Levermann Light Version

Die Levermann Strategie

Das Wikifolio „Levermann Light Version“ beruht auf dem Buch “ der entspannte Weg zum Reichtum“ von Susan Levermann. Die Levermann Strategie ist eine der bekanntesten und erfolgreichsten quantitativen Börsenstrategien. Ich habe schon früher über die Levermann Strategie berichtet. Sie ist eine bewährte Strategie, die sich insbesondere in schwierigen Marktzeiten sehr gut schlägt. Eines der erfolgreichsten Wikifolios namens „Qualität angelehnt an Susan Levermann“ beruht auf ihrer Strategie. Mittlerweile sind über 15 Millionen Euro in dieses Wikifolio investieren. Auch über dieses Wikifolio habe ich hier bereits berichtet.

Noch ein Levermann Wikifolio?

Aktuell werden auf der Social Trading Plattform Wikifolio 122 verschiedene Levermann-Depots angeboten. Davon sind 46 investierbar, aber nur 15 haben das Qualitätsmerkmal „Regelmäßige Aktivität.“ Dieses Merkmal ist jedoch Grundvoraussetzung für eine erfolgreich umgesetzte Strategie. Von diesen 15 Wikifolios weisen 14 eine äußerst zufriedenstellende Performance auf. Das sehe ich als weiteres Indiz dafür, dass die Strategie funktioniert. Jedoch muss das Depot regelmäßig überprüft werden.



Warum Levermann Light?

Die im Buch „Der entspannte Weg zum Reichtum“ vorgestellte Strategie beinhaltet die Überprüfung von 13 Kennzahlen. Susan Levermann selbst erwähnt in ihrem Buch, dass sie in ihrer Arbeit als Fondsmanagerin wesentlch mehr Kennzahlen überprüft hat. Sie hat sich in ihrem Buch für eine abgespeckte und für die Privatpersonen umsetzbare Version entschieden.  Es geht  weniger darum möglichst viele Kennzahlen zu analysieren, sondern überhaupt quantitativ und analytische mit prägnanten fundamentalen Zahlen zu arbeiten. Außerdem gibt es auf der Wikifolio-Plattform bereits genügend reine Levermann-Zertifikate und wenige Light Versionen. Es ist offensichtlich, dass es bei den gehandelten Werten zu Überschneidungen kommt. Ich werde bevorzugt Aktien von Unternehmen ins Depot kaufen, die die große und die kleine Prüfung (Light Version) bestehen.

Aufwand gespart?

Eine berechtigte Frage wäre, ob ich es mir mit einer Levermann Light Version nicht wesentlich einfacher mache. Schließlich überprüfe ich nur 5 und nicht 13 Kennzahlen. Das stimmt definitiv nicht, denn auf der Seite „Aktienassistent“ ist es möglich, sich für 12 Euro im Monat Informationen zu Aktien zu erkaufen, welche die Levermannüberprüfung schaffen. Der Aufwand beschränkt sich also auf die regelmäßige Überprüfung des Depots, die Gewichtung und die Gestaltung.
Hier macht Geld-Anlegen Spaß! (Bild, 728x90)

Die Levermann Light Version

Was unterscheidet denn nun die Levermann Light Version von der ausführlichen Version? Wie bereits erwähnt werden bei der Levermann Light Version nur 5 Kennzahlen überprüft:

  • KGV über 5 Jahre
  • Ebit Marge
  • Eigenkapitalrendite
  • Reaktionen auf die Quartalszahlen
  • Performance über 6 Monate

Die Kennzahlen im Einzelnen

Das KGV über 5 Jahre

Das KGV (Kurs-Gewinn Verhältnis pro Aktie) über 5 Jahre sollte einen Wert von 12% nicht überschreiten. Hierfür bekäme die Aktie einen Punkt. Befindet sich der Wert zwischen 12% und 16% gibt es 0 Punkte. Bei einem höheren Wert als 16% wird ein Minuspunkt vergeben.

Die Ebit Marge

Die Ebit Marge (Earnings before Interest and Taxes) muss über 12% liegen, damit ein Punkt verteilt werden kann. Bei Werten zwischen 6% und 12% gibt es 0 Punkte. Erst ab einer Ziffer von unter 6% wird ein Minuspunkt verteilt.

