Eine mögliche ETF Stategie

Welche ETF Strategie ist sinnvoll?

Vor einigen Tagen brachte eine große deutsche Bank eine Statistik über die Art und Weise an die Öffentlichkeit, wie deutsche Anleger ihr Depot gestalten. Dabei wurden über 900 000 Depots beleuchtet.  Überwiegend investieren deutsche Anleger in Einzelaktien. Die beliebteste Aktie ist dabei Daimler. Nur 9% des Vermögens sind in sogenannte Indexfonds (ETFs) investiert. Dahingegen sind 24% des Vermögens in wesentlich teurere aktiv gemanagte Fonds investiert. Hier gibt es also Aufklärungspotential. Im Übrigen wurden im Jahr 2016 bis Oktober im Durchschnitt knapp 9 Trades getätigt.

Eine mögliche ETF Strategie

Bei der hier vorgestellten ETF-Strategie tätigt man nur 8 Trades. Diese jedoch nur ein einziges Mal und nicht jedes Jahr, was zu einem erheblichen Transaktions- und Steuervorteil führt. Es ist wichtig dabei auf eine gute Diversifikation bzw. Asset Allocation zu achten. Ebenso sollte man einen langen Anlagehorizont von mindestens 10 Jahren mitbringen.

75% Investitionen in ETFs – Die Verteilung

  • Nordamerika Large Caps ETF (15%)
  • Nordamerika Small- und Mid Caps ETF (13%)
  • Europa Large Caps ETF (15%)
  • Europa Small- und Mid Caps ETF (13%)
  • Pazifikraum und Asien ETF (11%)
  • Emerging Markets ETF (11%)
  • weltweiter Immobilien ETF (12%)
  • Rohstoff ETF (10%)

Diese Übersicht ist ein Vorschlag. Gewichtungen können nach persönlichen Vorlieben beliebig verändert werden.

25% Investitionen in renditesichere Anlagen

Etwa ein Viertel deiner zur Verfügung stehender Mittel solltest du in  renditesichere Anlagen investieren.  Dies verringert das Risiko von Schwankungen erheblich. Auf der anderen Seite mindert es auch die Rendite, jedoch kannst du dadurch vermeiden, insbesondere zu Beginn deiner Investitionen mit allen Mitteln in einen Crash zu geraten. Darüber hinaus hast du durch die nötige Cashquote die Möglichkeit billig nachzukaufen und es ermöglicht dir die oben genannte Gewichtung durch Zukäufe immer wieder herzustellen. Renditesichere Anlagten können Tages- oder Festgeldkonten, aber auch kurz laufende Staatsanleihen oder dein Kopfkissen sein.

Ausschüttend oder thesauriertend?

Eine wichtige Entscheidung beim Kauf eines ETFs ist die Frage nach einem ausschüttenden oder thesaurierenden Fonds. Bei einem ausschüttenden Fonds werden dir die jährlichen Dividenden auf dein Konto überwiesen. Du hast also ein zusätzliches regelmäßiges und passives Einkommen. Ein thesaurierender ETF reinvestiert die Dividenden und erzielt somit über einen längeren Zeitraum einen höheren Zinseszinseffekt. Ausschüttende ETFs sind also eher geeignet für ein regelmäßiges Zusatzeinkommen und thesauriedende ETFs für einen langfristigen Vermögensaufbau. Zu beachten ist allerdings, dass insbesondere thesaurierende ETFs aus dem Ausland steuerhässlich sein können.

Welche ETF Strategien bevorzugt ihr?

 

 

 

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7 Gedanken zu „Eine mögliche ETF Stategie“

  1. Hab zwecks geringem Einkommen nur eine geringe Sparquote und dementsprechend die typische 2 ETFs Lösung mit 70/30 Msci world/Em. Im gesamtportfolio 25% risiko“freier“ Anteil in Form von Staatsanleihen. Aktuell alles luxemburgische thesaurierende swapper und weiss noch nicht inwieweit ich auf ausschütter setzen soll, da mein steuerfreibetrag noch nich ausgeschöpft ist. Auch noch nich wann unf auf was ich ggf. Umschichten soll. Guter Artikel!

