzu kommt, dass manche Frauen bereits sehr lange keiner beruflichen Beschäftigung mehr nachgegangen sind und somit eine Integration in den Arbeitsmarkt schwierig ist. Laut Gesetz sind alleinerziehende Eltern in der Lage ihren Lebensunterhalt selbst zu erwirtschaften, sobald die Kinder mindestens drei Jahre alt sind. Man geht davon aus, dass der Nachwuchs dann eine Kinderbetreuung bekommen und die Mutter wieder arbeiten gehen kann. So kann es zu ungünstigen Kombinationen kommen. Nämlich dann, wenn eine Mutter schwer in den Arbeitsmarkt zu integrieren ist oder gar nicht arbeiten möchte. Und gleichzeitig der Vater keinen Unterhalt zahlen kann oder will. Die Leidtragenden sind die Kinder. Übrigens sind 85% aller kriminellen Männer vaterlos aufgewachsen!

Aus Sicht der Männer (oder des bröchtenverdienenden Elternteils)

Bei einer Scheidung wird die Ehe ohne Ehervertrag als Zugewinngemeinschaft angesehen. Das heißt angeschafftes Vermögen, das sehr häufig durch die Väter erwirtschaftet wird, gehört zu gleichen Teilen beiden Ehepartnern. Entsprechend wird es auch aufgeteilt. Da in den meisten Ehen die Kinder bei der Mutter bleiben, müssen Väter mit sehr hohen Unterhaltsforderungen über einen sehr langen Zeitraum rechnen. Berechnet wird der Unterhaltsanspruch am Einkommen. Über die sogenannten Düsseldorfer Tabelle kann man einsehen, was einen erwartet.

Ein Beispiel

Verdienst du als Mann 2 500 Euro netto und hast zwei Kinder im Alter von 10 und 16 Jahren, dann zahlst du insgesamt etwas über 1 000 Euro netto an deine Ex-Gattin. Außerdem verzichtest du auf das Kindergeld. Vielleicht ging das Kindergeld für beide Kinder vorher auf dein Konto ein, was bei dem oben genannten Beispiel zu einem monatlichen Geldeingang von etwa 2 900 Euro geführt hätte (das Kindergeld liegt bei 190 Euro pro Kind bei zwei Kindern, ich runde der Einfachheit halber auf). So würde sich dein monatlicher Geldeingang im Anschluss an die Scheidung für einen sehr langen Zeitraum um etwa 1 400 Euro verringern und somit quasi halbieren. An dieser Stelle sind noch keine eventuellen Unterhaltsansprüche deiner Frau eingerechnet. Dein Selbstbehalt liegt bei 1080 Euro, vorausgesetzt du bist erwerbstätig (ansonsten 880 Euro). Bis zu diesem Betrag kann dir der Staat theoretisch jeden Euro abnehmen.

Nur in der Ehe?

Zugegeben sind einige dieser genannten Nachteile nicht auf die Ehe beschränkt. Unterhaltspflichtig ist man gegenüber den eigenen Kindern immer. Jedoch kommen in der Ehe eventuell Unterhaltsansprüche an den Ehepartner hinzu, sowie erhebliche Einbußen durch die Zugewinngemeinschaft, bzw. das halbierte Vermögen. Daneben kann es noch zu einem Versorgungsausgleich kommen bis hin zur Übertragung von Rentenansprüchen, sowie hohen Kosten für Anwälte, Verträge und Gerichte.

Ehe = Erstrebenswertes Lebensmodell oder finanzielles Desaster?

Es bleibt jedem selbst überlassen sich für oder gegen die Ehe aus finanzieller Sicht zu entscheiden. Frauen sollten definitiv darauf achten nicht in eine Abhängigkeit vom Geldbeutel des Mannes zu geraten. Männern sollte die Statistik bewusst sein, dass die Scheidungsrate bei 40% liegt und die meisten Scheidungen von Frauen eingereicht werden. Darüber hinaus in mehr als 80% aller Fälle die Kinder bei den Müttern bleiben und somit sehr lange viel Unterhalt gezahlt werden muss. Wer heiraten möchte, dem sollte bewusst sein, dass es das Ende der finanziellen Freiheit sein kann.

Tipps zum Selbstschutz

Damit du nicht in ein finanzielles Desaster steuerst, fasse ich hier noch einige Tipps zu deinem Schutz zusammen. Egal, ob Mann oder Frau.