Die Eigenkapitalrendite

Übersteigt die Eigenkapitalrendite einen Wert von 20% wird ein Punkt vergeben. Bei einem Wert, der zwischen 10% und 20% liegt wird kein Punkt vergeben. Liegt die Prozentzahl unter 10% bekommt die Aktie einen Minuspunkt.

Die Reaktionen auf die Quartalszahlen

Sind die Reaktionen auf die Quartalszahlen positiv kann ein Punkt vergeben werden. Die Reaktionen gelten dann als positiv wenn der Kurs der Aktie am Tag nach der Veröffentlichung der Zahlen über eine gewisse geringe Toleranz ansteigt. Im Falle einer negativen Reaktion gibt es einen Minuspunkt.

Performance über 6 Monate

Liegt der aktuelle Kurs der Aktie über dem Kurs von vor 6 Monaten gibt es einen Pluspunkt. Hat sich die Performance nicht verändert wird kein Punkt vergeben. Einen Minuspunkt gibt es bei einem negativen Kursverlauf.

Die Performancegebühr

Die Performancegebühr des Levermann Light Wikifolios liegt bei 5%. Das ist geringste mögliche Gebühr. Auf eventuelle Gewinne fallen also 5% Gebühren an. Wie das alles im Einzelnen funktioniert, habe ich hier bereits erklärt. Somit sind bei einer Investition in das Levermann Light Wikifolio weniger Gebühren fällig als bei den meisten anderen Levermann Wikifolios.

Hier geht es direkt zum Levermann Light Wikifolio!

Wer noch keinen Wikifolio-Account hat, kann sich Jetzt registrieren auf wikifolio.com. Die Registrierung ist kostenlos, unverbindlich und schnell.

Habt ihr bereits Erfahrungen mit der Levermann-Strategie gemacht oder seid sogar in ein Levermann-Wikifolio investiert? Lasst es mich in den Kommentaren wissen!

 

Börse und Schule

Börse und Schule

Börse und Schule scheinen zwei völlig voneinander getrennte Welten zu sein. Nach meinem Abitur konnte ich Gleichungen lösen, zwei Fremdsprachen sprechen, Gedichte interpretieren, einen Felgaufschwung durchführen und Noten lesen. Wovon ich jedoch keinen blassen Schimmer hatte waren Finanzen. Wir alle verlassen die Schule im Normalfall als absolute Finanzlaien.

Schule und Praxis

Uns ist allen bewusst, dass wir den überwiegenden Anteil des in der Schule angehäuften Wissens niemals in der Praxis anwenden werden. Sehen wir mal von einigen Kompetenzen wie Lesen, Schreiben oder den Umgang mit Grundrechenarten ab, saugen wir unheimlich viel Wissen auf, das wir tatsächlich nie nutzen werden. Mehr noch, lernen Schüler den meisten Stoff nur auswendig und haben ihn wenige Wochen später wieder vergessen

Bildung hinkt hinterher

In der Bildungspolitik steckt kein Geld. Dazu ist das System im Allgemeinen schwerfällig und träge. Es ist unheimlich schwer dieses System an die Bedürfnisse der Welt außerhalb der Schule anzupassen. Wenn dies geschieht, dann in der Regel zu Gunsten der Wirtschaft oder als Mittel zum Zweck, um Wähler zu generieren. Die Schülerinnen und Schüler werden aus meiner Sicht unzureichend auf ihre Zukunft vorbereitet.



Warum Finanzbildung?

In Zeiten der Niedrigrente und Altersarmut ist es unerlässlich die nachfolgende Generation im Umgang mit Geld zu schulen. Hinzu kommt, dass die Lebenserhaltungskosten in der Relation schneller steigen als die Löhne. Zudem schwebt über uns allen der (selbst) auferlegte Geist des ständigen Leistungsdrucks. Männer müssen in der modernen Welt Versorger und fürsorglicher Familienvater in Einem sein. Frauen sollen heutzutage familiär und beruflich alles im Griff haben und am besten Karriere machen. Alle sind ständig erreichbar und jederzeit verfügbar. Der gesellschaftliche Burnout ist quasi vorprogrammiert. Es liegt an uns der nachfolgenden Generation Möglichkeiten zu zeigen, wie man sich NICHT selbst im Hamsterrad bis zum Burnout aufopfert.

