Investieren für die Kinder

Investieren für die Kinder

Durch Investieren für die Kinder können wir die nächste Generation tatkräftig unterstützen. Vor einigen Tagen habe ich ein Video zum Thema „1 Million Euro Depot mit 35 Jahren“ auf einem meiner favorisierten Youtube Kanäle „Aktien mit Kopf“ gesehen. Ein User schrieb einen sehr berührenden und informativen Kommentar:

User Kommentar:

Finanzielle Unabhängigkeit ist mein Fernziel, es ist noch ein weiter Weg bis dahin. Ich habe viel falsch gemacht, hab Naturwissenschaften studiert und jahrelang in der Krebsforschung gearbeitet, was finanziell ein Fiasko war. Im Grunde habe ich meine 20er damit verbracht, wie ein Maulesel zu schuften mit zum Teil 60-Stunden-Wochen, und das für etwa 1100 Euro netto pro Monat (das war das ‚Gehalt‘ für Doktoranden). Nachdem ich das Doktorat in der Tasche hatte, hab ich die Wissenschaft an den Nagel gehängt voller Groll. Das erste faire Gehalt erst mit 30 in der Privatwirtschaft. Unglaublich. Ich würde das nie wieder so machen. Wenn Bildung, dann achtet genau darauf, welche. Heute bin ich Ende 30 und mit im Grunde immer nur frustriert in der Arbeit, hatte schon mehrere Burnouts, na grandios. Ich spare hardcore, um möglichst schnell aus dem Hamsterrad rauszukommen.

Finanzielle Gleichberechtigung

Neben zu hohem Leistungsdruck, schlechter Bezahlung und unmenschlichen Arbeitszeiten gibt es eine Reihe weiterer Gründe, warum Investitionen für die Kinder sinnvoll sein können. Heutzutage ist es keine Seltenheit, sondern eher die Regel, dass in Partnerschaften Mann und Frau arbeiten gehen „müssen“. Häufig gehen beide zu 100% arbeiten und ziehen gleichzeitig noch Kinder groß. In der vorangegangen Generation, blieben Frauen häufig zu Hause und kümmerten sich um den Haushalt, während die Männer zu 100% arbeiten gingen und im Haushalt nichts bis wenig halfen. In der modernen Welt gehen Männer und Frauen zu 100% arbeiten, während sie beide häusliche Aktivitäten übernehmen und Kinder groß ziehen.

(Finanziell) gesund leben

Im Grunde genommen geht der Gesamthaushalt im Vergleich zu früher insgesamt nun das Doppelte arbeiten und zwar für das gleiche Geld. Ein entspannter, gesunder Lebensstil ist so in meinen Augen kaum möglich. Wäre es nicht im Sinne der finanziellen Gleichberechtigung wenn Mann und Frau je zu 50% arbeiten gehen könnten und das Geld dennoch reichen würde? Es ist nicht verwunderlich, dass immer mehr Menschen in unserer Leistungsgesellschaft unter Volkskrankheiten wie Burnout leiden. Es stellt sich die Frage, wie es der nächsten Generation gehen wird und wie wir sie unterstützen können?

Ein konkreter Vorschlag!

Viele Banken bieten sogenannte Junior Depots an. Diese haben verschiedene Optionen und nicht zu vernachlässigende Vorteile. Ich habe zum Beispiel für meine beiden Söhne je ein Junior Depot bei der comdirect Bank eröffnet. Dort werden drei grundsätzliche Möglichkeiten angeboten: Aktiv gemanagte Fonds, ETFs oder der Kauf von Einzelaktien. Alle drei Möglichkeiten sind sparplanfähig oder auch als Einmalanlage investierbar. Einmalanlagen machen vor allem dann Sinn, wenn deine Nachkommen zum Beispiel eine größere Summe bei Anlässen wie der Taufe oder der Konfirmation geschenkt bekommen haben.

Worauf ist zu achten?

Einen aktiv gemanagten Fonds solltest du nicht besparen, denn die Kosten sind auf lange Sicht schädlich für die Performance. Meine favorisierte Variante ist die Anlage eines ETF Sparplans. Hier käme zum Beispiel der MSCI World in Frage. Zu beachten wären noch die Gebühren. Comdirect bietet im Zuge diverser Aktionen immer mal wieder ETFs über einen längeren Zeitraum ohne Ordergebühren an. Das ist ein nicht zu unterschätzender Vorteil, sollte jedoch regelmäßig überprüft werden. Dabei reicht es ein Mal im Jahr oder Halbjahr rein zuschauen. An Gebühren wäre noch auf die Total Expanse Ratio (TER) zu achten. Beim Erwerb von Einzelaktien könntest du zum Beispiel auf Dividendentitel setzen, um noch mehr vom Zinseszins zu profitieren. Hier ist unbedingt auf eine Diversifikation von mindestens 10 verschiedenen Titeln zu achten. Ich persönlich würde im Falle einer Investition in Einzelaktien auf Large Caps setzen. Diese unterliegen geringeren Kursschwankungen und es gibt wesentlich mehr sparplanfähige Angebote.