  • Begib dich nicht in eine finanzielle Abhängigkeit von deinem Partner
  • Bleib nah am Arbeitsmarkt auch mit Kindern
  • Führt getrennte Konten und ein gemeinsames Haushaltskonto
  • Setzt einen Ehevertrag auf und lasst ihn notariell beglaubigen. Ansonsten nutzt er euch nicht viel.
  • Beide sollten das Sorgerecht haben
  • Denkt über ein Wechselmodell im Falle einer Scheidung nach
  • Heirate generell nicht aus finanziellen Gründen
  • Die Zugewinngemeinschaft gilt erst ab Beginn der Ehe. Was vor der Ehe dir war, bleibt dir. Aber du musst es nachweisen können!
  • Überlasst nie eurem Partner alle finanziellen Belange
  • Denkt über eine Lebensgemeinschaft ohne Ehe nach
  • Heirate keinen egozentrischen Menschen.  Sie werden in der Regel bei einer Scheidung alles „heraus holen“ wollen
  • Investiert fleißig in Aktien!

 

 

 

 

 

(Visited 429 times, 1 visits today)

8 Gedanken zu „Ist die Ehe ein finanzielles Desaster?“

  1. Habe nicht wirklich Ahnung und daher mal schnell in der Düsseldorfer Tabelle den Kindesunterhalt nachgesehen.
    Dieser beträgt bei den im Beispiel genannten Bedingungen nach Abzug des hälftigen Kindergeldes 356 € für Kind A und 433 € für Kind B. Das macht 789 € die von den 2.500 € Einkommen abzuziehen wären. Es bleiben also 1.711 € übrig.

    Kindergeld erhalten beide Elternteile zu gleichen Teilen, dieses dem eigenen Einkommen zuzuschlagen ist nicht richtig. Also hat der Vater keine 2.900 € Einkommen.

    Es können die Kinder ja auch beim Vater wohnen und er bekommt den Unterhalt von der Mutter, dann steigert er sein Einkommen sogar und macht mit der Trennung ein tolles Geschäft. Aber nur wenn man die Kosten nicht berücksichtigt.

    Alternative drei wäre einfach den Unterhalt nebst Wohnort der Kinder zu teilen, dann müssen eben zwei komplette Hausstände finanziert werden und jeder Parter hat sein Einkommen plus zwei halbe Kindergeld.

    1. erstmal vielen Dank für das aufmerksame Lesen. Mein genanntes Beispiel ist tatsächlich großzügig auf- bzw. abgerundet. Eine genauere Rechnung hast du ja schon begonnen. Ich spinne den Gedanken mal zu Ende.

      Das Kindergeld gehört zwar jeweils hälftig beiden Eltern, jedoch ist eine Überweisung auf ein Konto ohne Weiteres möglich. Im oben genannten Beispiel kämen zu den 2 500 Euro, also 380 Kindergeld hinzu. Also hätte dieses Elternteil 2 880 Euro als monatlichen Geldeingang. Wie du schon richtig festgestellt hast, bleiben dem entsprechenden Elternteil nach Abzug des Unterhalts und des Kindergeldes 1 711 Euro übrig. Das wären also knapp unter 60% des vorherigen Einkommens. Wie im Artikel erwähnt sind eventuelle Unterhaltsleistungen an den Ex-Partner nicht mit einberechnet. Ebenso sind alle entstehenden Kosten, bzw. Vermögensverluste nicht einbezogen. Zwei Jahre später, wenn die Kinder 12 und 18 Jahre alt sind, erhöhen sich die Unterhaltsverpflichtungen. Das Einkommen würde sich dann von 1 711 Euro weiter auf 1544 Euro vermindern. Hiermit wären wir wieder bei den erheblichen finanziellen Risiken.

      Dass die Kinder beim Vater wohnen und der Vater Unterhalt überwiesen bekommt ist ein seltener Fall. Die Gerichte sprechen die Kinder meist den Müttern zu. Sehr schwierig gestaltet es sich den Unterhalt zu teilen. Das funktioniert eigentlich nur bei einem fest etablierten Wechselmodell, bei dem nachweislich die Kinder je zur Hälfte bei Vater und Mutter wohnen. Ist dies nicht der Fall, wird der Staat den Unterhalt vom Vater selbst dann einholen wenn die Mutter auf Unterhaltsleistungen verzichten möchte.