Zwei Möglichkeiten Geld zu verdienen

Im Grunde genommen gibt es nur zwei Möglichkeiten Geld zu verdienen. Entweder geht man arbeiten, um entlohnt zu werden oder man lässt sein Geld arbeiten. Während anständige Berufsberatung wenigstens in manchen Schulen etwas betrieben wird, kommt letzteres gar nicht auf den Lehrplan. Wahrscheinlich ist das politische Absicht. Die jeweiligen Länder haben ein höheres Interesse daran, dass ihre Bürger arbeiten gehen anstatt dass das Geld der Bürger arbeitet.

Möglichkeiten in der Schule

Finanzielle Bildung müsste nicht direkt ein Regelfach in der Schule sein Es genügen Angebote, welche die Schülerinnen und Schüler wahrnehmen könnten. Anbieten würde sich das zum Beispiel als Wahlpflichtfach. Möglich wären je nach Schulform auch Arbeitsgemeinschaften oder Neigungsgruppen. Zusätzlich wäre es im Bereich das Möglichen die finanzielle Bildung mit einer anständigen Berufsberatung zu koordinieren. Die Schülerinnen und Schüler sollten über die finanzielle Komponente eines für sie interessanten Berufs bestens informiert sein. Darüber hinaus benötigen sie ein fundiertes Wissen darüber welche Einnahmen und Ausgaben im Regelfall als Erwachsener auftreten. Als letzten Schritt wäre es wichtig, sie im Umgang mit den Überschüssen und Sparbeträgen zu schulen.

Mögliche Inhalte

Wichtig wäre meiner Meinung nach ein strukturiertes Grundwissen über die gängigsten Berufsgruppen und deren finanziellen Möglichkeiten. Gerade die Information welcher Beruf wie viel Geld abwerfen kann wird in der Schule gerne vernachlässigt. Dort herrscht überwiegend noch die naive Vorstellung nur seinen Begabungen und Idealen folgen zu müssen. Dann wird schon alles gut! Diese Grundbildung sollte 1-2 Jahre vor Berufseintritt stattfinden. Im Anschluss an die Berufsorientierung kämen wirtschaftliche Grundkenntnisse auf den Arbeitsplan. Was ist ein Unternehmen? Welche Grundprinzipien stecken hinter der sozialen Marktwirtschaft und dem Kapitalismus? Was ist ein Wertpapier und eine Börse? Etc…

Kapitalanlage

Kapitalanlage in Form von Immobilliennutzung oder Börsenumgang sollte eine separate Unterrichtseinheit darstellen. Hier würde es darum gehen Vorurteile abzubauen und über die grundsätzlichen Möglichkeiten der Geldvermehrung zu sprechen. Eventuell würden die Eltern hier sogar mit lernen.

Probieren geht über studieren

Zu guter Letzt könnte man Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit geben sich in Simulationen auszuprobieren. Börsenhandel ist über Musterdepots einstudierbar. Möglich wäre zum Beispiel ein landesweiter Wettbewerb an dem Schulen teilnehmen können.

Können wir unsere Kinder Schulen?

Ich bin der Meinung, dass dies möglich ist. Die wirksamste Methode ist hierfür diesen Lebensstil einfach vor zu leben. Unsere Kinder ahmen unsere Verhaltensweise im Normalfall zu einem großen Teil nach, sobald sie selbst erwachsen werden. Warum nicht eine Arbeitsreduzierung auf 70-80% vorleben und Börsenhandel zu Hause thematisieren?

Wo üben?

Um Börsenhandel zu üben bieten sich kostenlose Musterdepots ohne Echtgeldeinsatz an. Möglich ist so etwas bei vielen Anbietern. Die meisten größeren Onlinebanken wie z.B. die OnVista Bank* bieten Musterdepots und auch Junior Depots an. Ich nutze zu Übungszwecken auch sehr gerne die Social Trading Plattform Wikifolio.

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Neben „finanzieller Bildung“ gäbe es im Übrigen weitere Bedarfsfächer, die nicht oder kaum unterrichtet werden. Mir kommt da als erstes zum Beispiel „Gesundes Leben“ in den Sinn.

Was denkt ihr über finanzielle Bildung als Schulfach. Überflüssig oder Überfällig?

Die 6 größten Börsen Vorurteile

Die 6 größten Börsen Vorurteile

Wahrscheinlich hat sich jeder Anleger schon diverse Börsen Vorurteile anhören müssen. Schlecht informierte Börsenlaiern erlauben sich auf der Basis von gefährlichem Halbwissen eine Meinung über eine Thematik, die sich nicht verstehen. Im folgenden Artikel habe ich die 6 größten Vorurteile von Menschen mit Börsenphobie zusammengefasst.