Die Vorteile

Ein Vorteil ist, dass du schon ab einem Betrag von 25 Euro einen Sparplan einrichten kannst. Darüber hinaus fallen die Depotgebühren in der Regel weg. Durch einen Sparplan hast du auch eine gewisse Flexibilität für Zu- und Verkäufe. Ein großer Vorteil ist auch, dass jedes Kind einen Steuerfreibetrag von 9 489 Euro zur Verfügung hat. Achtung: Manche Kunden wollen den Steuerfreibetrag für ihre eigenen Zwecke ausnutzen. Sie richten über einige Jahre einen Sparplan für die Kinder ein, obwohl sie in Wahrheit das Geld im Anschluss ins eigene Depot umschichten wollen. Diese Möglichkeit existiert definitiv nicht. Bespare den Sparplan nur wenn das Geld tatsächlich nicht gebraucht wird und nur für die Kinder gedacht ist.

Je früher, desto besser

Ich gehe nochmal auf das Beispiel des oben genannten Users ein. Nehmen wir an er ist heute 38 Jahre alt. Hätte also vor 38 Jahren jemand einen ETF Sparplan über 25 Euro für ihn eingerichtet, ginge es ihm heute vielleicht besser. Je nach ETF kann von einer durchschnittlichen Wertsteigerung von 6-9% pro Jahr ausgegangen werden. Miteinberechnen müsste man noch mögliche Gebühren, sowie die Inflation. Aus Gründen der Einfachheit lasse ich das weg. Als comdirect Depot Anleger* sind die Gebühren häufig über Aktionen recht günstig. Weiter zu beachten wäre die Abgeltungssteuer nach Verkauf des Sparplans. Wobei hier auch die Möglichkeit bestünde, den ETF weiterlaufen zu lassen und nicht zu verkaufen, um weiter vom Zinseszinseffekt zu profitieren. Die investierte Summe nach 38 Jahren läge bei 11 400 Euro. Bei einer Wertsteigerung von jährlich 6% hätte der User nun etwa 42 000 Euro Kapital zur Verfügung. Bei einer Wertsteigerung von 9% wären es ca. 89 000 Euro. Hierdurch hätte er ein Stückchen finanzielle Freiheit erreicht.

Ein Appell an die Jugend

Allen jungen Lesern rate ich dazu sich bei Onlinebanken über ETF-Sparpläne zu informieren. Fängt man früh mit dem Investieren an, wird man mit hoher Wahrscheinlichkeit stark davon profitieren. Es bieten sich vor allem globale ETFs an, welche den Weltmarkt abbilden. Wer mehr Geld zur Verfügung hat, kann weiter differenzieren. Ich habe hier kürzlich über eine mögliche ETF-Strategie berichtet.

Investierst du monatlich für deine Kinder? Vielleicht bist du auch noch jung und tätigst erste Investitionen für dich selbst? Lasst es mich in den Kommentaren wissen!

(Visited 262 times, 1 visits today)

3 Gedanken zu „Investieren für die Kinder“

  1. Hallo! Ich sehe das genauso und versuche für meine zwei Kinder seit Geburt jeden Monat jeweils 300 Euro in einen ETF Sparplan einzuzahlen. Wenn alles so läuft wie ich es mir vorstelle, haben beide Kinder dann jeweils 100000 Euro mit 20 Jahren zur Verfügung und wir müssen uns um die Finanzierung des Studiums/Ausbildung/etc. nicht mehr kümmern.

    1. Hallo Andreas,

      es freut mich sehr, dass du für deine Kinder sinnvoll sorgst! Wer sonst soll es denn tun? Die Kinder selbst können es nicht und in der Schule wird man finanziell zu 99% nicht gebildet.

      Beste Grüße

  2. Grüß Dich,

    ich habe auch (mit Unterstützung verschiedener Familienmitglieder) einen Sparplan bei comdirect für unsere im Mai geborene Tochter eingerichtet. Jeden Monat 200 Euro in drei ETF (Europa, USA und EM). Alles (zurzeit) ohne Gebühren und sie bekommt sogar noch jeden Monat 2,50 Euro „Sparplan- Gutschrift“. Da sollte in den nächsten 18-20 Jahren einiges zusammenkommen, hoffe ich,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.