      Die Zahlen in der Düsseldorfer Tabelle sind übrigens nur „Richtlinien“. Die Richter haben die Möglichkeit die Höhe des Unterhalts zum Beispiel aufgrund regionaler Lohnunterschiede anzugleichen.

      1. Hallo zusammen,

        Das Kindergeld ist kein Einkommen des Vaters, es steht beiden Eltern zu gleichen Teilen zu. Leider zählt das Elternteil, auf dessen Konto das Kindergeld gezahlt wird dieses oft zu seinem Einkommen dazu. In diesem Beispiel hat der Mann nach Zahlung des Unterhalts noch ca. 68 % von seinen Nettoeinkommen zur Verfügung. Sein anteiliges Kindergeld ist beim Zahlbetrag des Unterhalts bereits berücksichtigt, damit bekommt er indirekt das hälftige Kindergeld. Die Kinder sind älter als 3 Jahre und damit wird die Mutter nach der Scheidung für sich persönlich nur in ganz seltenen Ausnahmefällen noch Anspruch auf Unterhalt haben. Die finanziellen Einbußen der nun alleinerziehenden Mutter und das damit erhöhte Armutsrisko der Kinder bleibt hier leider außen vor.

        Kinder kosten nunmal Geld und beide Eltern wollten sie in der Regel auch haben und damit muss derjenige bei dem die Kinder leben auch einen finanziellen Ausgleich erhalten. Nicht immer mag das im Einzelfall gerecht sein, aber der Staat muss dafür ein Hilfsmittel zu Verfügung stellen das möglichst vielen Fälle gleichermaßen gerecht wird. Und das ist mit der Düsseldorfer Tabelle sicher gelungen. Und das dieser Zahlbetrag nicht ausreicht um die wirklichen Kosten eines Kindes komplett abzudecken sollte auch jedem Bewusst sein. Auch die Mütter müssen von ihrem Einkommen noch viele Kosten der Kinder übernehmen.

        Das Wechselmodel ist das anstrengendste Model für Kinder, sie haben keinen Lebensmittelpunkt mehr. Was man den Kindern damit antut ist zu vergleichen mit einem Arbeitnehmer der ständig für sein Unternehmen auf Reisen ist und 24 h/ 7 in wechselnden Hotels wohnt. Wir Erwachsene würden dies sicher nicht lange erleben wollen. Kindern mutet man es aber zu, und die können sich oft noch nicht einmal dagegen wehren.

        Und wie immer wenn es um Trennungen geht kann man unterschiedliche Blickwinkel haben.

        Take care,

        June

  2. Ich habe letztens auch mehrere Artikel zu dem Thema geschrieben. Beide Partner müssen eigenständig bleiben, dann muss man sich nicht so sehr ums Finanzielle streiten. Deswegen ist es wichtig, dass sich beide am Einkommen, Haushalt und der Kindererziehung beteiligen. Ich habe großen Respekt vor Muttis/Papas, die morgens die Kids in die KITA/Schule bringen, 4h arbeiten, Kinder abholen, Kochen, Einkaufen, die Kinder zum Arzt oder Vereinen bringen.. Der Tag von Supermamas ist sehr durchgetaktet, weswegen der Partner eine Ent- und keine Belastung sein sollte. Da auch noch Zweisamkeit zu genießen ist ohne ausreichende Kinderbetreuung schwierig. Frauen trennen sich zwar öfter, sind mit der Entscheidung aber auch glücklicher, weil sie dadurch an Selbstständigkeit gewinnen und keinem hinterherräumen müssen. Laut Statistik machen Frauen sogar den Haushalt, wenn sie die Hauptverdienerin sind. Aber ich hoffe, dass die modernen Eltern von heute da emanzipierter an die Ehe gehen.

    1. Hallo Ex-Studentin,

      vielen Dank für deinen Beitrag! Ich denke eines der Hauptprobleme sind die hohen Anforderungen und die damit verbundenen hohen Belastungen für beide Geschlechter.

      Frauen schmeißen den Großteil des Haushaltes, umsorgen zum Großteil die Kinder und sollen heutzutage Brötchen verdienen.

      Männer sollen neben Vollzeitarbeit zu Hause anpacken. Sie wollen beruflich erfolgreich sein und zu Hause stets präsent.