Man kann all sein Geld verlieren

Wenn ich Bekannten, Kollegen oder Freuden von meinen Börsenaktivitäten erzählte, dann sehe ich mich nicht selten mit einem Spruch konfrontiert wie diesem hier: „Tue was du nicht lassen kannst, wenn du mit dem Risiko leben kannst all deine Ersparnisse zu verlieren“. Ich weiß ja nicht nach welchen Maßstäben bei solch einer Argumentation gemessen wird. Jedoch ist es praktisch unmöglich all sein Geld an der Börse zu verlieren Sogar die Telekomanleger, die zu Beginn des Jahrtausends zu viel Geld für ein einziges, überteuertes Wertpapier ausgaben, haben mittlerweile ihre Verluste wieder ausgeglichen. Vorausgesetzt sie sind nicht ausgestiegen. Anleger, die grundsätzliches Börsenwissen (Diversifikation, kein Performance Chasing etc.) beachten, werden von ihren Investitionen auf lange Sicht auch profitieren.

Mein Nachbar hat riesige Verluste gemacht

Häufig sieht man sich auch folgender Argumentation ausgesetzt: „Ich kenne da einen, der hat sich Aktie xy gekauft und sein Geld verloren“. Diese Negativbeispiele schrecken schlecht informierte Menschen ab. Auf der einen Seite ist das verständlich. Auf der anderen Seite fahre ich immer noch gerne Auto, obwohl mein Nachbar beim Einparken Gas und Bremse verwechselt hat. Ich hoffe das Prinzip wird klar. Wenn jemand mit einer Aktie große Verluste gemacht hat? ist die Schlussfolgerung doch nicht zwangsläufig, dass Aktien gefährlich sind. Sondern, dass sich dieser bestimmte Anleger beim Aktienkauf vielleicht besonders dämlich angestellt hat.

Beim nächsten Crash ist alles futsch

Die Jahre 2000/2001, 2007/2008 und mit Abstrichen 2011 haben doch gezeigt, dass man bei der Börse unheimlich viel Geld verlieren kann. Wer im Jahre 2008 nur DAX-Investitionen im Depot hatte, musste womöglich einen Wertverlust von über 70% in Kauf nehmen. Anleger, die auf eine entsprechende Asset Allocation wert gelegt haben, erlitten dagegen vielleicht nur 30% Verlust. Bis zum Jahre 2017 sind diese Anleger jedoch fast ausschließlich in der Gewinnzone. Im 20. Jahrhundert gab es zwei Weltkriege, die Welt stand kurz vor einem Atomkrieg, es sind ganze Gesellschaftssysteme zerbrochen, es gab Terrorismus, Weltwirtschaftskrisen und Börsencrashs. Am Ende jedoch, stiegen die Kurse immer! An dieser Stelle ist es wichtig sich immer eine gewisse Cashquote bereit zu halten. Das ermöglicht es bei Börsencrashs zu Sonderangeboten Aktien zu kaufen.

Aktien kann ich mir nicht leisten

„Wenn ich das Geld hätte, dann würde ich auch Aktien kaufen“. Das ist ein weiteres häufig vorkommendes Argument. Es ist ein Irrglaube, dass nur wohlhabende Menschen von der Börse profitieren können. Im Gegenteil, denn die Börse kann uns auf lange Sicht die eigene Rente versüßen. Mittlerweile gibt es sparplanfähige ETFs, die ab 25 Euro im Monat (oder auch alle 2 Monate) investierbar sind. So kann jeder früher oder später vom Zinseszins profitieren.

Das Geschäft der Bösen

„Die Börse ist etwas für Verbrecher“ oder „An der Börse wird man nur abgezockt“ sind weitere beliebte Ausreden von Menschen mit  Börsenphobie. Es versteht sich von selbst, dass ein Fondsmanager einer Bank vor allem an der Provision des verkauften Produktes verdient und somit ein Interessenkonflikt mit dem Kunden existiert. Wenn ich als Anleger jedoch einen Indexfonds kopiere oder Dividendentitel kaufe, dann ist das weder böse, noch kann mir ein durchtriebener Banker meine Gewinne streitig machen.

