Investieren in Fielmann

Aktientipp Fielmann

In diesem Bericht möchte ich mit euch teilen, warum Investieren in Fielmann aus meiner Sicht zum jetzigen Zeitpunkt richtig Sinn macht. Zunächst möchte ich erwähnen, dass der Großteil meiner Investitionen in einer ETF-Strategie verpackt sind. Zudem habe ich einige Investitionen in Wikifolios getätigt. Einzelaktien kaufe ich eher selten. Wenn ich das tue, dann steckt dahinter eine Buy & Hold Absicht. Es ist gut möglich, dass ich eine Aktie wie Fielmann sehr sehr lange halten oder sogar nie verkaufen werde.

Ernüchternde Q3-Zahlen

Vor etwa anderthalb Monaten brachte Fielmann die Q3-Zahlen an die Öffentlichkeit. Der Aktienkurs lag zu diesem Zeitpunkt bei 74,21 Euro. Die Anleger wurden überrascht, denn das Unternehmen wuchs langsamer als angenommen. Bereits am nächsten Tag viel der Kurs um etwa 10% und rutschte in den Folgewochen sogar unter die 60 Euro Marke. Lange Zeit war Fielmann ein Garant für stetig steigende Kurse. Doch an diesem einen Tag wurden die gesamten Kursgewinne der letzten 12 Monaten negiert.

Fielmann wächst weiter

Ich komme direkt zu einem meiner wichtigsten Argumente. Fielmann wächst weiter! Die Aktionäre wurden lediglich durch ein aktuell geringeres Wachstum überrascht. Genau dieses Schockelement ist nun aber im jetzigen Aktienpreis bereits eingepreist. Hierzu lohnt ein Blick auf den Umsatz der letzten Jahre in Mio Euro:

  • 2005: 843
  • 2011: 1.107,10
  • 2012: 1.157,10
  • 2013: 1226,50
  • 2014: 1300

Damit liegt das Umsatzwachstum relativ konstant bei etwa 5%. Aus diesem Grund kann in den nächsten Jahren weiter von einem konstanten Wachstum ausgegangen werden.

Organische Expansion

Im aktuellen Geschäftsbericht gibt Fielmann das Ziel vor mittelfristig 700 Niederlassungen (aktuell: 586) in Deutschland zu pflegen. Darüber hinaus sollen in Österreich, der Schweiz und auch in Norditalien weitere Filialen eröffnet werden. Im Zuge der Expansion darf man auch die Demographie nicht vergessen. Im deutschsprachigen Raum werden die Menschen im Schnitt und der Relation älter. Dies bedeutet einen größeren Bedarf an Seh- und Hörhilfen.

Branchenprimus

Fielmann hat den Vorteil des Branchenprimus. Jede zweite Brille in Deutschland ist eine Fielmannbrille. Dadurch hat das Unternehmen Vorteile bei der Preis- und Angebotsgestaltung. Sie können ihre Brillen günstiger und längere Garantien anbieten, da die Gesamtkosten bei der Eröffnung eines Ladens niedrig bleiben.

KGV und KBV

Kommen wir nun zu einigen wichtigen Kennzahlen der Fundamentalanalyse. Negativ ausgelegt werden kann auf alle Fälle des KGV.  Aktuell steht es bei knapp über 30, somit ist der Gewinn pro Aktie schon recht ausgereizt. Weitere Gewinne setzen eben weitere Umsatzsteigerungen voraus. Für viele Anleger ist ein so hohes KGV ein Ausschlusskriterium. Das ist jedoch eine Einstellung, die ich nicht teile.  Das KBV hat aktuell einen Wert von 8,57. Das spricht für eine gute Markteinschätzung für die Zukunft. Ein zu hohes KBV kann jedoch auch auf eine Überbewertung hinweisen. Das KGV und das KBV geben somit nicht unbedingt Hinweise auf eine Kaufempfehlung.

Eigenkapitalrendite und Eigenkapitalquote

Die Eigenkapitalrendite liegt bei 24,77%. Das ist ein sehr guter Wert und bedeutet, dass viel Gewinn auf das eigene investierte Kapital angefallen ist. Fielmann ist daher ein rentables Unternehmen. Die Eigenkapitalquote liegt bei fast 75%. Somit können Investitionen in die Expansion gewährt werden ohne über Verschuldung nachdenken zu müssen. Fielmann ist also rentabel und kann expandieren.

Das operative Geschäft

Das Ebit lag Ende des Jahres 2015 bei 18,44%. Es handelt sich hierbei um den Gewinn vor Steuern und Zinsen. Das Ebitda (Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) lag bei 21,43%. Das sind sehr gute Werte. Somit verfügt das Unternehmen über einen guten Gewinn aus dem operativen Geschäft.

Cashflow und Kurs-Cashflow-Verhältnis

Der Cashflow pro Aktie lag im Jahr 2015 bei 1,91. Das Kurs-Cashflow-Verhältnis bei 35,7. Ähnlich wie beim KGV sind niedrige KCV-Werte Hinweise auf eine Unterbewertung. Es ließe daher den Schluss zu, dass die Fielmann Aktie aktuell recht teuer ist. Nach dem Kursrutsch der letzten Wochen relativiert sich das ein wenig. Der Jahresbericht des Jahres 2016 wurde leider noch nicht veröffentlicht.