    1. Hallo Sebastian,

      ich finde es super, dass du trotz geringem Einkommen in ETFs investiert. Denn die Börse ist nicht nur für die Reichen da. Auch deine Lösung halte ich für sehr gut. Ich würde genau den gleichen Weg gehen.

      Zu deinen Überlegungen wegen eventuellen Umschichtungen kann ich folgendes sagen: Ab 2018 ändern sich ETF steuerlich sehr. Bisher gibt es ja insbesondere bei ausländischen thesaurierenden ETFs die Gefahr der Doppelbesteuerung. Man muss bei der Steuererklärung selbst anfallenden Steuern angeben und ist viele Jahre in der Nachweispflicht falls man den ETF mal verkaufen möchte. Ab 2018 werden alle ETFs steuerlich wohl angepasst, unabhängig vom Urpsrungsland. Somit bist du nicht mehr in der Nachweispflicht und die ETFs wären insgesamt weniger steuerhässlich.

      Darüber hinaus wird bei deinem luxemburgischen thesaurierenden ETF erst bei sehr hohen Beträgen die Abgeltungssteuer fällig. Ich hab das mal recherchiert. Nach jetzigen Plänen würdest du auf Wertsteigerungen deines ETFs einen pauschaulen Steuerbetrag zahlen, der den Steuerfreibetrag erst bei einer sehr hohen Summe ausreizen würde.

      Die Rechnung lautet: Basiszins*Ausgangswert des ETFs*Kostenabschlag. Davon sind bei einem Aktien ETF 30% frei. Vom Restbetrag werden die 26,375% Abgeltungssteuer abgezogen.

      Bei 10 000 Euro Ausgangswert und 500 Euro Wertsteigerung am Ende des Jahres, würden bei einem jetzt geplanten Basiszins von 1,1% und einem Kostenabschlag von 0,7 genau 77 Euro steuerlich betrachtet. Davon sind noch 30 Prozent frei. Dann bleiben noch 53,90 Euro. Hiervon würde den die Abgeltungssteuer abgezogen werden. Das wären knapp 14 Euro. Dein Steuerfreibetrag liegt bei 801 Euro (1602 Euro) bei Eheleuten.

      Daher brauchst du dir wegen dem Freibetrag wohl keine Sorgen machen. Ich bin aber auch kein Steuerberater, denke aber das müsste so stimmen.

      Ansonsten gäbe es ja auch die Möglichkeit den Sparplan weiterlaufen zu lassen und z.B. eine schon angesparte Summe X durch ein System wie im Artikel beschrieben weiter zu diversifizieren. Das ginge auch in ausschüttender Form. Mit dem Geld könnte man dann z.B. Versicherungen bezahlen und das ist schon ein Stückchen finanzielle Freiheit!

      Vielen Dank für deinen Beitrag!

      1. Hallo,

        danke für die Erläuterung.

        Muss ich denn ab 2018 überhaupt noch was in der Steuererklärung angeben oder wird die steuerliche Behandlung dann über die Depotbank erfolgen?

        1. Hallo Foreness,

          meines Wissens nach ist das zum jetzigen Zeitpunkt nocht publik gemacht worden. Zwei Szenarien könnte ich mir vorstellen.

          Szenario 1:
          Die Depotbank behält die Abgeltungssteuer ein und führt sie direkt an das Finanzamt ab. Das wäre nicht allzu kompliziert. Die Bank benötigt nur den Depotstand zu Beginn und zum Ende des Jahres und das Wissen über die Vorabpauschale. Voraussetzung ist der Freistellungsauftrag wird überschritten, was ja nur bei sehr hohen Summen der Fall sein wird. Ansonsten wird es der Privatanleger kaum merken. Ich halte das für ein realistisches Szenario.

          Szenario 2:
          Die Steuer wird erst mit der Steuererklärung fällig. Hierfür würde dann die gänige Anlage KAP herhalten.

          Ob und wie du dann die Wertsteigerung in Bezug auf die Abgeltungssteuer tatsächlich in der Steuererklärung angeben musst, kann ich dir leider Stand heute nicht beantworten. Sollte mir was zu Ohren kommen, werde ich das in meinem Blog veröffentlichen.

          Letztendlich sieht es nach einer Vereinfachung aus, die auf unsere Performance kaum Auswirkung haben wird. Ich bin selbst gespannt wie die Änderung endgültig aussehen wird.

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