Das Risiko ist mir zu hoch

Wer über einen Zeitraum von 15,3 Jahren in einen der größeren Indexfonds investiert hat, konnte noch nie kein Geld gewinnen. Um davon zu profitieren, muss ich das Risiko von Schwankungen ertragen können. Eine langfristige Strategie trägt nicht das Risiko Geld zu verlieren, sondern das Risiko Schwankungen auszuhalten. Je höher die angestrebte Rendite ist, desto höher ist das Risiko von Kursschwankungen. Auf lange Sicht jedoch, gewinnen Börsianer immer.

Welchen Börsen Vorurteilen seht ihr euch als Anleger von Menschen mit Börsenphobie ausgesetzt? Die oben ausgeführte Liste kann gerne von euch in den Kommentaren erweitert werden!

6 Tipps beim Aktienkauf

Heute möchte ich euch 6 einfache Tipps beim Aktienkauf geben. Das hier beschriebene sind „Basics“ und daher insbesondere für Börsenanfänger interessant. Gerne könnt ihr in den Kommentaren wertvolle Börsentipps für Anfänger ergänzen.





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1) Geeignete Broker

Um den richtigen Broker zu finden empfehle ich ausschließlich unter online direkt Banken zu suchen. Dort fallen die Personalkosten geringer aus, weswegen die Gebühren in der Regel geringer sind. Ich persönlich nutze am häufigsten die comdirect Bank (Jetzt das comdirect Depot eröffnen!*). Das ist der übersichtlichste Broker, der mir bekannt ist und darüber hinaus über ein sehr umfangreiches Angebot verfügt. Günstige Ordergebühren findet man zum Beispiel auch bei der OnVista Bank*. Bei einer langfristigen Strategie fällt das nicht weiter ins Gewicht. Möchtest du jedoch häufiger handeln – wovon ich abrate – bietet sich eine Bank mit sehr geringen Ordergebühren an. Über beide Broker kann man auch Wikifolio-Zertifikate handeln, was mir persönlich sehr wichtig ist.

2) Der richtige Börsenplatz

Zunächst geht es darum den richtigen Börsenplatz zu finden. Letztendlich hat diese Entscheidung keine weitreichenden Folgen. Hauptsächlich ist zu bedenken, dass sich die Handelszeiten bei den verschiedenen Börsenplätzen unterscheiden. Xetra ist der bekannteste und größte Handelsplatz. Während Xetra um 17:30 Uhr schließt ist der Börsenplatz Tradegate bis 22 Uhr geöffnet. Ich persönlich tendiere dazu meine Aktien bei Xetra zu kaufen. Ist die Börse bis 22 Uhr geöffnet, bin ich häufig versucht mich bis spät am Abend mit Kursen zu beschäftigen. Bei Xetra packe ich die Watchlist spätestens um 17:30 Uhr bei Seite. Auf Abb. 1 siehst du die drei gängigsten Börsenplätze. Aufgrund der Uhrzeit kannst du bei Xetra in der Abb keine Daten erkennen, denn Börsenplatz hatte bereits geschlossen.

3) Immer während der Handelszeiten

Ich empfehle dir deine Aktienkäufe während der Handelszeiten abzuwicklen. Außerhalb der Handelszeiten ist der Spread meist höher. Das bedeutet die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis ist höher. Dies dient hauptsächlich zur Orientierung welches Limit du setzen kannst und zu welchem vernünftigen Preis du daraufhin kaufen kannst.

4) Niemals ohne Limit

Eine der wichtigsten Regeln für Anfänger ist immer ein Limit zu setzen. Ich erinnere mich, dass ich in meiner Anfangszeit vor einigen Jahren zunächst „billigst/bestens“ angeklickt hatte. Die Bezeichnung klingt fälschlicherweise verführerisch. Klickst du billigst a, wird deine Order in der Regel sofort ausgeführt. Das bedeutet jedoch auch, dass der günstigste Preis akzeptiert wird zu dem jemand gerade bereit ist seine Aktien zu verkaufen. Meistens ist somit der Kaufpreis höher. Klickst du Limit an wird deine Order erst ausgeführt wenn jemand bereit ist zu deinem angegeben Preis zu verkaufen. Das Limit würde ich immer zum unteren Ende des Spreads hin setzen. Irgendjemand will immer verkaufen. Gerade wenn die Kurse fallen wird häufig panisch verkauft.

