Die Levermann Strategie




Die Levermann Strategie

Im Jahr 2011 veröffentlichte Susan Levermann ein Buch zur Levermann Strategie. Es handelt sich hierbei um ein quantitatives System zur Aktienanalyse. Sie entwickelte dieses System während ihrer Zeit als Fondsmanagerin. Nach anfänglichen Mißerfolgen kam sie zu dem Schluss, dass eine konsequente nach bestimmten Kennzahlen ausgerichtete Anlagestrategie die meisten Konkurrenten am Markt outperformen würde. Mathematische Systeme unterliegen eben nicht subjektiven Empfindungen. Ihre Strategie funktionierte außerordentlich gut. Frau Levermann gewann renommierte Branchenpreise und kehrte zugleich dem Börsengeschäft den Rücken.  Im Anschluss verfasste sie ihr Buch „Der entspannte Weg zum Reichtum“. Wer Interesse an einem Levermann-Wikifolio hat, kann hier reinschauen.

Allerlei 021

Der entspannte Weg zum Reichtum

Die Levermannstrategie beruht auf der Dokumentation von insgesamt 13 verschiedenen Kennzahlen, die man miteinander in Relation setzt. Bedeutende Kennzahlen sind u.a. die Eigenkapitalquote, das KGV, das Ebit oder das Gewinnwachstum. Möchte man ein Unternehmen mit der Levermannstrategie analysieren, vergibt man für jede dieser Kennzahlen Punkte. Bei schlechten Voraussetzungen können auch Minuspunkte gegeben werden. Die jeweils erreichten Punkte werden am Ende der Analyse addiert. Übertrifft die Gesamtpunktzahl einen bestimmten Wert ist die Aktie des Unternehmens ein „Kauf“.

Ist der Weg zum Reichtum tatsächlich entspannt?

Der Titel des Buches “ Der entspannte Weg zum Reichtum“ impliziert eine wenig arbeitsintensive Anlagestrategie, die zudem früher oder später zu Reichtum führt. Etwas besseres kann man weder erwarten, noch versprechen. Ganz so einfach ist es jedoch nicht. Um eine Aktie nach der Levermann-Strategie sorgfältig analysieren zu können, benötigt man mit einiger Übung etwa 15-20 Minuten. Im Laufe der Zeit kann der Zeitrahmen bei entsprechender Softwareunterstützung weiter reduziert werden. In ihrem Buch empfiehlt Frau Levermann 10-15 Aktien ins Depot zu legen, damit eine ausreichende Diversifikation erreicht werden kann. Alle 14 Tage oder spätestens jeden Monat sollte man die Analyse der Aktien überprüfen. Wenn man also sein Levermann-Depot eingerichtet hat, muss man sich mindestens ein Mal im Monat die Mühe machen die Levermann-Analyse anzuwenden.

Vor- und Nachteile der Levermannstrategie

Frau Levermann spricht in ihrem Buch davon, dass ihre Strategie den Markt über lange Sicht outperformen wird. Sie geht von einem niedrigen zweistelligen Zuwachs pro Jahr aus. Der Dax hat im Vergleich dazu in den letzten 30 Jahren 6% jährlich zugelegt. Ein entscheidender Vorteil der Levermann-Strategie ist die niedrige Volatilität. Die Levermann-Analyse hat sich als besonders beständig während schlechter Marktzeiten erwiesen. Dies liegt vermutlich daran, dass die ausgewählten Unternehmen fundamental besser aufgestellt sind als andere Marktteilnehmer. Den größten Nachteil der Strategie würde ich wohl beim Zeitaufwand sehen.  Auch wenn sich der Arbeitseinsatz eigentlich in Grenzen hält, sind andere Investitionsformen zum Beispiel ETFs weniger zeitintensiv. Ich persönlich empfinde das ständige Analysieren der Unternehmen zudem als eine langweilige Arbeit. Dennoch habe ich gute Erfahrungen mit der Levermann-Strategie gemacht.

Wie finde ich brauchbare Aktien für die Levermann-Strategie?

Im Internet findet man einige nützliche Quellen, um „Levermann-Aktien“ zu finden. Zum Einen kann man sich im Netz die Informationen kaufen, was jedoch nicht gerade günstig ist. Eine andere Möglichkeit ist zum Beispiel ein auf die Levermannstrategie ausgerichtetes Wikifolio zu finden. Da die Portfolios auf der Platform öffentlich sind, erhält man dadurch ein paar gute Tipps. Ich persönlich nutze einfach einen Aktien-Finder. Mehrere Finanzseiten bieten solche Tools an. Man kann dort einige Mindestwerte für bestimmte Kennzahlen angeben und so den Suchradius erheblich eingrenzen.

Weitere Tipps zum Anwenden der Levermann-Strategie

Meist ist es sehr schwer Unternehmen mit hoher Marktkapitalisierung zu finden, welche die Levermann-Analyse bestehen. Ich habe als ich die Levermann-Strategie zum ersten Mal verwendet habe alle 30 Dax-Unternehmen untersucht. Das Ergebnis war, dass kein einziges der 30 größten deutschen Unternehmen den Test bestehen konnte. Daher sollte man sich nicht auf die ganz großen Unternehmen fokussieren. Das gleiche gilt für die Lokalisation. Der Suchradius darf ein weltweiter sein. Es macht keinen Unterschied, ob ein Unternehmen aus Deutschland, Europa, den USA oder Asien stammt. Unter Umständen ist die Recherche nach geeigneten Daten jedoch etwas schwieriger. Sehr hilfreich ist das Erstellen einer Excel-Tabelle oder Vergleichbares. Es spart einfach Unmengen Zeit wenn man nur noch die Daten eingeben muss und das Programm durchrechnet, ob das Unternehmen für die jeweilige Kennzahl einen Punkt erhält oder nicht.

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