Dividende und Dividenenrendite

Im Jahr 2016 betrug die Dividende 1,75 Euro pro Aktie Die Dividendenrendite lag bei 2,56%. Fielmann erhöhte in den letzten Jahren regelmäßig ihre Dividende, so dass bei dem aktuell niedrigeren Niveau die Dividendenrendite steigt. Wenn wir für das nächste Jahr vorsichtig von einer Dividende von 1,77 Euro pro Aktie ausgehen, läge die aktuelle Dividendenrendite bei 2,90%.

Fazit

Gegen einen Kauf der Fielmann Aktie spricht die immer noch relativ hohe Bewertung. Die Aktie ist insgesamt weiter recht teuer.  Aus meiner Sicht überwiegen jedoch die positiven Aspekte. Das operative Ergebnis stimmt. Das Unternehmen ist liquide und zahlt regelmäßig Dividende. Fielmann hat ein sehr hohes Eigenkapital und dadurch die Möglichkeit zur Expansion. Insbesondere aufgrund der konstanten Umsatzsteigerungen ist Fielmann zum jetzigen Zeitpunkt für mich eine klare Kaufempfehlung. Nicht vergessen sollte man auch den Kursrückgang um mehr als 20% in den letzten Wochen, wodurch der Einstieg zur Zeit günstig ist. Mein Einstiegskurs liegt übrigens bei 63,10 Euro.

Wie ist eure Meinung zum Unternehmen Fielmann? Habt ihr selbst Aktien des Brillenherstellers im Depot oder macht ihr einen Bogen darum? Wenn ja, aus welchen Gründen? Schreibt es mir in die Kommentare. Ich freue mich mit euch über Fielmann zu diskutieren.

 

 

 

 

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3 Gedanken zu „Investieren in Fielmann“

  1. Aufgrund der hohen Ausschüttungsquote bleiben nur 10% vom Gewinn im Unternehmen hängen – Wenig Raum für Expansion, Ausschüttungssteigerungen oder Puffer für schlechtere Jahre. Zudem sind das KCV und KBV echt Irre. Für mich zu viel des guten.

  2. Edit: Der Kurssturz ist doch ein zu emotionales und schlechtes Argument. Wenn ein Artikel im Supermarkt um 100% überteuert ist kauft man ihn doch auch nicht wenn er um 20% Reduziert wird.
    Bewertet werden muss immer der aktuelle Preis, niemals frühere. Um das KGV auf ein „Normales“ Level zu hieven muss sich das Unternehmen insgesamt Verdoppeln – so viel ist aktuell eingepreist. Wann wird Fielmann wohl den doppelten Gewinn im Vgl. zu 2015 erwirtschaften? Ich sage nicht innerhalb der nächsten 10 Jahre, und über diese Zeitspanne hast du einen zu teuren Wert im Depot.

  3. Hallo Pascal,

    zunächst mal danke für deinen klaren Kommentar. Ich kann deine Sichtweise absolut nachvollziehen und mir ist ja auch bewusst, dass Fielmann ein teures Papier ist. Ähnliche Bedenken zum Thema zu hoher Preis werden häufig zu Aktien wie alphabet oder amazon geäüßert. Bei diesen hoch bewerteten Aktien scheiden sich die Geister.

    Warum kaufe ich dann dennoch die Aktie?
    Bei einer Aktienanalyse wird mir persönlich der Bedeutung des KGV manchmal zu viel Wert beigemessen. Fielmann hatte schon vor 10 Jahren ein KGV von 24. Der Kurs hat sich seither mehr als verdreifacht. Es gibt Beispiele von Unternehmen, die ein niedriges KGV haben, deren Kurs jedoch in den letzten 10 Jahren stagniert ist wie Daimler oder BMW. Lufthansa hat sich sogar halbiert.

    Dazu gehört Fielmann in die Kategorie „notwendige Güter“. Wir brauchen einfach Sehhilfen und wir werden immer mehr davon brauchen. Es ist kein Unternehmen, das uns etwas verkauft worauf wir eigentlich verzichten könnten. Ähnlich verhält es sich bei Unternehmen wie Nestle oder Fresenius. Dazu sind sie in ihrer Branche klarer Marktführer.

    Mein Anlagehorizont einer Aktie wie Fielmann liegt bei „für immer“. Somit werde ich aus der langfristigen Perspektive unterstützt durch den wahrscheinlich steigenden Bedarf an Sehhilfen über die Jahrzehnte sehr wahrscheinlich vom Unternehmen profitieren. Bei dieser Buy and Hold Strategie möchte ich dann ein solides Unternehmen, das regelmäßig Dividende ausschüttet und das ist für mich Fielmann. Die hohe Aussschüttungsquote ist auch im Sinne einer dezenten, aber stabilen Expansion.

    Hier kommt ein weiterer wichtiger Punkt ins Spiel. Viele Buy and Hold Investoren sind auf der Suche nach solchen Unternehmen. Der jetzige Kurs ist dabei weniger relevant und daher auch das KGV oder KBV. Die Psychologie der Anleger hat einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf den Kurs. Daher glaube ich, dass der Aktienkurs weiter steigen wird und dabei immer recht teuer bleibt. Die Kurskorrektur von über 20% habe ich als gute Kaufgelegenheit aufgefasst. Es kommt eben auf die Perspektive an. Mein letzter Aktienkauf war publity. Hier bin ich ganz anders herangegangen und habe sogar auf ein niedriges KGV gesetzt in der Hoffnung, dass sich der Kurs dem Wert des Unternehmens anpassen wird.

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