Abb 2. Limit und Gültigkeit

5) Auf Gültigkeit achten

Auch die Gültigkeit ist ein wichtiges Thema. Wenn du „tagesgültig“ anklickst, dann ist deine Order nur für den heutigen Tag gültig. Im Beispiel der Abb. 2 wäre der Kauf der BASF Aktie bis Ende Januar gültig. Habe ich bis dahin den Zuschlag nicht bekommen, weil ich zum Beispiel ein zu niedriges Limit gesetzt habe, muss die Order erneuert werden.

6) Gebühren bedenken

In Abb. 3 wird meine Order unmittelbar vor Kauf nochmal als Übersicht dargestellt. Spätestens jetzt sollte man sich Gedanken über die anstehenden Gebühren machen. In diesem Fall liegt eine Limit Order des Unternehmens BASF vor. 50 Stück sollen zu einem Limit von 88,2 Euro gekauft werden. Die Gebühren bei der comdirect Bank, die ich hauptsächlich nutze liegen in diesem Fall bei 4,90 Euro zuzüglich 0,25% des Ordervolumens. Das macht knapp 16 Euro für die Order. Das bedeutet, dass ich erst ab einem Gewinn von mindestens 0,4% bei meinem Investment in der Gewinnzone bin. Wobei hier bedacht werden muss, dass für den Verkauf ebenfalls Gebühren anfallen. Übrigens würde ich Einzelaktienkauf erst ab einer Investitionssumme von mindestens 20 000 Euro empfehlen. Ansonsten kannst du dir keine Diversifikation leisten und investierst dein Geld besser in einen ETF-Wertpapiersparplan.

Abb. 3 Gebühren berechnen

Aktienanalyse nach Susan Levermann – Beispiel Siemens

Aktienanalyse nach Susan Levermann

Um eine Aktienanalyse nach Susan Levermann durchzuführen werden 13 verschiedene Kennzahlen betrachtet. Diese können den Kategorien Qualität, Bewertung, Stimmung, Momentum, Technik und Wachstum untergeordnet werden.  Hier habe ich die Levermann-Strategie im Allgemeinen bereits vorgestellt. In diesem Artikel wird es darum gehen, eine Aktie nach der Levermannstrategie konkret zu analysieren. Dazu schauen wir uns das Unternehmen Siemens an. Wer Interesse an einem Wikifolio zum Thema Levermann hat kann hier klicken.

Übersicht der 13 Kennzahlen

  • Qualität: Eigenkapitalrendite, Gewinnmarge, Eigenkapitalquote
  • Bewertung: KGV, KGV über 5 Jahre
  • Stimmung: Analystenmeinung, Reaktion auf die Quartalszahlen
  • Momentum: Gewinnrevisionen, 6-Monats-Kursverlauf, 1-Jahres-Kursverlauf, Kursmomentum
  • Technik: Revearsaleffekt
  • Wachstum: Gewinnwachstum




Quellen

Um die notwendigen Informationen für eine Aktienanalyse nach Susan Levermann zu erhalten genügt in den meisten Fällen das Internet. Gerade bei den größeren Unternehmen (Large Caps) stellt die Informationssuche kein Problem dar. Möchte man kleinere Unternehmen (Small Caps) analysieren, gestaltet sich die Suche manchmal etwas schwieriger. Jedoch müssen alle Unternehmen ihre Zahlen veröffentlichen. Daher wird man meist in den Bilanzen der Jahresabschlussberichte oder Quartalsberichte fündig. Ansonsten nutze ich als Quellen hauptsächlich die OnVista Bank* , börse.de oder finanzen.net.

Los Geht’s! – 1) Die Eigenkapitalrendite

Die aktuelle Eigenkapitalrendite des Unternehmens Siemens liegt bei 15,93%. Der Jahresüberschuss liegt also 20% über dem zur Verfügung stehenden Eigenkapital. Es handelt sich daher um eine rentables Unternehmen, das genügend Geld für schlechte Zeiten zur Verfügung hat. Ab einer Eigenkapitalrendite von 20% bekommt die Aktie nach Levermann einen Punkt. Liegt der Wert zwischen 10% und 20% wird kein Punkt vergeben. Einen Minuspunkt gibt es bei unter 10%.

