Das System Wikifolio – Eine kritische Betrachtung

Das System Wikifolio – Eine kritische Betrachtung

Wikifolio-Zertifikate spalten die Privatanleger in zwei Lager. Nicht wenige halten Social-Trading für eine innovative Idee mit Zukunft, während viele Kritiker auf die Gefahren im System hinweisen. Ich persönlich gehöre zu den Wikifolio-Befürwortern, doch In diesem eher kritischen Beitrag möchte ich auf die Nachteile am System Wikifolio eingehen. Das halte ich für sehr wichtig, denn nur nach sorgfältiger Abwägung der Vor- und Nachteile, können Sie eine fundierte Entscheidung treffen, die ihren finanziellen Bedürfnissen gerecht wird.

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Sind die Gebühren für Wikifolio-Zertifikate zu hoch?

Ein häufiger Kritikpunkt an Wikifolio-Zertifikaten sind die Gebühren. Der Trader selbst legt beim Erstellen seines Wikifolios eine Performancegebühr fest. Diese liegt zwischen 5 und 30%. Bei einer hohen Performancegebühr werden dann eventuell große Teile der Gewinne an den Trader überführt. Der Anleger erhält die Differenz als Gewinn. Die Performancegebühr fällt jedoch nur dann an, wenn das Wikifolio-Zertifikat einen neuen Höchststand erreicht hat. Es handelt sich hier um das so genannte High Watermark-Prinzip. Außer der Performancegebühr muss eine Zertifikatsgebühr von 0,95% gezahlt werden. Man kann diese Gebühr am besten mit einer Fonds- oder ETF-Gebühr vergleichen. Gerade beim Kauf von ETFs über Direktbanken sind billigere Varianten für den Kunden möglich.

Tipp: Kaufen Sie nur Wikifolio-Zertifikate mit geringer Performancegebühr!

Mein Geld in den Händen von Privatanlegern

Sehr häufig erwähnen Kritiker die Tatsache, dass man sein investiertes Geld in die Hände anderer Privatanleger gibt, die man weder kennt, noch irgendwann gesehen hat. Man weiß so tatsächlich nicht wer mit dem eigenen Geld investiert. Daher gibt es auch keine Garantie zu wissen, was der jeweiliger Trader mit den zur Verfügung gestellten Mitteln tun wird.

Tipp: Kaufen Sie nur Zertifikate von Tradern, die mit ihren Anlegern kommunizieren und eine erfolgreiche Historie aufweisen können.

Wenn der Trader die Lust verliert

Trader können auf der Wikifolio-Platform die Schließung ihres eigenen Depots beantragen. Wird die Schließung durchgeführt, kann dieses Zertifikat nur noch verkauft und nicht mehr gekauft werden. Sollten Sie zu diesem Zeitpunkt mit dem Zertifikat in der Verlustzone sein, dann haben Sie keine Chance auf Erholung mehr.

Tipp: Achten Sie darauf, wie intensiv ein Trader mit seinen Anlegern kommuniziert und wie hoch die investierten Summen sind. Trader verdienen mit häufig gekauften Zertifikaten Geld und würden bei der Beantragung einer Schließung Verluste hinnehmen müssen.

Wo ist die Handelsaufsicht?

Emittent der Wikifolio-Zertifikate ist Lang & Schwarz. Sie stellen die Kurse auf der Wikifolio-Platform. Handelt ein Trader nun Wertpapiere, die er kauft oder verkauft, unterliegen diese keiner Handelsaufsicht. Die Kurstellung wird daher weniger geprüft als dies normalerweise der Fall ist.

Tipp: Vergleichen Sie ab und an Kurse von Lang & Schwarz mit anderen Handelsplätzen und vergessen Sie nicht: Lang & und Schwarz würde sich ins eigene Fleisch schneiden wenn sie an dieser Stelle nicht seriös handeln würden.

Das Emittentenrisiko

Meiner Meinung nach ist das Emittentenrisiko das höchste Risiko. Ein Zertifikat ist nichts anderes als ein Optionsschein, sprich eine Wette auf steigende oder fallende Kurse. Ist der Emittent insolvent, dann ist auch ihr Wikifolio-Zertifikat wertlos. Sie haben nämlich keine Anteile an einem Unternehmen erworben, sondern lediglich einen Optionsschein.

Tipp: Mit Wikifolios lassen sich ungewöhnlich hohe Renditen erzielen. Setzen Sie sich ein maximales Limit, wie viel Geld sie von ihrer gesamten Invesitionssumme bereit sind zu investieren und kaufen Sie nur damit aussichtsreiche Zertifikate. Setzen Sie jedoch niemals alles auf ein Pferd!

Fallen Ihnen weitere Nachteile von Wikifolio-Zertifikaten ein? Dann schreiben Sie sie in die Kommentare.

 

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