Die 5 größten Anfängerfehler an der Börse

Die 5 größten Anfängerfehler an der Börse

Aller Anfang ist schwer! Häufig begehen Anfänger an der Börse die immer gleichen Fehler. Mit diesem Artikel möchte ich darauf aufmerksam machen und Neulingen an der Börse Möglichkeiten zeigen, wie sie typische Anfängerfehler vermeiden können. Grundsätzlich macht jeder Anleger früher oder später Fehler. Das lässt sich auch überhaupt nicht vermeiden. Wichtig ist jedoch, die gemachten Fehler nicht zu wiederholen. Im Folgenden habe ich die meiner Meinung nach 5 größten Anfängerfehler an der Börse beschrieben.

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Zu viele Trades

Viele Neulinge an der Börse unterschätzen die Auswirkungen der Gebühren auf die langfristige Rendite. Das ist ein typischer Anfängerfehler an der Börse. Ein berühmter Spruch an der Börse lautet:

Hin und Her macht Taschen leer

Meist sollen durch häufige Käufe oder Verkäufe Verluste kompensiert werden. Möglicherweise hat eine Aktie nach einigen Monaten nicht die erwünschte Performance erreicht. Anstatt geduldig die Kursentwicklung eines einzelnen Wertpapiers abzuwarten, werden die Aktien zu schnell wieder verkauft. Oft werden diese dann durch Neuzugänge ersetzt, die dann eventuell wiederum den erhofften Erfolg nicht bringen. Vermögensaufbau ist jedoch ein Geduldsspiel. Das Geld fließt an der Börse von den Ungeduldigen zu den Geduldigen.  Es ist von Vorteil beim Kauf der Aktien nicht ans reich werden zu denken, sondern sich darauf zu konzentrieren, den Aktienkauf so gut recherchiert und fundiert wie möglich auszuführen. Der Erfolg stellt sich dann mit der Zeit von ganz alleine ein. Es gibt zum Beispiel Studien darüber, dass Frauen und Rentner auf lange Sicht 90% der Männer outperformen. Warum ist das so? Sie machen weniger Trades!

Den Beratern blind vertrauen

Ein Berater im Anzug strahlt eine Menge Seriosität aus. Er oder sie ist vielleicht schon jahrelange bei der hauseigenen Bank angestellt und man selbst hat ein gewisses Vertrauen zum ihm entwickelt. Doch Bankberater sind in erster Linie Verkäufer, die ihre Produkte nach Provision verkaufen. Das selbe gilt übrigens für Versicherungsfachleute. Die Nettigkeit, das Zuhören, das Beantworten der Fragen und das Zuvorkommen sind Teil einer Masche, die den Zweck hat, am Ende des netten Gesprächs eine Unterschrift des Kunden zu bekommen. Mit Sicherheit gibt es auch gute Berater, die es ehrlich meinen. Dies zu unterscheiden für den Laien jedoch kaum möglich. Häufig werden Kunden von Beratern weder richtig aufgeklärt, noch werden ihnen die passende Produkte angeboten. Klärt sie ein Berater zum Beispiel nicht über das Emittentenrisiko beim Kauf von Zertifikaten auf, ist er schlicht ein schlechter Berater.  Daher sollten sie immer selbst Recherche betreiben, Informationen einholen und eine Zeitmeinung in Betracht ziehen. Noch besser ist, sie nehmen ihre finanziellen Geschicke selbst in die Hand. Denn die meisten Produkte erhalten sie zum Beispiel bei einer Direktbank günstiger als bei der Hausbank. Darüber hinaus können sie sich über renditestarke Investitionen informieren und müssen sich keine langen Vorträge über die vermeintlichen Vorzüge eines Riester-Vertrags anhören.