Ergebnis: 0 Punkt, Gesamtergebnis aktuell: 0 Punkte

2) Gewinnmarge oder Ebit

Hierbei handelt es sich um den Gewinn vor Zinsen und Steuern. Eine hohe Gewinnmarge ist ein Qualitätsmerkmal eines Unternehmens und auch gut für die Analyse nach Levermann. Es sichert das Unternehmen für schlechte Zeiten ab und lässt Spielraum bei der Preisgestaltung. Liegt die Gewinnmarge über 12% wird eine Punkt vergeben. Bei Werten zwischen 6% und 12% ändert sich nichts am Punktestand. Sollten die Ebit die Schwelle von 6% unterschreiten wird ein Minuspunkt notiert. Die Gewinnmarge von Siemens beläuft sich auf 7,4%.

Ergebnis: 0 Punkte, Gesamtergebnis aktuell: 0 Punkte

3) Eigenkapitalquote

Das Unternehmen Siemens hat eine Eigenkapitalquote von 27,21%. Auch diese Kennzahl spiegelt die Widerstandsfähigkeit eines Unternehmens in schlechten Zeiten wieder. Sie wird in Relation zum Verschuldungsgrad gesetzt. Eine hohe Eigenkapitalquote ist ein großer Pluspunkt und so wird ab einem Wert von 25% ein Punkt verteilt. Bei Zahlen zwischen 15% und 25% wird die Aktie bei der Levermann Analyse neutral betrachtet. Darunter liegende Werte werden mit einem Minuspunkt bestraft. Alles in Allem ist das Unternehmen Siemens aus qualitativer Sicht sehr gut aufgestellt.

Ergebnis: 1 Punkt, Gesamtergebnis aktuell: 1 Punkt

4) Das KGV (für das aktuelle Jahr)

Das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) wird von vielen Aktionären häufig als die wichtigste Kennzahl wahrgenommen. Unternehmen mit niedrigem KGV gelten als unterbewertet und werden bevorzugt gekauft. EIn KGV mit einem Wert größer 16 oder kleiner gleich 0 wird mit einem Minuspunkt berechnet. Werte zwischen 12 und 16 führen zu einem neutralen Ergebnis, wogegen bei Zahlen zwischen 0 und 12 ein Pluspunkt addiert wird. Das aktuelle KGV des Unternehmens Siemens liegt bei 15,4.

Ergebnis: 0 Punkte, Gesamtergebnis aktuell: 1 Punkt

5) Das KGV über 5 Jahre

Das KGV über 5 Jahre wird addiert und durch die Anzahl der Jahre geteilt. Relevant sind die vergangenen drei Jahre, das aktuelle Jahr und das zu erwartende KGV für das kommende Jahr. Punkte werden nach dem gleichen Prinzip vergeben wie beim KGV für das aktuelle Jahr. Im Schnitt liegt das KGV der letzten 5 Jahre bei 15,38.

Ergebnis: 0 Punkte, Gesamtergebnis aktuell: 1 Punkt

6) Analystenmeinungen

Liegen die Analystenmeinungen bezüglich des Unternehmens im Mittel bei „kaufen“ wird ein Minuspunkt vermerkt. Sind die meisten Analysten der Meinung die Aktie zu halten wird das Unternehmen neutral betrachtet. Raten die meisten Analysten zum Verkauf gibt es einen Pluspunkt. Achtung: Bei Small Caps und weniger als 5 Analystenmeinungen werden die Punkte nach der Levermann Analyse genau anders herum verteilt. Bei Siemens gibt es ein leichtes Übergewicht der Meinungen zum Halten der Aktie.

Ergebnis: 0 Punkte, Gesamtergebnis 1 Punkt

7) Reaktionen auf die Quartalszahlen

Legt der Aktienkurs eines Unternehmens nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen um mehr als 1% zu wird ein Pluspunkt vergeben. Lässt der Kurs mehr als 1% Federn wird ein Minuspunkt notiert. Alle Werte, die dazwischen liegen werden neutral betrachtet. Die aktuellen Quartalszahlen wurden am 9.11.2016 veröffentlicht. An diesem Tag lag der Kurs bei 104,571. Die Aktionäre waren offensichtlich sehr zufrieden mit den Zahlen, weswegen der Kurs am nächsten Tag bei 109,355 datierte. Das ist ein Plus von etwa 4,5% und somit wird nach Levermann ein Punkt addiert.