      Hinzu kommen für beide Geschlechter erhöhte Arbeitszeiten, ständige Erreichbarkeit, Informationsverarbeitung des Medienkonsums 24h am Tag etc… und eben finanzieller Druck

      Dadurch entstehen Stress und Dauerbelastung. Der Körper erholt sich nicht mehr und die Folge davon sind stressbedingte Krankheiten wie Burnout, Depressionen und Schmerzsymptome. Das tolle Wirtschaftswachstum Deutschlands hat seinen Preis. Die Bevölerkung und auch schon unsere Kinder sind im Dauerstress.

      Davon abgesehen haben wir heute stets das Bedürfnis uns durch Gegenstände und Erlebnisse Glück zu kaufen. Das kostet Geld und dieses muss verdient werden. Junge Familien haben dazu das Problem, dass sie sich Wohnraum kaum leisten können und somit immer mehr in finanzielle Abhängigkeiten von Krediten und vom Partner geraten. Dann kann die Ehe bzw. die Scheidung tatsächlich zum finanziellen und persönlichem Desaster werden.

      Letztendlich wäre es wichtig, dass wir uns schon in frühen Jahren finanziell bilden, frühzeitig in Aktien investieren, sparen, die Möglichkeit von Eheverträgen nutzen, Eigenverantwortung übernehmen etc… Eigentlich ist das sogar der Hauptgrund weswegen ich blogge. Raus aus dem Dauerstress und finanziellen Schreckensszenarien. Frühzeitig investieren und entspannt leben. In der Familie bedeutet das vielleicht, die Möglichkeit zu haben jeweils hälftig oder dreiviertel zu arbeiten. Somit bleibt mehr Zeit für Zweisamkeit, klare Kommunikation, gegenseitige Entlastung, für die Kids etc…

      1. Du sprichst die Probleme an. Viel Stress, weniger Einkommen, mehr Ausgaben.

        Unser aktueller Plan ist, dass wir beide in Teilzeit arbeiten. Mein Freund hat jetzt schon eine 32h-Woche und man merkt den Freizeit-Vorteil enorm.

  3. @Anonymous
    Das Kindergeld gehört hälftig beiden Partnern. Da möchte ich garnicht widersprechen.

    @Ex-Studentin
    das ist toll, dass dein Freund die Möglichkeit hat und nutzt! Ich finde es auch super, dass ihr beide in Teilzeit arbeiten wollt. Damit seit ihr quasi Pioniere einer gesunden, gleichberechtigten Lebensphilosophie. Gerade für junge Menschen ist es wichtig, sich frühzeitig finanziell zu bilden und zu investieren. Hierdurch kann man sich die Möglichkeit schaffen irgendwann nicht auf Vollzeitarbeit angewiesen zu sein.

    Du hast dich ja mit der Thematik selbst ausführlich beschäftigt. Ich weise an dieser Stelle mal darauf hin:
    https://exstudentin.wordpress.com/2017/05/29/ist-das-modell-der-ehe-veraltet-persoenliches-fazit-teil-6/

  4. Hallo,
    einen kurzen Kommentar zu den steuerlichen Vorteilen wollte ich hier noch loswerden, da sehr viele hier falsch informiert sind/wurden (und da schließe ich mich selbst ein):

    Durch die Wahl der Steuerklassen ergibt sich mit dem Erhalt des Steuerbescheides keinerlei Unterschied zwischen den Kombis 3/5, 5/3 oder 4/4 mit oder ohne Faktor! Im Gegenteil kann es in bestimmten Situationen sogar darauf hinaus laufen, dass Steuern nachgezahlt werden müssen.

    Korrekt ist jedoch, dass die Wahl der Steuerklasse Einfluss nimmt auf Lohnersatzleistungen (Arbeitslosengeld/Elterngeld). Hier heißt mehr „netto“ auch mehr staatliche Ersatzleistung. Von daher kann es sinnvoll sein, dass der Partner Steuerklasse 3 wählt, auch wenn er weniger Gesamtverdienst vorweisen kann, der in Elternzeit gehen wird.

    Dass der steuerliche Freibetrag in der Ehe verdoppelt wird, ist nun auch eher kein Vorteil, da ansonsten jeder Partner vorher über eben die Hälfte verfügt. Temporäre Vorteile lassen sich also hier nur schöpfen, wenn nur ein Partner Kapitalgewinne erwirtschaftet. Temporär deswegen, weil die Abgeltungssteuer sowieso wieder mit der Jahressteuererklärung über die Anlage KAP bis zum Freibetrag erstattbar ist.

    Viele Grüße
    Malachi

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.