Zu viel Geld investieren

Geld, das sie an der Börse anlegen wollen, sollten sie nicht benötigen müssen. Nichts ist ärgerlicher als eine bisher schlecht gelaufene Investition kündigen zu müssen, weil die Autoreparatur nicht bezahlt werden kann. Das passiert gar nicht selten, sonst wäre es nicht einer der häufigsten Anfängerfehler an der Börse. Grundsätzlich kann man also festhalten:

Investieren Sie nur Geld, das sie nicht brauchen

Um herauszufinden wie viel Geld man nicht benötigt kann ein Haushaltsbuch helfen. Notieren sie alle Ein- und Ausgaben über die letzten 12 Monate. Rechnen sie eine kleine abweichende Toleranz hinzu und legen sie sich mindestens zwei Monatsnettoeinkommen auf ein Sparbuch. Bevor sie das nicht getan haben, investieren sie nicht. Sollten sie zu denen gehören, die das notwendige Geld zur Absicherung bereits angespart haben, kann es losgehen. Entgegen gängiger Meinungen hat fast jeder Mensch Geld, das man nicht braucht. Um an der Börse Geld investieren zu können reichen 25 Euro im Monat aus. Zweifelsfrei dauert der Vermögensaufbau auf diese Art und Weise recht lange, aber er funktioniert.

Fähigkeiten überschätzen

Was haben Autofahrer und Anleger an der Börse gemeinsam? 90% von ihnen sind der Meinung zu den Besten ihres Fachs zu gehören. Das ist jedoch rein mathematisch überhaupt nicht möglich. Man sollte daher seine Fähigkeiten unbedingt realistisch einschätzen. Traut man sich den Kauf von Einzelaktien zu Beginn nicht zu, macht man sich ein Musterdepot zum Üben und investiert zunächst mal in ETFs. Diese sind eine Form des passiven Investierens mit hoher Diversifikation. Meiner Erfahrung nach sind sich überschätzende Anleger häufig auch schlecht informiert. Sie kaufen einige wenige Aktien aufgrund von Informationen, die sie von Freunden, vom Hörensagen oder von einer einzelnen Börsenzeitschrift haben. Manchmal basteln sie sich ihre Meinung auch mit gefährlichem Halbwissen selbst zusammen. Dabei braucht es gar nicht viel, um strategisch klug in Einzelaktien zu investieren. Ein paar Basics, gesunden Menschenverstand und Geduld. Jedoch darf man nicht der beratungsresistenten Menschengattung angehören. Bevor sie Einzelaktien kaufen, sollten sie sich über die Grundlagen des Aktienhandels informieren. Lassen sie sich nicht abschrecken. Die Börse funktioniert wesentlich einfacher als sie viele Experten manchmal gerne hätten.

Keine Diversifikation

Nicht zu diversifizieren ist einer der häufigsten Anfängerfehler an der Börse. Er war zum großen Teil verantwortlich für das Telekomdesaster um die Jahrtausendwende. Häufig haben Anfänger ein gewisses Vertrauen insbesondere zu heimischen Unternehmen entwickelt. Sie kaufen dann vorrangig die eine Aktie ohne fundiertes Wissen über die wirtschaftliche Situation des Unternehmens zu haben. Manchmal jedoch ist auch das Vertrauen von ganz gut informierten Anlegern in ein bestimmtes Unternehmen so hoch, dass sie hauptsächlich ihr Geld in dieses Wertpapier investieren. Diversifikation ist jedoch eines der Grundprinzipien des erfolgreichen Vermögensaufbaus. Über die Anzahl der Einzelaktien in einem Depot lässt sich streiten. Ich persönlich halte eine Depotgröße von 10-15 Aktien für sinnvoll. Sind es weniger als 10 Aktien, können Einzelverluste zu stark ins Gewicht fallen. Hat man mehr als 15 Aktien, kann man leicht den Überblick verlieren. Übrigens macht es aufgrund der Gebühren erst ab einer gewissen Summe Sinn in Einzelaktien zu investieren.

Die von mir beschriebenen 5 Anfängerfehler sind nicht die einzigen, die man machen kann. Wenn sie weitere kennen, die sie für wichtig halten, schreiben sie sie mir in die Kommentare.

2 Gedanken zu „Die 5 größten Anfängerfehler an der Börse“

  1. Sehr guter Artikel! Ich glaube der allergrößte Fehler ist es tatsächlich zu viel Geld zu investieren, weil man die Risiken unterschätzt und sich vom Gewinn blenden lässt.

    1. Ich stimme dir zu. Manchmal sind die Augen einfach zu groß. Man lässt sich dann von potentiellen oder gar unrealistischen Gewinnvorstellungen blenden.

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