Ergebnis: 1 Punkt, Gesamtergebnis: 2 Punkte

8) Gewinnrevisionen

Relevant für die Kennzahl sind die Veränderungen der Gewinnerwartungen in den letzten 4 Wochen. Haben die Gewinnerwartungen in den letzten 4 Wochen um mehr als 5% zugenommen erhält das Unternehmen einen Pluspunkt. Bei Werten unter -5% subtrahieren wir einen Minuspunkt. Alle Werte dazwischen gehen ohne Punkte in die Rechnung mit ein. Im Falle des Unternehmens Siemens wird ein Punkt nach Levermann vergeben, da sich die Gewinnerwartungen in den letzten 4 Wochen entsprechend gesteigert haben.

Ergebnis: 1 Punkt, Gesamtergebnis: 3 Punkte

9) 6-Monats-Kursverlauf

Wenn der Kurs in den letzten Monaten deutlich (um mehr als 5%) gestiegen ist wird ein Punkt vergeben. Ist der Kurs um mehr als 5% gefallen erhält das Unternehmen einen Minuspunkt. Liegen die Werte dazwischen wird kein Punkt verteilt. Der Kurs  der Aktie Siemens ist in den letzten 6 Monaten von etwa 88 Euro auf rund 115 Euro gestiegen.

Ergebnis: 1 Punkt, Gesamtergebnis: 4 Punkte

10) 1-Jahres-Kursverlauf

Die Punkte werden nach dem gleichen Muster des 6-Monats-Kursverlaufes vergeben. Vor einem Jahr lag der Kurs etwa bei 89 Euro.

Ergebnis: 1 Punkt, Gesamtergebnis: 5 Punkte

11) Kursmomentum

Ist der Kurs eines Unternehmens in den letzten 6 Monaten deutlich gestiegen (mind. 5%) und in den letzten 12 Monaten nicht deutlich gestiegen  (mind. 5%) gibt es einen Punkt. Ein Minuspunkt wird verteilt wenn der Kurs in den letzten 6 Monaten deutlich gefallen (mind. -5%) und in den letzten 12 Monaten nicht deutlich gefallen (mind. -5%) ist. Ansonsten wird die Aktie, wie im Falle Siemens, neutral betrachtet.

Ergebnis: 0 Punkte, Gesamtergebnis: 5 Punkte

12) Revearsaleffekt

Relevant für die Kennzahl ist die Tatsache wie sich die Aktie in den letzten drei Monaten in Relation zum Vergleichsindex (in diesem Falle: DAX) verhalten hat. Für einen Pluspunkt muss die Aktie in den den drei letzten Monaten jeweils schlechter performt haben als der Index. Hat der Kurs der Aktie in den letzten drei Monaten den Dax jeweils outperformt wird ein Minuspunkt vergeben. Ansonsten wird nach Levermann kein Punkt vergeben.

 SiemensDAX
28.12. (aktuell)115,91611.474,99
28.11.105,70410.582,670
28.10.103,210.696,190
28.09.104,67710.438,340

Ergebnis: 0 Punkte, Gesamtergebnis: 5 Punkte

13) Gewinnwachstum

Die Gewinnschätzung des aktuellen Jahres wird mit der Gewinneinschätzung des kommenden Jahres in Relation gesetzt. Der Gewinn pro Aktie für das laufende Jahr liegt bei Siemens bei 6,74 Euro. Im nächsten Jahr wird ein Gewinn von 7,48 Euro erwartet. Bei einer Steigerung von mehr als 5% wird ein Punkt gegeben. Zwischen -5% und 5% gibt es keinen Punkt. Bei Werten unter -5% wird ein Minuspunkt verteilt.

Ergebnis: 1 Punkt, Gesamtergebnis: 6 Punkte

Kaufempfehlung

Größere Unternehmen wie Siemens (Large Caps) erhalten eine Kaufempfehlung ab einer Punktzahl ab 4 Punkten. Die Gesamtpunktzahl von Siemens liegt aktuell bei 6 Punkten. Somit ist die Aktie nach der Levermanalyse eine Kaufempfehlung. Sie kann gehalten werden bis sie die Punktzahl drei unterschreitet. Bevor jetzt jemand all sein Geld in Siemens investiert, will ich an dieser Stelle noch erwähnen, dass Susan Levermann eine Depotgrüße von 10-15 verschiedenen Positionen empfiehlt.

Bei Anregungen zu meiner Analyse nach Levermann könnt ihr mir diese gerne in den Kommentaren hinterlassen. Investiert ihr selbst in Levermannaktien oder habt sogar selbst aktuell Unternehmen aktualisiert, dann teilt mir das auch bitte mit! Über sonstige Rückmeldungen freue ich mich auch sehr..

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